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Deutsche sind Aktienmuffel: Woher kommt die Angst von der Börse?

Von der Börse möchten die meisten Deutschen nichts wissen und die Liebe um Sparbuch ist noch immer weit verbreitet. Doch woher stammt diese Abneigung gegen die Geldanlage in Aktien? Sind es schlechte Erfahrungen, fehlende Fachkenntnisse oder ein Mangel an Interesse?

Bulle und Bär vor der Frankfurter Aktienbörse

Bulle und Bär symbolisieren die gegenläufigen Kursbewegungen am Aktienmarkt.

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Fehlendes Wissen zu Aktien und Börse

Häufig wissen die Deutschen schlicht und ergreifend zu wenig über die Börse. Finanzbildung wird nur in der Familie weitergegeben. Daher lernen nur die Kinder mit finanzerfahrenen Eltern etwas über finanzielle Bildung. Während der Schul- oder Studienzeit wird das Thema Finanzen ebenfalls ausgespart. Das führt zu einer hohen Verunsicherung.

Vertrauen wird dafür dem (vermeintlich) kompetenten Bankmitarbeiter oder Versicherungsvertreter entgegengebracht. Dieser ist aber oft nur wenig erfahrener als der Kunde selbst und soll Produkte für seine Bank verkaufen.

Die optimale Anlageberatung kommt dabei häufig zu kurz. Schlecht von Bankmitarbeitern beraten und mit Verlusten durch zweitklassige Fonds, lassen sich die Menschen natürlich nur noch schwerlich zur Geldanlage an der Börse bewegen. Die eigenen Finanzen selbst in die Hand zu nehmen bringt viele Vorteile denn so können meist günstigere Anlagen getätigt werden wie z.B. ETFs oder Einzelaktien.

Auch die laufenden Kosten können durch Direktbanken und Online Broker reduziert werden. Zusätzlich winken bei vielen Online Broker mit attraktiven Depotwechselprämien wie man auf finanz-markt.com nachlesen kann. Orderkosten und Grundgebühren des Aktien Depot sind in der Regel deutlich geringer als bei Filialbanken. Insgesamt hat es also nur Vorteile sich mit der Geldanlage zu beschäftigen.

Erinnerung an bisherige Krisen

Auch stecken vielen Deutschen sowohl die Dotcom-Krise zum Jahrtausendwechsel und die Finanzkrise 2008 in den Knochen. Besonders bei erstgenanntem Crash wurde beinahe eine ganze Generation von Anlegern dauerhaft von der Börse vertrieben. Die Telekom Aktie steht dabei nur symptomatisch für alle Technologiewerte des „New Market“. Sogar im Fernsehen wurde diese Aktie beworben und aufgrund des hohen Interesses stiegen die Kurse. Da die Anleger das Papier kauften, weil ihnen die Werbung dies empfahl, wussten sie nicht wirklich, was sie kaufen. Und niemand stellte ein immerwährendes Wachstum infrage.

Von Fundamentalanalyse oder Risikostreuung hatte zusätzlich kaum jemand gehört. Die Folge waren Depots, die nur aus einer Aktie bestanden oder nur aus Aktien eines Sektors. Teilweise waren die gesamten Ersparnisse für die Rente in diesen Depots investiert. Das Platzen der Dotcom-Blase gleicht daher einem Totalverlust.

Viele Unternehmen meldeten Insolvenz an. Die wenigen, die übrig blieben, erholten sich kaum. Die Anleger taten es ihnen gleich und mieden den Kapitalmarkt seitdem konsequent. In dieser Generation finden sich auch heute die wenigsten Anleger. Entweder sehr junge oder sehr alte Menschen sind an der Börse investiert. Die Altersgruppe um 50 Jahre ist kaum vertreten.

Liebe zu Sparbuch und Tagesgeld

Die Deutschen sind generell ein sehr sicherheitsbedürftiges Volk. Damit lässt sich auch die Affinität zu Sparbüchern, Festgeldern und Tagesgeldkonten erklären. Denn auf den ersten Blick bergen sie kein Risiko. Auf den zweiten Blick fällt jedoch auf, dass sie auch keine Chancen bieten. Alles was bei vielen Verträgen aktuell bleibt, ist eine garantierte Geldentwertung durch die Inflation. Zinsen unterhalb der Inflationsrate sorgen für einen garantierten Wertverlust des Geldes.

Zudem werden die Börse und die Anlage in Aktien häufig missverstanden. Sie sind nicht so riskant, wie es manchmal scheinen mag. Mit einer Aktie wird ein Teil an einem Unternehmen erworben.

Solange das Unternehmen existiert, hat die Aktie einen Wert. Natürlich können Aktien schwanken, doch eine breite Streuung auf verschiedene Länder, Branchen und Währungen verringert auch das. Langfristig kennt die Börse bisher nur den Weg gen Norden. Das Einzige, was Investoren benötigen, ist Zeit und ein wenig Geduld.

Geld als Tabuthema

Unabhängig dieser Gründe besteht eine hohe Chance, dass im Volk der Sparer vorerst alles beim Alten bleibt. Geld gilt nämlich immer noch als Tabuthema. Unter Kollegen, Freunden aber auch in der Familie wird es kaum angesprochen.

Selbst Ehepartner wissen teilweise nicht voneinander, was sie verdienen. In diesem Umfeld über Aktien zu sprechen scheint schier unmöglich. Eine weitverbreitete Neidkultur tut ihr Übriges. Man kann nur hoffen, dass sich das Tabuthema Geld in Zukunft nicht mehr als solches behandelt wird.

Ein Hoffnungsschimmer

Dennoch gibt es immer mehr Finanzblogger und Finanzjournalisten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, eine seriöse aber dennoch unterhaltsame Quelle in Sachen Finanzen zu sein.

Sie organisieren sogar Treffen, bei denen sich die Mitglieder austauschen und voneinander lernen können. Sie sind die Hoffnung der deutschen Aktienkultur und können möglicherweise noch weitere Menschen überzeugen und anstecken.

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Über den Autor

Max Meier

Max Meier ist gelernter Bankkaufmann und schreibt regelmäßig für den Bank Blog Ratgeber über Themen für Kunden von Banken und Sparkassen.

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