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Dollar, Euro und Renminbi – Die Zukunft der Leitwährung

Geld ist das Rückgrat der weltweiten Wirtschaft. Starke Währungen bestimmen die Preise, andere haben weniger Einfluss. Die Entstehung neuer Wirtschafts- und Währungsregionen birgt das Potenzial, die bisherige Ordnung des Geldmarktes nachhaltig zu verändern.

Der Dollar ist eine wichtige internationale Leitwährung

Der Dollar ist unverändert eine wichtige internationale Leitwährung.

Die Weltwirtschaft funktioniert durch die verschiedenen Währungen. Waren und Dienstleistungen werden in ihnen beglichen, die Staaten nehmen Kredite auf oder gewähren anderen Ländern Darlehen. An den Börsen wird mit Währungen gehandelt. Der US-Dollar nimmt dabei, aufgrund der Wirtschaftskraft der USA die führende Position ein. Verschiedene Umstände könnten die Führungsrolle der bisherigen Leitwährung infrage stellen.

Warum der US-Dollar als Leitwährung noch funktioniert

Erwiesenermaßen liegt der Anteil des US-Dollar am weltweiten Handel bei etwa 60 Prozent, während sich der Euro lediglich bei 20 Prozent bewegt. Diese Stellung des US-Dollar wird augenblicklich noch dadurch unterstützt, dass die US-Währung im Wert steigt. Dies ist dem billionenstarken Konjunkturpaket des neuen US-Präsidenten Joe Biden geschuldet. Der möchte damit die durch die Corona-Pandemie schwer getroffene Wirtschaft ankurbeln. Diese Aufwertung der Leitwährung beschert Washington große Freiheiten, etwa bei der Aufnahme neuer Kredite.


Der Aufstieg zur (noch) unbestrittenen und einzigen weltweiten Leitwährung verdankt der US-Dollar auch dem Umstand, dass die US-Währung als erstklassiger Schuldtitel anerkannt ist. Die USA als Staat und Schuldner sind in ihrer langen Geschichte nie säumig geworden, dafür steht vor allem die US-amerikanische Notenbank Fed. Das hat zur sehr guten Reputation der US-Währung in der Welt beigetragen.

Eignet sich der Euro als Leitwährung?

Viele setzten bei der Einführung des Euro als Gemeinschaftswährung große Hoffnungen in die neue Währung. Allerdings wird er nur in 19 von insgesamt 27 EU-Mitgliedsstaaten als Währung genutzt, was ein Nachteil hinsichtlich der wirtschaftlichen Schlagkraft der EU ist.

Der Austritt Großbritanniens aus der EU hat das Währungskonstrukt zusätzlich durcheinandergebracht, immerhin war der Inselstaat, der übrigens seine eigene Landeswährung nie aufgegeben hatte, einer der wirtschaftsstärksten Mitgliedsstaaten. Nach dem Ausscheiden Großbritanniens müsste die EU seine Banken- und Kapitalmarktunion zu einem erfolgreichen Ende bringen, wenn die Mitgliedsstaaten dem Euro zu größerer Bedeutung verhelfen wollen.

Langfristig gesehen wird der Euro den US-Dollar wohl nicht als Leitwährung ablösen. Neben der Stärke des US-Dollar ist hierfür wohl auch das uneinheitliche politische Agieren der EU-Mitgliedsstaaten, die potenzielle Investoren abschreckende Existenz von Autokratien, das Fehlen einer von allen EU-Mitgliedsstaaten getragenen Anleihe sowie die unterschiedliche, wirtschaftliche Entwicklung einzelner Mitgliedsländer verantwortlich. Besonders ins Gewicht fällt zudem, dass Europa zwar eine gemeinsame Währung besitzt, politisch aber nicht mit „einer Stimme“ Politik macht. Immerhin ist eine Leitwährung auch ein politisches Instrument. Als solches klingt es allerdings nur harmonisch, wenn alle es gleich gut spielen.

Ist der Renminbi als zukünftige Leitwährung denkbar

Mit der Volksrepublik China taucht ein neuer Global Player in Sachen Wirtschaft auf. Die kommunistische Regierung treibt die eigene Wirtschaft seit Jahren an, und auch das sogenannte „Seidenstraßen-Projekt“ verhilft Peking zu größerem Ansehen und zu wachsender Bedeutung an den Finanzmärkten.

Betrachtet man die Reserven, die die Staaten in den unterschiedlichen Währungen anlegen, dann zeigt sich, dass der Renminbi mit nur 2 Prozent hier eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Zudem gibt es einige Argumente gegen eine zukünftige Leitwährung Renminbi. Zunächst einmal setzt die Volksrepublik China weniger auf Globalisierung als auf Abschottung.

Das Riesenreich legt seinen Fokus eher auf eine Zweiteilung der Welt, nämlich auf einen chinesisch-zentrierten „Wirtschaftsraum“ sowie einen, der von den USA und Europa beherrscht wird. Eine Leitwährung muss internationalisiert und uneingeschränkt austauschbar (konvertibel) sein. Da die Volksrepublik die Kontrolle über ihre Währung nie gänzlich abgeben wird, eignet sich der Renminbi eben nicht als weltweite Leitwährung. Trotzdem sehen Experten wie der IfW-Volkswirt Heidland den Renminbi an zweiter Stelle. Ursächlich hierfür ist die Tatsache, dass sich vor allem Staaten im südostasiatischen Raum verstärkt an der chinesischen Währung orientieren werden.

Die Zukunft der Leitwährung(en)

Die Weltwirtschaft wird immer komplexer und globaler. Gleichzeitig entwickeln sich scheinbar unterschiedliche Wirtschaftsregionen mit US-amerikanisch-europäischer bzw. chinesischer Prägung. Dies führt zu der Frage, ob es zukünftig überhaupt noch „die eine“ Leitwährung geben wird. Es hat zumindest den Anschein, dass der US-Dollar zwar seine herausragende Stellung auch langfristig behalten wird, es aber zur Aufteilung der Welt in verschiedene Währungsregionen kommen könnte, in denen andere Währungen tonangebend sind.

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Über den Autor

Mark Elser

Mark Elser ist Country Manager Deutschland von iBanFirst und soll die Entwicklung der deutschen Aktivitäten des Unternehmens vorantreiben. Zuvor war er bei der Landesbank Baden-Württemberg in verschiedenen Vertriebs- und Beratungsfunktionen im Firmenkundengeschäft tätig. Er hat einen MSc in Finanzwissenschaften von der Frankfurt School of Finance & Management mit dem Schwerpunkt Unternehmensfinanzierung.

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