Der Bank Blog - Feed https://www.der-bank-blog.de Trends und Strategien in der Finanzdienstleistung Sat, 24 Oct 2020 03:20:47 +0000 de-DE hourly 1 Die Zukunft der Bankentechnologien - Internationale Banking Trends KW 43-2020 https://www.der-bank-blog.de/die-zukunft-bankentechnologien/lesenswert/37670124/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Sat, 24 Oct 2020 03:20:47 +0000 Dr. Hansjörg Leichsenring https://www.der-bank-blog.de/?p=37670124 Es besteht kein Zweifel, dass neue digitale Technologien eine Schlüsselrolle für das Banking der Zukunft spielen. Allerdings sind dabei einige Hürden zu überwinden, wie ein Blick auf einige Einsatzbereiche zeigt.

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Es besteht kein Zweifel, dass neue digitale Technologien eine Schlüsselrolle für das Banking der Zukunft spielen. Allerdings sind dabei einige Hürden zu überwinden, wie ein Blick auf einige Einsatzbereiche zeigt.

Internationale Banking Top News und Trends

Internationale Top News und Trends rund ums Banking und Finanzdienstleistungen.

Banken und der Einsatz von (neuen) Technologien standen schon immer in einem besonderen Spannungsverhältnis. Einerseits sind Kreditinstitute ohne moderne Datenverarbeitung und IT undenkbar. Neue Technologien können für Finanzinstitute vielfältige Wettbewerbsvorteile bedeuten, was im heutigen Geschäftsumfeld von entscheidender Bedeutung sein kann. Andererseits machen neue Technologien viele Dinge nicht nur einfacher, sondern bringen oft auch neue Probleme mit sich.

Der Sektor war daher nicht immer so offen für neue Technologien wie es nötig gewesen wäre. In den letzten Jahren hat sich der Anpassungsdruck durch FinTechs und Neobanken allerdings erhöht. Voraussetzung für eine Nutzung ist jedoch die sichere und schnelle Implementierung, was angesichts bestehender Core-Banking-Systeme meistens eine große Herausforderung darstellt.

Ausgewählte Perspektiven für Technologien in Banken

Im heutigen Rückblick auf interessante Beiträge aus der internationalen Finanzszene stehen einige ausgewählte Perspektiven für neue Technologien und deren Einsatz in Banken.

Automatisierung im Service mit „Human touch“

Wenn Automatisierung perfekt funktioniert, müssen Kunden nicht mehr mit einem Kundendienstmitarbeiter sprechen. Aber was ist, wenn etwas schief geht oder der Kunde eine komplexe Anfrage hat?

Mehr dazu hier: Customer Service: How to Balance AI and Automation with Human Touch

Die Vorteile unstrukturierter Daten nutzen

Die digitale Transformation des Bankensektors hat in den letzten fünf Jahren einen langen Weg zurückgelegt. Heutzutage werden Technologien wie maschinelles Lernen (ML) und künstliche Intelligenz (KI) in den digitalen Strategien von Banken immer häufiger eingesetzt.

Mehr dazu hier: Unlocking the benefits of unstructured data in banking

Einsatz von Technologie bei der Bekämpfung von Finanzkriminalität

Es ist zwar schwer vorherzusagen, wie die Entwicklungen in den nächsten fünf oder zehn Jahren aussehen werden, aber eines ist derzeit sicher. Nur diejenigen, die sich früh bemühen, technologische Fortschritte zu erzielen, werden in der Lage sein, den Herausforderungen durch steigende Finanzkriminalität erfolgreich zu begegnen.

Mehr dazu hier: Why Technology Will Be at the Forefront of Fighting Financial Crime

Das Ende der Apps?

Mit 5G und Cloud-Technologien werden Anwendungen immer performanter und Daten immer flexibler nutzbar. Damit könnten auch mobile Anwendungen in die Cloud wandern und die derzeitiges Apps auf dem Smartphone ersetzen.

Mehr dazu hier: The end of apps

Herausforderungen beim Einsatz von Gesichtserkennung

Obwohl Gesichtserkennung immer noch als aufstrebende Technologie angesehen wird, wird sie bereits in einer Reihe von Anwendungen eingesetzt, die von sozialen Medien bis hin zur Sicherheit reichen. Auch immer mehr Unternehmen erwägen, diese Technologie auf ihre eigenen Organisationen anzuwenden. Der Weg zur Einführung ist allerdings mit einigen Hindernissen versehen.

Mehr dazu hier: Facial Recognition for Business: Applications and Adoption Pitfalls

Weitere interessante Themen der Finanzwoche

Es gab aber noch weitere interessante Beiträge:

Etablierte Banken müssen ihre Vorteile nutzen

Die meisten Kunden mögen ihr derzeitiges Finanzinstitut und wechseln nicht gern. Neobanken und FinTechs müssen um Kundenvertrauen kämpfen. Allerdings könnte der Wettbewerbsvorteil traditioneller Institute könnte schnell nachlassen. Big Techs werden wird nicht stillstehen, und Verbraucher, die an Digitaltechnik gewöhnt sind, könnten sich bewegen, sobald die Pandemiesorgen nachlassen. Die etablierten Institute sollten nicht versäumen, ihre vorhandenen Vorteile auszuspielen.

Mehr dazu hier: COVID Has Given Traditional Banks the Upper Hand: Are They Blowing It?

5 Martech Tools & Trends für Finanzinstitute im Jahr 2021

Da sich 2021 zunehmend zu einem Jahr voller Kostenherausforderungen entwickelt, werden Vermarkter und Management nach Wegen suchen, mit weniger viel mehr zu erreichen. Marketing-Technologien in ihren vielen verschiedenen Erscheinungsformen werden Teil dieser Lösung sein.

Mehr dazu hier: 5 Martech Tools & Trends for Financial Institutions in 2021

Cloud Payments

Public Cloud ist derzeit eines der größten Schlagworte im Zahlungsverkehr. Während Finanzinstitute vor einigen Jahren zögerten, Cloud-Technologie zu nutzen, werden inzwischen wichtige Zahlungsanwendungen in die Cloud gestellt. Cloud wird zu einem der wichtigsten Trends innerhalb der digitalen Transformation von Finanzdienstleistungen.

Mehr dazu hier: The modernisation of payments

Filialnetz ohne Ertragsverlust überdenken

Viele Banken haben begonnen, ihre Filialnetze schnell zu verkleinern. Andere halten, trotz steigender mobiler und Online-Akzeptanz, die Türen weiter offen.

Mehr dazu hier: Rethinking Branch Networks Without Killing Sales or Jeopardizing Growth

Berichte aus Banken und FinTechs

Auch in der vergangenen Woche gab es einige Berichte über Aktivitäten in der Finanzbranche sowie einzelner Institute, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

PayPal unterstützt Kauf von Kryptowährungen

PayPal hat vom New York State Department of Financial Services eine erste bedingte Bitlizenz erhalten und wird seinen 346 Millionen Nutzern ab Anfang nächsten Jahres die Möglichkeit geben, Kryptowährung direkt von ihrem PayPal-Konto zu kaufen, zu halten und zu verkaufen.

Mehr dazu hier: PayPal to support cryptocurrency across it consumer and merchant network

Mastercard testet biometrische Karte

Mastercard wird den ersten Pilotversuch in Asien mit einer biometrischen Karte durchführen, bei der mithilfe eines Fingerabdrucks Transaktionen an Zahlungsterminals im Geschäft autorisiert werden.

Mehr dazu hier: Mastercard to trial biometric card payments in Asia

US-Volksbank setzt auf digitale Zweitmarke

Die PeoplesBank ist die größte Community Bank in West-Massachusetts. Gemeinsam mit Nymbus – einem Cloud-basierten Anbieter für Kernbanksysteme – gründet sie eine digital-only Tochtergesellschaft namens Zynlo.

Mehr dazu hier: PeoplesBank launches digital-only bank

Google mit Cloud-Lösung für Hypotheken

Google Cloud hat ein AI-basiertes Tool vorgestellt, das den langsamen Antragsprozess für Hypothekendarlehen beschleunigen soll.

Mehr dazu hier: Google Cloud releases AI-powered mortgage processing tool

INGs Yolt mit neuem Kontomodell

Die von ING unterstützte App zur Kontoaggregation Yolt hat ein neues Konto und eine kontaktlose Karte eingeführt, mit denen die Benutzer beim Geldausgeben sparen können.

Mehr dazu hier: Yolt revamps app with new account and contactless card

Zu guter Letzt: Falls Sie einen neuen Job suchen

Die kanadische Nationalbanki will ihre Kompetenz in Sachen CBDC-Implementierung ausbauen und sucht einen Ökonomen, der sich auf digitale Währungen und Finanztechnologien spezialisiert hat.

Mehr dazu hier: Bank of Canada advertises for digital currencies economist

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Transparenzregister: Fluch oder Segen? - Geldwäschegesetz und Auswirkungen auf den KYC-Prozess https://www.der-bank-blog.de/transparenzregister-fluch-segen/regulierung-aufsicht/37669762/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Fri, 23 Oct 2020 03:25:42 +0000 Dr. Frank Schlein https://www.der-bank-blog.de/?p=37669762 Durch das im Januar in Kraft getretene Geldwäschegesetz sind die Anforderungen für die Verpflichteten in Hinblick auf das Transparenzregister noch intensiver geworden. Das hat Auswirkungen auf den KYC-Prozess, wie ein Praxisbeispiel zeigt.

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Durch das im Januar in Kraft getretene Geldwäschegesetz sind die Anforderungen für die Verpflichteten in Hinblick auf das Transparenzregister noch intensiver geworden. Das hat Auswirkungen auf den KYC-Prozess, wie ein Praxisbeispiel zeigt.

Geldwäschegesetz verschärft Anforderungen an Transparenzregister

Das Geldwäschegesetz verschärft die Anforderungen an das Transparenzregister.

Noch nie wurden so viele Geldwäscheverdachtsfälle eingereicht wie im vergangenen Jahr. Sowohl Finanzdienstleister als auch Notare oder Immobilienmakler melden immer mehr Verdachtsfälle von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Der kürzlich veröffentlichte Jahresbericht der Financial Intelligence Unit (FIU) zeigt, dass die Zahl an Verdachtsmeldungen im vergangenen Jahr den bis dato höchsten Stand erreicht hat.

Dieser enorme Anstieg an verdächtigen Meldungen hebt die Bedeutung der Prävention von Geldwäsche auf ein neues Level. Das Hauptziel von allen Beteiligten muss sein, die internen Standards und Maßnahmen in der Bekämpfung von Geldwäsche und anderen Finanzstraftaten kontinuierlich umzusetzen und laufend anzupassen.

Transparenzregister als elementares Instrument der Geldwäscheprävention

Ein elementares Instrument in der Geldwäscheprävention soll das Transparenzregister darstellen. Es ist ein elektronisches Register, das Auskunft über die wirtschaftlich Berechtigten von Unternehmen geben soll. Die Geburtsstunde des Transparenzregister im Oktober 2017 liegt zwar schon einige Zeit zurück, jedoch werden sowohl die Banken als auch weitere Verpflichtete des Geldwäschegesetzes durch die seit Januar 2020 in Kraft getretene Geldwäscherichtlinie stärker in die Pflicht genommen.

Dies gilt insbesondere bei Eingehen einer neuen Geschäftsbeziehung – hier ist die Einholung eines entsprechenden Nachweises aus dem Transparenzregister für die Identifizierung des wirtschaftlich Berechtigten zu einem Muss geworden. Auch ist der Zugang zum Transparenzregister seit der 5. EU Geldwäscherichtlinie für alle Mitglieder der Öffentlichkeit ohne Nachweis eines berechtigten Interesses möglich. Zudem hat die BaFin am 18. Mai 2020 eine Aktualisierung der Auslegungs- und Anwendungshinweise zum Geldwäschegesetz („BaFin-AuA 2020“) vorgenommen, die unter anderem auf die Nutzung des Transparenzregisters eingeht.

Transparenzregister und Bekämpfung von Geldwäsche

Auf den ersten Blick scheint, die große Stunde des Transparenzregisters im Jahr 2020 geschlagen zu haben. Stellt es die ultimative Lösung in der Bekämpfung von Geldwäsche dar? Leider lässt sich diese Aussage nicht bestätigen. Aus aktueller Sicht fällt die Erfolgsbilanz des Transparenzregisters hinsichtlich seiner Nutzung und eines erhofften Durchbruchs in der Bekämpfung von Geldwäsche eher bescheiden aus. Aber woran liegt das? Insbesondere bestehen die nachfolgenden Probleme:

  • Viele deutsche Unternehmen sind von der Meldepflicht durch die Eintragungen in öffentlichen Registern befreit – die wahren Akteure im Hintergrund bleiben dennoch häufig anonym, da ein konstantes Durchgreifen und Nachforschen seitens der Behörden oftmals ausbleibt.
  • Auch bei der Plausibilisierung von Angaben zum wirtschaftlich Berechtigten, insbesondere bei ausländischen Gesellschaften, bestehen aktuell keine strengen Nachforschungspflichten.

Ebenso lassen sich Diskrepanzen und Herausforderungen für die Arbeit mit dem Transparenzregister bei den kürzlich aktualisierten Bafin AuA feststellen. Vor allem die Pflicht zur Abgabe von Unstimmigkeitsmeldungen nach § 23a GwG führt zu einem erheblichen Mehraufwand für die Verpflichteten. Insgesamt zeigt sich, dass sowohl die Konzeption als auch die praktische Umsetzung des Transparenzregisters nicht voll ausgereift sind und in der täglichen Arbeit für alle Beteiligten oftmals sowohl zeitlichen und personellen Aufwand bedeuten.

Sowohl aus regulatorischer als auch technisch basierter Perspektive, lässt das Transparenzregister hinsichtlich des erhofften Nutzens und Erfolgs viel Optimierungspotential offen.  Aktuell existiert keine Möglichkeit der automatisierten Anbindung an das Transparenzregister. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie die Frage wie die Anforderungen für das Transparenzregister mit einem optimierten KYC-Prozess in Einklang gebracht werden können. Ein digitaler und vor allem effizienter Weg zu einer vollumfänglichen Transparenz von wirtschaftlich Berechtigten wurde mit dem Transparenzregister nur sehr beschränkt geschaffen.

Ansätze zur Verbesserung des Transparenzregisters

Welche Lösungsansätze sind möglich? Verschiedene Anbieter bieten KYC-as-a-Service-Lösungen an. Im folgenden wird am Beispiel von KYC More, das von CRIFBÜRGEL und CURENTIS gelauncht wurde, beschrieben, wie das Thema Transparenzregister in einer modernen KYC-Lösung gelöst werden kann.

KYC More kann insbesondere die zwei zentralen Aufgaben bewältigen, die sich rund um das Transparenzregister für GwG-Verpflichtete ergeben:

  1. Einholungspflicht
  2. Unstimmigkeitsmeldungen

1. Einholungspflicht

Hauptziel der Lösung KYC More ist es, den KYC-Prozess zu automatisieren. Für diese Automatisierung werden integrierte Quellen und die in einer Rule-Engine kundenindividuell einstellbaren Regeln eingesetzt. Sobald ein KYC-More-Kunde das Firmenkunden-Onboarding anstößt, erfolgt automatisch die Einholung der Informationen aus dem Handelsregister. Sofern aus dem Handelsregister oder anderen elektronischen Registern die erforderlichen Informationen zur Ermittlung des wirtschaftlich Berechtigten ermittelbar sind, greift die Mitteilungsfiktion gemäß § 20 Abs. 2 GwG. Die Einholungspflicht ist damit durch einen digitalen und vollautomatisierten Prozess erfüllt.

KYC MORE führt deshalb stets die vollautomatisierte Fiktionsprüfung durch und nutzt ausschließlich für jene Fälle eine Unterstützung durch manuelle Ressourcen, für die die Daten aus den elektronischen Registern keine Informationen zum wirtschaftlich Berechtigten aufzeigen.

2. Unstimmigkeitsmeldungen

Sollten die Bank oder sonstige GwG-Verpflichtete feststellen, dass ihnen vorliegende Daten von den Informationen aus dem Handels- oder Transparenzregister abweichen, müssen sie eine sogenannte Unstimmigkeitsmeldung an das Transparenzregister abgeben. Das gilt zum Beispiel, wenn Nachname, Geburtsdatum oder Wohnort der ermittelten wirtschaftlich Berechtigten voneinander abweichen. Maßgeblich sind dabei die Informationen, die in einem amtlichen Ausweisdokument erfasst wurden.

Abweichungen treffsicher erkennen

Durch die Nutzung der umfangreichen CRIFBÜRGEL-Datenbanken erkennt KYC More treffsicher das Risiko von Abweichungen. In diesen Fällen empfiehlt die Lösung, dass im Rahmen des KYC-Prozesses Ausweisdokumente geprüft werden. Insofern sich durch die Prüfung die Abweichung bestätigt, bereitet KYC MORE die Unstimmigkeitsmeldung der Bank vor. In der Praxis können auch unterschiedliche Regeln für die Ermittlung des wirtschaftlich Berechtigten zu Abweichungen oder zu Unstimmigkeitsmeldungen führen.

