Der FinTech-Sektor hat durch die Pandemie an Boden gewonnen, traditionelle Finanzdienstleister stehen unter Druck. Das zeigt eine aktuelle Studie. Doch noch immer vertrauen die Kunden ihren Hausbanken. Diesen Vorteil sollten sie nicht verspielen.

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Die pandemiebedingte Verschiebung ins Digitale kam den FinTech-Unternehmen zupass. Der Höhenflug ermöglichte es ihnen, Marktanteile zu erobern – nun stehen etablierte Banken unter Druck.

Trotz eines durch die Corona-Krise geprägten schwierigen Umfelds verzeichnete der FinTech-Sektor im vierten Quartal 2020 ein Wachstum der Investitionen um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem FinTechs mit einem breiten Produktportfolio gewinnen vermehrt die Unterstützung von Investoren. Und auch auf der Kundenseite geht es voran: 25 Prozent der Verbraucher, die auf der Suche nach schnellerem Zugang, personalisierten Dienstleistungen und Bequemlichkeit sind, gaben an, dass sie Bankprodukte der neuen Wettbewerber ausprobieren würden. Das sind Ergebnisse einer Untersuchung der Unternehmensberatung Capgemini.

Traditionelle Banken mit Vertrauensvorschuss

Doch obwohl Kunden die FinTech-Unternehmen zunehmend akzeptieren, vertrauen sie weiterhin eher den traditionellen Banken. So gaben 68 Prozent der in der Studie Befragten gaben an, dass sie lieber ein rein digitales Angebot ihrer Hausbank ausprobieren würden. Die jahrzehntelange, technische Flickschusterei und verflochtene Legacy-Technologie stellen die etablierten Banken jedoch vor die Herausforderung, das Vertrauen ihrer Kunden auch zurückzuzahlen.

Stärken ausspielen, Schwächen ausmerzen

Im Kampf mit der digitalen Konkurrenz versuchen die etablierten Banken ihre Stärken auszuspielen. Dazu gehören, den Studienautoren zufolge, eine globale Reichweite und hohes Kundenvertrauen. Ihre Schwächen, etwa veraltete IT und das eingerostete Kundenerlebnis, versuchen sie auszumerzen.

Die Customer Experience steht hierbei im Fokus – die Banken erkennen mittlerweile das Potenzial der digitalen Interaktionen. So gaben 63 Prozent der befragten Manager an, dass eine rein digitale Tochtergesellschaft ein flexibles Banking ermögliche. 50 Prozent behaupteten, dass sie über solche Gesellschaften neue Produkte schneller auf den Markt bringen können. 52 Prozent glauben, dass dies das Zusammenspiel in einem Ökosystem dank Plug-and-Play-Funktionalität erleichtere.

Drei Ansätze für digitale Tochtergesellschaften

Die Studie skizziert drei Ansätze für etablierte Banken, die eine rein digitaleTochtergesellschaft gründen wollen:

  • Greenfield-Ansatz: Von Grund auf neu
  • Brownfield-Ansatz: Aufbau auf vorhandenen Strukturen
  • Bluefield-Ansatz: Ein Mix von existierenden und neuen Systemen

Für alle Ansätze wird eine „Right-Field-Methode“ empfohlen, mit der eine Vision definiert, eine solide Grundlage entwickelt und das langfristige Wachstum durch eine fördernde Kultur vorangetrieben werden solle.

Veraltete Denkmuster stehen den Banken im Weg

Der Weg der Digitalisierung werde jedoch durch veraltete Denkweisen und Geschäftsmodelle gestört. So gaben 47 Prozent der Führungskräfte an, dass die Muttergesellschaft die Vorhaben nicht ausreichend unterstütze. 43 Prozent beklagten, dass eine kurzfristige und vorübergehende Kanibalisierung des Kundenstamms der Muttergesellschaft nicht akzeptiert werde. 55 Prozent gaben zu Protokoll, dass sie nicht mit den unzureichenden Digital-Angeboten umgehen könnten.

Da die konkurrierenden FinTech-Unternehmen weiter Einfluss und Marktanteile gewinnen, sollten traditionelle Banken ein hybrides Modell entwickeln, in dem sie ihre Middle- und Back-Office-Abläufe hinter den Kulissen modernisieren und reine Digital-Einheiten schaffen, um einzelne Kundensegmente zu bedienen.

Verbraucher fordern „grünes Banking“

Zudem sähen die etablierten Banken einen wachsenden gesellschaftlichen und regulatorischen Druck hinsichtlich nachhaltiger Angebote. So fordern 65 Prozent der befragten Kunden, dass Banken ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren, etwa durch digitale Prozesse, erneuerbare Energien und biologisch-abbaubare Karten.

Fast ein Drittel der Verbraucher würde für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen einen Aufpreis zahlen – oder für umwelt- und sozialverträgliche Produkte zu einem neuen Anbieter wechseln. Rein digitale Banken seien den Studienautoren zufolge vom Prinzip her gut aufgestellt, um nachhaltiges Banking umzusetzen. Schließlich gebe es kein Filialnetz und alle Prozesse liefen digital.

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