Eine große Mehrheit der Unternehmen erkennt den Wert von Emissionsdaten für die Erreichung ihrer Dekarbonisierungsziele, jedoch ist fast die Hälfte von ihnen nicht in der Lage, diese Daten zur Entscheidungsfindung zu verwenden, so eine aktuelle Studie.

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Unternehmen müssen das Potential ihrer Emissionsdaten vollständig ausschöpfen, um ihre Dekarbonisierungsziele erreichen zu können. In der Regel verwenden Unternehmen Emissionsdaten vorrangig dafür, ihre Umweltbilanz auszuweisen und nutzen diese kaum dazu, Möglichkeiten zur Emissionsreduktion zu eruieren oder bestehende Prozesse zu optimieren. Die Entwicklung eines belastbaren Datenmanagements und branchenweiter Kooperationsmöglichkeiten hat für Unternehmen das Potenzial, ihren CO2-Fußabdruck über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu reduzieren.

Cap Gemini Research befragte mehr als 900 Unternehmen, die sich das Ziel von Netto-Null-Emissionen gesetzt haben. Über die Hälfte (53 Prozent) der Unternehmen, die Emissionsdaten in ihre Entscheidungsprozesse einbezogen haben, konnten bereits Nutzen daraus ziehen. Eine zusätzliche Emissionsreduktion um durchschnittlich 4,6 Prozent zählt genauso dazu wie eine erhöhte Transparenz. 

Indirekte Emissionen als größte Herausforderung

Besonders die Erfassung und das Management von Daten der entlang der Wertschöpfungskette indirekt verursachten Scope-3-Emissionen sei anspruchsvoll. Laut der Studienautoren betragen diese durchschnittlich bis zu 95 Prozent des CO2-Fußabdrucks eines Unternehmens. Nur etwa ein Viertel (24 Prozent) der Unternehmen sieht sich momentan in der Position, zu überblicken, welche Lieferanten den Großteil dieser Emissionen überhaupt verursachen. Weniger als ein Drittel (30 Prozent) misst überhaupt nur die Emissionen aus bezogenen Waren und Services und nur 27 Prozent ermitteln den CO2-Ausstoß bei der Nutzung der von ihnen verkauften Produkte.

Teils ist mangelndes Vertrauen in die von den Unternehmen erhobenen Daten der Grund dafür, denn diese wurden in vielen Fällen von Dritten erhoben oder beruhen auf Branchenschätzungen. Der Mangel an Sachkenntnis auf dem Gebiet der CO2-Bilanzierung ist ein weiterer Grund. Häufig fehlt es an Expertise und Erfahrung darin, wie man Emissionen misst und diese Daten zur Entscheidungsfindung nutzt.

Ohne Qualifizierung und Kooperation keine Fortschritte

Eine Möglichkeit für Organisationen, den Zugang zu verlässlichen Emissionsdaten zu erhalten, liegt in einer intensiven Zusammenarbeit im erweiterten Ökosystem. Nach eigenen Angaben beteiligen sich derzeit weniger als ein Drittel (32 Prozent) der Unternehmen an Initiativen für ein Datenökosystem, um Emissionsdaten mit externen Akteuren wie Nichtregierungsorganisationen, Wettbewerbern, Lieferanten und Kunden zu teilen. Net Zero könne allerdings nur erreicht werden, wenn Unternehmen eng mit ihren Zulieferern kooperieren, um Emissionen besser zu erfassen und zu managen. 

Datenmanagement als Eckpfeiler der Dekarbonisierung

Für Fortschritte bei der Dekarbonisierung sei ein solides Datenmanagement erforderlich. Dieses müsse Unternehmen gestatten, Daten aus verschiedenen Quellen zu bündeln, zu konsolidieren und zu optimieren. Verantwortlichkeiten für die Dekarbonisierung müssen im gesamten Unternehmen festgelegt werden, ebenso müssen klare CO2-KPIs für die Business-Teams definiert werden und es müsse stärker in Fähigkeiten zur Bilanzierung der CO2-Emissionen investiert werden. Für 67 Prozent der Unternehmen ist der Mangel an Kenntnissen im Bereich der CO2-Bilanzierung eine der größten Herausforderungen bei der Emissionserfassung und -berichterstattung. Nur sieben Prozent der Unternehmen investieren bisher in die Sensibilisierung und Qualifizierung ihrer Mitarbeiter zum Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Der Erfolg, mit dem gesetzte Net-Zero-Ziele in Zukunft erreicht werden können, hängt davon ab, welche Schritte Unternehmen und Regierungen heute einleiten. Emissionsdaten, sowie Analysen auf deren Grundlage ermöglichen eine Erfassung der Fortschritte, mit Blick auf neue Regularien und Gesetze voranzugehen und Kundenerwartungen gerecht zu werden. Vorrangig müssen Unternehmen klare Emissionsziele definieren und in ihre Kompetenzen zur CO2-Bilanzierung investieren, damit sie von Ambitionen in erfolgreiches Handeln kommen.

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