Dank des modularen Aufbaus von KYC More können Kunden entweder Teil-Prozesse, wie die beschriebenen Anforderungen aus dem Transparenzregister, in Anspruch nehmen oder KYC More für den kompletten Firmenkunden-Onboardingprozess nutzen. Der Output kann flexibel gestaltet werden, um die Compliance-Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen.


Ralf Penndorf – Vorstand, CURENTIS AG

Ralf Penndorf

Ralf Penndorf ist Koautor des Beitrags. Er ist Vorstand der CURENTIS AG und verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung aus dem Finanzdienstleistungssektor. Er hat sich auf Consulting und Produktlösungen für die Bereiche Anti-Financial Crime und Meldewesen spezialisiert.

 

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105 Gründe, warum Sie diesen Artikel nicht lesen werden - … und es vielleicht doch tun? https://www.der-bank-blog.de/100-gruende/humor/27648/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Fri, 23 Oct 2020 03:20:26 +0000 Dr. Hansjörg Leichsenring https://www.der-bank-blog.de/?p=27648 Sie werden diesen Artikel nicht lesen. Er ist viel zu lang und Sie haben wichtigere Dinge zu tun. Andererseits ist Neugier eine wichtige Triebfeder für Kreativität und Innovation. Vielleicht schauen Sie ja doch einmal hinein?

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Sie werden diesen Artikel nicht lesen. Er ist viel zu lang und Sie haben wichtigere Dinge zu tun. Andererseits ist Neugier eine wichtige Triebfeder für Kreativität und Innovation. Vielleicht schauen Sie ja doch einmal hinein?

Kindliche Neugier bedeutet Offenheit für Neues

Offenheit für Neues ist gut für Innovation und Veränderung.

Ich weiß, dass Sie keine Zeit haben. Sie wissen, dass Sie keine Zeit haben. Ich weiß, dass Sie nichts tun werden, was Sie nicht tun wollen. Sie wissen, dass Sie nichts tun werden, was Sie nicht tun wollen.

Wir beide wissen, dass Sie diesen Artikel nicht lesen werden. Er ist viel zu lang, inhaltlich ohne Relevanz und Sie haben wichtigere Dinge zu tun. Das waren schon mal drei gute Gründe, nicht weiterzulesen.

Im Folgenden erfahren Sie 102 weitere Gründe, warum Sie diesen Beitrag nicht lesen werden.

  1. Sie wollen nicht.
  2. Sie sind zu spät dran für ein sehr wichtiges Meeting.
  3. Sie werden nicht fürs Lesen bezahlt.
  4. Sie mögen keine Artikel mit cleveren Überschriften.
  5. Sie können nicht lesen.
  6. Sie müssen ins Fitnessstudio gehen, um das Geschäftsessen von gestern Abend „abzuarbeiten“.
  7. Jemand hat Ihre Identität gestohlen und Sie wissen nicht mehr, wer Sie sind.
  8. Sie müssen mit dem Hund raus.
  9. Sie mögen keine Listen die mehr als zehn Punkte umfassen.
  10. Etwas piepst nur ein paar Meter von Ihnen entfernt, aber Sie können es nicht finden.
  11. Es geht Sie nichts an.
  12. Sie müssen zum Flughafen (… ins Bad, … zum Einkaufen, … ins Kino …)
  13. Sie analysieren gerade eine neue Cash-Flow-Statistik.
  14. Sie müssen erst ihre 158 neuen WhatsApp-Mitteilungen checken.
  15. Sie sind außer Reichweite des WLANs.
  16. Sie haben keine Zeit.
  17. Sie haben zu wenig Geld.
  18. Sie sind gerade gedankenverloren.
  19. Sie haben gerade keine Ausrede parat.
  20. Immer wenn jemand zu wissen glaubte, was Sie tun oder nicht tun werden, machen Sie sofort das Gegenteil (aber Sie sind so klug und erkennen, dass Sie diesem in die Hände spielen würden, indem das Gegenteil tun. Somit lesen Sie diesen Artikel nicht, was, nebenbei bemerkt, genau das war, was die Überschrift vorhergesagt hat)
  21. Sie assoziieren Listen wie diese mit oberflächlichen Storys in Modezeitschriften.
  22. Sie erkennen, dass das gesamte Universum eine Illusion ist.
  23. Sie brauchen eine Pause.
  24. Sie sind gerade auf andere Dinge fokussiert.
  25. Sie werden ohnehin beim Lesen gestört.
  26. Morgen, nicht heute.
  27. Sie haben sich eine Pause gegönnt und sind jetzt völlig fertig.
  28. Sie wollten gerade einen Tweet absetzen.
  29. Niemand hat Ihnen den Beitrag empfohlen.
  30. Sie denken gerade daran, eine eigene Firma zu gründen.
  31. Die denken gerade darüber nach, einen eigenen Blog zu starten.
  32. Es ist gerade Zeit, zu meditieren.
  33. Sie sind unterzuckert und brauchen dringend ein Stück Schokolade.
  34. Sie wollen Ihre tägliche Yogaübung nicht unterbrechen.
Yoga für Mitarbeiter und Führungskräfte in Banken und Sparkassen

Durch Yoga-Übung entspannen und zu innerer Ruhe und Gelassenheit finden.

  1. Die Ölpest erreicht gerade ihre Haustür.
  2. Eine Fliege auf dem Bildschirm lenkt Sie ab.
  3. Ihre Prioritäten haben sich gerade verändert.
  4. Sie müssen vorher noch zehn Vertriebsberichte schreiben.
  5. Sie warten darauf, diesen Beitrag als YouTube-Video zu sehen.
  6. Sie haben nur zwei Minuten Akkulaufzeit in Ihrem Smartphone und müssen noch den Rückflug nach Frankfurt buchen.
  7. Ihre To-Do-Liste lässt dafür keinen Spielraum.
  8. Steht eh nichts Neues drin.
  9. Dafür ist das Management zuständig.
  10. Sie sind sich sicher, dass dies alles Teil einer politischen Verschwörung ist.
  11. Ihr(e) Frau / Mann / Freund / Freundin / Mutter / Vater / Kinder meinen, dass Sie auch so schon zu viel Zeit am Computer verbringen.
  12. Die Firewall Ihrer Bank verbietet den Zugriff auf den Bank Blog.
  13. Sie sind im Zeugenschutzprogramm und davon überzeugt, dass sie jemand ausfindig macht, wenn Sie dies lesen.
  14. Sie haben einen Termin mit Ihrem Therapeuten.
  15. Der Teekessel pfeift gerade.
  16. Der Kaffee ist fertig.
  17. Der Artikel hat weniger als 158 Bewertungssterne. (jetzt wäre eine gute Gelegenheit, Ihre Bewertung abzugeben)
  18. Zu viel Koffein.
  19. Drogen sind am Arbeitsplatz nicht erlaubt.
  20. Die Musik ist zu laut.
  21. Das Finale wird gerade angepfiffen.
  22. Sie sind zu alt für sowas.
  23. Sie versuchen gerade herauszufinden, ob sich die Langerhansschen Inseln in der Karibik oder in der Bauchspeicheldrüse befinden.
  24. Sie warten darauf, dass Ihr Assistent eine Executive Summary anfertigt.
  25. Sie warten darauf, wichtig genug zu sein, um einen Assistenten zu haben.
  26. Sie warten auf Godot.
  27. DSDS läuft gerade.
  28. Sie wollten den Autor gerade für einen Vortrag buchen.
  29. Sie trauen nichts, was länger ist als 140 Zeichen.
  30. Sie leben in Frankfurt und suchen gerade einen Parkplatz für Ihr Auto.
  31. Der Artikel ist kein Teil Ihres persönlichen „12 Schritte auf dem Weg zum Erfolg“-Programms.
  32. Sie sind gerade nicht ausreichend motiviert zum Lesen.
  33. Sie haben Jura studiert.
  34. Sie sind zu jung für sowas.
  35. Sie finden niemand, mit dem Sie anschließend über den Inhalt diskutieren können.
  36. Die Kollegen im Büro schauen Sie ohnehin schon den ganzen Tag so seltsam an.
  37. Es schadet Ihrer Karriere.
  38. Sie haben schon genug Kopfschmerzen.
  39. Siehe Nr. 26
  40. Sie halten Blogs für eine Modeerscheinung.
  41. Obwohl erst letztes Jahr Ihre beiden Augen gelasert wurden, können Sie Ihre neue, preiswerte Lesebrille nicht finden.
  42. Sie haben gerade herausgefunden, wie viel die Ausbildung Ihrer Kinder kostet.
  43. „Sie sehen doch, was hier los ist…“
  44. Nur noch eine Minute.
  45. Der Postbote klingelt gerade.
  46. Der Pizzabote klingelt gerade.
  47. Sie erinnern sich plötzlich, gar keine Pizza bestellt zu haben.
  48. Möglicherweise klingelt gerade ein Serienkiller an Ihrer Tür. Nicht gerade die perfekte Zeit einen Artikel zu lesen, der über 100 Gründe nennt, warum sie ihn nicht lesen werden.
Unternehmenskultur in Banken und Sparkassen erfolgreich gestalten

Mitarbeiter und Führungskräfte müssen gemeinsam daran mitwirken, eine Unternehmenskultur erfolgreich zu gestalten.

  1. Der Mond steht gerade im Wassermann.
  2. Es ist gerade Sommer (… Herbst, … Winter, … Frühling).
  3. Sie laden gerade neue iPhone Apps herunter, die Sie nie benutzen werden.
  4. Sie haben BWL studiert.
  5. Karma.
  6. Nostradamus hat es nicht vorhergesagt.
  7. Sie haben gerade die letzte Liste der 100 Dinge gelesen und meinen, eine ist genug.
  8. Sie sind nicht so offen für Neues, wie Sie glauben.
  9. Sie überfahren gerade einen Polizisten der gesehen hat, wie Sie den Bank Blog lesen, während Sie mit 70 km/h durch eine verkehrsberuhigte Zone gefahren sind.
  10. Sie denken gerade darüber nach, ob es wirklich notwendig eine innovationsorientierte Unternehmenskultur in Ihrer Bank einzuführen, die es ermöglichen würde, jeden Tag das Beste an vorhandener Kreativität der Mitarbeiter zutage zu fördern.
  11. Ihr Chef steht gerade mit verschränkten Armen in der Tür und fragt Sie, ob Sie nichts Besseres zu tun haben.
  12. Festnetz-Telefon und Handy klingeln gerade gleichzeitig.
  13. Sie denken, dass irgendeine Marketing-Kampagne dahinter steckt und Ihnen irgendetwas verkauft werden soll.
  14. Ihre Firma wurde gerade von Google übernommen.
  15. Sie vermuten, dass jeder, der eine Liste von 100 Gründen schreibt, warum man diese nicht lesen würde, entweder arbeitslos, verrückt oder beides ist.
  16. Sie wohnen auf einem Asteroiden.
  17. Sie haben gehört, dass man vom Lesen langer Blog-Beiträge süchtig werden kann.
  18. Sie haben Angst vor Verpflichtungen. Schon immer.
  19. Jemand hat gerade festgestellt dass Sie wie Johnny Depp aussehen und nun müssen Sie schnell einen Agenten finden, um den nächsten Teil von Fluch der Karibik zu drehen.
  20. Sie warten noch auf die Ergebnisse der Fokusgruppe.
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Zur Rolle der Banken beim Thema Nachhaltigkeit - Schlüsselrolle der Finanzwirtschaft beim Klimaschutz https://www.der-bank-blog.de/private-banken-nachhaltigkeit/studien/37669431/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Fri, 23 Oct 2020 03:15:20 +0000 Dr. Hansjörg Leichsenring https://www.der-bank-blog.de/?p=37669431 Die privaten Banken sprechen sich in einem aktuellen Positionspapier für mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft und für mehr Klimaschutz aus. Sie seien bereit, eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz einzunehmen.

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Die privaten Banken sprechen sich in einem aktuellen Positionspapier für mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft und für mehr Klimaschutz aus. Sie seien bereit, eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz einzunehmen.

Studien und Research zu strategischen Trends und Entwicklungen in der Finanzdienstleistung

Zahlreiche Trends und Entwicklungen sind von übergeordneter strategischer Bedeutung für Banken und Sparkassen. Im Bank Blog finden Sie Studien zu den wichtigsten strategischen Trends und Entwicklungen im Finanzbereich.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit haben auch für Kreditinstitute eine hohe Relevanz. Nach einer aktuellen Umfrage des Bankenverbandes unter seinen Mitgliedern rechnen 89 Prozent mit spürbaren oder sogar gravierenden Folgen des Klimawandels für die Finanzbranche in den nächsten zehn Jahren.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat vor kurzem in ihrer Rede zur „Lage der Europäischen Union“ noch ambitioniertere Ziele für den Klimaschutz ausgerufen. Nach Ansicht des Bankenverbandes sollten Politik und Finanzwirtschaft hier entschlossen an einem Strang ziehen. Denn den Banken komme auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Wirtschaft und Gesellschaft eine hohe Bedeutung zu, müssten sie diesen doch zu einem wesentlichen Teil finanzieren. Die größten Herausforderungen, aber auch viele Chancen lägen in der Analyse der Kredit- und Anlageportfolien sowie im Risikomanagement.

Banken unterstützen Sustainable Finance-Strategie der EU

Die privaten Banken unterstützten daher die Sustainable Finance-Strategie der Europäischen Union von Beginn an. Gerade von der privaten Kreditwirtschaft seien in den vergangenen Jahren zahlreiche wichtige Impulse rund um die Nachhaltigkeitsdebatte ausgegangen. Mehr als die Hälfte der beteiligten Banken würden bereits nachhaltigkeitsbezogene freiwillige Standards, wie etwa die „Principles für Responsible Banking“ der Vereinten Nationen nutzen.

Forderungen an die Politik

Aus Sicht des Bankenverbandes sei zur Umsetzung eine passende Politik notwendig. Ein „grünes“ Kredit- und Kapitalangebot allein reiche nicht aus. Es brauche die entsprechende Nachfrage und den passenden gesetzlichen Rahmen. Der Gesetzgeber wird aufgefordert, das klare politische Signal zu senden, dass nachhaltige Finanzierungen im Fokus stehen, und dazu zum Beispiel auch Eigenkapitalanforderungen senken. Auch eine CO2-Bepreisung sei wichtig.

Für die Neuausrichtung ihrer Portfolien benötigten die Banken verlässliche, vergleichbare und aussagekräftige Daten aus der Wirtschaft. Diese stünden in großen Teilen noch nicht zur Verfügung. Der Bankverband empfiehlt, mit einfachen, klar definierten und standardisierten Kennzahlen anzufangen, die auf EU-Ebene über ein zentrales Datenregister zur Verfügung gestellt werden sollten, um Wettbewerbsgleichheit zu garantieren.

Zum Downloadlink des Positionspapiers gelangen Sie über Laterpay.

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Sechs Elemente für kundenzentriertes Denken und Handeln - Wie es um die CX-Maturität etablierter Banken steht https://www.der-bank-blog.de/cx-maturitaet/customer-experience/37669141/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Thu, 22 Oct 2020 03:25:34 +0000 Philippe Wicki https://www.der-bank-blog.de/?p=37669141 FinTech-Startups haben gezielt einzelne Bereiche des Bankings kundenfreundlicher gemacht. Etablierte Banken müssen sich öffnen und an Kundenbedürfnissen orientieren, wollen sie im digitalisierten Leben der Menschen in Zukunft noch eine Rolle spielen.

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FinTech-Startups haben gezielt einzelne Bereiche des Bankings kundenfreundlicher gemacht. Etablierte Banken müssen sich öffnen und an Kundenbedürfnissen orientieren, wollen sie im digitalisierten Leben der Menschen in Zukunft noch eine Rolle spielen.

Customer-Experience-Strategie für Banken und Sparkassen

Banken und Sparkassen benötigen eine Customer-Experience-Strategie.

Spätestens die Finanzkrise hat die Unzulänglichkeiten der Bankenbranche deutlich aufgezeigt und mutige, innovative FinTech Startups auf den Plan gerufen. Gezielt haben sie einzelne Bereiche des Bankings kundenfreundlicher gemacht. Kurz gesagt: sie haben aus Sicht der Kunden und im Sinne der Kunden gehandelt.

Im diesjährigen „World FinTech Report” von Capgemini und Efma stellen die beiden Unternehmen fest, dass die etablierten Banken in Bezug auf das Kundenerlebnis noch immer hinter den BigTechs und Neobanken hinterherhinken.

Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit sind gefragt

Was aus Sicht der etablierten Banken früher einmal gut funktionierte, klappt heute plötzlich nicht mehr. Kunden sind informierter, haben weniger Vertrauen in Banken und sind nicht mehr bereit, für standardisierte Prozesse und Transaktionen Zeit aufzuwenden oder überzogene Gebühren zu bezahlen.

