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Grundsätze und Sicherheit im Umgang mit Kreditkarten

Kreditkarten ermöglichen bargeldloses Einkaufen und bieten ein großzügiges Zahlungsziel – was heute gekauft wird, muss oft erst zu einem späteren Zeitpunkt bezahlt werden. Wer eine Gold- oder Platin-Kreditkarte besitzt, profitiert meist auch von einem integrierten Versicherungsschutz (z.B. Reiserücktrittsversicherung). Doch Kreditkarten sind nur dann vorteilhaft, wenn man sie richtig nutzt: Ein nachlässiger Umgang kann gravierende Folgen für das eigene Konto haben. Datenraub, Identitätsfälschung und Co. sind keine Ammenmärchen, sondern können sehr schnell Realität werden. Entgegen der weit verbreiteten Meinung greifen Hacker nicht nur bei Kreditkarten großer Unternehmen zu – auch Privatpersonen sind erheblichen Gefahren ausgesetzt, wenn sie Fehler im Umgang mit Kreditkarten machen. Um Ihre Identität und Ihr Konto so gut wie möglich zu schützen, sollten Sie verschiedene Grundsätze im Umgang mit Ihrer Kreditkarte beachten. Wenn Sie vorsichtig sind und sich an einige Sicherheitsmaßnahmen halten, können Sie Ihr persönliches Risiko deutlich verringern.

Sicherer Umgang mit Kreditkarten ist Geld wert

Sicherer Umgang mit Kreditkarten ist Geld wert

Allgemeine Tipps im Umgang mit Kreditkarten

Neue Kreditkarte

Sobald Sie eine neue Kreditkarte erhalten, sollten Sie sie sofort auf der Kartenrückseite unterschreiben. Falls Sie noch eine alte Kreditkarte besitzen, ist es wichtig, dass Sie diese entwerten. Dies funktioniert, indem Sie den Chip und den Magnetstreifen der Karte zerschneiden und sie anschließend entsorgen.

Passwörter

Um eine sichere Bezahlung und Überprüfung der Daten zu ermöglichen, bieten große Kreditkarteninstitute Systeme wie 3-D Secure an. Wichtig ist, dass Sie für diese Systeme keine Passwörter verwenden, die Sie bereits für andere Online-Accounts (z.B. E-Mail Account) nutzen. Denken Sie sich völlig neue Passwörter aus und – ganz wichtig – schreiben Sie sie nirgendwo auf.


PIN-Code

Bei der Auswahl des PIN-Codes ist es wichtig, dass Sie sich keine einfache Ziffernfolge ausdenken. Zu den beliebtesten und damit unsichersten Ziffernfolgen gehören Geburtsdatum, Autokennzeichen, gleiche Zahlen (z.B. 1111), etc. Auch den PIN-Code sollten Sie niemals aufschreiben und ihn nur dann in eine Maschine eintippen, wenn Sie dabei ungestört sind und keiner einen Einblick haben kann.

Wichtige Kreditkartendaten

Wenn Sie Ihre Kreditkarte nicht zum Bezahlen verwenden, sollten Sie niemals Kreditkartendaten wie Kartennummer, PIN-Code, Sicherheitscode, Verfallsdatum und 3-D Secure Passwort preisgeben. Stellen Sie die Daten niemals zu Informationszwecken zur Verfügung – auch dann nicht, wenn Ihnen das jeweilige Unternehmen versichert, dass Ihre Karte nicht belastet wird.

Aufbewahrung der Kreditkarte

Um das Diebstahlrisiko zu verringern, sollten Sie Ihre Kreditkarte geschickt aufbewahren. Das heißt: Lassen Sie sie niemals im Auto oder in der offenen Handtasche liegen. Am besten ist, wenn Sie Ihre Kreditkarte in der Innentasche Ihrer Jacke tragen – so haben Taschendiebe keine Chance.

