ESG wird für Unternehmen immer wichtiger, nicht nur für den Zugang zu Finanzierungen, sondern auch für die Wahrnehmung von Kunden und Mitarbeitern. Eine Studie zeigt: Chief Sustainability Officer dienen als Grundstein für eine umfassende Neuausrichtung.

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Gerade in Zeiten der Veränderung, der sinkenden Erträge und steigenden Kosten kommt es auf eine durchdachte und nachhaltige Strategie an. Im Bank Blog finden Sie aktuelle Studien und Trends zu den Themen Strategie und Management.

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Nachhaltigkeit, gemessen an den ESG-Kriterien entwickelt sich zu einem wichtigen Bewertungskriterium für Unternehmen. Internationale Unternehmen ernennen daher immer häufiger einen Chief Sustainability Officer (CSO), um das Thema Nachhaltigkeit im Topmanagement zu verankern: Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Strategy&, der Strategieberatung von PwC.

Für die Studie wurden 1.640 Unternehmen aus 62 Ländern befragt. Als CSO wurden unabhängig vom tatsächlichen Titel diejenigen Manager definiert, die Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmen verantworten. Ergänzt wurde die Studie um qualitative Interviews mit ausgewählten CSOs weltweit führender Unternehmen.

Immer mehr Chief Sustainability Officer

Knapp 30 Prozent der untersuchten Unternehmen haben eine solche Rolle bereits strategisch auf erster oder zweiter Führungsebene besetzt. Weitere 49 Prozent beschäftigen einen „CSO light“, der unterhalb der oberen beiden Führungsebenen positioniert ist oder einen enger gesteckten Wirkungskreis hat, etwa in Bezug zu Corporate Social Responsibility (CSR).

Im internationalen Vergleich schafft es neben Frankreich (57 Prozent), den USA (47 Prozent), Indien (44 Prozent) und Großbritannien (37 Prozent) auch Deutschland mit 35 Prozent CSO-Anteil in die Gruppe der Nachhaltigkeitspioniere.

Banken noch verhalten beim CSO

Die Bedeutung eines Chief Sustainability Officers scheint auch branchenübergreifend zuzunehmen. Allein 2021 konnten 68 CSO-Ernennungen in Unternehmen identifiziert werden – mehr als in den fünf Jahren davor zusammen. Unter den analysierten Branchen weisen vor allem jene Sektoren hohe CSO-Anteile auf, die bereits einen höheren Druck durch regulatorische Anforderungen, Investoren und die Öffentlichkeit sowie (sozialen) Medien für mehr Nachhaltigkeit spüren.

Verbrauchernahe Industrien mit hohem Energiebedarf wie zum Beispiel die Konsumgüterindustrie (50 Prozent) oder die Chemiebranche (45 Prozent) und die Öl- und Gasindustrie (42 Prozent) nehmen eine Vorreiterrolle bei der CSO-Besetzung ein. Bei Banken haben weltweit bereits 25 Prozent einen CSO, weitere 47 Prozent beschäftigen einen „CSO light“. 28 Prozent wollen keinen CSO einsetzen.

Anforderungen an einen Chief Sustainability Officer

Während Nachhaltigkeit vor Jahren noch eine eher untergeordnete Rolle spielte und Themen wie CSR vor allem kommunikativ adressiert wurden, haben heutige Chief Sustainability Officers eine viel komplexere Rolle. Dementsprechend haben sich auch die Anforderungen an Nachhaltigkeitspositionen in Unternehmen stark verändert. Gebraucht werden Strategen, die gleichzeitig ein breites Nachhaltigkeitswissen mitbringen und so den Grundstein für eine umfassende Neuausrichtung legen können.

Die ESG-Transformation betrifft sämtliche Bereiche einer Firma und der CSO spielt eine Schlüsselrolle beim Definieren und Verfolgen von Nachhaltigkeitszielen. Für langfristige Erfolge bei der ESG-Transformation kann Nachhaltigkeit keine Zusatzaufgabe innerhalb eines anderen Unternehmensbereiches sein, sondern sollte zentral bei einer Person angesiedelt werden, im Idealfall auf erster oder zweiter Führungsebene.

Dass die Einführung eines Nachhaltigkeitsmanagers die ESG-Bestrebungen im Unternehmen beschleunigt, zeigt der Zusammenhang zwischen CSO-Rolle und ESG-Scores: 98 Prozent der im Nachhaltigkeits-Ranking von Refinitiv/Bloomberg mit Höchstnoten (A+ bis A-) bewerteten Unternehmen verfügten über einen eigenen CSO bzw. „CSO light“. Von den ESG-Nachzüglern (Note D+ bis D-) hatten hingegen 52 Prozent gar keinen CSO.

Interne CSOs bevorzugt

Bei der Besetzung von CSO-Stellen präferieren Unternehmen bislang weltweit überwiegend interne Kandidaten (59 Prozent). Rund jeder fünfte CSO besaß vor seinem Einsatz bereits einen professionellen Business- und Nachhaltigkeitshintergrund, jeder zweite wechselte aus einer anderen C-Level-Position in die neue Rolle. In der Besetzung der Position erreichen die Unternehmen fast Geschlechterparität: 48 Prozent der ernannten CSOs sind weiblich, 52 Prozent männlich.

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