Oftmals – man nehme das Beispiel der Neobanken, welche im Grunde dieselben Leistungen anbieten wie traditionelle Banken – ist es nicht das Produkt oder die Dienstleistung per se, die für den Kunden ausschlaggebend ist, sondern das Erlebnis, welches das Unternehmen bietet. Dabei stehen Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit im Vordergrund. Gemäß dem Report von Capgemini und Efma nannten Kunden kostengünstige Angebote (70 Prozent), Benutzerfreundlichkeit (68 Prozent) und schnellere Dienstleistungen (54 Prozent) als die drei wichtigsten Gründe, warum sie Bankdienstleistungen von nicht-traditionellen Anbietern in Anspruch nehmen.

Die Rolle der Banken im Leben der Menschen

Wofür beauftragt ein Kunde heutzutage noch eine Bank in seinem Leben?

Warum entscheiden sich Kunden für oder gegen das Angebot der einen gegenüber der anderen Bank?

Klarheit bezüglich dieser Fragen zu schaffen, ist essentiell für mehrwertstiftende Kundenerlebnisse,  innovative und relevante Angebote und den zukünftigen Geschäftserfolg.

Ganzheitliche Customer-Experience-Strategie gesucht

Für etablierte Banken stellen sich drei zentrale Fragen:

  • Wie gehen die BigTechs und Neobanken vor, um ein tiefes Verständnis für die Lebenssituation, Bedürfnisse und Wünsche der Kunden zu erlangen und daraus ein reibungsloses Erlebnis zu schaffen?
  • Wie schaffen Sie es, ihre Leistungen einfacher, schneller oder günstiger anzubieten?
  • Und was braucht es eigentlich, um sein Unternehmen an Kundenbedürfnissen auszurichten und trotzdem profitabel zu sein?

Die Antwort ist einfach und komplex zugleich: Finanzinstitute benötigen eine ganzheitliche Customer-Experience-(CX)-Strategie, welche kundenzentriertes Denken und Handeln im gesamten Unternehmen etabliert.

Kunden und ihre individuellen Lebenswelten verstehen

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Expat, der soeben in einer neuen Stadt angekommen ist und sich voller Elan auf die Arbeit stürzt, um einen guten ersten Eindruck bei seinem neuen Arbeitgeber zu hinterlassen. Gleichzeitig müssen Sie noch all diese administrativen Dinge erledigen, damit Sie sich in Ihrer neuen Heimat eine neue Existenz aufbauen können. Ein Bankkonto steht ganz oben auf Ihrer To-Do-Liste, denn nur so erhalten Sie Ende Monat Ihren Lohn und können Miete und erste Rechnungen bezahlen.

Sie beschließen in ihrer ersten Woche also, das Büro etwas früher zu verlassen, um diese Aufgabe vom Tisch zu haben. Auf dem Weg zur Bankfiliale stellen Sie sich einige Fragen:

  • Weshalb sind Banken eigentlich nur dann geöffnet, wenn potenzielle Kunden selbst am Arbeiten sind?
  • Weshalb müssen Sie überhaupt zu einer physischen Filiale gehen und warum ist das nicht einfach online möglich?
  • Wieso sind Bankangelegenheiten überhaupt immer so umständlich und zeitraubend für Kunden?

Wenn Strukturen, Systeme, Prozesse und Mitarbeiter ein reibungsloses Kundenerlebnis verhindern

Ende letzten Jahres begab ich mich selbst wieder einmal in eine physische Bankfiliale einer Schweizer Großbank in Zürich. Vor mir war ein Expat, der offensichtlich vor kurzem in die Schweiz kam und sich wahrscheinlich genau in der oben beschriebenen Situation befand. Um zehn vor vier Uhr stand der Mann vor mir und erklärte der Bankangestellten, dass er gerne ein Konto eröffnen möchte. Die Bankangestellte reagierte ganz erstaunt: „Oh, Sie können nicht einfach ein Bankkonto bei uns eröffnen. Das dauert mindestens 45 Minuten mit einem unserer Berater und dafür brauchen Sie einen Termin. Wir schließen jedoch in 10 Minuten.“ Der Herr vor mir war leicht irritiert, fragte aber, wie er denn einen Termin bekommen könne. Die Dame erklärte ihm, dass der nächstmögliche Termin erst in 10 Tagen sei. Der Herr war nun noch irritierter. Dann sagte er der Dame, dass er außerhalb der Stadt wohne, und fragte, ob es möglich sei, bei der dortigen Filiale einen Termin zu buchen? Und raten Sie mal – nein, auch das war nicht möglich.

Obwohl von der Fassade der beiden Filialen das gleiche Logo strahlt und die Mitarbeitenden bei demselben Unternehmen angestellt sind, war es nicht möglich, einen Kundentermin in einer anderen Bankfiliale zu buchen.

Ihm wurde gesagt, er solle persönlich dort hingehen und sich nach einem Termin erkundigen. Ich stand direkt hinter dem Mann und war einfach nur perplex über das, was ich gerade gehört hatte. Ich bin mir nicht sicher, ob der Herr jemals wieder einen Fuß in eine Filiale dieser Bank gesetzt hat.

Digitale Erlebnisse prägen die Erwartungshaltung in allen Lebensbereichen

Die Big Four GAFA (Google, Amazon, Facebook und Apple) setzen den Standard bezüglich Kundenerlebnis und Benutzerfreundlichkeit und sozialisieren die Gesellschaft diesbezüglich. Dadurch erwarten wir heute nicht nur online, sondern in allen Lebensbereichen ein ähnlich einfaches, reibungsloses und befriedigendes Erlebnis über alle Kontaktpunkte hinweg – relevante Dienstleistungen auf Knopfdruck. Neobanken wie Revolut, N26, Atom usw., haben dies verstanden und erfolgreich umgesetzt.

Sie haben standardisierte Prozesse digitalisiert und eine Kontoeröffnung für Neukunden inklusive Verifizierung (KYC) ist in nur wenigen Minuten über ihre App möglich.

Da ich einfach nicht glauben konnte, was ich soeben beobachtet hatte, zückte ich sofort mein Smartphone und versuchte, auf der Website der Bank einen Termin in einer Filiale zu buchen. Und siehe da, es war möglich. Heute kann man auf derselben Website sogar ein Konto eröffnen. Aber wieso wussten das die Mitarbeiterin nicht?

Sechs Voraussetzungen für kundenzentriertes Denken und Handeln

Schreibt man sich als Unternehmen Kundenzentrierung auf die Fahne und sieht dies nicht nur als Lippenbekenntnis, sondern treibende Kraft für den zukünftigen Geschäftserfolg, bedingt dies der Integration von sechs CX-Aktivitäten über das gesamte Unternehmen hinweg:

  1. Purpose & Strategy,
  2. Customer Insights,
  3. Experience Design,
  4. Roles & Governance,
  5. Organization & People Change sowie
  6. Tools & Metrics.
Sechs Elemente für kundenzentriertes Denken und Handeln

Ganzheitliches Customer-Experience-Strategie-Framework als Voraussetzung für kundenzentriertes Denken und Handeln im Unternehmen.

1. Purpose & Strategy

Customer Experience muss ein integraler Bestandteil der Unternehmensvision sein und durch den Aufbau von entsprechenden Zielen und Fähigkeiten in der Unternehmensstrategie verankert werden.

2. Customer Insights

Abhängig von den gesteckten Zielen gilt es herauszufinden, wofür der Kunde ein Unternehmen beauftragt. Was ist der jeweilige „Job to be done” aus Kundenperspektive? Ein gemeinsames und umfassendes Verständnis über die Kunden, ihre Lebenswelten und Bedürfnisse steht deshalb am Anfang jeder Leistung eines Unternehmens.

3. Experience Design

Hat man einmal verstanden, welche vorhandenen und latenten Bedürfnisse seiner Kunden man als Unternehmen befriedigen könnte, braucht es eine bereichsübergreifende Definition des Erlebnisses und des konkreten Mehrwerts, welche man als Unternehmen dem Kunden in seiner jeweiligen Situation bieten will.

4. Roles & Governance

Um das definierte Erlebnis und die entsprechenden Leistungen effizient und effektiv erbringen zu können, greift man auf fachliche Kompetenzen und abteilungsspezifische Leistungen zurück. Rollen und Verantwortlichkeiten müssen eindeutig geklärt werden.

5. Organization & People Change

Ist sich jede Abteilung einmal bewusst, welchen Beitrag sie mit ihrer fachspezifischen Leistungserstellung zum Gesamterlebnis beiträgt, gilt es, die Systeme und Prozesse entsprechend anzupassen sowie Mitarbeitende zu befähigen und ihnen den nötigen Handlungsspielraum zu geben, um eigenständig Entscheidungen im Sinne der Kundenzufriedenheit und der bestmöglichen Leistungserbringung treffen zu können.

6. Tools & Metrics

Und ganz im Sinne einer „learning organization” braucht es die Nutzung von CX Tools und die Definition von CX Kennzahlen, welche es ermöglichen, den Erfolg der Anstrengungen sowie das vorhandene Verbesserungspotenzial kontinuierlich zu überwachen und zu implementieren.

Kundenzentrierung und Innovationen durch eine ganzheitliche CX Strategie

Die Entwicklung einer CX Strategie und damit ein klares Verständnis darüber, welche Aufgabe das Unternehmen für die Kunden in ihren jeweiligen Lebenssituationen löst, bildet die Grundlage zur Entwicklung von wertstiftenden Erlebnissen. Der Weg dorthin ist jedoch verbunden mit fundamentalen Veränderungen im Unternehmen und kann nur erreicht werden, wenn diese vom Top Management lanciert und getragen werden. Bereits bei der Entwicklung gilt es, alle Disziplinen einzubeziehen und gemeinsam die Perspektive zu wechseln, um für Kunden wertstiftende Leistungen zu definieren. Gleichzeitig müssen die eigenen Stärken, Fähigkeiten und Ambitionen im Auge behalten werden. Denn ein Unternehmen sollte nur Leistungen anbieten, worin es kompetent ist und wofür seine Kunden auch bereit sind, Zeit und Geld zu investieren.

Nur wenn der Kunde den Wert einer Leistung schätzt, entsteht Mehrwert für das Unternehmen und seine Kunden.

Und genau hier haben es die Neobanken auf den Punkt gebracht. Durch konsequente Kundenzentrierung über alle Geschäftsbereiche und -prozesse hinweg, haben sie spezifische Bankingaufgaben einfacher, übersichtlicher und kostengünstiger gemacht. Ganz im Sinne eines reibungslosen Kundenerlebnisses. Ob und wann sie jedoch profitabel sein werden, wird die Zeit zeigen. Was sie jedoch bereits heute erreicht haben, ist, wie die Bankenbranche eben auch funktionieren könnte. Und das kommt langsam aber sicher auch bei den etablierten Banken an und macht die ganze Branche Schritt für Schritt kundenzentrierter.

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44 Wege neue Geschäftsideen zu testen - Mit kleinem Einsatz zu großen Gewinnen https://www.der-bank-blog.de/44-wege-neue-geschaeftsideen-zu-testen/buchempfehlungen/37669156/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Thu, 22 Oct 2020 03:20:39 +0000 Dr. Hansjörg Leichsenring https://www.der-bank-blog.de/?p=37669156 Im Buch „Testing Business Ideas“ stellen David Bland und Alexander Osterwalder 44 Wege zum Testen neuer Geschäftsideen vor und zeigen, wie man Kundenwünsche erkennt und mit kleinem Einsatz zu großen Gewinnen kommen kann.

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Im Buch „Testing Business Ideas“ stellen David Bland und Alexander Osterwalder 44 Wege zum Testen neuer Geschäftsideen vor und zeigen, wie man Kundenwünsche erkennt und mit kleinem Einsatz zu großen Gewinnen kommen kann.

Buchtipps und Leseempfehlungen für Bankmanager und -mitarbeiter

Die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen ist als Bestandteil einer Karriere in Zeiten der Veränderung allgemein akzeptiert. Dass „Lesen bildet“ weiß schon der Volksmund. Obwohl wir alle tagtäglich viel zu viel lesen „müssen“, lesen wir wohl alle gleichzeitig auch viel zu wenig. Im Bank Blog finden Sie daher Hinweise und Empfehlungen auf interessante Bücher, die Ihnen neue Erkenntnisse und Ideen vermitteln sollen.

Wer eine Idee für ein neues Geschäft oder Produkt hat, ist in der Regel gut beraten, vorher zu prüfen, ob der Markt auch bereit dafür ist. Mit anderen Worten, man tut gut daran, sie am Kunden zu testen, bevor man sie skaliert.

Vor jeder unternehmerischen Aktivität sollte daher die Frage stehen, ob die Geschäftsidee als Problemlösung für Kunden wunscherfüllend und ob sie machbar und rentabel ist.

In ihrem Buch „Testing Business Ideas“ zeigen David Bland und Alexander Osterwalder, wie man neue Geschäftsideen testet und so Risiken minimiert. Die Autoren stellen dazu knapp und anschaulich 44 Varianten von teils auch kombinierbaren Experimenten dar. Die Lösungen können sich auf einzelne Bereiche eines Unternehmens, aber auch auf die gesamte Organisation beziehen.

Wie man neue Geschäftsideen findet

Grundlage eines jeden Geschäftserfolgs, so die Autoren, sei ein gutes diverses Team mit den erforderlichen Kernkompetenzen. Dazu zählen neben unternehmerischer Erfahrung vor allem Produkt-, Design- und Technikkompetenz. Erfolgreiche Teams arbeiten datenbasiert, sind experimentierfreudig, kundenzentriert und unternehmerisch. Sie pflegen ein iteratives Vorgehen und hinterfragen Vermutungen.

Buchtipp: Testing Business Ideas, von David Bland und Alexander Osterwalder

Testing Business Ideas, von David Bland und Alexander Osterwalder.

Das Team erstellt in drei Schritten das Businessdesign für eine Geschäftsidee:

  • Ideenfindung mit möglichst vielen Alternativen.
  • Prototypen, die helfen sollten spätere Anpassungen praktikabel zu halten.
  • Bewertung, die zu Feldtests oder ggf. zu weiteren Iterationen führt.

44 Experimente zum Test von Geschäftsideen

Zu einer Geschäftsidee gehören klare, risikovalide Geschäftshypothesen und ggf. auch gleichzeitig Gegenhypothesen. Geschäftshypothesen sollten überprüfbar, präzise und eigenständig sein. Sie orientieren sich an der Wünschbarkeit, Machbarkeit und Rentabilität der zugrunde liegenden Geschäftsidee.

Die wichtigsten Hypothesen werden in kostengünstigen, schnellen Experimenten getestet. Dazu dienen die 44 vorgestellten Experimente zur Erforschung von Kundenwünschen und User Experience. Sie helfen, Risiken schrittweise zu reduzieren und Ideen marktreif zu gestalten. Mit mehreren verschiedenen Experimenten und immer stärkeren Beweisen können immer zuverlässigere Aussagen über die Annahme oder die Ablehnung einer Hypothese getroffen werden.

Das mit vielen Abbildungen und Übersichten illustrierte Buch liefert Blaupausen für den optimalen Testverlauf bei verschiedenen Produktarten – Hardware, Software, Dienstleitung – und hält jede Menge Tipps für die praktische Umsetzung bereit.

Über die Autoren David Bland und Alex Osterwalder

David Bland ist Berater, Autor und Gründer. Er brachte die Lean-Start-up-Methode, Design Thinking und Business Model Innovation bei Unternehmen weltweit zur Anwendung.

Alex Osterwalder ist Berater für Geschäftsmodellinnovationen, Redner und Lehrender an führenden Universitäten der Welt.

Im folgenden Video erleben Sie David Bland in einem kurzen Vortag über Produktentwicklung:

Buch oder Zusammenfassung

Das Buch hat 348 Seiten. Sie erhalten es u.a. bei Amazon:

Bei GetAbstract erhalten Sie die wesentlichen Inhalte des Buches in einer qualifizierten fünfseitigen Zusammenfassung. Sie sparen Zeit bzw. können sich z.B. danach entscheiden, ob Sie das Buch auch als Ganzes lesen wollen.

GetAbstract Guide zur digitalen Transformation

Für die Leser des Bank Blog bietet GetAbstract ein exklusives Informationspaket zur digitalen Transformation. Nach einem Klick auf den folgenden Banner gelangen Sie zur Anmeldung:

Get Abstract: Zusammenfassungen interessanter Businessbücher
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Künstliche Intelligenz unter dem Einfluss der Corona-Pandemie - Vier Prinzipien für die erfolgreiche KI-Implementierung https://www.der-bank-blog.de/kuenstliche-intelligenz-corona/studien/37669512/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Thu, 22 Oct 2020 03:15:01 +0000 Pascal Brückner https://www.der-bank-blog.de/?p=37669512 Wo stehen deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich beim Einsatz Künstlicher Intelligenz? Und welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Weiterentwicklung von KI-Projekten? Diese und weitere Fragen beantwortet eine aktuelle Studie.

