Der Begriff der Belegschaft befindet sich im Wandel: Nicht mehr nur das Stammpersonal ist damit gemeint, sondern auch externe Mitarbeiter. Sie gewinnen in den Unternehmen an Bedeutung. Diese veränderten „Workforce Ecosystems“ bedürfen einer neuen Herangehensweise. 

Aktuelle Trends, Studien und Research zu Führung und Leadership

Führung (oder Management) bedeutet nicht zwangsläufig auch Leadership. Beides ist jedoch wichtig, gerade in Zeiten der Veränderung. Dies gilt auch für Banken und Sparkassen. Studien über aktuelle Trends und Entwicklungen zu diesem wichtigen Themenbereich finden Sie im Bank Blog.

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Wie gehen Führungskräfte das strategische Workforce-Management an? Eine Untersuchung der Unternehmensberatung Deloitte und dem MIT Sloan Management Review ging dieser Frage nach. Das Ergebnis ist ein Bericht, der Workforce-Ökosysteme und deren Enstehen reflektiert, Vorteile und Herausforderungen und feststellt und notwendige Entwicklungen und Veränderungen für deren Management aufzeigt. Dafür befragte man rund 5.200 Manager aus 114 Ländern.

Die zentrale Erkenntnis der Studie: Der Begriff „Belegschaft“ wird inzwischen breiter gefasst. Er umfasst als integratives Ökosystem nicht mehr nur die klassischen Vollzeit- und Teilzeitmitarbeiter, sondern auch Werkvertragsnehmer, externe Dienstleister Freelancer, Gigworker und sogar Bots. Außerdem nutzen Unternehmen zunehmend digitale Lösungen und Robotics, um das Potenzial ihrer Belegschaft auszuschöpfen.

Das „Workforce Ecosystem“

75 Prozent der befragten Unternehmen definieren ihre Belegschaft nicht nur als nur Voll- und Teilzeitkräfte, sondern meinen damit auch externe Arbeitskräfte. Ein solches System, das die Studienautoren als „Workforce Ecosystem“ bezeichnen, besteht aus sogenannten Komplementaritäten und Interdependenzen. Ersteres steht für die Mitarbeiter oder Organisationen, die unabhängig voneinander arbeiten, aber gemeinsame Kunden haben. Bei Interdependenzen sind Mitglieder des Ökosystems für ihren gemeinsamen Erfolg (oder Misserfolg) aufeinander angewiesen. Sie gewinnen oder verlieren gemeinsam.

Den Autoren zufolge entstünden solchen Ökosystemen wichtige Innovationen, kreative Leistungen und erfolgskritische Ergebnisse. Die Unternehmen sollten alle HR- und Steuerungssysteme daraufhin ausrichten. Die „Workforce Ecosystems“ würden zu neuen strategischen Ansätzen inspirieren und neue Führungspraktiken erfordern: Nur ein enges Zusammenspiel unterschiedlicher Unternehmensbereiche wie Personal, Recht, Finanzen und IT gewährleiste einen reibungslosen Ablauf in diesen offeneren und flexibleren Strukturen.  91 Prozent der befragten Führungskräfte stimmen der Aussage zu, dass die bevorstehenden Veränderungen in der Geschäftsstrategie ihres Unternehmens einen besseren Zugang zu neuen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen erfordern.

Externe Mitarbeiter gewinnen an Bedeutung

Ein Drittel der Umfrageteilnehmer erwarten, dass sie in den nächsten 18 bis 24 Monaten verstärkt mit externen Mitarbeitern arbeiten werden. 52 Prozent der Firmen planen, externe Arbeitskräfte über Online-Plattformen zu rekrutieren. Jedoch bereiten sich nur 28 Prozent der Befragten ausreichend darauf vor, eine Belegschaft zu managen, die stärker auf Externe angewiesen sein wird.

Für spezifische Aufgaben würden spezifische Fähigkeiten benötigt, heißt es von den Studienautoren. Ob diese Skills im internen Talentepool oder bei externen Anbietern gefunden werden, spiele dank dynamischer Strukturen kaum mehr eine Rolle.

Diese externen Mitarbeiter übernähmen nach Ansicht der Studienautoren künftig vielfältigere und anspruchsvollere Aufgaben, würden für die Kernaufgabe einer Organisation in vielen Fällen unerlässlich sein. Zudem spielten projekt- und teambasierte Arbeitsweisen eine immer größere Rolle, das „Remote Working“ gewinne in der Arbeitswelt an Bedeutung.

Die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Akteuren sei zwar nicht neu, aber Art und Weise veränderten sich. Dynamischere Strukturen würden für verstärkte Personalflüsse sorgen: Ein- und Austritte müssen viel häufiger gemanagt werden, Arbeitsverhältnisse würden vielfältiger. Die Unternehmen seien gefordert, alle Schritte gut durchzudenken.

Diskrepanz im Belegschafts-Management

Trotzdem sind personalbezogene Praktiken, Systeme und Prozesse vor allem auf Festangestellte ausgelegt. Diese Diskrepanz wird, nach Ansicht der Studienautoren, zu einer Herausforderung in Strategie, Führung, Organisationskultur und Personalmanagement führen. Die Autoren raten zu einem „integrierten Ansatz“, um das „Ökosystem“ interner und externer Mitarbeiter gleichermaßen erfolgreich zu managen.

Neben internen Herausforderungen seien auch arbeitsrechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen komplexe Hürden: Diese reichen von geografischen, rechtlichen und datenschutzrechtlichen Einschränkungen, die die gemeinsame Nutzung bestimmter Datentypen verbieten, über Fragen nach Schutz von Marke und geistigem Eigentum bis hin zu Fragen der sozialen Gerechtigkeit wie Lohngleichheit und Parität.

Die Studie „Workforce Ecosystems – A New Strategic Approach to the Future of Work“ können Sie hier direkt herunterladen.

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