Einer aktuellen Studie zufolge steht der Markt für Asset & Wealth Management vor einem Paradigmenwechsel. Nachhaltigkeit wird als neuer Wachstumsmotor immer wichtiger und könnte bisherige Treiber für Wachstum und Profitabilität in den Hintergrund rücken lassen.

Aktuelle Trends, Studien und Research zu Private Banking und Wealth Management

Das Geschäft mit den Reichen und Superreichen, das Private Banking oder Wealth Management galt lange Zeit nicht nur als die Königsdisziplin des Bankgeschäftes sondern auch als sicherer Ertragsbringer. Inzwischen hat die Digitalisierung auch diesen Bereich erfasst und stellt die Banken vor neue Herausforderungen. Wie diesen begegnet werden kann und welches die aktuellen Trends und Entwicklungen sind, können Sie in den im Bank Blog vorgestellten Studien nachlesen.

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Eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland hat den Markt für Asset & Wealth Management (AWM) und die dort vorhandenen Wachstumsperspektiven untersucht. An der Befragung nahmen weltweit 250 Vermögensverwalter und 250 institutionelle Anleger teil, die jeweils globale Vermögenswerte von 50 und 60 Billionen US-Dollar repräsentieren.

Der Markt stehe demnach vor einem Paradigmenwechsel: Nachdem über viele Jahre hinweg die positive Marktentwicklung, steigende Asset-Preise und die zunehmenden Vermögenswerte institutioneller und privater Investoren maßgebliche Treiber für Wachstum und Profitabilität waren, würden nun erstmals ESG-Kriterien als neuer Wachstumsmotor an die Spitze der Einflussfaktoren rutschen.

Starker Anstieg der ESG-Anlagen erwartet

Die wachsende Bedeutung ESG-getriebener Investitionen hinterlässt auch bei deutschen Vermögensverwaltern ihre Spuren. So haben sich 93 Prozent der institutionellen Investoren aus Deutschland bereits zu Net-Zero-Initiativen verpflichtet oder planen dies in der nächsten Zeit zu tun. Dies spiegle die Erwartungshaltung der Stakeholder und Anleger wider.

Der Analyse zufolge könnte das verwaltete ESG-Vermögen bis 2026 33,9 Billionen US-Dollar erreichen. Das entspräche einer jährlichen Wachstumsrate von 12,9 Prozent. Damit würde der ESG-Anteil aller Vermögenswerte von 14,4 Prozent im Jahr 2021 auf 21,5 Prozent steigen.

Nachhaltigkeit wird entscheidender Wettbewerbsfaktor

ESG entwickelt sich damit in der Vermögensverwaltung zu einem entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit. 39 Prozent der institutionellen Anleger aus Deutschland gaben an, zukünftig nicht mehr mit Managern zusammenzuarbeiten, die Non-ESG-Fonds verwalten. Des Weiteren haben sich 57 Prozent der Anleger dazu verpflichtet, Investitionen in Non-ESG-Fonds zu stoppen.

Das aus den Non-ESG-Fonds abgezogene Vermögen wollen viele Anleger wiederum in sogenannte Artikel-8-Fonds investieren. Dabei handelt es sich um Fonds, die im Sinne der EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) ökologische und soziale Aspekte bei der Auswahl der Investments berücksichtigen. Unserer Studie zufolge wollen fast zwei Drittel der deutschen Investoren in den kommenden zwei Jahren mehr als 30 Prozent ihres verwalteten Vermögens in solche Fonds investieren.

Pflichten und ESG-Prioritäten in Einklang bringen

Mit dem wachsenden Fokus auf ESG-Fonds wird es für Vermögensverwalter zunehmend wichtig, Strategien für das Risikomanagement im Zusammenhang mit potenziell falsch oder irrtümlich ausgewiesenen Produkten zu entwickeln.

Das weite Interpretationsfeld von Regularien wie der EU-Taxonomie hat zur Folge, dass nach wie vor eine gewisse Verunsicherung bei der Kennzeichnung von Fonds herrscht. Das kann zu strategischen Fehleinschätzungen führen. In solchen Fällen sei es wichtig, schnell und transparent zu handeln, um Sanktionen oder Reputationsschäden zu vermeiden.

Nicht zuletzt gilt es potenzielle Spannungen zu adressieren, die zwischen den neuen ESG-Prioritäten und der treuhänderischen Pflicht der Vermögensverwalter entstehen, finanziellen Erträge für Anleger zu maximieren. Führende Asset Manager werden sich in Zukunft dadurch auszeichnen, dass Sie auf beiden Seiten überzeugen.

8 Trends für ESG im Asset & Wealth Management

Der verstärkte Fokus auf die aktive Unterstützung des grünen Wandels wird Möglichkeiten für neue und kreative Strategien schaffen. Die Autoren fassen in der Analyse die folgenden acht Trends für das Asset & Wealth Management zusammen:

  1. Die Berücksichtigung von ESG ist unumgänglich.
  2. Das investierbare Universum für ESG-Fonds wird sich öffnen.
  3. Die Anleger drängen auf neue ESG-Produkte, aber die Nachfrage übersteigt das Angebot.
  4. Um neue Investitionen anzuziehen, müssen die Manager ihre Produkte differenzieren und die ESG-Leistung nachweisen.
  5. Dem Wunsch der Anleger folgend wird die Regulierung für ESG zunehmen.
  6. Eine sinnvolle ESG-Strategie erfordert Investitionen.
  7. E, S und G müssen als Teil eines gerechten Übergangs ausgewogen sein.
  8. Vermögensverwalter brauchen eine proaktive Strategie zur Risikominderung bei falsch etikettierten Produkten.

Die Studie „Asset and Wealth Management Revolution 2022“ können Sie hier direkt herunterladen.


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