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Wo stehen deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich beim Einsatz Künstlicher Intelligenz? Und welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Weiterentwicklung von KI-Projekten? Diese und weitere Fragen beantwortet eine aktuelle Studie.

Aktuelle Trends, Studien und Research zu Technologie und IT

Technologie ist nicht erst seit der Digitalisierung ein wichtiger Faktor für Finanzdienstleister. Im Bank Blog finden Sie Studien zu den wichtigsten Trends und Entwicklungen.

Für eine aktuelle Studie des Capgemini Research Institutes wurden 950 Unternehmen aus elf Ländern und elf verschiedenen Branchen zu ihren Initiativen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) befragt. Zusätzlich wurden Interviews mit deren verantwortlichen Führungskräften durchgeführt. Dabei ist auffällig, dass Unternehmen, die bisher bereits beim Thema KI führend waren, sich in ihren Initiativen von der Pandemie unbeeindruckt zeigen:

  • 78 Prozent der KI-Vorreiter unter den Unternehmen führen ihre KI-Initiativen wie vor der Pandemie fort,
  • 21 Prozent haben deren Umsetzung sogar beschleunigt.

Unter den Unternehmen, die KI noch nicht skalierbar einsetzen, fahren hingegen 43 Prozent ihre Investitionen zurück, 16 Prozent haben diese sogar vollständig eingestellt. In Deutschland nahmen 44 Prozent der Unternehmen keine Änderungen vor, 8 Prozent erhöhten die Geschwindigkeit und 19 Prozent stellten die Initiativen gänzlich ein.

Skalierbare KI-Anwendungen liefern greifbare Ergebnisse

Die Zahlen derjenigen, die KI erfolgreich implementieren, sprechen für sich: 79 Prozent der Vorreiter, die über skalierbare KI-Lösungen verfügen, verzeichneten einen Anstieg beim Vertrieb von Produkten und Services von mindestens 25 Prozent. 62 Prozent dieser Gruppe konnten zudem die Anzahl an Kundenbeschwerden um mindestens 25 Prozent reduzieren, 71 Prozent gelang dies in Bezug auf Sicherheitsrisiken. Von den deutschen Unternehmen konnten 45 Prozent (global: 35 Prozent) ihre Vertriebsaktivitäten steigern und 49 Prozent (global: 39 Prozent) ihre Sicherheitsrisiken minimieren.

Insgesamt können 13 Prozent (Deutschland: 16 Prozent) der befragten Unternehmen als Vorreiter bezeichnet werden, die KI-Anwendungen skalieren können und bereits mehrere KI-Anwendungen erfolgreich in unterschiedlichen Teams eingeführt haben. 72 Prozent seien dagegen als „Nachzügler" einzustufen, die noch keines ihrer vor 2019 gestarteten KI-Pilotprojekte in eine produktive Anwendung überführen konnten. Im Vergleich zur Studie von 2017 haben aktuell 53 statt 36 Prozent der Unternehmen mindestens die Pilotphase ihrer KI-Projekte überstanden.

Branchen reagieren unterschiedlich auf die Corona-Krise

Die Life-Science-Industrie ist bereits besonders stark in KI-Einsatzbereiche investiert, hier nutzen bereits 27 Prozent der Unternehmen erfolgreich verschiedene Anwendungen. Die Branche investiert ganze 17 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Dort sind derzeit vor allem virtuelle Assistenten, Chatbots und Corona-Warn-Apps im eHealth-Segment gefragt.

So setzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf KI-basierte Anwendungen, um Informationen zur Pandemie zu sammeln und zu strukturieren. An zweiter Stelle steht der Handel mit 21 Prozent Vorreitern, gefolgt von der Automobilbranche und Konsumgüterherstellern (jeweils 17 Prozent). Daran schließen sich die Telekommunikationsanbieter mit 14 Prozent an.

Banken befinden sich bei der Durchdringung mit Projekten zur Künstlichen Intelligenz im Vergleich mit anderen Branchen weit hinten.

Implementierung von KI-Projekten nach Branchen

Banken sind zurückhalten bei KI-Projekten.

Deutsche Banken fahren ihre KI-Initiativen zurück

Aufgrund der Corona-Pandemie haben 64 Prozent der Banken ihre Investitionen in KI reduziert oder ganz eingestellt. Demgegenüber waren es nur 38 Prozent aller Life-Science-Unternehmen, allerdings 66 Prozent bei Versicherern. In der Automobilbranche und im öffentlichen Sektor haben jeweils 49 Prozent ihre Bemühungen zurückgefahren.

In Deutschland haben 64 Prozent der befragten Banken ihre KI-Initiativen ausgesetzt oder Investitionen mit geringen potenziellen Auswirkungen gecancelt. 36 Prozent der Banken treiben ihre KI-Initiativen wie geplant voran oder beschleunigen sogar das Bereitstellungstempo.

KI-Projekte müssen flexibler werden

Um KI-Modelle schnell an unvorhergesehene Ereignisse wie die Corona-Situation anpassen zu können, müssten Änderungen bei der Datennutzung und an der Organisationsstruktur stets synchron erfolgen. So bildeten nach Ansicht der Studienautoren historische Daten die momentane Lage nur begrenzt ab, während sich aktuelle KI-Modelle für das „neue Normal" nach Corona noch als wenig aussagekräftig erweisen würden.

Daher benötigten Unternehmen geeignete Strukturen und qualifizierte Mitarbeiter, um KI-Modelle schnell und flexibel an neue Realitäten anzupassen, sodass weder ethische Prinzipien gefährdet noch die Leistungsfähigkeit der Anwendungen beeinträchtigt würde.

Verbesserung der Datenqualität und ethische Maßgaben

Gerade für KI-Vorreiter ist die Verbesserung der Datenqualität der wichtigste Ansatz, um zusätzliche Vorteile aus dem eigenen KI-System zu ziehen. Eine effektive Datenverwaltung sorgt demnach für die nötige Datenqualität und stellt sicher, dass Führungskräfte auf die gelieferten Daten vertrauen. Notwendige Technologieplattformen wie hybride Cloud-Architekturen und ein gleichberechtigter Datenzugriff sind Grundlage dafür, KI umfassend einzusetzen.

Allerdings sei au der Analyse erkennbar, dass sich viele Unternehmen noch nicht ausreichend mit ethischen Aspekten auseinandersetzten, obwohl eine ethische KI im Fokus von Verbrauchern und verschiedenen Regulierungsmaßnahmen steht. Demnach gibt nur knapp ein Drittel der Nachzügler (KI-Vorreiter: 90 Prozent) an zu wissen, wie und warum ihr KI-System zu ihren Ergebnissen kommt. Folge dieser Intransparenz sei sinkendes Vertrauen von Führungskräften, Mitarbeitern und Kunden.

Hybride Steuerung hilft bei der Skalierung von KI

Bei 79 Prozent der KI-Vorreiter (Nachzügler: 29 Prozent) gibt es ein zentrales Team, das KI-Initiativen definiert und steuert. In Deutschland verfügen insgesamt 49 Prozent der Unternehmen über ein zentrales Team und ist damit dem globalen Durchschnitt voraus: Weltweit ist nur für 34 Prozent der Unternehmen der Fall.

Die Studienautoren empfehlen für die Skalierung einen hybriden Steuerungsansatz, bei dem ein zentrales Team für die Strategie und Evaluation der Maßnahmen verantwortlich ist, während die operative Umsetzung in den jeweiligen Teams erfolgt. Zusätzlich diene ein Netzwerk aus Kompetenzzentren der Ideenentwicklung und Zusammenarbeit.

Vier Prinzipien für die erfolgreiche KI-Implementierung

Für die erfolgreiche Einführung von KI-Anwendungen sollten Unternehmen laut der Studie vier Prinzipien in den Mittelpunkt stellen:

  1. Der Aufbau einer soliden Basis, die Mitarbeiter befähigt, einfach auf vertrauenswürdige, qualitativ hochwertige Daten zugreifen zu können und diese mithilfe geeigneter Werkzeuge, Daten- und KI-Plattformen sowie agiler Praktiken verfügbar zu machen.
  2. Die Einführung von Künstlicher Intelligenz operationalisieren, anhand eines passenden Betriebsmodells, der Priorisierung von Initiativen sowie einer ausgewogenen Steuerung unter Berücksichtigung ethischer Kriterien.
  3. Die Förderung von benötigen Fähigkeiten und der Zusammenarbeit mit Partnern und Ökosystemen.
  4. Ein fortlaufendes Monitoring des KI-Modells hinsichtlich Genauigkeit und Leistung, um belastbare Ergebnisse zu erhalten und die Anzahl an Ergebnissen zu erhöhen.

Zum Downloadlink zur internationalen Studie sowie der Auswertung für Deutschland (engl.) gelangen Sie über Laterpay.

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7 Gründe, warum Green Washing für Banken keine Option ist - Echte Nachhaltigkeit pflegen, statt Kundenverlust riskieren https://www.der-bank-blog.de/green-washing/marketing/37669456/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Wed, 21 Oct 2020 03:25:35 +0000 Magnus Hetz https://www.der-bank-blog.de/?p=37669456 Nachhaltigkeit verlangen Kunden heutzutage auch von Finanzdienstleistern. Banken sollten nicht den vermeintlich einfachen Weg gehen und es mit Green Washing versuchen. Die Täuschung kann nach hinten losgehen und Kunden nachhaltig verprellen.

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Nachhaltigkeit verlangen Kunden heutzutage auch von Finanzdienstleistern. Banken sollten nicht den vermeintlich einfachen Weg gehen und es mit Green Washing versuchen. Die Täuschung kann nach hinten losgehen und Kunden nachhaltig verprellen.

Green Washing ist für Banken keine Option beim Thema Nachhaltigkeit

Green Washing ist für Banken und Sparkassen keine Option beim Thema Nachhaltigkeit.

Im Rahmen einer aktuellen Umfrage „Welche Marken Deutsche vertrauen“ wurden auch vertrauensbildende Kriterien abgefragt. Rang 4 für Banken belegte dabei der Umweltschutz. Dieses Ergebnis überrascht, rangiert die Ökologie damit noch vor dem Service.

Was heißt das nun für den Finanzdienstleistungssektor? Wie müssen Banken und Finanzdienstleister auf die geänderten Werte und Ansprüche der Kunden eingehen? FridaysforFuture, Klimawandel, Plastikflut in den Meeren … dies alles bringt immer mehr Kunden zum Nachdenken. Und zur Änderung ihres Konsumverhaltens.

Menschen wollen und erwarten Nachhaltigkeit

Einer Studie von CapGemini zufolge sind Konsumenten durchaus aufgeschlossen für das Thema Nachhaltigkeit:

  • Rund 50 Prozent der deutschen Verbraucher würden zu einer anderen Marke wechseln, wenn diese nachhaltiger ist.
  • 64 Prozent sagen „nachhaltig einkaufen macht mich glücklich“.
  • 52 Prozent haben eine emotionale Bindung an Produkte oder Organisationen, die sie als nachhaltig wahrnehmen.
  • 84 Prozent der Bewerber finden es „wichtig“ oder „sehr wichtig“, dass ihr neuer Arbeitgeber Verantwortung übernimmt.

Kreditinstitute, die per Geschäftszweck auf Nachhaltigkeit & Umwelt ausgerichtet sind (z.B. GLS, Triodos) erfüllen diese Kundenerwartungen leicht. Andere, wie regional und sozial agierende Sparkassen oder Sparda-Banken, tun sich schon schwerer. Doch besonders die Big Player, die vielfach Unternehmen finanzieren, die ihr Geschäft mit fossiler Energie, aber auch Waffenhandel, Kinderarbeit u.ä. betreiben, haben jetzt und in Zukunft ein massives Problem.

Die Idee oder Vorgabe „wir müssen jetzt aber auch Umweltschutz können“ bringt zum Teil absurde Marketingkreationen mit sich. Häufiger sind solche Kampagnen leider nur Green Washing, „grüner Schein“ statt „grünem Sein“. So verlockend es auch sein mag, mit wenig Aufwand und ein bisschen „grüner Farbe“ ein vermeintlich nachhaltiges Image zu schaffen – davon kann nur abgeraten werden.

Finanzprodukte sind abstrakt und in der Regel austauschbar. Finanzdienstleistern bleibt eigentlich nur das Marketing (Produktgestaltung, Preispolitik, Werbung, Öffentlichkeitsarbeit), um sich und ihre Produkte vom Wettbewerb zu unterscheiden. Für die Kaufentscheidung des Kunden ist neben der Kondition daher das Image der Marke wichtig.

7 Gründe, warum Banken auf Green Washing verzichten sollten

Gerade für Banken und Sparkassen ist Green Washing gefährlich. Die folgenden sieben Gründe machen deutlich, warum sie auf Green Washing besser verzichten sollten:

  1. Banken stehen im Fokus der Öffentlichkeit. Vor allem Verbraucherschützer, Aktivisten, aber auch Populärmedien greifen genussvoll jedes kleine (vermeintliche) Fehlverhalten auf. Die Wahrscheinlichkeit für Banken, beim Green Washing „ertappt“ und „vorgeführt“ zu werden, ist größer als in anderen Branchen.
  2. Niemand mag es, getäuscht zu werden. Green Washing ist genau das, die Vortäuschung eines ökologischen und/oder sozialen Bildes. Der Kunde hat im schlimmsten Fall das Gefühl, für dumm verkauft zu werden. Und eine solche emotionale Enttäuschung geht viel tiefer, wirkt nachhaltiger als eine rein sachliche Enttäuschung wie der „Zins von nur 0,05 Prozent “.
  3. Die Wechselwahrscheinlichkeit eines Kunden ist im Finanzdienstleistungssektor in den letzten Jahren zwar gestiegen, aufgrund der meist langjährigen Vertragslaufzeiten und vermeintlichen Hürden jedoch noch geringer als im Konsumgüterbereich. Dieser scheinbare Vorteil kann sich bei nachgewiesenem Green Washing ins Gegenteil verkehren. Gerade emotional enttäuschte Kunden wechseln – und sind dann für immer verloren.
  4. Grüne, nachhaltige Aspekte werden von den Aufsichtsbehörden immer stärker für die verschiedenen Geschäftsbereiche gefordert. So müssen Kreditinstitute in ihren Risk-Betrachtungen auch Klimarisiken abbilden. Im Asset Management greifen ab März 2021 neue Offenlegungspflichten auf Basis EU-Regulatorik. Die Werte sind dann bekannt … und für Interessierte zu eruieren. Sind sie schlecht, dann wird ein „grüner Marketing-Anstrich“ umso schneller entdeckt, durch Social Media-Kanäle rasant verbreitet und schadet dem Image nachhaltig.
  5. Langzeitvergleiche haben gezeigt, dass eine nachhaltige Anlagestrategie bessere Renditen bringt. Dies gilt sowohl für das Eigengeschäft einer Bank, als auch für Anlageprodukte für Kunden.
  6. Früher Traumberuf, heute schwierig: Top-Bewerber für Finanzdienstleister zu begeistern. Millenials und die Generation Z schauen bei der Wahl des Arbeitsgebers auch darauf, ob er Verantwortung übernimmt. CSR ist kein Fremdwort mehr, sondern wird von diesen Arbeitnehmern aktiv eingefordert. Green Washing schadet einer Marke also auch im Employer Branding.
  7. Und um sich eine grüne Attitüde zu geben, ist viel Aufwand nötig. Dabei besteht immer die Gefahr, „aufzufliegen“ und Kunden / Geschäft zu verlieren. Dann heißt es letztendlich, Kosten verursacht, aber Geschäftsergebnis gemindert. Mit echter Nachhaltigkeit sind in verschiedenen Produkten höhere Konditionen durchsetzbar. Oder lassen sich in einigen Unternehmensbereichen Kosten senken – beides hat positive Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis.

Handlungsempfehlungen für Kreditinstitute

Finanzdienstleister sollten ihre Kräfte und Anstrengungen in echtes Green Marketing, in eine nachhaltige Strategie und Produkte bündeln. Das bringt ihnen mehr, als sich mit Green Washing zu verschleißen und – bei Aufdeckung – den Kunden nachhaltig zu verlieren.

Was sollten Banken und Finanzdienstleister also tun?

