Nachhaltiges Produktdesign ist nicht zuletzt zur Einhaltung regulatorischer Vorgaben unabdingbar. Eine aktuelle Studie belegt, dass Unternehmen durch eine Investition in nachhaltiges Produktdesign sogar häufig Geld sparen und besser aufgestellt sind.

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Gerade in Zeiten der Veränderung, der sinkenden Erträge und steigenden Kosten kommt es auf eine durchdachte und nachhaltige Strategie an. Im Bank Blog finden Sie aktuelle Studien und Trends zu den Themen Strategie und Management.

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Eine Studie des Capgemini Research Institute beschäftig sich mit der Frage, warum nachhaltiges Produktdesign das Gebot der Stunde ist. Hierfür wurden in großen Unternehmen unterschiedlicher Branchen 900 Führungskräfte, sowie 15 hochrangige Manager und Wissenschaftler befragt.

Der Focus lag zwar auf Unternehmen, die vorrangig physische Produkte erzeugen. Da einige dieser Produkte Softwareelemente enthalten oder begleitende Apps enthalten, befasst sich die Studie ebenfalls auf nachhaltige Produktstrategien für digitale Produkte.   

Designphase wichtig für mehr Nachhaltigkeit

Wesentliche ökologische und soziale Effekte von Produkten werden weitestgehend in der Designphase vorgegeben. Umweltauswirkungen werden bereits zu 80 Prozent in dieser frühen Phase bestimmt. Um ihre Dekarbonisierungsziele zu erreichen und erfolgreich zu nachhaltiger Entwicklung beizutragen, müssen Unternehmen bereits in der Designphase den vollständigen Produktlebenszyklus betrachten. Systemisches Denken, zirkuläres Design Thinking und regenerative Ansätze seien hierbei bedeutend.  

Auf dem Weg zur Transformation zu Net Zero ist nachhaltiges Produktdesign somit ein wesentlicher Hebel. Strategien für nachhaltiges Design sind unabdingbar, um Produkt-Emissionen, die einen großen Teil der Gesamt-Emission ausmachen können, zu reduzieren. Nachhaltigkeit gilt erst bei 22 Prozent der Unternehmen weltweit (ebenso in Deutschland) als Priorität ihrer Produktgestaltung. Etwa ein Viertel der Unternehmen weltweit führt im Rahmen ihrer Produktentwicklung regulär eine Evaluierung der Umwelt- (26 Prozent) sowie der sozialen (25 Prozent) Folgen durch. Die Werte in Deutschland liegen mit 36 Prozent, bzw. 26 Prozent höher. 

Regulatorischer Druck als Motivator

Der größte Impuls der Unternehmen, die aktuell nachhaltige Praktiken für Produktdesign implementieren oder dies für die Zukunft planen, geht mit 61 Prozent durch regulatorische Vorgaben aus. Bezüglich der Produktlebensdauer und dem Einsatz recycelter Materialien werden sich entsprechende Richtlinien zukünftig verschärfen.

Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass Unternehmen, die bislang kein nachhaltiges Design einführen, ihre Strategie revidieren müssen, um die Vorgaben erfüllen zu können. Ein großes Hindernis stelle die Annahme, nachhaltiges Design sei teuer, dar. Die Befragten attestierten allerdings über alle Branchen hinweg in 23 Prozent der Fälle einen Kostenrückgang nach der Realisierung. Bei 37 Prozent blieben die Kosten unverändert. In Deutschland wurden bei 18 Prozent die Kosten reduziert und blieben bei ebenfalls 37 Prozent ohne Veränderung. 

Nachhaltiges Produktdesign sichert langfristige Vorteile

Für zahlreiche Unternehmen zahlen sich Ausgaben für nachhaltiges Produktdesign bereits aus, jedoch sei generell eine Betrachtung auf lange Sicht sinnvoll. 51 Prozent der Unternehmen, die einen Kostenanstieg zu verzeichnen hatten, führten an, dass dieser bei ihnen aufgewogen werde. Weltweit konnten 67 Prozent und in Deutschland 64 Prozent ihre CO2-Emissionen reduzieren. 73 Prozent, bzw. 76 Prozent in Deutschland berichten von einem stärkeren Umsatzwachstum. Auch in puncto Kundenzufriedenheit (70 Prozent weltweit, 69 Prozent in Deutschland) und höheres Engagement der Mitarbeiter (79 Prozent weltweit, 82 Prozent in Deutschland) gebe es positive Auswirkungen.  

Auch Kostenreduzierungen entlang der kompletten Wertschöpfungskette seien  durch nachhaltiges Design möglich, so zum Beispiel durch Material- oder Gewichtsreduzierungen, die darauf abzielen, die Menge der für ein Produkt benötigten Materialien zu verringern. Weitere Strategien bestünden in der Steigerung der Produktionseffizienz und der Beschleunigung der Montagezeit oder in der Senkung von Transportkosten infolge eines optimierten Produkt- und Verpackungsdesigns. 

Wandel zu mehr Nachhaltigkeit

Unternehmen müssen einen systematischen Wandel vollziehen und Nachhaltigkeit zu einer Priorität ihres Produktdesigns machen, um von den positiven Effekten zu profitieren. Produktauswirkungen können in ihrer Gesamtheit nur mittels eines datenbasierten Ansatzes evaluiert werden. Ökologische und soziale Fragen müssen über den gesamten Produktlebenszyklus entlang erfasst werden.  

Auch eine Zusammenarbeit mit allen Stakeholdern innerhalb der Wertschöpfungskette sei wichtig, um nachhaltige Design-Entscheidungen treffen zu können. Über Partnerschaften sollten Unternehmen neue Kompetenzen aufbauen.  

Investitionen in die Verlängerung der Lebensdauer von Produkten sowie in das End-of-Life-Management seien erforderlich, um die Nachhaltigkeit der Produkte über den vollständigen Lebenszyklus hinweg sicher zu stellen. Innovative Technologien und deren Weiterentwicklung eröffnen Chancen für die Nutzung zugunsten nachhaltigen Produktdesigns.  

Infografik: Nachhaltiges Produktdesign ist das Gebot der Stunde

Die folgende Infografik fasst wichtige Erkenntnisse der Studie zusammen und zeigt, warum nachhaltiges Produktdesign für Unternehmen das Gebot der Stunde ist:

Nachhaltiges Produktdesign ist das Gebot der Stunde.

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