Banken und Sparkassen streben einen festen Platz im Alltag ihrer Kunden an. Wenn Menschen häufig über Geld und persönliche Finanzen nachdenken, sollte dies für Finanzinstitute eine gute Nachricht sein. Doch es gibt da ein Problem.

Negative Gedanken an Geld und Finanzen

Die Gedanken der Deutschen zu Geld und Finanzen sind häufig negativ besetzt.

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Geld regiert die Welt und die Köpfe der Deutschen, wie die gemeinsame Befragung „Regiert Geld die Deutschen?“ des Bank Blogs und des Marktforschungsunternehmen YouGov zeigt. Der Analyse zufolge denken zwei Drittel der Deutschen häufig oder sogar sehr häufig an Geld und persönliche Finanzen. Der Themenkreis belegt damit den dritten Platz im Vergleich verschiedener Alltagsthemen.

Eigentlich sollte dies eine gute Nachricht für die Banken und Sparkassen sein, denn beim Thema Geld und Finanzen könnten sie eine wichtige Rolle übernehmen und die Menschen aktiv bei den eigenen Finanzen unterstützen. Doch die Frage, ob diese Gedanken an Geld positiv oder negativ besetzt sind, offenbart ein wichtiges Problem: Ein beträchtlicher Teil der Gedanken an Geld und persönliche Finanzen ist negativ besetzt. Damit fehlt eine wichtige Basis für Finanzdienstleistungen.

Gedanken an Geld und Finanzen sind negativ besetzt

Die schlechte Botschaft für Banken und Sparkassen lautet: Gedanken, die sich Deutsche über Geld und persönliche Finanzen machen, sind deutlich häufiger negativ geprägt als Gedanken zu anderen Themen. Mehr als ein Viertel der Gedanken über Geld und Finanzen sind negativ, nur 35 Prozent sind positiv. Besonders deutlich wird die Negativität bei Betrachtung des Differenzwertes aus positiven und negativen Gedanken.

Im Vergleich mit anderen Themen ist es das am negativsten besetzte Themenfeld (Differenzwert=9), gefolgt von Beruf (Differenzwert=15) und Gesundheit (Differenzwert=28).

Gedanken über Geld und Finanzen sind sehr viel negativer als Gedanken zu anderen Themen.

Frauen denken negativ an Geld

Es fällt auf, dass Gedanken an Geld und Finanzen bei Frauen deutlich negativer besetzt sind, als bei Männern. Während der Saldo aus positiven und negativen Gedanken zu Geld bei Männern 15 Prozent beträgt, liegt er bei Frauen nur bei mageren drei Prozent.

Für Frauen scheinen mit Geld und Finanzen viele Probleme verbunden zu sein.

Mit zunehmendem Alter steigende Geldsorgen?

Ein Blick in die Ausprägung nach Altersgruppen zeigt, dass vor allem junge und ältere Menschen positive Gedanken an Geld haben und negative mit zunehmendem Alter zunehmen. Ab 60 Jahren scheint sich die Sicht der Dinge grundlegend zu wandeln und positive Aspekte die Überhand zu gewinnen.

Mit zunehmendem Alter scheinen die Geldsorgen der Deutschen zuzunehmen.

Direktbankkunden am positivsten – Sparkassenkunden am negativsten

Interessant ist auch der Blick auf die unterschiedlichen Hauptbankverbindungen der Befragten. Demnach haben Kunden von Direktbanken per Saldo mit einem Differenzwert von 31 Prozent die positivsten Gedanken an Geld und persönliche Finanzen, gefolgt von Genossenschaftsbankkunden (18 Prozent) und Großbankkunden (15 Prozent). Bei Sparkassenkunden ist der Saldo mit einem Differenzwert von minus vier Prozent am geringsten ausgeprägt.

Je nach Hauptbankverbindung sind negative und positive Geldgedanken stärker ausgeprägt.

Banken und Sparkassen müssen Stimmung beeinflussen

Zwar lässt die Analyse keine Rückschlüsse auf die Ursachen der negativen Gedanken zum Thema Geld zu, doch für Banken und Sparkassen ist dies eine weitere Erklärung, warum sich Menschen mit dem Thema Finanzdienstleistung schwer tun. Eine Einladung zum Beratungsgespräch löst bei einem Thema, über das man negativ denkt, eben grundsätzlich erst mal keine Begeisterungsstürme aus.

Geldinstitute sind daher gut beraten, daran zu arbeiten, das Themenfeld Geld und persönliche Finanzen positiv zu besetzen. Ein solcher „Imagewandel“ ist zwar keine einfache Aufgabe, würde aber sicherlich dazu beitragen, den geschäftlichen Boden zu bereiten und damit eine bessere Grundlage für Beratungen und Abschlüsse schaffen.


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