Eine aktuelle Studie hat den Status quo der Nachhaltigkeitstransformation in Unternehmen untersucht. Demnach ist Klimaneutralität längst nicht alles, was auf der To-do-Liste des Topmanagements steht.

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Gerade in Zeiten der Veränderung, der sinkenden Erträge und steigenden Kosten kommt es auf eine durchdachte und nachhaltige Strategie an. Im Bank Blog finden Sie aktuelle Studien und Trends zu den Themen Strategie und Management.

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Es besteht international weitgehend Einigkeit, dass die Wirtschaft nachhaltig sein soll und sein muss, und das möglichst schnell. Unternehmen in Deutschland und Europa räumen dem Thema Sustainability daher auch eine hohe strategische Priorität und Management Attention ein. Doch wer trägt in den Unternehmen die Verantwortung, entsprechende Ziele zu definieren und Maßnahmen umzusetzen?

Das und mehr untersucht eine aktuelle Studie der Managementberatung Horváth, für die 180 Topführungskräfte aus sechs Kernmärkten befragt, mit Fokus auf Europa zu ihren Nachhaltigkeitszielen und -strategien befragt wurden. Die folgenden Aussagen beziehen sich – sofern nicht anders erwähnt – auf Deutschland.

Nachhaltigkeit ist wichtige Priorität

In zwei von fünf Unternehmen liegt die Verantwortung demnach beim CEO. Es ist jedoch in den meisten Fällen sinnvoll, weitere Vorstandspositionen einzubeziehen, da die Herausforderungen nur ganzheitlich und gemeinschaftlich gelöst werden können. Dieser Ansatz wird auch von der Mehrheit der Unternehmen verfolgt: CFOs werden zu 22 Prozent in die Verantwortung einbezogen, CSOs zu 13 Prozent. In 27 Prozent der Unternehmen liegt die Verantwortung für Nachhaltigkeitsstrategien und ‑fortschritte beim gesamten Vorstand.

Es gibt allerdings regionale Unterschiede in dieser Hinsicht. Zum Beispiel sind in Frankreich CFOs häufiger für diese Verantwortung zuständig (60 Prozent), während in Kanada CSOs einen höheren Anteil haben (33 Prozent).

Umsetzung von Nachhaltigkeit erfolgt in übergreifenden Teams

Es ist wichtig, dass Nachhaltigkeit ganzheitlich im Unternehmen verankert wird. In den meisten Unternehmen werden Ziele und Maßnahmen von abteilungsübergreifenden Nachhaltigkeitsteams und Arbeitskreisen umgesetzt (80 Prozent), basierend auf den Vorgaben der Unternehmensführung. Lediglich drei Prozent der Unternehmen haben eine separate Nachhaltigkeitsabteilung eingerichtet.

Mittlerweile arbeiten in nahezu allen Abteilungen Experten, die spezielle Kompetenzen in Nachhaltigkeitsthemen aufgebaut haben, wie beispielsweise ESG-Spezialisten in den Finanzabteilungen.

Laut der Studie gibt es jedoch in jedem sechsten Unternehmen keine definierten Instanzen für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Dies ist problematisch, da jedes Projekt neue Teams bilden muss, was zu einem Verlust von Fachwissen und Effizienz führt. Es ist anzunehmen, dass der Gesamtfortschritt in Richtung ökologischer Nachhaltigkeit nicht zuverlässig und standardisiert verfolgt wird.

Nachhaltigkeit geht über Klimaneutralität hinaus

Bei neun von zehn Unternehmen steht derzeit ein geringerer Ressourcenverbrauch als die wichtigste Aufgabe im Bereich Nachhaltigkeit, noch vor der Dekarbonisierung.

Bei den konkreten Maßnahmen liegen Energieeinsparungen und die Steigerung der Energieeffizienz vorne. 45 Prozent der Unternehmen setzen darauf. Gleichauf liegt die Kompensation des CO2-Verbrauchs. Die Nutzung ökologischer Energieträger landet mit 43 Prozent auf dem dritten Platz

Weitere Maßnahmen sind die Veränderung der Betriebsabläufe (37 Prozent) und der Lieferketten zwischen den Standorten (35 Prozent), der Aufbau von eigenen (erneuerbaren) Energieerzeugungskapazitäten (34 Prozent) sowie die Dekarbonisierung der Lieferkette (34 Prozent).

Die Entwicklung von Kreislaufwirtschaft (34 Prozent), Erneuerung des Anlagenbestands (25 Prozent) und Nutzung von Wasserstofftechnologien (23 Prozent) sind weitere Maßnahmen.

Ernüchternder Status quo

Allerdings steht das ambitionierte Ziel, dass Unternehmen im Durchschnitt bis 2032 klimaneutral werden wollen, einem ernüchternden Status quo gegenüber: Bisher haben nur elf Prozent der Unternehmen tatsächlich signifikante CO2-Einsparungen erzielt. Ein Drittel der Unternehmen hat bisher noch gar kein Klimaziel definiert oder geht von einer Erfüllung später als 2045 aus. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt auch: Nur 42 Prozent haben eine konkrete Roadmap zur Erfüllung ihrer Nachhaltigkeitsziele.

Die Studie „Status quo der Nachhaltigkeitstransformation 2023“ können Sie hier beziehen.


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