Anzeige

Kosten eines E-Commerce Business am Beispiel von Amazon FBA

Der Start eines eigenen E-Commerce Business scheint auf den ersten Blick ein kostspieliges und risikobehaftetes Unterfangen zu sein. Mit richtiger Herangehensweise und richtigen Tools wird es aber zu einem kalkulierten Risiko.

Als Amazonhändler selbständig machen

Auf Amazon kann man ein eigenes E-Commerce Business starten.

Die Gründung eines eigenen Unternehmens im E-Commerce ist, wie die meisten anderen Geschäftsmodelle auch, mit gewissen Startkosten verbunden. Auch wenn es sich dabei um Investitionen handelt, die man später wieder zurückbekommt, muss das Geld zunächst erstmal vorhanden sein. Besonders bei Amazon FBA, also der Entwicklung und dem Verkauf von physischen Produkten, müssen die Ausgaben genau kalkuliert werden, da diese je nach Produkt stark variieren. Wie wichtig eine genaue Finanzplanung ist, zeigt eine Studie der KfW, in der herausgefunden wurde, dass 54 Prozent der Planabbrecher Finanzierungsschwierigkeiten hatten.

Kalkulation eines E-Commerce Business

Aber wie kalkuliert man den Start eines E-Commerce Business richtig? Dafür ist es wichtig, sich zunächst einmal ausführlich mit dem Geschäftsmodell auseinanderzusetzen und die verschiedenen Investitionen festzuhalten. Dafür sollte man genau wissen, wann welche Ausgaben entstehen und zu welchem Zeitpunkt wie viel Geld verfügbar ist. Das nennt man auch Liquiditätsplanung bzw. Cashflow-Management. Da man im E-Commerce immer Kapital an Waren bindet und zum Teil 30-60 Tage im Voraus nachbestellen muss, ist eine exakte Planung so wichtig. Aber mit welche Kosten sind bei einem Amazon FBA Business zu rechnen? Mehr dazu findet man z.B. bei der Kostenaufschlüsselung für Amazon Business von BuildToGrow.de.


1. Kosten für den Start

Die Grundvoraussetzungen für Amazon FBA sind ein angemeldetes Gewerbe, ein Geschäftskonto und das Verkäuferkonto. Mit der Registrierung im Verkäuferkonto kann man auch noch warten, bis das erste Produkt kurz vor dem Launch steht.

Die Gewerbeanmeldung kostet je nach Region zwischen 15 und 65 €. Dabei handelt es sich um eine einmalige Ausgabe. Das Geschäftskonto wird hingegen den Fixkosten zugeordnet. Je nachdem, ob man bei einer Haus- oder Onlinebank ist, liegen die Kosten dafür zwischen 5 und 20 € pro Monat. Auch die Grundgebühr für das Amazon Verkäuferkonto in Höhe von   39 € ist den monatlichen Fixkosten zuzuordnen.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man die Fixkosten für die ersten zwei aktiven Monate im Voraus zurücklegen. Eine weitere sehr sinnvolle Investition ist die Registrierung einer Marke. Damit hat man auf Amazon deutlich mehr Möglichkeiten zur Produktvermarktung. Die Kosten für eine eingetragene Marke liegen bei 290 €.

2. Produktkosten

Den größten Teil der Kosten machen die Produktkosten aus. Wie hoch diese sind, lässt sich nur schwer verallgemeinern. Entscheidend für die Höhe sind aber Nachfrage des Produkts und Komplexität bzw. Qualität. Tools wie Helium10 für die Produktrecherche zu nutzen ist daher unverzichtbar für jeden Seller. Mehr zum erfährt man bei der Vorstellung von Helium10 von BuildToGrow.

Die Mindestgrenze, ab der die meisten Hersteller kooperieren, liegt bei 500 Einheiten. Damit sich der Aufwand lohnt, sollte der Zielabsatz auf Amazon zwischen 150 und 250 Einheiten pro Monat liegen. So bleibt man während dem Launch auf jeden Fall in Stock und kann sich in Ruhe um die Nachbestellung kümmern. Um sich bei der Produktsuche nicht zu stark einschränken oder Qualitätsverlust in Kauf nehmen zu müssen, plant man für die Erstbestellung am besten zwischen 2.000 und 2.500 € ein.

