Vielfältige Umbrüche haben in den 2020er Jahren eine noch nie dagewesene Geschwindigkeit erreicht. In diesen rauen Fahrwassern halten die Sparda-Banken weiterhin einen stabilen Kurs und blicken zuversichtlich auf die zukünftigen Entwicklungen der Gruppe.

Ausblick auf Perspektiven für Sparda Banken im Jahr 2024

Perspektiven für Sparda Banken im Jahr 2024.

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Haben wir in unserer letzten Jahresprognose von der notwendigen „Wahrung der Balance“ gesprochen, haben uns die Realitäten des Jahres 2023 ein weiteres Mal überholt. Zu den Herausforderungen der Klimapolitik, den mittelbaren und unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine für die Energieversorgung und -preise, die neue Zinspolitik und die schwierige konjunkturelle Lage gesellt sich die Eskalation im Nahen Osten, die nicht nur die Region, sondern Deutschland und Europa in Atem halten.

In diesem Umfeld fehlt es an Stabilität und positiven Impulsen für die konjunkturelle Lage – zumal auch die weitere geopolitische Strategie Chinas äußerst schwer kalkulierbar sein dürfte. Die strukturellen Herausforderungen nehmen zu – und auch die politischen Entscheidungsträger in Deutschland tun sich mit den fälligen Richtungsentscheidungen und dringend notwendigen Reformen schwer – was die jüngste Haushaltskrise der Deutschen Bundesregierung bedauerlicherweise belegt.

Für die Sparda-Banken lautet die Devise: in volatilen Rahmenbedingungen selbst Stabilität wahren und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Erholung des Landes beitragen.

Geldpolitik und Transformation im Fokus

Dass die Gesamtinflation durch die Straffung der Geldpolitik und der Aufarbeitung der Krisen im Euro-Raum gefallen ist, gibt Hoffnung für das Jahr 2024. Angesichts des weiter verhaltenen und auch für das kommende Jahr schwach prognostizierten Wirtschaftswachstums ist eher zu erwarten, dass die EZB von weiteren Zinsanhebungen absieht. Mit Blick auf die jüngsten Äußerungen der FED, in der offen bereits über Zinssendungen diskutiert wird, um die amerikanische Konjunktur anzukurbeln, wird auch der Druck auf die EZB größer werden, eher moderate Zinssenkungen zu erwägen.

Rückblickend wurden die Zügel in der Aufsicht und Regulatorik 2023 deutlich angezogen. Angesichts des großen Transformationsbedarfs der Wirtschaft in unserem Land und dessen Transformation braucht es in 2024 ein stabiles regulatorisches Umfeld. Dies betrifft natürlich auch die Bankenlandschaft. Die Transformationsbereitschaft ist auch bei den Sparda-Banken groß.

In den nächsten zwei Jahren werden sich die elf Häuser der Gruppe bei einem gemeinsamen IT-Dienstleister, der Atruvia AG, wiederfinden. Damit werden die Zukunftsfähigkeit und Betriebsstabilität der Sparda-Banken für ein modernes Banking langfristig gesichert. Nach dem Wechsel der sieben Sparda-Banken auf die neue IT-Infrastruktur erwarten wir spürbare Synergieeffekte und eine gute Ausgangsbasis für die kontinuierliche Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells für unsere Kunden und Mitglieder.

Weiterhin hohe Nachfrage nach Wohneigentum

Auch wenn die Rahmenbedingungen für das Baufinanzierungsgeschäft sich durch das höhere Zinsniveau entscheidend gewandelt haben, bleibt der Wunsch nach Wohneigentum insbesondere bei jungen Menschen nach wie vor groß. Noch im Herbst des Jahres haben Bundeskanzler Scholz und Bundesbauministerin Geywitz ein Maßnahmenprogramm für mehr bezahlbaren Wohnraum vorgestellt. Damit möchte die Bundesregierung der in ihren Koalitionsvertrag ausgegebenen Zielgröße von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr näherkommen.

Als einer der größten Immobilienfinanzierer Deutschlands begrüßen wir, dass das Thema Wohnen und Bauen nun endlich auf den obersten Ebenen der Bundesregierung angekommen ist. In unserer Sparda-Wohnstudie 2023 haben wir bereits Wege für eine effiziente Wohnraumbeschaffung aufgezeigt: Senkung der hohen Grunderwerbssteuern, einfachere Umwidmung von Gewerbe- und Büroflächen, flexible Ausgestaltung von Bestandsschutz- und technischen Baubestimmungen sowie die Schaffung einer investorenfreundlichen Grundstimmung sind nur einige davon.

