Die Dynamik des Interesses der Deutschen am Aktienhandel hat sich nicht im erwarteten Umfang fortentwickelt. Vielmehr habe es einen leichten Rückgang gegeben. Das zeigt eine aktuelle Studie. Droht jetzt ein Ende des Aktienbooms?

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Das klassische Retail Banking, also das Geschäft mit der Mehrzahl der privaten Kunden, befindet sich in einem tiefgreifenden Prozess der Veränderung. Verändertes Kundenverhalten, intensiver Wettbewerb, die Digitalisierung und andere Faktoren führen zu einer stetigen Verengung der Margen und stellen Banken und Sparkassen zunehmend vor neue Herausforderungen. Studien zu den neuesten Trends und Entwicklungen und wie darauf reagiert werden kann finden Sie im Bank Blog.

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Einmal im Jahr befragt das Deutsche Aktieninstitut die Bundesbürger zu ihrem Anlageverhalten. Die Studie gibt unter anderem Auskunft darüber, wie viele Menschen im Land Aktien besitzen und wie sich das Interesse der Deutschen an Aktien wandelt. Die aktuelle Ausgabe zeigt, dass der Aktienboom im Lande zwar auch 2021 anhielt, die Dynamik des Vorjahres sich jedoch nicht fortsetzen konnte.

Demnach haben im vergangenen Jahr rund 12,1 Millionen Deutsche in Aktien, Aktienfonds oder aktienbasierte ETFs investiert. Das sei rund jeder sechste Bundesbürger über 14 Jahren, wie es heißt – und der dritthöchste Stand seit 1997.

Leichter Rückgang, aber kein Ende des Aktienbooms

Zwar hat es laut den Studienautoren einen leichten Rückgang von 280.000 Anlegern gegeben, die den Wertpapierhandel aufgaben. Dieser Rückgang sei jedoch mit den Gewinnmitnahmen vieler Investoren zu erklären. Grundsätzlich hätten sich die Zahlen auf hohem Niveau stabilisiert und entsprächen in etwa dem Vorjahresniveau. 2021 sei aus Sicht der Autoren deshalb ein gutes Jahr für den deutschen Aktienmarkt gewesen.

Ein Grund für die Stabilisierung sei die positive Kursentwicklung an den Börsen. Die hätte viele Aktiensparer motiviert, am Ball zu bleiben. Und woran liegt es, dass es keinen Zuwachs von Anlegern gab? Die Autoren der Studie meinen, dass potenzielle Neueinsteiger unter Umständen deshalb zögerten, weil sie glaubten, einen günstigen Einstiegszeitpunkt verpasst zu haben.

Frauen zurückhaltend bei Aktien

Nur ein Drittel der 12,1 Millionen Bundesbürger, die Wertpapiere hielten, seien weiblich gewesen. Das entspricht einem Anteil von vier Millionen. Die Kluft zwischen Männern und Frauen ziehe sich durch alle Altersklassen, wie es in der Studie heißt.

Ein Phänomen, das die Autoren eigener Aussage nach auch in den Vorjahren beobachteten. Sie raten: Menschen, die das Interesse an Finanzen und Aktien bei ihren Müttern, Töchtern oder Enkelinnen wecken wollen, sollten mehr über Geld reden.

Aktienfonds und ETFs sind Anlegern am liebsten

Besonders beliebt bei Männern wie bei Frauen seien Aktienfonds und aktienbasierte ETFs. 66 Prozent der Anlegerinnen und 53 Prozent der Anleger würden ausschließlich auf Investmentfonds setzen. Direktanlagen nutzten 28 Prozent der Anleger und 22 Prozent der Anlegerinnen. Zwölf Prozent der Aktiensparerinnen und 19 Prozent der Aktiensparer hätten 2021 Einzelaktien, Aktienfonds und aktienbasierte ETFs besessen.

Braucht es bessere Rahmenbedingungen?

Der Meinung der Studienautoren zufolge braucht es bessere politische Rahmenbedingung, damit noch mehr Menschen vom Aktienmarkt profitieren können. So sollten Veräußerungsgewinne bei Aktien nach Ablauf einer Haltefrist steuerfrei gestellt werden. Zudem sollten Aktien zu einem festen Baustein der Altersvorsorge gemacht werden – ein Wunsch, der sich mit der geplanten Aktienrente der FDP bald erfüllen könnte.

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