Diese Summe beinhaltet schon die individuelle Verpackung und je nach Größe des Produkts ggf. auch den Import. Je kleiner ein Produkt ist, desto leichter und günstiger kann es nach Deutschland importiert werden. Das bedeutet aber auch, dass dieses Produkt leichter zu beschaffen ist und daher häufiger ins Visier von anderen FBA Sellern gerät.

Weitere Kosten während dem Import entstehen durch den Zoll und die Einfuhrumsatzsteuer. Der Zollsatz variiert von Produkt zu Produkt und beträgt meist zwischen 0 und 20 Prozent (kann im Vorfeld durch die Zolltarifnummer ermittelt werden). Die Einfuhrumsatzsteuer liegt bei 19 Prozent und fällt auf den Einkaufswert der Waren an. Diese Summe muss zwar zunächst gezahlt werden, allerdings erhält man das Geld bei der nächsten Umsatzsteuererklärung wieder zurück. Bei einem Einkaufswert von 2.000 € braucht man also noch mind. 400 € verfügbares Kapital.

Wichtig: Neben den Bestellkosten am Anfang zahlt man später noch Amazon-Gebühren pro Verkauf. Daher ist es unglaublich wichtig im Vorfeld einen FBA Rechner für die Produktkalkulation zu verwenden. Sonst kann es passieren, dass man ein Produkt importiert, welches man gar nicht profitabel verkaufen kann.

3. Einmalige Produktkosten

Bringt man ein Produkt neu auf den Markt, entstehen vor der ersten Bestellung einmalige Produktkosten. Dazu gehören zunächst einmal die Samples. Bevor man sich für einen Hersteller entscheidet, müssen erstmal deren Produkte getestet werden. Die Ausgaben hierfür liegen bei etwa 100 bis 200 €.

Weiter geht es mit wichtigen Zertifikaten. Diese stellen sicher, dass das Produkt allen EU-Richtlinien entspricht und keine gefährdenden Stoffe enthält. Nicht alle Hersteller haben von sich aus solche Zertifikate. In diesem Fall muss man selbst einen Produkttest in Auftrag geben. Je nach Komplexität und Anwendungsbereich des Produkts entstehen dabei unterschiedliche Kosten (20 – 2.000 €).

Den letzten großen Anteil machen die Produktbilder aus. Diese gehören nämlich zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf die Conversion Rate und sollten daher immer von einem professionellen Fotografen geschossen werden. Für gute Ergebnisse zahlt man in der Regel etwa 100 € pro Bild, also 700 €.

4. Fixkosten

Es gibt einige Tools & Dienstleistungen, auf die man als Amazon Seller nicht verzichten kann bzw. sollte. Dazu gehören z.B. ein Rechnungstool, Helium10 und der Steuerberater. Die Kosten dafür liegen bei etwa 100 – 150 € monatlich. Sofern möglich sollte man diese auch für die ersten 2-3 Monate zurücklegen. Es besteht immer ein kleines Risiko, dass der Launch nicht so läuft wie geplant und sich z.B. verzögert.

Damit man hier nicht in Zahlungsschwierigkeiten kommt, sind gewisse Rücklagen sinnvoll. Das gilt auch für Werbekosten und die Anzahlung für die Nachbestellung. Wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, sollte nochmal 30 – 50 Prozent der Bestellsumme und 100 – 300 € für Werbung zurücklegen.

Ihnen hat der Beitrag gefallen? Dann teilen Sie ihn gerne in Ihrem Netzwerk

Über den Autor

Max Meier

Max Meier ist gelernter Bankkaufmann und schreibt regelmäßig für den Bank Blog Ratgeber über Themen für Kunden von Banken und Sparkassen.

Anzeige

Kommentare sind geschlossen