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Brexit und die Folgen für die Geldanlage

Das britische Stimmvolk hat den Brexit beschlossen und Großbritannien wird die Europäische Union verlassen. Noch gehen die Meinungen auseinander, ob dies als historische Katastrophe oder als historische Chance zu bewerten ist.

Die Folgen eines Brexit für die Geldanlage

Was bedeutet der Brexit für die Anleger?
© Shutterstock

Der Brexit ist ein historischer Wendepunkt. Und niemand weiß derzeit so genau, wie es weitergehen wird und was denn nun der Brexit konkret für Wirtschaft und Bevölkerung und damit auch für Anleger bedeuten wird.

Mögliche Auswirkungen des Brexit aus Anlegersicht

Am Morgen nach dem britischen EU-Referendum brachen die Kurse an den weltweiten Börsen erst einmal deutlich ein. Am schlimmsten traf es Banken und die Automobilbranche. Inzwischen hat sich die anfängliche Katastrophenstimmung wieder deutlich aufgehellt. Finanztest hat untersucht, wie Analysten die Auswirkungen des britischen Votums auf Wirtschaft und Konjunktur einschätzen und ob das Geld der Anleger bei Banken in Großbritannien noch sicher ist.


Absicherung von Geldanlagen in Großbritannien

Im Pleitefall sind 88 000 Euro sicher

Sorgen um ihr bei britischen Banken angelegtes Spargeld müssten sich Sparer aus Deutschland nicht machen. Für den Fall, dass eine britische Bank Pleite gehen würde, ersetzt der staatliche britische Einlagensicherungsfonds FSCS (Financial Services Compensation Scheme) jedem Sparer automatisch sein Geld bis zu einem Betrag von maximal 75 000 britischen Pfund. Das sind umgerechnet derzeit rund 88.000 Euro.

Deutliche Verluste für die britische Währung

Zwar müsste laut Einlagensicherungsrichtlinie der Europäischen Union eigentlich ein Betrag von mindestens 100 000 Euro pro Sparer und Bank geschützt sein. Das ist aber bei Banken in Groß­britannien schon seit längerem nicht mehr der Fall, weil das Pfund infolge der Brexit-Diskussion gegenüber dem Euro an Wert verloren hat. Nach der Volksabstimmung ist der Kurs dann noch einmal eingebrochen.

Anleger sollten einen Puffer einplanen

Sparer aus Deutschland, die z.B. über ein Zinsportal bei der First­Save Euro oder bei Close Brothers in Großbritannien Guthaben anlegen wollen, sollten daher einen großzügigen Puffer bis zur Summe von 100.000 Euro einplanen, um im Pleitefall Guthaben plus Zinsen ersetzt zu bekommen. Das Zinsportal Weltsparen hat bereits reagiert. Bei der First­Save Euro können Sparer aus Deutschland nur noch 85 000 Euro anlegen.

Kombinierte Einlagensicherung hilft Anlegern in Deutschland

Sehr viel positiver sieht es für Geldanleger bei britischen Banken in Deutschland aus. Bei Banken mit Hauptsitz in Großbritannien und einer Niederlassung in Deutschland wie der Bank of Scotland, der Barclays Bank oder der ICICI Bank kann man guten Gewissens deutlich mehr als 100 000 Euro sicher anlegen. Denn diese drei Banken sind freiwilliges Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverband deutscher Banken (BdB). Im Fall einer Pleite entschädigt der BdB sowohl den Gegenwert von 75.000 Pfund als auch darüber hinausgehende Beträge aus einer Hand. Derzeit lohnen Geldanlagen aufgrund der niedrigen Zinssätze bei diesen Banken eher nicht.

Ruhe bewahren und beobachten

In den nächsten zwei Jahren wird sich für Anleger aus Deutschland, die bei britischen Banken sparen, vermutlich wenig ändern. Britische Banken werden kaum infolge des Brexits vor der Schließung stehen und allen Unkenrufen zum Trotz wird Großbritannien und seine Wirtschaft weiterhin am wirtschaftlichen Kreislauf Europas beteiligt bleiben.

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Über den Autor

Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Er ist Herausgeber von Der-Bank-Blog.de und hält Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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