Was bedeutet der Ukraine-Krieg für die europäische Wirtschaft? In einer aktuellen Studie findet man Antworten. Neben offensichtlichen Schwierigkeiten wie dem Anstieg der Preise von Rohstoffen und Energie bereiten den Unternehmern noch andere Punkte Sorgen.

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Welche Probleme bereitet der Ukraine-Krieg den europäischen Unternehmen? Die Unternehmensberatung KPMG hat bei 280 Firmen nachgefragt, die in Russland oder der Ukraine tätig sind oder dort geschäftliche Beziehungen unterhalten. 49 Prozent von ihnen exportieren Waren nach Russland oder bieten dort Dienstleistungen an – 31 Prozent tun dies in der Ukraine. 24 Prozent verfügen über Produktionsstätten in Russland.

Demnach konnten 41 Prozent der Unternehmen die Auswirkungen auf ihren Betrieb noch nicht einschätzen. 46 Prozent erwarteten einen Umsatzrückgang, 47 Prozent einen Ergebnisrückgang. 80 Prozent rechneten damit, dass der Krieg ihrem Geschäft länger als ein Jahr schaden werde. 40 Prozent befürchteten, dass dies länger als drei Jahre lang so sein werde.

Diese Einschätzungen dürften sich deutlich verdüstern, sollten Sanktionen auf russisches Öl und Gas in Kraft treten, so die Autoren der Studie. Gänzlich unkalkulierbar wäre es, würden etwaige Sanktionen gegen China beschlossen werden, sollte dieses etwa westliche Sanktionen unterlaufen oder Waffen an Russland liefern.

Diese wirtschaftlichen Schwierigkeiten verursacht der Ukraine-Krieg

Schauen wir genauer hin: Was genau belastet die Firmen – und wie sehr? 64 Prozent der befragten Unternehmer klagten über die Umsetzung der Sanktionen seitens der Europäischen Union, also etwa die Identifikation betroffener Geschäftspartner, Warengruppen und Dienstleistungen. Da die Sanktionen kurzfristig beschlossen und sukzessive verschärft worden seien, bestünde Interpretationsspielraum, wie die Autoren der Studie kommentieren. Viele Unternehmen hätten ihre Betriebsabläufe und Kontrollsysteme aufgrund der EU-Sanktionen anpassen müssen. Beachten die Firmen die Vorschriften der Politik nicht, drohen ihnen erhebliche strafrechtliche Konsequenzen.

Die wichtigsten Herausforderungen für Unternehmen durch den Ukraine-Krieg.

Auf Platz zwei der Belastungen liegt mit 48 Prozent die Preissteigerung im Einkauf. Auch der Umsatzverlust im Russlandgeschäft (41 Prozent), die Gewährleistung der Sicherheit von Mitarbeitern in Russland oder der Ukraine (32 Prozent) bereitet den Betrieben Probleme.

Offenbar hat man auch mit Cyberangriffen (25 Prozent) und der Abhängigkeit von Rohstoffen aus Russland (24 Prozent) zu tun. Drohende Enteignungen oder die Zwangsverwaltung von Vermögen in Russland (14 Prozent) oder der Verlust von Vermögen in der Ukraine (neun Prozent) sind eher kleinere Probleme. 

Wie geht es weiter?

Ein Marktausstieg kann immer nur die letzte Option sein, die aber mitunter unvermeidbar ist. 37 Prozent der befragten Unternehmen haben ihre Geschäfte in Russland gestoppt und warten ab – vor allem Betriebe aus der Automobilindustrie und dem Technologiesektor verfahren so.

In Zukunft planen 22 Prozent von ihnen, ihr wirtschaftliches Engagement in Russland reduziert fortzusetzen. Sieben Prozent möchten ihr Geschäft dort nicht zurückfahren. Zehn Prozent planen, Russland geschäftlich den Rücken zu kehren.

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