Vertrauensschwund

Kaum zu glauben, aber wahr: Das ohnehin kaum noch vorhandene Vertrauen in Finanzinstitute ist in 2012 noch einmal deutlich zurückgegangen, wie verschiedene Studien unabhängig voneinander bestätigen.

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Hintergrund

Bereits mehrfach habe ich hier im Bank Blog über das gravierende Vertrauensproblem der deutsche Finanzwirtschaft berichtet und dabei auch Wege aufgezeigt, wie eine Verbesserung erreicht werden könnte.

U.a. habe ich letztes Jahr über eine Studie der GfK zum Thema Vertrauen sowie über den Edelmann Trust Report berichtet.

Beide Studien (sowie einige andere mehr) haben bereits damals ein vernichtendes Bild über das Vertrauen der Menschen in Finanzinstitute gezeichnet.

Weiterer Rückgang in 2012

Wie heißt der schöne Satz: „Ich dachte es könnte nicht schlimmer kommen. aber es kam … schlimmer!“. Sowohl die GfK als der neue Edelmann Trust Report belegen einmal mehr dessen Richtigkeit, wie das nachfolgende Schaubild belegt.

Weiterer Vertrauensrückgang in 2012

Im folgenden Video erläutert der Vorsitzende von Edelmann, Ben Boyd, die Ergebnisse für Finanzinstitute.

16 Faktoren für mehr Vertrauen

Edelmann hat die folgenden 16 Antriebsfaktoren für Vertrauen identifiziert und dabei zwischen „sozialer Verantwortung“ und „operativer Effizienz“ differenziert. Überprüfen Sie doch mal kritisch, wie Ihre Bank bei den einzelnen Punkten abschneidet.

Operative Effizienzfaktoren für Vertrauen

  • Angebot qualitativ hochwertiger Produkte / Dienstleistungen.
  • Offene und transparente Kommunikation über die Geschäftspraktiken.
  • Häufige und ehrliche Kommunikation über den Stand der Geschäfte.
  • Realisierung konsistenter Renditen für die Investoren.
  • Hoch angesehene und weithin anerkannte Führungsspitze.
  • Innovator für neue Produkte, Dienstleistungen oder Ideen.
  • Rangiert global unter den Top-Unternehmen.
  • Arbeitet mit Organisationen und Regierungen bei der Bewältigung gesellschaftlicher Probleme zusammen.

Soziale und gesellschaftlich relevante Faktoren für Vertrauen

  • Hört auf Kundenbedarf und -feedback.
  • Handelt verantwortlich, wenn es um Probleme oder Krisen geht.
  • Stellt den Kunden in seiner Bedeutung vor den eigenen Ertrag.
  • Behandelt Mitarbeiter gut.
  • Hat ethische Geschäftspraktiken.
  • Arbeitet am Schutz und der Verbesserung der Umwelt.
  • Berücksichtigt gesellschaftliche Bedürfnisse im alltäglichen Geschäft.
  • Kreiert und fördert Programme zur Unterstützung der lokalen Gemeinschaft.

Fazit

Schon beinahe gebetsmühlenhaft stelle ich hier immer wieder das Thema „Vertrauen“ und dessen Bedeutung für die Zukunft der Banken und Sparkassen in den Blickpunkt. Auch heute zeige ich dazu wieder konkrete Ansätze auf, wie an dem Thema gearbeitet werden könnte.

Was meinen Sie? Besteht noch Hoffnung, dass sich die Banken und Sparkassen des Themas annehmen?