  • Das Ziel haben, auf lange Sicht am Markt zu bestehen, statt auf kurzfristige Absatzerfolge zu setzen.
  • Realisieren, dass das Thema „Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Klimawandel“ stets wichtiger wird.
    Markt und Kunden werden es immer lauter einfordern. Auf Dauer wird sich dem keine Bank und kein Finanzdienstleister entziehen können. Diese harte Lektion mussten in den letzten Jahren bereits die deutschen Automobilhersteller lernen.
  • Sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst werden.
    Deinvestment ist inzwischen hinlänglich bekannt und praktiziert – Geld regiert immer noch die Welt. Letztendlich entscheiden die Investitionen, was realisiert wird. Hier könnten Kreditinstitute Verantwortung übernehmen und aktiv die Zukunft gestalten.
  • Eine Bestandsaufnahme machen: wo stehen wir heute?
    Dabei sollte das jeweilige Kreditinstitut ganzheitlich erfasst werden: Produkte, Marketing, Partner, interne Abteilungen usw.
  • Ziele vereinbaren: wo wollen wir in welcher Zeit hin? Handlungsfelder definieren und klare Aufgaben verteilen.
  • Zielerreichung messen, kommunizieren, und die Stellschrauben in regelmäßigen Abständen nachjustieren.
  • Umweltschutz, Nachhaltigkeit, CSR braucht Expertenwissen – am besten gepaart mit Expertise aus dem Finanzsektor. Hier gilt: lieber externe Experten zu Rate ziehen, als mit reinem Inhouse-Wissen Green Washing zu riskieren.

Green Banking statt Green Washing

Finanzangelegenheiten sind heute mehr denn je eine Frage des Vertrauens. Durch Green Washing gefährden Banken die Kundenbeziehung. Durch echtes nachhaltiges Handeln bauen sie das Vertrauen der Kunden auf und festigen es sogar. Diese Chance sollten Finanzdienstleister nutzen!

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Wie deutsche Finanzinstitute den Verbraucher umwerben - Ein Blick auf aktuelle Werbespots im September 2020 https://www.der-bank-blog.de/finanzinstitute-werbung/marketing/37669743/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Wed, 21 Oct 2020 03:20:04 +0000 Dr. Hansjörg Leichsenring https://www.der-bank-blog.de/?p=37669743 Ein Blick auf aktuelle Werbespots zeigt, wie deutsche Finanzinstitute die Verbraucher umwerben. Mal mit Promis, mal mehr, mal weniger witzig, mal philosophisch und mal ganz praktisch. Im Vordergrund stehen Privatkredite, Bausparen und Mobile Payment.

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Ein Blick auf aktuelle Werbespots zeigt, wie deutsche Finanzinstitute die Verbraucher umwerben. Mal mit Promis, mal mehr, mal weniger witzig, mal philosophisch und mal ganz praktisch. Im Vordergrund stehen Privatkredite, Bausparen und Mobile Payment.

Wie deutsche Banken um die Gunst der Kunden werben

Wie deutsche Banken und Sparkassen um die Gunst der Kunden werben.

Banken und Sparkassen stecken viel Geld in TV-Werbung. Da lohnt es sich, mal genauer hinzusehen, wofür. Von Zeit zu Zeit stelle ich Ihnen daher aktuelle Werbespots von Banken, Sparkassen und anderen Finanzdienstleistern vor. Es ist immer ein Querschnitt durch die zahlreichen Bemühungen um die Gunst der Kunden und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Jürgen Klopp findet Privatkredite cool

Dass Influencer Marketing immer noch in ist, zeigt das Beispiel Jürgen Klopp. Er ist einer der meistgebuchten Werbepersonen. 2016 – da war er noch beim BVB – galt er laut einer Analyse – vor Manuel Neuer und Thomas Müller – als der am stärksten wahrgenommene Markenbotschafter. In Spitzenzeiten war er für fünfzehn (!) Unternehmen unterwegs, u.a. für drei verschiedene Automarken (Mitsubishi, Seat und Opel).

Im Finanzdienstleistungsbereich diente er der Ergo-Versicherung, den Volks- und Raiffeisenbanken und jetzt der Deutschen Vermögensberatung als Influencer. Immer nett und freundlich, immer sympathisch. Doch ob es wirklich doof ist, Ausgaben und Einnahmen aufeinander abzustimmen (die berühmte „schwäbische Hausfrau“ lässt grüßen) und ein Privatkredit gerade für junge Leute die coolere Lösung ist, sei an dieser Stelle dahingestellt. Schließlich gelingt nicht jedem ein entsprechender Aufstieg. Daran wird auch der beste Berater der DVAG oder der Deutschen Bank wenig ändern.

Privatkredit und Bankfilialen

Wo wir gerade bei Privatkrediten sind. Auch die Commerzbank möchte diese jungen Leuten schmackhaft machen. Warum will man eigentlich immer die Jugend zum Konsum auf Kredit verführen? Egal. Wichtiger ist: Die Filiale steht im Vordergrund diese Spots, der wohl vor den jüngsten Schließungsplänen geplant und fertiggestellt wurde.

Zwei unterschiedliche Träume von den eigenen vier Wänden

Dass man sich dem Thema Bausparen und der Realisierung des Traums von einer eigenen Immobilie auf höchst unterschiedliche Arten nähern kann, zeigen zwei aktuelle Kampagnen:

Die LBS versucht wohl immer noch, an die Zeiten ihres Spießer-Spots anzuknüpfen und wirkt dabei auf seltsame Weise humoristisch bemüht.

Ein Spot von Schwäbisch-Hall zeigt hingegen einfach und prägnant, warum die eigenen vier Wände der wichtigste Ort der Welt sein können.

Wie Umbrüche zu Mehrwert führen können

In einem eher philosophisch angehauchten Werbefilm nimmt die DZ Bank Bezug auf japanische Handwerkskunst. Eine durch einen (Um)Bruch notwendige Reparatur würde demnach bereichern. Ob Sony & Co. das auch so sehen? Immerhin will die Bank ihren Kunden dabei helfen, in schwierigen Zeiten erfolgreich Neues zu gestalten und das ist ja gerade aktuell durchaus lobenswert.

Apple Pay für die ganz normalen Leute

Apple Pay mit der Girocard? Das haben wir an dieser Stelle schon 2017 prognostiziert. Das Ganze hat zwar etwas länger gedauert als gedacht, aber bekanntlich ist ja, was lange währt, oft wirklich gut.

Ausgerechnet die zunächst Apple-skeptischen Sparkassen ermöglichen ihren Kunden seit kurzem als erstes deutsches Kreditinstitut Apple-Pay mit der normalen Girocard zu verwenden. Vermutlich hat die Sparkassen Finanzgruppe dabei mit Apple eine zumindest zeitliche Exklusivität ausgehandelt, denn technisch dürfte zwischen einer S-Girocard und einer Geno-Card kein Unterschied bestehen. Insofern ist es nur recht und billig, dafür auch die Werbetrommel zu rühren.

Unter dem Motto „Fortschritt ist toll – zumindest wenn er Menschen weiterbringt“ wird kundgetan, dass die Sparkasse für ihre Kunden jetzt „endlich mal was Sinnvolles“ (Originalzitat) hat: Apple Pay für alle! Gemeint ist, dass mit Apple Pay jetzt auch per Girocard an der Supermarktkasse gezahlt werden kann.

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Corona-Krise treibt Wertberichtigungen in die Höhe - Kreditverluste für Europas Banken könnten 415 Milliarden Euro übersteigen https://www.der-bank-blog.de/corona-krise-wertberichtigungen/studien/37669579/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Wed, 21 Oct 2020 03:15:39 +0000 Pascal Brückner https://www.der-bank-blog.de/?p=37669579 Europas Banken spielen eine tragende Rolle beim Abfedern der Folgen der Corona-Pandemie. Einer Studie zufolge drohen ihnen durch die Krise Kreditausfälle in Höhe von 415 Milliarden Euro. Die Institute müssen ihr Risikomanagement verstärken.

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Europas Banken spielen eine tragende Rolle beim Abfedern der Folgen der Corona-Pandemie. Einer Studie zufolge drohen ihnen durch die Krise Kreditausfälle in Höhe von 415 Milliarden Euro. Die Institute müssen ihr Risikomanagement verstärken.

Trends, Studien und Research zum Firmenkundengeschäft, Corporate und Investment Banking

Studien und Research zu Trends und Entwicklungen im Firmenkundenbereich der Banken, inklusive Corporate und Investment Banking.

Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Finanzsystem zu reduzieren, haben viele Länder ihre staatlichen Fördermaßnahmen auf die Vergabe privater Kredite umgestellt. Damit wird die Verantwortung, die Wirtschaft am Laufen zu halten, weitgehend auf private Kreditgeber übertragen.

Das Beratungsunternehmen Accenture hat für eine aktuelle Studie die Folgen untersucht und ausgerechnet, dass die europäischen Banken im laufenden Jahr bis zu 415 Milliarden Euro für die Deckung pandemiebedingter Kreditverluste aufbringen müssen. Zur Bewältigung dieser Aufgabe seien bislang 2,4 Prozent der bestehenden Kredite zur Deckung zurückgelegt worden. Dies sei fast doppelt so viel, wie die Institute während der globalen Finanzkrise 2008 abgeschrieben hätten.

Öffentliche und private Verschuldung bald auf Rekordniveau?

In einer zunehmend fremdfinanzierten Wirtschaft stünden die Banken vor der Aufgabe, ihre Kreditbestände zu managen und zeitgleich Entscheidungen über neue Kreditvergaben zu treffen. Weiterhin stellten die Studienautoren fest, dass dadurch ein weltweites Rekordniveau der öffentlichen und privaten Verschuldung erreicht werden könnte.

Analysten prognostizierten, dass diese bis Ende 2020 bis zu 200 Billionen US-Dollar betragen könnte. Bei Erreichen dieses Werts wäre die Rückzahlungsfähigkeit von Unternehmen und Privathaushalten ernsthaft gefährdet.

Staatliche Hilfsprogramme allein genügen nicht

Wenn die staatlichen Hilfsprogramme auslaufen, müssen die Institute mehr Kapital zum Schutz vor Kreditausfällen vorhalten. Um ihre Strategien für das Kredit- und Risikomanagement entsprechend auszurichten, benötigen die Banken eine vorausschauende und datengestützte Sicht des aktuellen Kreditrisikos, wobei die langfristige Sicht auf den Kunden im Vordergrund stehen müsse. Im vergangenen Jahr hätten europäische Banken noch die vergleichsweise geringe Summe von 80 Milliarden Euro zur Deckung potenzieller Kreditverluste bereitgestellt.

Nach Einschätzung der Studienautoren benötigten die Finanzinstitute im Jahr 2020 zusätzlich 265 bis 335 Milliarden Euro zur potenziellen Abschreibung notleidender Kredite. So könnten US-amerikanische Banken in den USA im Jahr 2020 bis zu 320 Milliarden US-Dollar abschreiben, was einem Anstieg von 265 Milliarden US-Dollar ab 2019 entspricht. Chinesische Banken könnten im gleichen Zeitraum Abschreibungen von bis zu 360 Milliarden US-Dollar vornehmen, was einem Anstieg von 190 Milliarden US-Dollar ab dem Jahr 2019 entspräche.

Banken insgesamt finanziell ordentlich aufgestellt

Zahlreiche Banken seien zu Beginn der Pandemie finanziell so gut aufgestellt gewesen, dass auch erhebliche Kreditverluste aufgefangen werden konnten. Nach Analyse der Studienautoren hielten die weltweit größten Banken Kapitalreserven, die deutlich über den Anforderungen der Aufsichtsbehörden lägen.

Weiterhin sei zu bemerken, dass die fünf größten US-Banken im ersten Halbjahr Reserven in Höhe von 60 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen konnten. Die europäischen Banken hätten im ersten Quartal 2020 fast 18 Milliarden US-Dollar zurückgelegt. Diese Rückstellungen könnten abgerufen werden, sobald die staatlichen Fördermittel ausliefen und Kunden in Zahlungsverzug gerieten.

Balancefähigkeit und Fingerspitzengefühl sind gefragt

Für Banken stünden schwere Entscheidungen bevor: Zwischen Kreditverlängerungen, die finanziell überlebensfähigen Kunden helfen, oder der Verschleppung einer unvermeidbaren Zahlungsunfähigkeit. Wer als Bank nun vorausschauend agiere, könne seine bisher erworbenen Daten- und Analysefähigkeiten nutzen, um operative Strategien für das Kreditmanagement zu entwickeln, die auf einzelne Branchen und Regionen zugeschnitten seien.

In einem Klima, in dem sich Zahlungsausfälle nicht auf die Kreditwürdigkeit der Verbraucher auswirkten und die tatsächliche wirtschaftliche Lage eines Unternehmens aufgrund von Kurzarbeits- und Lohnschutzregelungen unklar sei, könnten Banken einen datengestützten Ansatz zur Verwaltung ihres Kreditportfolios verfolgen.

Wie Banken ihre Kernkompetenzen im Kreditmanagement stärken

In den vergangenen zehn Jahren sei das Kreditmanagement der Banken auf ein Minimum geschrumpft. Um den steigenden Ausfallraten gerecht zu werden, müssten jetzt viele von ihnen ihre Ressourcen in einem Maße erweitern, das weit über die traditionellen Kapazitäten in diesem Bereich hinausgehe. Durch die erfolgten Investitionen in digitale Technologien könnten Bankmitarbeiter jedoch heute individuelle Lösungen für ihre Kunden entwickeln, um die finanziellen Engpässe zu überbrücken.

4 Empfehlungen für das Kreditmanagement

Die Studie enthält vier Empfehlungen, wie Banken ihre Kompetenzen im Kreditmanagement stärken und ihr Geschäft auf die ausstehenden Herausforderungen vorbereiten können:

  1. Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden, um unbeabsichtigte Folgen, wie das Ausdünnen neuer Kredite, zu vermeiden bzw. zu minimieren.
  2. Einführung klarer Leitlinien und Transparenz in Bezug auf die Rückzahlung von Krediten.
  3. Gewährleistung einer fairen Behandlung der Kreditnehmer bei klaren Regeln zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit der Kunden.
  1. Bilanzrisikomanagement bei gleichzeitiger Beratung von Unternehmen und Privathaushalten zur Bewältigung finanzieller Krisensituationen.

Für Banken sei es schwer, sich aus dem derzeitigen Kreditgeschäft zurückzuziehen – auch wenn es verlockend scheinen mag. Die Nachfrage nach Krediten werde unweigerlich steigen und müsse erfüllt werden. Wenn sich die Banken zurückzögen, würde dies unweigerlich Raum für neue Wettbewerber im Kreditgeschäft öffnen. Die größten Wettbewerber seien dabei nicht nur FinTechs und BigTechs, sondern auch zunehmend große, kapitalstarke Unternehmen, die neue Finanzierungsmöglichkeiten für ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten.

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Fünf Handlungsempfehlungen für eine dauerhaft agile Organisation - Der kontinuierliche Verbesserungsprozess 2.0 https://www.der-bank-blog.de/fuenf-handlungsempfehlungen-kvp/innovation/37669701/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Tue, 20 Oct 2020 03:25:11 +0000 Dr. Carsten Jacobi https://www.der-bank-blog.de/?p=37669701 Der kontinuierliche Verbesserungsprozess gehört zum Tagesgeschäft. Im Mittelpunkt stehen definierte Kennzahlen, die die Leistungsfähigkeit und die Güte des Prozesses end-to-end wiedergeben. Die agile Organisation lebt, indem Optimierungen in kurzen Zyklen ungesetzt werden.

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Der kontinuierliche Verbesserungsprozess gehört zum Tagesgeschäft. Im Mittelpunkt stehen definierte Kennzahlen, die die Leistungsfähigkeit und die Güte des Prozesses end-to-end wiedergeben. Die agile Organisation lebt, indem Optimierungen in kurzen Zyklen ungesetzt werden.

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess 2.0 für Banken und Sparkassen

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess 2.0 für Banken und Sparkassen.

Der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) wird immer wieder als ein zentrales Instrument angeführt, um die Ideen der Mitarbeiter in die Optimierung der Arbeitsabläufe einfließen zu lassen.  Unterschiedliche Ausprägungen wie Stand-up Meetings zu Tagesbeginn für die Besprechung der Produktionsthemen, KVP-Runden für die laufenden Probleme und eigens installierte Gremien oder das Verbesserungsvorschlagswesen führen anfänglich zu einer großen Euphorie. Endlich kann der Mitarbeiter sein Arbeitsumfeld mitgestalten. Doch schnell ist das anfängliche Engagement verflogen und der KVP droht in Vergessenheit zu geraten. Wer jedoch eine durchweg agile Organisation leben will, muss sich an die zugrundeliegenden Prinzipien des KVPs halten.

Optimierungen müssen permanent stattfinden

Jedes Unternehmen ist bestrebt, sich weiter zu entwickeln. Große Projekte bringen meist grundsätzliche Veränderungen mit sich. Sie finden alle Jahre wieder statt und fordern die gesamte Organisation. Um dauerhaft erfolgreich zu sein, müssen Optimierungen aber permanent stattfinden. Viele Bemühungen, einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu verankern, sind oft nicht langfristig erfolgreich.

Mit einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess ist das Unternehmen in der Lage, die Veränderungsgeschwindigkeit zu erhöhen: Ideen aller Mitarbeiter fließen mit ein, alle Beteiligten können eigenverantwortlich mitgestalten und mit den richtigen Rollen in der Organisation kann eine zielgerichtete Diskussion geführt werden. Jährliche Produktivitätszuwächse von 3 bis 5 Prozent sind der eigentliche Benefit solcher Programme.

