Kein Vertrauen mehr!

„Lieber Geld verlieren als Vertrauen“ hat Robert Bosch einmal gesagt. Den Banken scheint das egal zu sein. Schon wieder ist eine Studie erschienen, die ihnen bescheinigt, ihr Vertrauen bei den Menschen verspielt zu haben.

Hintergrund

Das Thema „Vertrauen in Banken“ und wie diese das Dilemma lösen könnten beschäftigt mich schon länger. Gerade in Zeiten, in denen Gefahr droht, Geld zu verlieren, ist das Bedürfnis der Menschen nach Vertrauen groß. Nicht nur durch die Finanzkrise im Euro-Raum fragt sich allerdings so mancher Verbraucher, wem er überhaupt noch glauben kann.

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Der GfK Verein (Gesellschafter der GfK Gruppe) hat im Herbst 2011 in 25 ausgewählten Ländern 28.000 Interviews durchgeführt, um das Vertrauen der Menschen in unterschiedliche Branchen zu ermitteln.

Ergebnisse

Handwerk liegt in der Vertrauensgunst in den meisten Ländern ganz weit oben, die Finanzindustrie hingegen ist fast überall Schlusslicht. Besonders trifft dies auf Deutschland zu, wie die nachstehende Übersicht belegt.

Branchenvertrauen in Deutschland

Frauen scheinen den Banken noch etwas mehr Vertrauen entgegenzubringen als Männer. Interessant ist auch, dass die Jüngeren mehr Vertrauen haben als die Älteren.

Vertrauen in Finanzdienstleister in Deutschland

Fazit

Die GFK zieht folgendes Fazit unter die Ergebnisse ihrer Studie:

„Vertrauen ist kein unveränderliches Gut. Wem Menschen vertrauen, verändert sich mit dem Alter und hängt ab von gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen. Unternehmer, die sich dessen bewusst sind, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil. Denn nur wer Vertrauen aufbaut und sich dafür einsetzt, es zu erhalten, kann sich über zufriedene und treue Kunden freuen. Ganz nach dem Motto des österreichischen Schriftstellers Ernst Ferstl, der sagte: „Für verlorenes Vertrauen gibt es kein Fundbüro.““

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer der erneute Hinweis, dass die Bankvorstände sich zu diesem Thema endlich mal etwas einfallen lassen sollten. Oder was meinen Sie dazu?