Kreditkarten- und Notfallnummer

Ob zweifelhafte Abbuchungen oder Kreditkarten-Raub – wenn Ihnen so etwas passiert, sollten Sie einen kühlen Kopf bewahren und die Karte sofort sperren lassen. Um die Sperrung auch unterwegs vornehmen zu können, ist es wichtig, dass Sie Ihre Kreditkartennummer sowie die Notfallnummer der 24h Sperrzentrale Ihres Kreditkartenanbieters notieren und den Zettel getrennt von der Karte aufbewahren. Speichern Sie die Nummern zusätzlich in Ihrem Handy, um auch unterwegs schnell darauf zurückgreifen zu können.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – überprüfen Sie die Abbuchungen auf Ihrer Kreditkarte

Überprüfung des Betrags

Wann immer Sie mit Ihrer Kreditkarte bezahlen, sollten Sie vor dem Unterschreiben prüfen, ob der ausgewiesene Betrag korrekt ist. Sollte der Betrag noch nicht eingetragen oder aufgedruckt sein, ist es wichtig, dass Sie den Betrag unter „Total“ eintragen und einen Strich davor setzen.

SMS Services

Wenn Sie Ihre Ausgaben kontrollieren möchten, können Sie dies mithilfe von kostenlosen SMS Services tun. Inzwischen gibt es viele Kreditkarteninstitute, die mobile Überprüfungen ermöglichen und Ihnen somit einen guten Überblick über alle Ausgaben bieten.

Belege aufbewahren

Heben Sie alle Buchungs-, Bestell-, Annullations- und Rückgabebestätigungen auf, wenn Sie einen Kauf mit Ihrer Kreditkarte tätigen. Ebenso wichtig ist, dass Sie die Korrespondenz, die Sie z.B. mit einem Online Shop führen, speichern. Diese Belege und Schriftstücke können Reklamationen und Co. um ein Vielfaches erleichtern und Ihnen eine Menge Ärger ersparen.

Überprüfung der Abrechnungen

Es ist wichtig, dass Sie die monatliche Kreditkartenabrechnung kontrollieren und überprüfen, ob die Abbuchungen mit den Belegen übereinstimmen. Falls Sie Diskrepanzen feststellen, ist es wichtig, dass Sie sich umgehend an Ihr Kreditkarteninstitut wenden und die Beanstandung schriftlich melden.

Mit Kreditkarten im Internet bezahlen

Verschlüsselte Datenübertragung

Bevor Sie Ihre Kreditkartendaten eingeben, um für eine Bestellung zu bezahlen, sollten Sie darauf achten, dass ein Verschlüsselungssystem (z.B. SSL) vorhanden ist. Ob die Datenübertragung verschlüsselt abgewickelt wird, erkennen Sie z.B. am gelben Schloss in der unteren Browser-Leiste. Da jeder Internet-Browser andere Verschlüsselungszeichen aufweist, ist es wichtig, mit den verschiedenen Zeichen vertraut zu sein.

Aufmerksamkeit ist das A und O

Wann immer Sie eine Bestellung im Internet aufgeben, sollten Sie die AGBs bezüglich Versandkosten, Lieferungs- und Zahlungsarten, Widerrufsrecht, etc. genau durchlesen. Stimmen Sie keinen AGBs zu, mit denen Sie nicht zu 100 % einverstanden sind. Ansonsten kann es passieren, dass Sie im Falle von Reklamationen, Beanstandungen und Co. schlechte Karten haben, Ihren Kauf rückgängig zu machen.

Sicher ist sicher

Nach der Aufgabe einer Bestellung sollten Sie die Bestellbestätigung ausdrucken, damit Sie bei eventuellen Problemen einen handfesten Beweis haben. Ohne einen entsprechenden Nachweis wird es schwierig sein, Komplikationen zu Ihrer Zufriedenheit zu regeln.

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Über den Autor

Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Er ist Herausgeber von Der-Bank-Blog.de und hält Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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