Fünf  Handlungsempfehlungen für kontinuierliche Verbesserungen

Wie der kontinuierliche Verbesserungsprozess verankert werden kann? Das zeigen die folgenden fünf  Handlungsempfehlungen:

  1. Ganz oder gar nicht,
  2. Die eigenen Probleme stehen im Vordergrund,
  3. Den zielgerichteten KVP implementieren,
  4. Anerkennung für Verbesserungen geben,
  5. Den KVP zum Tagesgeschäft machen.

1. Ganz oder gar nicht

Jeder kann immer besser werden, egal ob im Vertrieb, im Stab oder in der Produktion. Das kontinuierliche Verbessern von Prozessen ist kein Projekt, sondern Tagesgeschäft und eine Grundhaltung für das ganze Unternehmen.

Jegliche Ausgrenzung von Bereichen mit dem Argument „Bei uns geht sowas nicht.“, führt zu einer kulturellen Spaltung und endet häufig in einer Verweigerungshaltung: „Wieso sollen wir uns verbessern, wenn die anderen nichts machen?“.

Daher ist der KVP immer eine Aktivität für das gesamte Unternehmen und für alle Ebenen. Wird er nicht gesamthaft verankert, wird die Maßnahme auf Dauer scheitern. Daher: ganz oder gar nicht.

2. Die eigenen Probleme stehen im Vordergrund

Die einzelnen Prozesse betreffen in der Regel mehrere Organisationseinheiten und häufig gibt es Reibungsverluste an den Schnittstellen. Die Aussage „Wenn die anderen das mal richtig machen würden, dann könnten wir auch besser sein.“ ist zwar richtig, dies ist aber nicht der Startpunkt für den KVP.

Zuerst einmal kümmert sich jeder um die eigenen Prozesse, getreu dem Motto: ein jeder kehr vor seiner eigenen Tür. Erst wer  selbst Ordnung in seine Abläufe gebracht hat, kann  in einem zweiten Schritt die übergeordnete Betrachtung angehen.

3. Den zielgerichteten KVP implementieren

Wer Prozesse kontinuierlich verbessern möchte, benötigt  einen Ordnungsrahmen durch Kennzahlen und ein Zielsystem. Qualitäts- und Produktivitätskennzahlen geben diesen Rahmen vor: Qualitätskennzahlen beschreiben insbesondere die Prozessqualität und regeln damit die Schnittstellen zwischen den Organisationseinheiten. Ein Beispiel hierfür ist die fehlerfreie und vollständige Übergabe.

Beides bedarf zuvor einer Definition der Grenzwerte für ein gemeinsames Verständnis. Fehlen diese Definitionen, dann behauptet eine Seite, dass es fehlerfrei war, obwohl die andere Seite damit nicht arbeiten kann. Das ist keine Suche nach Lösungen im Sinne eines KVP sondern die Suche nach Schuldigen.

Unternehmen, die den KVP schon viele Jahre erfolgreich betreiben, haben dieses Wertesystem durch Kennzahlen für jede Organisationseinheit definiert und fokussieren die Diskussion auf die Erreichung der Zielwerte.

4. Anerkennung für Verbesserungen geben

Jede Idee, die zu einer Verbesserung der Abläufe führt, ist willkommen. Manche Ideen entwickeln sich auch erst in der Diskussion zwischen den Beteiligten. Anerkennung erfolgt in zweierlei Hinsicht: durch Partizipation und schnelle Entscheidungen vor Ort. Partizipation kann sowohl der Besuch eines Vorstandes in einer KVP-Runde sein als auch das regelmäßige Vorstellen aller KVP Aktivitäten in Führungsrunden.

Wichtig ist die positive Rückmeldung zu allen Verbesserungen, auch wenn manche Themen noch tiefgreifender hätten angepasst werden können. Schnelle Entscheidungen motivieren die Mitarbeiter, da sie sehen, dass ihre Vorschläge ernst genommen werden und wichtig sind. Schnell ist relativ: kleinere Entscheidungen sollten dezentral innerhalb einer Woche getroffen werden; größere Entscheidungen wie die Veränderung von Kompetenzen sind innerhalb von etwa vier Wochen schon schnell.

5. Den KVP zum  Tagesgeschäft machen

Die Einführung des KVP und die Verankerung der Rollen erfolgt meistens in Projekten. Diese Projekte müssen dann aber ins Tagesgeschäft übergehen. Der KVP ist keine Belastung, sondern eine Entlastung: Die Investition in die Verbesserung der Prozesse lohnt sich, da sie mehr Freiräume schafft. Den KVP am Laufen zu halten, gehört somit zu den Aufgaben einer jeden Führungskraft.

KVP 2.0

Schnelle Entscheidungen zur laufenden Optimierung aller Prozesse in der Organisation – das ist gelebte Agilität. Eine nachhaltige Verankerung von KVP benötigt Kennzahlen, damit die Diskussion zielgerichtet geführt wird. Die Anerkennung dieser Optimierungsbestrebungen durch das Management verankert eine Grundhaltung im Unternehmen: Wir können in allen Prozessen immer besser werden!

Partner des Bank Blog: Emporias Management Consulting

Emporias Management Consulting ist Partner des Bank Blog und bietet unsetzungsorientierte Unternehmens- und Prozessberatung.


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Der deutsche FinTech-Markt im Jahr 2020 - Entwicklungen und Prognosen auf dem Prüfstand https://www.der-bank-blog.de/deutschland-fintech-2020/studien/37669348/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Tue, 20 Oct 2020 03:20:00 +0000 Dr. Hansjörg Leichsenring https://www.der-bank-blog.de/?p=37669348 Die FinTech-Branche ist ein dynamisch wachsender Markt, auf dem sich beständig neue Geschäftsmodelle und Segmente herausbilden. Eine aktuelle Studie untersucht den deutschen FinTech-Markt und hinterfragt bisherige Prognosen und Entwicklungen.

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Die FinTech-Branche ist ein dynamisch wachsender Markt, auf dem sich beständig neue Geschäftsmodelle und Segmente herausbilden. Eine aktuelle Studie untersucht den deutschen FinTech-Markt und hinterfragt bisherige Prognosen und Entwicklungen.

Aktuelle Trends, Studien und Research zur Digitalsierung im Bereich Finanzdienstleistung

Der Trend zur Digitalisierung hat unseren Alltag und die Unternehmenswelt nachhaltig verändert. Banken und Sparkassen werden später als andere Branchen erfasst, aber nicht weniger heftig. Im Bank Blog finden Sie aktuelle Studien zu diesem wichtigen Thema.

Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren viele Branchen grundlegend verändert, neue unternehmerische Möglichkeiten eröffnet und neue Innovationssysteme geschaffen. So auch im Bereich der Finanzdienstleistungen. FinTechs sind ein dynamisch wachsendes Marktsegment, in dem sich beständig neue Geschäftsmodelle und Segmente herausbilden.

Chancen und Risiken von FinTechs

Mit den neuen Akteuren sind erhebliche Möglichkeiten, aber auch signifikante Risiken für den Finanzmarkt verbunden, weshalb eine regelmäßige Untersuchung der Marktgrößen von Bedeutung ist. FinTechs können mit ihren innovativen Geschäftsmodellen beispielsweise die Finanzierungslücke von Start-up-Unternehmen schließen, die Kosten des Wertpapierhandels und der Wertpapierabwicklung senken oder Anlegerinnen und Anleger bei der besseren Diversifikation ihres Portfolios unterstützen.

Andererseits können von der FinTech-Branche auch neue Risiken ausgehen, wenn einzelne FinTech-Segmente beispielsweise systemrelevant werden und vormals reine Technologieunternehmen zunehmend mit der traditionellen Finanzindustrie verflochten sind

Überprüfung von Entwicklungen und Prognosen für FinTechs

Vor vier Jahren wurden daher im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen erstmals Daten zu den Marktvolumina deutscher FinTech-Unternehmen für den Zeitraum von 2007 bis 2015 erhoben und eine Prognose für die zukünftige Marktentwicklung erstellt. Gregor Dorfleitner, Universität Regensburg, Lars Hornuf, Universität Bremen, und Lena Wannenmacher schreiben die Zahlen in einer aktuellen Studie bis zum Jahr 2019 fort und haben die ursprünglichen Prognosen auf ihren Vorhersagegehalt überprüft.

Zum Ende des Jahres 2019 lag das Volumen des deutschen FinTech-Marktes mit Konzentration auf die Wertschöpfungsbereiche Finanzierung und Vermögensverwaltung bei 52,3 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Jahr 2016 hat sich das Marktvolumen mehr als versechsfacht. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des so definierten deutschen FinTech-Marktes liegt über die vergangenen fünf Jahre bei nahezu 120 Prozent und deutet auf ein weiterhin hohes Potenzial für Unternehmen in diesem Wirtschaftssektor hin.

Entwicklung des Volumens des deutschen FinTech-Marktes seit 2015

Entwicklung des Volumens des deutschen FinTech-Marktes seit 2015.

694 deutsche FinTech-Unternehmen

Der Studie zufolge haben einzelne Teilsegmente die bisherigen Prognosen deutlich übertroffen (Crowdlending, Robo-Advice, Anlage und Banking), während andere Teilsegmente bislang hinter den Erwartungen zurückblieben (spenden- und gegenleistungsbasiertes Crowdfunding, Crowdinvesting, Factoring).

Im Ergebnis konnten bis Anfang 2020 insgesamt 694 FinTech-Unternehmen erfasst werden. Von diesen waren zum Ende des Jahres 2019 noch 550 Unternehmen am Markt aktiv. Die Aktivitäten von zehn weiteren FinTechs wurden als fraglich eingestuft, da die Internetseite dieser Unternehmen nicht aufrufbar ist und zugleich über Drittquellen nichts über diese FinTechs in Erfahrung gebracht werden konnte. im Teilsegment Crowdinvesting beinahe die Hälfte der FinTechs nicht mehr am Markt aktiv.

Struktur der deutschen FinTech-Unternehmen 2020

Die meisten deutschen FinTechs sind im Bereich Zahlungsverkehr tätig.

Am häufigsten sind FinTechs dem Segment Zahlungsverkehr zuzuordnen. Die Mehrzahl der FinTechs ist in den beiden Segmenten Finanzierung und Vermögensverwaltung tätig. Während Suchmaschinen, Vergleichsportale und sonstige FinTechs mit 92 FinTechs das Teilsegment mit den meisten Unternehmen darstellt, ist Social Trading mit lediglich zwölf FinTechs das Teilsegment mit den wenigsten Unternehmen.

Zum Downloadlink zur Studie gelangen Sie über Laterpay.

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Banken-IT und die Transformation zu digitalen Ökosystemen - Neue Wettbewerber mit FinTechs, PayPal, Google & Co. https://www.der-bank-blog.de/banken-it-transformation/studien/37669577/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Tue, 20 Oct 2020 03:15:22 +0000 Pascal Brückner https://www.der-bank-blog.de/?p=37669577 Die Corona-Pandemie hat die seit Jahren laufende digitale Transformation im Bankensektor noch einmal beschleunigt. Die Ertragsrückgänge in den Bereichen Kontoführung und Kreditgeschäft zwingen die Institute zur Erschließung neuer Geschäftsfelder.

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Die Corona-Pandemie hat die seit Jahren laufende digitale Transformation im Bankensektor noch einmal beschleunigt. Die Ertragsrückgänge in den Bereichen Kontoführung und Kreditgeschäft zwingen die Institute zur Erschließung neuer Geschäftsfelder.

Aktuelle Trends, Studien und Research zur Digitalsierung im Bereich Finanzdienstleistung

Der Trend zur Digitalisierung hat unseren Alltag und die Unternehmenswelt nachhaltig verändert. Banken und Sparkassen werden später als andere Branchen erfasst, aber nicht weniger heftig. Im Bank Blog finden Sie aktuelle Studien zu diesem wichtigen Thema.

Die Umwälzungen im Bankensektor beschäftigen Banken seit Jahren. Die Digitalisierung und die mit ihr verbundene Bank-Transformation sind dabei wichtige Themen im Banksektor. Allerdings haben viele Banken in der Vergangenheit ihre Transformationsvorhaben im Hinblick auf mehr digitale Geschäftsmodelle nicht hoch genug priorisiert und fokussiert verfolgt. Vor allem notwendige IT-Modernisierungsprojekte wurden oft nicht konsequent umgesetzt.

Während einige internationale Großbanken der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise geschafft haben, gestärkt aus ihr hervorzugehen, haben andere ehemals führende Banken noch immer mit den Folgen eines extensiven Investmentbankings und mangelhafter Risikosteuerung sowie Kundenorientierung zu kämpfen.

Eine aktuelle Studie von Lünendonk & Hossenfelder greift diese Ausgangslage auf und richtet den Blick vor allem auf den Status quo der IT-Landschaften klassischer Banken und gibt Handlungsempfehlungen für den Aufbau einer flexiblen, modularen und schnittstellenoffenen IT, die den Anforderungen der digitalen Plattform-Ökonomie entspricht.

Die Transformationsbemühungen von Banken der letzten Jahre

Die Digitalisierung und die mit ihr verbundene Bank-Transformation ist seit Jahren eines der wichtigsten Themen im Banksektor. Allerdings zeige ein Blick in die Gegenwart, dass viele Banken in der Vergangenheit ihre Transformationsvorhaben, hin zu mehr digitalen Geschäftsmodellen, nicht hoch genug priorisiert und fokussiert verfolgt hätten. Vor allem notwendige IT- Modernisierungsprojekte seien oft nicht mit letzter Konsequenz umgesetzt worden.

Dies sehe man an den Ergebnissen: Dabei seien in der Vergangenheit viele wichtige Digitalinitiativen von Banken hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben. Erfolgreiche, rein digitale sowie plattformbasierte Geschäftsmodelle im Banking seien im deutschsprachigen Raum somit bisher eher selten und kämen überwiegend von Neobanken und Start-ups, die neue Maßstäbe bei digitalen Kunden-Touchpoints und der Customer Experience setzen.

Neue Konkurrenz im digitalen Finanzdienstleistungssektor

Zur eigenen Schwerfälligkeit bei der digitalen Transformation kämen in den letzten Jahren neue Wettbewerber wie Google, Amazon, Facebook oder Apple hinzu. Auch Neobanken, Zahlungsdienstleister wie Klarna oder PayPal sowie eine ganze Reihe an FinTechs zielen mit innovativen digitalen Produkten und hoher Customer Experience auf den Kundenstamm traditioneller Banken ab. Ein direkter Effekt der COVID-19 Pandemie sei zudem die steigende Nachfrage nach bargeld- beziehungsweise kontaktlosem Bezahlen sowie digitalen Kunden-Touchpoints zur Abwicklung von Bankgeschäften.

Zudem übt die Zahlungsdienstleisterrichtlinie PSD2 verstärkten Handlungsdruck durch den Gesetzgeber auf Banken aus. Sie verpflichtet die Finanzinstitute dazu, ihre Schnittstellen (APIs) gegenüber Drittanbietern zu öffnen. Somit können beispielsweise die Kunden einer traditionellen Bank auf digitale Angebote von Drittanbietern zugreifen. Durch PSD2 werden Banken nun stärker getrieben, ihre traditionellen Silostrukturen und die funktionale Trennung von der Bankorganisation aufzulösen und sich als ein wie auch immer gearteter Teil von digitalen Plattformen und Ökosystemen weiterzuentwickeln.

Bedeutung externer IT-Dienstleister nimmt zu

Durch den Aufstieg der Plattform-Ökonomie ergäben sich für Banken allerdings nicht nur neue Herausforderungen, sondern auch neue Ertragsquellen, Möglichkeiten der Kundenbindung und Geschäftsmodelle. Banken müssten ihre IT-Architektur radikal an die veränderten Anforderungen anpassen und ihre IT-Systeme grundlegend umbauen.

Der Aufbau und die Einführung von digitalen Bank-IT-Plattformen können Banken aufgrund fehlender Skills und Erfahrungswerte nicht immer aus eigener Kraft stemmen. Folglich nimmt der Bedarf an externer Unterstützung zu, wobei ganzheitliche Dienstleistungen – von der Konzeption über die Prozess- und IT-Architektur bis hin zu Bau und Implementierung von IT-Plattformen – stark an Bedeutung gewinnen.

Kompetenzanforderungen im Bereich der Banking-IT

Entwicklungen im Banking treiben neue Anforderungen an Beratungsdienstleister.

Digitale Transformation verändert nicht nur den Stand der Technik sondern auch das Verhalten und die Erwartungen der Kunden. Die neuen Konkurrenten auf dem Markt machten vor, wie Plattformen den Alltag von immer mehr Verbrauchern prägen und wie sie ihr Angebot in rasender Geschwindigkeit skalieren.

Wenn Finanzinstitute sich nicht endgültig abhängen lassen wollten, müssten sie sich auf neue Technologien wie Clouds, Microservices und plattformunabhängige IT einlassen, um sich so in eine Ausgangssituation zu bringen, aus der man zukünftig selbst wieder den Ton angeben könne.

