Vor allem die vielfältigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen stellen Banken auch in 2017 einmal mehr vor neue Herausforderungen. Hinzu kommen notwenige Anpassungen, welche durch die Regulierung besser unterstützt werden sollten.

Herausforderungen für Banken und Sparkassen

Aktuelle Herausforderungen für Banken und Sparkassen

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Viel wird wieder über bevorstehende Herausforderungen für die Banken in 2017 zu lesen sein. Als ob die vergangenen Jahre nicht herausfordernd waren – mir ist kein Jahr der vergangenen Dekade bekannt, das sich nicht besonderen Ansprüchen ausgesetzt sah.

Hanns-Peter Storr ist Mitglied des Vorstands der Deutschen Postbank AG und Chief Risk Officer (CRO)

Unter den wichtigsten Aufgaben des nächsten Jahres steht für mich prioritär die IT im Spannungsfeld von Automatisierung, Digitalisierung, Flexibilität und IT-Sicherheit, im Wesentlichen also die Fortentwicklung der IT zum zentralen Baustein des Geschäftsmodells einer Bank. Damit müssen auch Antworten gefunden werden, wie künftig einheitlich mit Datenverfügbarkeit, deren Steuerung sowie Nutzung und Verwertung umzugehen ist.

1.100 Regulierungen in drei Jahren

Mit rund 1.100 i.w.S. aufsichtsrechtlichen Regelungen in den vergangenen drei Jahren war von Eintönigkeit keine Spur… Da Aufsicht und Gesetzgeber in ihrem Regulierungswillen nicht oft die Abstimmung zueinander suchen oder Interdependenzen berücksichtigen, bleibt deren Umsetzungsgeschwindigkeit zu vertretbaren Kosten eine wesentliche und dauerhafte Hürde. Zudem übt die aufsichtlich einst stark geförderte Anwendung interner Modelle, die zunehmend ins Abseits geraten, zusätzlich Druck auf Kapital und Rentabilität aus – von der Vielzahl der nicht friedlichen Koexistenzen von SSM-Anforderungen und weiterhin bestehenden Anforderungen der nationalen Aufseher ganz zu schweigen.

Im Niedrigzinsumfeld stellt sich mir die Frage, wie diejenigen Banken, die die Zär-Kennziffer notorisch verfehlt haben mit einem Zinsanstieg umgehen wollen, ohne Sanktionen befürchten zu müssen.

Eine weitere wichtige Aufgabe betrifft die Organisation der in den letzten Jahren mit bedeutendem Ressourcenzuwachs bedachten Kontrollfunktionen (2nd LoD). Hier sind die bestehenden Einheiten in einer eindeutigen und klar abgegrenzten Weise auszurichten, um deren Aufgabenerfüllung integrativ, effektiv und effizient zu gestalten.

Anpassungen zur Wahrung der Balance notwendig

Letztlich zum Geschäftsmodell – Entscheidungen der Vergangenheit über die kostenlose Bereitstellung von Dienstleistungen müssen zurückgenommen werden, auch wenn der Weg anstrengend und für Kunden spürbar ist. Bei der stets zu wahrenden ausgewogenen Balance von Risiko und Ertrag ist dies ein durchaus nicht ganz einfacher Weg dazu. Zur Förderung industrieweit struktureller Änderungen wünsche ich mir konkrete Unterstützung von der Regulierung anstelle nur warnender Worte. Ohne Vereinfachung und Erleichterung bspw. bei der Fungibilität von Vermögenswerten (Verbriefungen und deren Kapitalgewichte) und denen bei Rahmenbedingungen von Fusionen im Banken- und Bausparkassenbereich wird sich der Strukturwandel nur in eingeschränktem Umfang und zu langsam realisieren.


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