Eine aktuelle Studie zeigt einen Anstieg der M&A-Deals im deutschen Tech-Start-up-Ökosystem. Dabei werden immer mehr deutsche Technologie-Start-ups von ausländischen Unternehmen aufgekauft.

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Das Jahr 2022 war sowohl für Start-ups als auch für die Wirtschaft insgesamt eine Herausforderung. Die Zinswende, die Konjunktureintrübung und das Auslaufen der Pandemieeffekte führten zu einer Korrektur der Bewertungen von Startups nach unten und brachten eine stärkere Fokussierung auf die Rentabilität mit sich.

Vor diesem Hintergrund hat EY in einer aktuellen Studie die Trends bei Venture Capital und Startups im deutschen Markt untersucht. So gab es 2022 keinen einzigen Börsengang eines deutschen Start-ups, während es im Jahr 2021 noch vier IPOs und fünf SPACs gab. Aufgrund des Ausfalls von Börsengängen als Exit-Möglichkeit für Investoren rückten M&A-Transaktionen stärker in den Fokus. Darüber hinaus wurden einige junge Unternehmen, die Schwierigkeiten hatten, frisches Kapital zu erhalten, zu potenziellen Übernahmekandidaten. Dies führte zu einem deutlichen Anstieg der Anzahl von Übernahmen im Vergleich zum Rekordjahr 2021.

Hohes ausländisches Interesse an deutschen Tech-Start-ups

Trotz des allgemeinen Trends rückläufiger M&A-Aktivitäten in nahezu allen Branchen und Sektoren übernehmen internationale Unternehmen immer häufiger deutsche Tech-Start-ups. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Übernahmen von deutschen Jungunternehmen von 171 im Jahr 2021 auf 203, was den höchsten Wert seit Beginn der Erhebung markiert.

Dies sei einerseits ein deutliches Zeichen, wie wettbewerbsfähig deutsche Start-ups und ihre Ideen und Geschäftsmodelle im internationalen Vergleich sind, andererseits aber auch ein Alarmzeichen an die Politik, da damit Innovationspotenzial aus Deutschland abfließe.

Mehrheit der Deals auslandsinduziert

Dabei gingen 67 Prozent der Deals von ausländischen Investoren aus. Zum ersten Mal spielten Käufer aus dem europäischen Ausland mit 78 Transaktionen eine größere Rolle als US-Unternehmen, die insgesamt 53 deutsche Jungunternehmen erwarben oder sich an ihnen beteiligten. Der Anteil nordamerikanischer Konzerne am internationalen Transaktionsgeschehen sank im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozentpunkte, von 53 auf 38 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil von Übernahmen durch europäische Unternehmen von 44 auf 57 Prozent, was einem Plus von 13 Prozentpunkten entspricht. Die restlichen sieben internationalen M&A-Transaktionen entfielen 2022 auf Unternehmen aus Asien, wobei der Anteil von drei auf fünf Prozent stieg.

Von Deutschland aus wurden 65 Deals mit Beteiligung deutscher Jungunternehmen abgeschlossen, wobei Unternehmen aus Berlin (zwölf Übernahmen), München (11 Übernahmen) und Nordrhein-Westfalen (neun Übernahmen) am häufigsten beteiligt waren.

Digitale Lösungen im Fokus

Besonders beliebt waren Unternehmen, die digitale Lösungen entwickeln und anbieten. Von den mehr als 200 M&A-Transaktionen entfielen 66 (33 Prozent) auf den Bereich Software & Analytics, während 30 (15 Prozent) im Bereich E-Commerce stattfanden.

Im Vergleich zum Jahr 2021 stieg die Anzahl von M&A-Aktivitäten durch Finanzinvestoren deutlich von 14 auf 25. Dennoch gingen der Großteil der Übernahmen und Beteiligungen nach wie vor von sogenannten Corporates, also anderen Unternehmen, aus. Im Jahr 2021 waren es 157, während es im vergangenen Jahr 178 waren.

Neuer Fokus auf Profitabilität

Im vergangenen Jahr haben viele deutsche Start-ups bei den Personalkosten gespart. Knapp ein Fünftel (18 Prozent) der Top-100-Start-ups gab an, die Zahl der Mitarbeitenden zu reduzieren. Jedes dritte E-Commerce-Start-up und jedes fünfte FinTech-Start-up entließen Personal, ähnlich wie die großen Tech-Konzerne in den USA, die derzeit große Personalabbaumaßnahmen durchführen.

Mehr Einhörner

Gleichzeitig hat die Zahl der deutschen Jungunternehmen mit Milliardenbewertung im vergangenen Jahr zugenommen, obwohl der Lebensmittellieferdienst Gorillas, der von Mitbewerber Getir übernommen wurde, sowie das Reiseunternehmen GetYourGuide, das aufgrund seines Alters von mehr als 10 Jahren nicht mehr als Start-up gilt, ausgeschieden sind. Dafür sind Choco (Lieferketten, Berlin), Grover (Mietelektronik, Berlin) und Volvocopter (Luftfahrt, Bruchsaal/Baden-Württemberg) zu den „Einhörnern“ dazu gestoßen, sodass es in Deutschland nun 25 Start-ups mit Milliardenbewertung gibt.

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