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„Neugier kann Banken in der Krise helfen“ - Ein Gespräch mit Prof. Dr. André Niedostadek, LL.M. https://www.der-bank-blog.de/neugier-banken-krise/innovation/37669619/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Mon, 19 Oct 2020 03:25:28 +0000 Dr. Hansjörg Leichsenring https://www.der-bank-blog.de/?p=37669619 Neugier ist –gerade in Krisenzeiten – eine wichtige Voraussetzung für Kreativität und Innovation. Mit Prof. Dr. André Niedostadek habe ich mich darüber unterhalten, wie diese in Banken und Sparkassen zum Einsatz kommen und institutionell besser verankert werden kann.

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Neugier ist –gerade in Krisenzeiten – eine wichtige Voraussetzung für Kreativität und Innovation. Mit Prof. Dr. André Niedostadek habe ich mich darüber unterhalten, wie diese in Banken und Sparkassen zum Einsatz kommen und institutionell besser verankert werden kann.

Neugier ist eine wichtige Voraussetzung für Kreativität und Innovation

Kinder sind von Natur aus neugierig. Mit zunehmendem Alter kommt viele diese Eigenschaft abhanden.

Schon länger sind die Zeiten für Finanzinstitute nicht vergnügungssteuerpflichtig. Die bekannten Phänomene (Negativzinsen, Regulierung, Wettbewerb, Digitalisierung etc.) begrenzen die Erträge und lassen die Kosten steigen. Neue Wege, sprich Geschäftsmodelle, werden gesucht, aber bislang (noch) nicht oder (noch) nicht in ausreichendem Maße gefunden.

Nun kam auch noch die Corona-Krise hinzu. Einerseits dient sie als Katalysator, der Veränderungen vorantreiben dürfte, andererseits blockiert sie Management-Kapazität und könnte die Risikokosten empfindlich ansteigen lassen und so auch die finanziellen Ressourcen für den notwendigen Wandel begrenzen.

Fragen an Prof. Dr. André Niedostadek

Über die Möglichkeiten für Kreditinstitute, sich in einem solchen Umfeld besser zurechtzufinden, habe ich mich mit Prof. Dr. André Niedostadek unterhalten. Er ist Professor für Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht sowie Beauftragter für Internationales und Öffentlichkeitsarbeit am Halberstädter Fachbereich der Hochschule Harz. Der promovierte Jurist war zuvor als Unternehmensberater, als Rechtsanwalt sowie in verschiedenen Funktionen im Bankensektor tätig.

Prof. Dr. André Niedostadek - Hochschule Harz

André Niedostadek ist Professor für Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht am Halberstädter Fachbereich der Hochschule Harz.

Viele Banken stecken im Treibsand fest

Der Bank Blog: Stecken Banken und Sparkassen bei der Suche nach neuen Geschäftsmodellen in einer Sackgasse?

André Niedostadek: Eine Sackgasse ist ja etwas, wo es geradeaus nicht mehr weitergeht und nichts übrigbleibt als umzukehren. Aber immerhin. Man kann umdrehen. Mir kommt da eher ein anderes Bild in den Sinn: Treibsand oder Schlickfelder im Watt. Die sind sogar tückisch, weil man da wirklich feststecken kann. Und dann wird es aus eigener Kraft schwierig.

Neugier ist ein Rezept für unsichere Zeiten

Der Bank Blog: Sie propagieren Neugier als Rezept, um in unsicheren Zeiten etwas zu bewegen. Banker gelten zwar gemeinhin als wissbegierig (Stichwort Selbstauskunft), aber nicht unbedingt als neugierig. Welche Art von Neugier meinen Sie?

André Niedostadek: Wir leben ja in unglaublichen Zeiten. Vieles verändert sich. Ein Problem dabei: Wenn Herausforderungen zu meistern sind, dann stoßen wir mit unserem bisherigen Wissen an Grenzen. Selbst das Schlagwort von der Halbwertszeit des Wissens gilt ja schon nicht mehr. Die Corona-Pandemie belegt das aktuell sehr eindrucksvoll. Sie hat uns überrollt und wir wissen überhaupt nicht, wie man damit umzugehen hat. Das gleiche gilt für die digitale Transformation.

Wenn aber das Wissen fehlt, was bleibt dann? Ich meine die Neugier. Die kann man in zweierlei Hinsicht verstehen:

  • Da ist zum einen die Neugier, wenn man zu wissbegierig seine Nase in Dinge steckt, die einen nichts angehen. Das ist die Neugier als Laster. Die ist hier aber nicht gemeint.
  • Dafür die andere Seite der Medaille, die Neugier als Tugend. Diese Art von Neugier kombiniert unterschiedliche Aspekte, wie beispielsweise die Fähigkeit, sich überhaupt auf Neues einzulassen und zu lernen.

Eigentlich eine Ureigenschaft des Menschen. Im Laufe des Lebens verlieren wir aber mehr und mehr an dieser neugierigen Aufgeschlossenheit. Und stellen uns damit selbst ein Bein.

Neugier und Kreativität hängen eng zusammen

Der Bank Blog: Sie sagen, Wissbegierde gilt gemeinhin als Tugend und die negative Neugier oft als Laster. Wie kann man sich davon befreien?

André Niedostadek: Die negative Neugier ist ein Laster. Aber die positive Seite der Neugier, die herauszulocken, das ist tatsächlich nicht so einfach. Es gibt ja keinen Schalter, den man einfach mal eben so umlegen kann.

Was kann man tun? Ich glaube, man kann auf zwei Ebenen ansetzen. Eine ist noch einigermaßen einfach. Man kann der eigenen Neugier selbst ein wenig auf die Sprünge helfen. Das klappt schon im Kleinen, etwa im Alltag, ja selbst beim Essen. Einfach öfter mal was Neues ausprobieren. Und dann: Es gibt ja das geflügelte Wort, wer fragt, der führt. Zu fragen und vor allem auch Dinge zu hinterfragen, um etwas zu lernen, ist ein regelrechter Neugier-Booster. Vor allem offene Fragen zu stellen, also keine, die man mit Ja oder Nein beantworten kann. Irgendwann wird einem das dann zur zweiten Haut.

Die andere Ebene ist schwieriger. Unternehmensintern müssen die entsprechenden Rahmenbedingen gegeben sein. Wie will man Neugier und Kreativität, auch die gehört dazu, fördern? Und wie steht es um eine Art Unternehmens- und Fehlerkultur, damit sich Neugier im positiven Sinne entfalten kann? Die kann man natürlich nicht herbeizaubern. Das muss wachsen.

Banken müssen von Gordon Gecko lernen

Der Bank Blog: Dennoch steckt auch im Wort „Neugier“ das Wort „Gier“. Spätestens seit der Finanzkrise wissen wir, dass Gordon Gecko mit seiner Gier nicht alleine war. Ab wann wird „Neu-Gier“ negativ?

André Niedostadek: Michael Douglas als Gordon Gecko war fantastisch, nicht wahr? Vor allem, wenn er die Geschichte von Pu dem Bären erzählt, der seine Nase zu oft in ein Honigglas hielt, und darin stecken blieb. Passt auch ein bisschen zur Neugier.

Aber zu Ihrer Frage: Die Grenzen können da tatsächlich fließend sein. Aus der Juristerei kennen wir, die Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen zu beurteilen. Die lässt sich auch hier gut anbringen: Dient meine Neugier einem legitimen Zweck und ist das, was ich tue, geeignet, ist es erforderlich und ist es darüber hinaus angemessen? Also nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Und nicht zu viel die Nase in den Honigtopf stecken.

Ohne Neugier keine Innovationen

Der Bank Blog: In der Bankbranche hat sich der Begriff „Innovation“ zu einem Buzzword entwickelt. Inwiefern kann Neugier dabei helfen, innovativ zu sein?

André Niedostadek: Ich stelle mal eine Gegenfrage: Woher sollen Innovationen kommen? Einfach so von alleine werden sie sich in den seltensten Fällen einstellen. Das geht nur, wenn man ein paar Fähigkeiten mitbringt. Etwa die, neugierig über den Tellerrand zu schauen.

In seiner berühmten Rede vor Absolventen der Universität Stanford hat Steve Jobs einmal gesagt, dass vieles von dem, was sich später als unbezahlbar herausgestellt hat, bei ihm auf zwei Grundpfeilern fußte: Seiner Neugier und seiner Intuition. Nachdem er selbst das Studium geschmissen hatte, hatte er aus Neugier einen Kalligrafie-Kurs besucht. Ein Glücksfall für den Macintosh-Computer, den ersten Computer mit schönen Schriftzeichen, wie er selbst sagte. Ich würde ergänzen: Ohne Neugier keine Innovationen.

Neugier muss institutionell verankert sein

Der Bank Blog: Apropos Neugier und Intuition. Wir leben in einer Welt, in der Daten und Analysen als wichtiges Element zur Sicherung der Zukunft betrachtet werden. Ist Neugier mit Datenanalysen kompatibel oder müssen wir nicht eher der Intuition mehr Raum einräumen?

André Niedostadek: Eine schöne Frage. Aber ich würde sie – ganz im Sinne der Neugier – offen umformulieren: Wie kann es gelingen, in Zeiten von Big Data die Neugier auch mit Datenanalysen kompatibel zu gestalten. Jetzt könnte man über Lösungen nachdenken …

Der Bank Blog: Wie kann ich Neugier im Alltag und in der Praxis der Führung und Steuerung einer Bank verankern?

André Niedostadek: Einige Punkte hatte ich oben schon kurz angerissen, etwa wenn es darum geht, die eigene Neugier zu kultivieren. Drei Punkte würde ich noch ergänzen:

Erstens, im Rahmen der Personalentwicklung nicht allein auf Wissensvermittlung zu setzen, sondern zentrale Schlüsselqualifikationen, wie beispielsweise positive Neugier, zu fördern. Die Bedeutung von Schlüsselqualifikationen wird zwar immer wieder betont, aber gerät im Unternehmensalltag doch oft ins Hintertreffen.

Zweitens, bei der Personalauswahl, insbesondere von Führungskräften, den Aspekt der Neugier auch mit zu berücksichtigen.

Diese beiden Punkte betreffen die Praxis der Führung und, was aus meiner Sicht heute noch viel entscheidender ist – die Praxis der Selbstführung!

Und drittens ein Tipp zur Steuerung, der möglicherweise ein bisschen gegen den aktuellen Trend der Agilität läuft: Unternehmensintern einen festen institutionellen Rahmen schaffen, um kreativ, neugierig und mit Blick auf die Zukunft zu arbeiten. Ein zeitlich befristetes Projekt hilft da kaum …

Bleiben Sie neugierig

Der Bank Blog: Muss sich dazu die von Ihnen schon angesprochene Unternehmenskultur in Banken nicht grundlegend verändern?

André Niedostadek: Manche Finanzinstitute täten wahrscheinlich ganz gut daran, das Thema in den Blick zu nehmen. Aber es gibt auch ganz wunderbare Beispiele für eine gelebte Unternehmenskultur, die nicht nur ein Lippenbekenntnis ist. Größeren Instituten würde ich auch die Empfehlung geben, gar nicht auf „die“ Unternehmenskultur zu schauen. Die gibt es sowieso nicht. In einzelnen Bereichen und Abteilungen werden womöglich unterschiedliche Kulturen gepflegt. Was sogar sehr gut sein kann.

Der Bank Blog: Was wäre Ihr Rat an den Vorstand einer Bank oder Sparkasse?

André Niedostadek: Selbst neugierig bleiben und diesen Spirit weitertragen.

Der Bank Blog: Herzlichen Dank für das Gespräch.

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Payments im New Normal - Langfristige Folgen der Corona-Pandemie https://www.der-bank-blog.de/payments-new-normal/studien/37669339/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Mon, 19 Oct 2020 03:20:09 +0000 Dr. Hansjörg Leichsenring https://www.der-bank-blog.de/?p=37669339 Eine aktuelle Studie befasst sich mit unmittelbaren und langfristigen Folgen der Corona-Pandemie auf den Payment-Bereich und bietet strategische Anregungen für Führungskräfte, die sich auf die neue Normalität vorbereiten wollen.

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Eine aktuelle Studie befasst sich mit unmittelbaren und langfristigen Folgen der Corona-Pandemie auf den Payment-Bereich und bietet strategische Anregungen für Führungskräfte, die sich auf die neue Normalität vorbereiten wollen.

Aktuelle Trends, Studien und Research zu Mobile Payment

Mobile Payment, das Bezahlen via Smartphone steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. Die Anforderungen sind vielfältig. Im Bank Blog finden Sie aktuelle Studien zu dieser neuen Entwicklung, die insbesondere für Banken und Sparkassen eine Bedrohung darstellt.

Die Corona-Pandemie zwingt nicht nur jeden Einzelnen, sondern vor allem Unternehmen und daher auch Finanzdienstleister zum Umdenken. Um die aktuelle Krise zu bewältigen, aber auch um im „New Normal“ erfolgreich zu bestehen, ist die Digitalisierung von Dienstleistungen, Produkten und operativem Geschäft ein unerlässlicher Schritt.

Worldline hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, die sich mit den unmittelbaren und langfristigen Folgen der Pandemie auf den Payment-Bereich befasst. Die Studie soll eine Hilfestellung bieten, um sich für die Zukunft nach der Pandemie zu rüsten.

Kernthesen für die neue Normalität bei Payments

Einige der Kernthesen der Studie lauten:

  • Um die ökonomischen Herausforderungen durch COVID-19 zu überstehen, ist die Digitalisierung von Produkten, Services und internen Prozessen unabdingbar.
  • Durch den Handel zieht sich eine tiefe Kluft: Während einige Unternehmen dramatische Umsatzeinbrüche erleben, stehen andere vor großen logistischen Herausforderungen durch enormes Wachstum (beispielsweise im Bereich Lebensmittellieferungen).
  • Die Gesellschaft wird nach einer neuen Balance zwischen Wirtschaftswachstum und Auswirkungen auf die Umwelt suchen. Gleichzeitig gewöhnen sich die Menschen zunehmend an virtuelle Transaktionen. Dies wiederum verschärft die Ausgrenzung einer analogen Minderheit und somit den Digital Divide.
  • Unternehmen, die sich schon jetzt an die neue Normalität anpassen, werden nach der Pandemie einen besseren Start haben. Wem diese Anpassung nicht zeitgerecht gelingt, der muss eventuell ums Überleben kämpfen.

Handelsunternehmen haben in neue Bezahlprozesse investiert

Eine Studie des EHI zeigt, dass bereits 80 Prozent der Handelsunternehmen in diesem Jahr ihren Bezahlprozess für mobile Endgeräte optimiert haben, während die übrigen 20 Prozent gerade daran arbeiten. Durch den Handel zieht sich eine tiefe Kluft: Während einige Unternehmen dramatische Umsatzeinbrüche erleben, stehen andere vor großen logistischen Herausforderungen durch enormes Wachstum, beispielsweise im Bereich Lebensmittellieferungen.

Unternehmen aller Branchen, Banken und Geldinstitute inklusive, die sich schon jetzt an die neue Normalität anpassen, werden nach der Pandemie einen besseren Start haben. Wem diese Anpassung nicht zeitgerecht gelingt, der muss eventuell ums Überleben kämpfen. Im Rahmen der EHI-Studie konnte infolge der Corona-Zeit im E-Commerce eine Änderung des Zahlungsverhaltens festgestellt werden, wie Caroline Coelsch, Zahlungsexpertin und Projektleiterin Online- und Mobile-Payment beim EHI ein Ergebnis der qualitativen Befragung „Online-Payment 2020“ erklärt. Demnach wurde der Online-Bezahldient PayPal verstärkt genutzt.

Unmittelbare Auswirkungen von COVID19 auf das Zahlverhalten

Im Falle weiterer Lockdowns müssen Unternehmen mit genügend Homeoffice-Arbeitsplätzen ausgestattet sein und die nötige Infrastruktur besitzen, um ihren Mitarbeitern eine reibungslose Durchführung ihrer Arbeit zu ermöglichen. Viele Unternehmen nutzen bereits existierende Kommunikationstools, wie beispielsweise Skype, WhatsApp, Zoom oder Microsoft Teams. In der Zukunft braucht es jedoch weitere Technologien, die während und nach der Krise adaptiert werden und das kontaktlose Arbeiten erleichtern können.

So stellen digitale Währungen eine Alternative zu Bargeld dar und können die Effizienz von Finanzdienstleistungen steigern, während es durch digitale Verträge den Vertragspartnern erleichtert wird, vertragliche Übereinkünfte kontaktlos und trotzdem gemäß der eIDAS-Verordnung zu treffen.

