Wird Weihnachten 2021 – was die Geschenke angeht – ein Fest der Enttäuschungen? Enpässe in Lieferketten könnten für schlechte Stimmung bei den Konsumenten sorgen. Das Marketing muss sich darauf einstellen. Auch bei Banken!

Cartoon: Weihnachten wird ein Fest der Lieferengpässe

Wird Weihnachten dieses Jahr ein Fest der Lieferengpässe?
© Tom Fishburne

Partner des Bank Blogs

Die Corona-Krise hat weltweit zu Lieferkettenproblemen bis hin zu echten Lieferkettenkrisen geführt. Im englischen resultiert daraus bereits das Wort „Shipageddon“. Es macht die besten Marketingpläne obsolet und dürfte die Ertragsaussichten von vielen Firmen im Weihnachtsgeschäft schmälern.

Logistik als Teil des Kundenerlebnisses

Die Weihnachtszeit 2021 macht deutlich, dass Lieferketten in vielen Unternehmen ein wesentlicher Bestandteil der Wertschöpfungskette sind. Und viele Manager müssen notgedrungen lernen, dass Logistik ein wichtiger Teil des Kundenerlebnisses ist, der einen großen Teil des heutigen Marketings ausmacht. Bestes Beispiel hierfür ist Amazon.

Als Resultat dürften Weihnachtsbotschaften zukünftig noch früher kommuniziert werden. Das Ziel: Verbraucher sollten – am besten bereits im Sommer – die Planung ihrer Weihnachtseinkäufe starten.

Verbraucher entdecken Logistik

Kunden mögen die unzähligen komplizierten Schritte, die Produkte in der globalen Lieferkette durchlaufen, möglicherweise nicht wirklich interessieren, aber vor leeren Regalen möchte niemand stehen und Lieferverzögerungen sind ebenso wenig erfreulich.

So war das Thema Logistik bislang eher nebensächlich für Konsumenten. Das scheint sich zu ändern, wie eine kürzlich durchgeführte Oracle-Umfrage in den USA zeigt. Sie ergab, dass 91 Prozent der Verbraucher die Lieferkette bei ihren Kaufentscheidungen berücksichtigen, gegenüber 45 Prozent  vor 2020.

Konsequenzen für Finanzdienstleister

Können Banken und Sparkassen Lehren aus der Lieferkettenproblematik ziehen. Auch wenn Geld nicht knapp wird – es gibt durchaus einige Ansatzpunkte. Der Erfolg oder Misserfolg von Marken besteht aus einer Vielzahl von Touchpoints. Einige davon sind solange unsichtbar, bis etwas schief geht.

Insofern ist die aktuelle Situation – neben den möglichen Auswirkungen im Firmenkundenbereich – ein guter Anlass, über die vielfältigen unsichtbaren Touchpoints und die dahinter liegenden Prozesse im Banking nachzudenken.

  • Wie einfach gelingt es einem Interessanten, ein neues Konto oder Depot zu eröffnen?
  • Wie lange dauert z.B. der Versand einer neuen Kundenkarte?
  • Wie schnell wird dem Kunden ein Angebot für eine Finanzierung unterbreitet?
  • Und liegt dies alles in Übereinstimmung mit den Erwartungen der Kunden?

Mithin kein schlechter Zeitpunkt, um einem erweiterten funktionsübergreifenden Marketingteam, das nicht nur die Nachfrage, sondern auch das Angebot im Blick haben sollte, erneut Aufmerksamkeit zu schenken.