359 Risikoindikatoren aus einem Katalog der Europäischen Bankenaufsicht sind die Grundlage zur Bewertung der Risikoanalyse. Ein aktuelles Whitepaper zeigt, wie Kreditinstitute daraus ein Risikocockpit für geschäftspolitische Entscheidungen entwickeln können.

Aktuelle Trends, Studien und Research zu Aufsicht, Regulierung und Compliance

Aufsichtsrechtliche Anforderungen, Regulierung und Compliance werden von den meisten Banken und Sparkassen als Last empfunden. Dabei sichern diese die Sicherheit und damit die Existenz unseres modernen Bankensystems und ermöglichen, richtig genutzt, auch Chancen im Kundengeschäft. Im Bank Blog finden Sie aktuelle Studien zu Trends und Entwicklungen in diesem Bereich.

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Risikobereitschaft und Geschäftserfolg hängen im Bankensektor eng zusammen. Die Geschäftsmodellanalyse zählt daher zu den wesentlichen Bestandteilen des von der Bankenaufsicht durchgeführten Überwachungsprozesses Supervisory Review and Evaluation Process (SREP). Dabei berücksichtigen die Aufseher vier Prüffelder, wenn sie Kreditinstitute betrachten:

  • Geschäftsmodell,
  • interne Governance,
  • Kapitalrisiken (ICAAP) sowie
  • Liquiditäts- und Funding-Risiken (ILAAP).

Risk Appetite Statement zur Bestimmung der Risikokultur

Die Bankenaufsicht verlangt von Kreditinstituten ein sogenanntes „Risk Appetite Statement“ (RAS). Bei der Festlegung ihres Risikoappetits können sich die Geldhäuser an einem Katalog der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) orientieren, der 359 Key Risk Indikatoren (KRI) aus zehn thematischen Bereichen abdeckt.

Das RAS ist ein zentraler Teil der Risikokultur und damit der Unternehmensführung. Es ist eng mit den genannten SREP-Prüffeldern verzahnt, was Methodologie, Indikatoren und Maßnahmen betrifft und führt die spezifischen Risiken für das jeweilige Geschäftsmodell auf. Insofern ist es sinnvoll, die relevanten Informationen aus diesen Bereichen zu verknüpfen – als Basis für ein effektiveres Management.

In vier Schritten zum Risikocockpit

Kreditinstitute sollten diese Risikoindikatoren und ausgewählte weitere Daten zur Risiko- und Geschäftssteuerung in einem System vereinen. Ein solches Risikocockpit stellt die PPI AG in einem aktuellen Whitepaper vor. Es zeigt modellhaft, wie sich Informationen zur Risikoüberwachung und -steuerung zusammenfassen lassen, damit das Management einen schnellen Überblick über die Risikosituation erhält, auf denen langfristig tragfähige Entscheidungen – z.B. bei der Einführung neuer Produkte – getroffen werden können.

Kreditinstitute können ein solches Risikocockpit in vier Schritten einführen:

  1. Geschäftsmodellanalyse
  2. Risikoinventur
  3. Auswahl der Key Risk Indikatoren
  4. Risikocockpit

1. Geschäftsmodellanalyse

Am Anfang steht die qualitative und quantitative Analyse des Geschäftsmodells. Darin geht auch der Risikoappetit mit ein.

2. Risikoinventur

Bei der Inventur identifiziert die Bank alle wesentlichen Risiken. Für jedes Risiko legt das Management die Risikokapazität als maximale Obergrenze fest.

3. Auswahl der Key Risk Indikatoren

Anschließend wählt die Bank die Key Risk Indikatoren (KRI) aus, die sich am besten für ihre Risikosteuerung eignen. Zudem legt sie Early Warning Indikatoren (EWI) fest. Sie signalisieren, wann sich ein Indikator dem Risikolimit nähert.

4. Risikocockpit

Das Risikocockpit umfasst alle wesentlichen Risiken, abgeleitet aus den KRI. Durch eine Drilldown-Funktion kann die Bank die Datenherkunft der verschiedenen Einflussfaktoren nachverfolgen und einzelne Risikotreiber auswerten.

Effiziente Gesamtbanksteuerung

Zum schnellen Überblick kommt noch ein weiterer Vorteil des Risikocockpits: Wenn Banken das KRI-System mit einem Tool zur Gesamtbanksteuerung verbinden, können sie Geschäfts- und Risikokennzahlen integriert steuern. Je nach Ausstattung sind auch Simulationsrechnungen möglich. Sie zeigen zum Beispiel, wie sich Änderungen der Geschäftsstrategie auf Profitabilitätskennzahlen und Risikoindikatoren auswirken. So kann das Bankmanagement Handlungsoptionen herausfiltern, mit der die Ziele innerhalb eines festgehalten Risikorahmens am besten erreicht werden können.

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