Einer Studie zufolge befindet sich die deutsche Asset-Management-Branche in einem tiefgreifenden Umbruch. Für das Meistern der strategischen Herausforderungen sind fünf Voraussetzungen zu erfüllen.

Aktuelle Trends, Studien und Research zu Private Banking und Wealth Management

Das Geschäft mit den Reichen und Superreichen, das Private Banking oder Wealth Management galt lange Zeit nicht nur als die Königsdisziplin des Bankgeschäftes sondern auch als sicherer Ertragsbringer. Inzwischen hat die Digitalisierung auch diesen Bereich erfasst und stellt die Banken vor neue Herausforderungen. Wie diesen begegnet werden kann und welches die aktuellen Trends und Entwicklungen sind, können Sie in den im Bank Blog vorgestellten Studien nachlesen.

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Einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zufolge sanken die globalen Assets under Management (AuM) im vergangenen Jahr um 10 Prozent auf 115,1 Billionen US-Dollar. Bis 2027 sollten diese wieder auf 147,3 Billionen US-Dollar steigen – was einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 5 Prozent entspricht.

Herausforderungen für das Asset Management

Insbesondere die Asset-Management-Branche in Deutschland habe es mit einer Vielzahl an Herausforderungen zu tun. Da sind zum einen ein verschärfter Wettbewerb und eine zunehmende Regulierung. Zum anderen sorgt ein unsicheres Umfeld aus hoher Inflation, Marktschwankungen und Zinswende für Sorgen. Zudem wandelt sich die Branche durch eine zunehmende Retailisierung von Alternativ Investments, die digitale Transformation, verändertes Anlegererwartungen und die fortschreitende Konsolidierung.

Zusätzlich beschleunigt werden die Veränderungen in der Branche durch disruptive Technologien wie die Künstliche Intelligenz (KI), Big Data und die Blockchain. Diese können aus Sicht von 95 Prozent der Häuser genutzt werden, um die Anlageleistung zu verbessern, Produkte und Services bedarfsgerechter zu gestalten sowie Prozesse zu optimieren.

Fortschreitende Konsolidierung im Asset Management

Sinkende Gebühren, zunehmender Kostendruck und der Wettbewerb neuer Anbieter, die steigende Marktöffnung für Privatanleger sowie die wachsende Nachfrage nach alternativen Anlageprodukten fördern die Konsolidierung der Asset-Management-Branche.

Aktuell erwägen weltweit 73 Prozent der Asset Manager aktiv strategische Konsolidierungsmaßnahmen, um neue Kunden- und Produktsegmente zu erschließen, Marktanteile zu gewinnen und Risiken zu minimieren. Gemäß der Studie dürften bis 2027 die zehn führenden Vermögensverwalter etwa die Hälfte der globalen Assets under Management (AuM) kontrollieren, verglichen mit 42,5 Prozent im Jahr 2020.

Zukunftsorientierte Neuausrichtung des Asset Managements

Vor diesem Hintergrund gilt es, strategische Herausforderungen wie die Differenzierung und Neupositionierung zu meistern und sich zukunftsorientiert neu auszurichten.

Themen sind unter anderem um die Bedeutung des Retail Investment Packages für den Fondsvertrieb, die Produktgestaltung sowie die Tokenisierung von realen Vermögenswerten und deren Verwahrung seit der Etablierung des Gesetzes über elektronische Wertpapiere (eWpG).

Auch virtuelle Vertriebskonzepte zur Erfüllung von Kundenwünschen und für  Produktinformationen sind Themen. Hinzu kommt die Ausrichtung der IT in Zeiten von Hyperscalern, ChatGPT, Cloud und Künstlicher Intelligenz (KI).

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Fünf Voraussetzungen für den Erfolg

Die Studie identifiziert fünf Schlüsselvoraussetzungen für den zukünftigen Erfolg im Asset Management:

  1. Bewältigung multipler Marktentwicklungen;
  2. Näher an den Kunden heranrücken;
  3. Experimentierfreudigkeit und Wandel;
  4. Skalierbarkeit inmitten von Kosten- und Wettbewerbsdruck;
  5. Herausforderung ESG.

1. Bewältigung multipler Marktentwicklungen

Inflation, Marktvolatilität und Zinsentwicklung sind in den nächsten 12 bis 24 Monaten die mit Abstand größten Sorgen für Anleger und Vermögensverwalter.

Die Herausforderungen besten nicht nur darin, den Markt zu schlagen sondern selbst risikoarme Einlagen und Geldmarktfonds zu übertreffen.

2. Näher an den Kunden heranrücken

Die Öffnung privater Märkte und Verschiebungen in der Anlageallokation – einschließlich einer größeren Nachfrage nach börsengehandelten Fonds (ETFs) – verändern die Wettbewerbslandschaft und die Grenzen des Wachstums. Hinzu kommt ein Vermögenstransfer von 68 Billionen US-Dollar von den Babyboomern zu den Millennials bis 2030.

3. Experimentierfreudigkeit und Wandel

Fast 90 Prozent der befragten institutionellen Anleger sind der Meinung, dass der Einsatz neuer Technologien (einschließlich Big Data, KI und Blockchain) zu besseren Ergebnissen und Renditen in ihrem Portfolio führen wird.

Doch trotz der weit verbreiteten Investitionen und des Einsatzes dieser Technologien ist dies der Bereich der Anlegererwartungen, der für Vermögensverwalter weiterhin die größte Herausforderung darstellt.

4. Skalierbarkeit inmitten von Kosten- und Wettbewerbsdruck

Angesichts der zunehmenden Konzentration in der Branche gehen die Studienautoren davon aus, dass die zehn größten Vermögensverwalter bis 2027 etwa die Hälfte des weltweiten Fondsvermögens kontrollieren werden.

Neben der zunehmenden Rolle, die sie bei der Finanzierung und Beeinflussung der Realwirtschaft spielen könnten einige Vermögensverwalter sogar einen ganzheitlicheren Ansatz für finanzielles Wohlbefinden in Erwägung ziehen, indem sie Bank- und Versicherungslösungen durch Fusionen und Übernahmen (M&A), Joint Ventures oder Allianzen erwerben.

5. Herausforderung ESG

Sechzig Prozent der Vermögensverwalter sind der Meinung, dass Umwelt-, Sozial- und Governance-Know-how (ESG) für ihr Portfoliomanagementteam auf dem heutigen Markt unverzichtbar sind – auch wenn es immer schwieriger wird, das geeignete Personal zu finden.

Die Studie „Asset and wealth management revolution 2023: The new context“ können Sie hier direkt herunterladen.


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