Deutsche FinTech-Start-ups verzeichneten im ersten Halbjahr 2018 einen neuen Rekord im Hinblick auf Anzahl und Summe der Risikokapitalinvestitionen. Dabei dominierten drei Bereiche.

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Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) hat die Investitionen in deutsche Start-ups im ersten Halbjahr 2018 untersucht. Berücksichtigt wurden dabei Unternehmen, deren Gründung höchstens zehn Jahre zurückliegt. Neben klassischen Risikokapitalinvestitionen wurden auch Mittelzuflüsse aus Börsengängen und ICOs (Initial Coin Offerings) berücksichtigt.

Deutsche Start-ups konnten demnach bis Ende Juni 2018 insgesamt 2,4 Milliarden Euro einsammeln. Das entspricht sieben Prozent weniger als im Vorjahr, wobei dort der Sondereffekt des Börsengangs von Delivery Hero für einen Rekord gesorgt hatte. Das Transaktionsvolumen reiner Risikokapitalinvestitionen – ohne Berücksichtigung von Börsengängen – stieg im ersten Halbjahr um 3,5 Prozent auf den neuen Höchststand von 2,2 Milliarden Euro.

Auch bei der Anzahl der Investitionen gab es mit insgesamt 272 Transaktionen – drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum – einen neuen Rekord zu vermelden.

Allerdings lässt die Wachstumsdynamik etwas nach: Im ersten Halbjahr 2016 war die Zahl der Transaktionen noch um knapp 60 Prozent gestiegen, im ersten Halbjahr 2017 betrug die Wachstumsrate noch sechs Prozent, aktuell liegt sie bei drei Prozent. Die Zahl der Transaktionen pendelt schon seit dem Jahr 2015 um die 250. Vor allem die Zahl kleinerer und mittlerer Finanzierungsrunden stagniert.

Berlin bleibt Start-up-Hauptstadt

Nicht nur im FinTech-Bereich: Berlin konnte zum wiederholten Mal den Titel als Start-up-Hauptstadt Deutschlands verteidigen. Berliner Start-ups erhielten im ersten Halbjahr bei 123 Finanzierungsrunden insgesamt 1,6 Milliarden Euro. Die Zahl der Finanzierungen stieg damit um sechs Prozent, das Investitionsvolumen sank aufgrund des Delivery-Hero-IPOs im Vorjahr aber um 15 Prozent.

Auch die meisten anderen Regionen konnten punkten. In Bayern kletterte das Finanzierungsvolumen um 67 Prozent auf 355 Millionen Euro, in Nordrhein-Westfalen sogar um 138 Prozent auf 129 Millionen Euro. Hessische Start-ups konnten mit 98 Millionen Euro mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum einwerben. Lediglich Hamburg hatte im ersten Halbjahr mit insgesamt 116 Millionen Euro einen Rückgang um gut ein Drittel zu verzeichnen.

250 Millionen Euro für Initial Coin Offerings

Erstmals sind in diesem Jahr ICOs signifikant als neue Finanzierungsform in Erscheinung getreten – trotz starker Kritik von vielen Seiten. Insgesamt nahmen deutsche Start-ups im ersten Halbjahr bei 13 ICOs insgesamt 250 Millionen Euro ein. Im Vorjahr war nur eine derartige Transaktion gezählt worden, die elf Millionen Euro einbrachte.

Ob diese Finanzierungsform allerdings weiter an Bedeutung gewinnen werde, bleibt jedoch abzuwarten. Nach dem Hype im ersten Halbjahr und negativer Publicity aufgrund fehlender Regulierungen ist es aktuell wieder etwas schwieriger für Start-ups, sich über ICOs zu finanzieren.

Anstieg der deutschen FinTech-Investitionen

Dem internationalen Trend folgend, sind die Investitionen in FinTech-Unternehmen von 332 auf 396 Millionen Euro angestiegen. Dabei verzeichnete das Segment Banking den größten Zustrom an Investitionskapital: Dieses Segment vereinigte in nur zwei Finanzierungsrunden (N26, solarisBank) insgesamt 189 Millionen Euro auf sich. Der Sub-Sektor Insurance brachte es in zehn Finanzierungsrunden auf insgesamt 96 Millionen Euro, gefolgt von Payment mit 52 Millionen Euro in neun Finanzierungsrunden.

Investitionen in deutsche FinTech-Start-ups im 1. Halbjahr 2018.

Auch im Bereich FinTech erhielten Berliner Start-ups im ersten Halbjahr 2018 das meiste Geld: In 15 Finanzierungsrunden flossen insgesamt 289 Millionen Euro an frischem Kapital an Hauptstadt-Start-ups.

Mit deutlichem Abstand folgt Hessen, dessen FinTech-Start-ups in fünf Finanzierungsrunden 63 Millionen Euro einsammelten.

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