Im Jahr 2024 erwarten wir von den politischen Entscheidungsträgern in Bund und Ländern, dass den Ankündigungen zur Schaffung besserer Rahmenbedingungen für den Haus- und Wohnungsbau Taten folgen. Der soziale Sprengstoff eines angespannten und sich weiter verschärfenden Wohnungsmarkts ist immens. Interessant ist aus unserer Sicht hierbei vor allem die Sanierung von Bestandsimmobilien.

Wir sehen erhebliche Potentiale nicht nur zur Entspannung der Lage am Wohnungsmarkt, sondern auch unter Nachhaltigkeitsaspekten, wenn in Sachen Ertüchtigung von energetisch schlechten Gebäuden die richtigen Weichen gestellt werden. Jedenfalls sollte nicht durch weitere regulatorische Belastungen (Stichwort „Green Asset Ratio“) die Sanierung von Wohngebäuden künstlich erschwert und verteuert werden. Hierzu werden wir zusammen mit unseren Sparda-Banken auch im neuen Jahr mögliche Wege eingehend beleuchten.

Blick auf das Zukunftsfinanzierungsgesetz und die Retail Investment Strategy

Hatte die Finanzbranche gehofft, dass der Regierungsentwurf zum Zukunftsfinanzierungsgesetz eine Neuregelung zum Änderungsmechanismus in Banken-AGB enthält, wurde sie enttäuscht. Wie auch andere kreditwirtschaftliche Verbände hatten wir dies vor dem Hintergrund des Urteils des Bundesgerichtshofs vom April 2021 angeregt. Das Gericht hatte die bis dato seit mehreren Jahrzehnten in den AGB der Banken und Sparkassen etablierte Zustimmungsfiktion für ungültig erklärt. Umfangreiche Maßnahmen für die Zustimmungen zu Änderungen bei den Bedingungswerken sind seither die Regel. Im Interesse der Banken und Kunden sollte es aber das Ziel sein, rechtssichere und vergleichbare Vertrags- und Preisstrukturen zu gewährleisten. Eine rechtssichere Neuregelung hatte jüngst das BMJ in Aussicht gestellt. Wir halten diese auch weiter für dringend erforderlich und werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass eine Umsetzung im nächsten Jahr erfolgt.

Auch die im Mai 2023 vorgelegte Retail Investment Strategy (RIS) der EU-Kommission wird aktuell mit Hochdruck im Europäischen Parlament diskutiert und soll im Jahr 2024 abgeschlossen werden. Entzündet hatte sich die Debatte an einem möglichen Provisionsverbot, das jedoch letztlich keinen Eingang in den Entwurf der Kommission gefunden hatte. Nach wie vor begrüßen wir den Verzicht auf ein vollständiges Provisionsverbot. Wenn sich Institute, gerade auch kleinere und mittlere mit dem direkten Kontakt zum Kunden, zunehmend aus dem Wertpapiergeschäft zurückziehen, werden nur noch die großen europäischen Banken sowie nicht-europäische Player künftig Wertpapiergeschäfte anbieten – oder es wird eine Abwanderung in das vollständig beratungsfreie Geschäft geben. Dies ist sicher nicht im Sinne der Kommission und des Wettbewerbs. Wir erwarten daher, dass ein Provisionsverbot auch in den weiteren Beratungen zur RIS außen vor bleibt.

Digitaler Euro als Chance?

Wie erwartet hat die Europäische Zentralbank im Herbst des Jahres entschieden, nach der zweijährigen Untersuchungsphase die Arbeiten für eine Einführung des digitalen Euros 2026 fortzuführen. Hierbei wurde das Primat des EU-Gesetzgebers, über das Ob und den rechtlichen Rahmen zu entscheiden, nochmals ausdrücklich betont.

Fakt ist, der digitale Euro braucht eine rechtssichere und demokratisch legitimierte Basis. Nur so kann er das Vertrauen bieten, das heute immer noch und in Deutschland ganz besonders – Bargeld zugebilligt wird. Kreditinstitute und andere Zahlungsdienstleister sollten beim Zahlungsverkehr weiterhin die Schnittstelle zum Privat- und Unternehmenskunden bleiben. Eine paneuropäische Lösung für den Zahlungsverkehr ist wichtig. In den Wettbewerb und die marktwirtschaftlichen Grundprinzipien dürfen öffentliche oder staatliche Player jedoch nicht eingreifen.

Wir werden also auch im kommenden Jahr sehr genau beobachten, ob der Digitale Euro von seiner Konzeption und Ausrichtung wirklich einen Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen bietet und, dass die Rolle der Geschäftsbanken in diesem Kontext gewahrt bleibt.


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