Vor dem Hintergrund, dass mobile Lösungen für jeden Einzelnen, aber auch für Unternehmen wichtiger denn je sein werden, darf deren Sicherheit nicht vernachlässigt werden. Hochentwickelte Verschlüsselungstechniken stellen sicher, dass Datendiebstahl oder Online-Betrug nicht mit dem Ausbau der Digitalisierung einhergehen. Außerdem müssen bestehende Kommunikationstools weiter ausgebaut werden, um eine sichere Kommunikation sowohl mit Kunden, als auch innerhalb des Unternehmens zu garantieren.

Handlungsfelder für Banken

Um den staatlichen Corona-Maßnahmen gerecht zu werden und auch in der Normalität nach der Krise zu bestehen, müssen Banken ihren Kunden und den Händlern innovative und vermehrt kontaktlose, digitale Bezahlprozesse anbieten.

Die Corona-Krise hat gezeigt, dass die Anzahl der bargeldbasierten Transaktionen deutlich gesunken ist. In den meisten Ländern wurde der Maximalwert für kontaktloses Bezahlen erhöht und MasterCard hat einen globalen Anstieg von 40 Prozent in der kontaktlosen Nutzung innerhalb des ersten Quartals von 2020 verzeichnet. Dabei handelte es sich bei 80 Prozent der kontaktlosen Zahlungen um Beträge von weniger als 25 Euro, welche vor der Pandemie normalerweise in bar gezahlt wurden.

Es lässt sich also erkennen, dass sowohl Kunden, als auch Händler die Vorteile des bargeldlosen Zahlens erkennen und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nach der Krise weiterhin nutzen werden. Die wenigsten Menschen stehen digitalen Lösungen ausschließlich kritisch gegenüber oder lehnen diese sogar ab, dennoch sollten die Bedenken dieser Gruppe nicht ignoriert werden. Denn es wird immer noch eine beträchtliche Anzahl an Menschen geben, die aus Unkenntnis oder Geldmangel keinen Zugang zu digitalen Lösungen haben (wollen).

Um einen möglichen Digital Divide zu überbrücken, dürfen die Bedürfnisse aller Verbraucher im voranschreitenden Digitalisierungsprozess nicht übergangen werden. Vielmehr werden also auch altbekannte Methoden, wie Call-Center ausgebaut werden müssen, oder Voice- und Chatbots eingerichtet werden, um auch weniger digital-affine Kunden und Händler weiterhin mit dem bestmöglichen Service zu erreichen.

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Weniger Führungswechsel während der Corona-Pandemie - Nachfolgeregelungen in Krisenzeiten https://www.der-bank-blog.de/fuehrungswechsel-corona-krise/studien/37669510/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Mon, 19 Oct 2020 03:15:41 +0000 Pascal Brückner https://www.der-bank-blog.de/?p=37669510 Trotz oder gerade wegen der kritischen Wirtschaftslage in Zeiten der Corona-Pandemie halten Unternehmen mehr denn je an ihren CEOs fest. Eine aktuelle Studie beschreibt die Ursachen und möglichen Folgen ausbleibender Führungswechsel in Krisenzeiten.

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Trotz oder gerade wegen der kritischen Wirtschaftslage in Zeiten der Corona-Pandemie halten Unternehmen mehr denn je an ihren CEOs fest. Eine aktuelle Studie beschreibt die Ursachen und möglichen Folgen ausbleibender Führungswechsel in Krisenzeiten.

Aktuelle Trends, Studien und Research zu Führung und Leadership

Führung (oder Management) bedeutet nicht zwangsläufig auch Leadership. Beides ist jedoch wichtig, gerade in Zeiten der Veränderung. Dies gilt auch für Banken und Sparkassen. Studien über aktuelle Trends und Entwicklungen zu diesem wichtigen Themenbereich finden Sie im Bank Blog.

In einer aktuellen Studie von Bain & Company wurden rund 2.700 CEO-Wechsel analysiert, die zwischen 1996 und Juni 2020 im Rahmen von globalen Rezessionen stattfanden. Dabei wird deutlich: Unternehmen scheuen sich in Zeiten der Corona-Krise vor Veränderungen in der Führungsetage. So haben europäische Aufsichtsgremien im April und Mai 2020 zum Zeitpunkt der einsetzenden Rezession rund ein Drittel weniger neue CEOs ernannt als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Im Zuge der letzten Rezession von globalem Ausmaß sank die Zahl der neu berufenen CEOs in den USA sowie in Europa und Asien gegenüber dem Vorkrisenniveau um bis zu 32 Prozent. Bei erzwungenen Wechseln lag dieser Wert noch höher. Exemplarisch steht dafür die Finanzkrise 2008/2009, zu der in den USA 64 Prozent weniger Firmenchefs aufgrund schlechter Geschäftsergebnisse oder Skandale entlassen wurden.

Die Unsicherheit von Kontrollgremien in Krisenzeiten

Der Analyse zufolge setzen Unternehmen in Krisenzeiten häufig auf Kontinuität auf Topmanagement-Ebene. Dies sei jedoch nicht immer die richtige Entscheidung. Denn einen erforderlichen Führungswechsel aufgrund einer Rezession aufzuschieben, kann ein enormes Risiko für ein Unternehmen bedeuten. Längst überfällige Kursänderungen würden dadurch verzögert, und Wachstumschancen, die sich in der Krise böten, werden versäumt.

Doch nicht nur die Unentschlossenheit in Aufsichtsgremien ist laut den Studienautoren ein wichtiger Faktor. Auch die CEOs vertrauten in der Krise am liebsten auf sich selbst und wollen die Firma, die sie unter Umständen mit aufgebaut und etabliert haben, auf eigene Faust durch die Krise steuern. Zudem seien sich die Kontrollgremien oft uneins über die Unternehmensstrategie nach dem Führungswechsel und könnten so keine präzisen Anforderungen für den künftigen Vorstandsvorsitzenden oder lückenlose Nachfolgeregelungen vorweisen.

Auch in der Coronakrise sind alte Muster erkennbar

In der Regel erreicht die Anzahl der Führungswechsel erst zwei Jahr nach der wirtschaftlichen Depression wieder ihr Vorkrisenniveau. Insofern dürfte die Corona-Rezession auch viele aktuelle CEOs auf ihrem Platz halten. Nach dem deutlichen Rückgang der Führungswechsel in Europa im April und Mai 2020 ist die Zahl der neu ernannten Firmenchefs seit Juni allerdings wieder leicht steigend.

Wichtig sei, dass Kontrollgremien gerade jetzt ein schlüssiges Konzept zur langfristigen Nachfolgeregelung erarbeiteten und so das Fundament für eine reibungslose Übergabe der Führungsverantwortung legten. Detaillierte Vorbereitung und Planung seien Notwendigkeit und Trumpf, um den anhaltenden Erfolg des Unternehmens in künftigen Rezessionen zu gewährleisten, so die Studienautoren.

Drei Faktoren für Kontrollgremien in Krisenzeiten

Die Autoren empfehlen, dass sich Kontrollgremien auf die folgenden drei wesentliche Faktoren konzentrieren sollten:

  1. Notfallplan: Der Aufsichtsrat sollte - für den Fall eines plötzlichen Ausscheidens etwa durch Krankheit – Kriterien erarbeiten, denen künftige CEOs, neue Vorstände sowie Aufsichtsratsmitglieder gerecht werden müssen. Zudem müsse eine Liste mit potenziellen Nachfolgerinnen und Nachfolgern vorliegen.
  2. Krisenleistung: Der Aufsichtsrat sollte die Krisenperformance von CEOs analysieren und überprüfen, ob deren Handeln mit der Firmenstrategie noch übereinstimmt. Spricht sich das Kontrollgremium für eine Veränderung in der Chefetage aus, hängt die Wahl der Nachfolgerin oder des Nachfolgers davon ab, ob diese das Unternehmen nur durch die Krise steuern oder es auch langfristig führen sollen.
  3. Zukunftskriterien: Der Aufsichtsrat sollte die Nachfolgeplanung rechtzeitig anpassen. In der Regel dauere es bis zu einem Jahr, bis ein CEO-Anforderungsprofil steht. Erwartet werden insbesondere Führungseigenschaften, die dem Unternehmen helfen, sich sowohl in einem dynamischen wirtschaftlichen Umfeld als auch in Phasen der Unsicherheit zu behaupten.

Die Bedeutung der Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Vorstandsvorsitzenden und Aufsichtsrat sei der entscheidende Schlüssel zu einer erfolgreichen Krisenbewältigung. Der Fokus müsse dabei auf ganz bestimmte Handlungsfelder gelegt werden. Es müsse eine klare Rezessionsstrategie erarbeitet werden.

Top-CEOs treffen effektive Kurzfristmaßnahmen und machen ihr Unternehmen gleichzeitig fit für die Zeit nach der Krise. Sie passen lineare Planungsprozesse und Langzeitstrategie an die sich schnell verändernden Gegebenheiten an und entwerfen eine konkrete Führungskräfteplanung. Vorausschauende Vorstandsvorsitzende testen und fördern Managementtalente, indem sie diese in herausfordernden, neuen Aufgabenbereichen einsetzen und kooperieren dabei eng mit Personalverantwortlichen und Aufsichtsratsmitgliedern.

Erfolgreiche CEOs fördern sowohl das Engagement innerhalb des Topmanagements als auch die Zusammenarbeit von Führungsspitze und Aufsichtsrat. Nicht zuletzt sei eine gesunde Selbsteinschätzung als CEO wichtig. Starke Vorstandsvorsitzende erkennen, wann sie sich auf unbekanntem Terrain bewegen, fordern Feedback ein und bewerten ihre Krisenfähigkeit realistisch genug, um einschätzen zu können, ob sie die richtige Person seien, um das Unternehmen durch die Krise zu lenken.

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Kommt jetzt das digitale Zentralbankgeld? - Internationale Banking Trends KW 42-2020 https://www.der-bank-blog.de/kommt-jetzt-das-digitale-zentralbankgeld/lesenswert/37669935/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Sat, 17 Oct 2020 03:20:54 +0000 Dr. Hansjörg Leichsenring https://www.der-bank-blog.de/?p=37669935 Staatliche Zentralbanken besitzen das Monopol für Zentralbankgeld. Bereits seit einiger Zeit wird gefordert, dass sie auch digitales Zentralbankgeld bereitstellen sollen. Das könnte schneller gehen, als manchen lieb ist.

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Staatliche Zentralbanken besitzen das Monopol für Zentralbankgeld. Bereits seit einiger Zeit wird gefordert, dass sie auch digitales Zentralbankgeld bereitstellen sollen. Das könnte schneller gehen, als manchen lieb ist.

Internationale Banking Top News und Trends

Internationale Top News und Trends rund ums Banking und Finanzdienstleistungen.

Spätestens seit Facebook vor nunmehr einem Jahr eine eigene Kryptowährung angekündigt hat, haben die Diskussionen um Sinn und Unsinn digitaler Währungen massiven Schwung bekommen. Die Pläne wurden inzwischen – aufgrund des Drucks nationaler Notenbanken – angepasst und es ist deutlich ruhiger um Libra geworden. Die letzte Neuigkeit auf dem Blog der Libra Association datiert auf Mai, die letzte Pressemeldung kam im September heraus. Nun scheint wieder Bewegung in das Thema zu kommen

Die Europäische Zentralbank (EZB) will noch im Oktober erste Tests mit einem digitalen Euro starten. Parallel zu dieser Nachricht haben die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und sieben Notenbanken einen Bericht zu digitalem Zentralbankgeld (Central Bank Digital Currency, kurz CBDC) herausgegeben. Darin werden drei zentrale Kriterien für eine mögliche Einführung von CBDC genannt:

Digitales Geld müsse

  • neben Bargeld und anderen Formen von Zahlungsmitteln existieren,
  • Innovation wie Effizienz fördern und
  • dürfe die Währungs- und Finanzstabilität nicht gefährden.

Aktuelle Trends beim digitalen Zentralbankgeld

Unser heutiger Rückblick auf interessante Beiträge aus der internationalen Finanzszene greift einige aktuelle Aspekte rund um die Diskussionen um digitales Zentralbankgeld auf.

G20 setzt auf Stablecoins

Die Finanzminister der G20 setzen sich mit einem Bericht des Financial Stability Board auseinander, in dem zehn hochrangige Empfehlungen für die Regulierung und Überwachung von „Global Stablecoin“ -Vereinbarungen (GSC) auf nationaler und internationaler Ebene enthalten sind.

Mehr dazu hier: G20 presented with stablecoin oversight report

Australische Zentralbank sieht keinen Grund für CBDCs

Im Gegensatz zu anderen Nationalbanken sieht die australische Notenbank keinen Grund, digitales Zentralbankgeld für eine breite Nutzung in der Bevölkerung bereitzustellen. Die Bedenken hinsichtlich möglicher Gefahren für die Geldwertstabilität seien übertrieben. Zudem sei es nicht offensichtlich, dass CBDCs eine Lösung für bestimmte Probleme darstellen oder dass derzeit eine erhebliche Nachfrage danach bestehe.

Mehr dazu hier: Australian central bank sees no public policy case for retail CBDC

Japanische Notenbank startet CBDC-Experiment

Die Bank of Japan wird Anfang nächsten Jahres ein CBDC-Experiment beginnen, sagt jedoch, dass sie noch keine Pläne zur Ausgabe eines eigenen digitalen Yen hat.

Mehr dazu hier: Bank of Japan preps CBDC experiments

China verschenkt digitalen Yuan

China gilt als einer der Vorreiter für digitales Zentralbankgeld und treibt es massiv voran. Die chinesische Zentralbank veranstaltete letztes Wochenende eine Lotterie, um ihre neue digitale Währung im Wert von 10 Millionen Yuan (1,3 Millionen Euro) an 50.000 Menschen in Shenzhen zu verteilen.

Mehr dazu hier: Shenzhen holds lottery to give away millions in digital yuan

Digitaler Euro ist keine Konkurrenz für Bitcoin & Co.

Die Europäische Kommission sieht einen möglichen digitalen Euro nicht als Konkurrenz zu privaten Kryptowährungen. Es bestehe weder Rivalität noch ein Wettbewerb.

Mehr dazu hier: No rivalry between public and private digital currency solutions – European Commission

Werden Banken und Bitcoins überflüssig?

Chris Skinner glaubt, das digitales Zentralbankgeld kommen wird und diskutiert die Frage, ob dann Banken überflüssig und Kryptowährungen wie Bitcoin & Co. überflüssig und damit wertlos werden.

Mehr dazu hier: Will CBDCs destroy banking?

Weitere interessante Themen der Finanzwoche

Es gab aber noch weitere interessante Beiträge:

Digitale Angriffe auf Geldautomaten nehmen zu

Die Europäische Vereinigung für sichere Transaktionen meldet einen starken Anstieg der Black-Box-Angriffe auf europäische Geldautomaten in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020.

Mehr dazu hier: European ATM losses from Black Box fraud pass the €1 million mark

6 Fakten über Cyber-Attacken in der Finanzbranche

Heutzutage ist die Finanzdienstleistungsbranche kritischer denn je. Professionelle Dienstleistungen, die die Investition, Kreditvergabe und Verwaltung von Geld und Vermögen umfassen, halten die Gesellschaft auf allen Ebenen am Laufen. Von Privatpersonen bis hin zu globalem Handel und Gewerbe ist eine vollständige Digitalisierung der Finanzdienstleistungen rasch im Gange – und auch Cyberkriminelle haben dies erkannt.

Mehr dazu hier: 6 cyber-related stats in financial services

Führen in der Krise

Die meisten Finanzinstitute agierten sich mit beispielloser Geschwindigkeit, Teamarbeit und Fokussierung, um Lösungen als Reaktion auf COVID-19 zu entwickeln. Es stellt sich die Frage, wie Institutionen dieses Maß an Agilität, Engagement und innovativem Denken in Zukunft aufrechterhalten können. Wie nutzen sie die Krise als Sprungbrett für das umfassendere Ziel der digitalen Transformation, das für ein langfristiges Überleben erforderlich ist?

Mehr dazu hier: Crisis as a Catalyst for Leadership, Digital Transformation & Cultural Growth

Wettbewerb trifft auf Zusammenarbeit

Es gab eine Zeit, in der Banken wussten, wer ihre Konkurrenten waren. Zum größten Teil handelte es sich einfach um andere Banken und Finanzdienstleister. Im dem Maße, in dem Technologie im Mittelpunkt steht, scheinen FinTechs gut positioniert zu sein, um noch weiter in den Bankenbereich vorzudringen. Aber sind sie es wirklich?

Mehr dazu hier: Banking as a Service: Competition Meets Collaboration in the Age of Value Networks

Berichte aus Banken und FinTechs

Auch in der vergangenen Woche gab es einige Berichte über Aktivitäten in der Finanzbranche sowie einzelner Institute, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Markenverletzung durch Kontoaggregation?

Die kanadische TD Bank hat eine Klage wegen Markenverletzung gegen Plaid eingereicht und Das FinTech beschuldigt, den Anmeldebildschirm, das Farbschema und das Logo irreführend nachgeahmt zu haben, um die Benutzer zur Eingabe ihrer Finanzdaten zu verleiten.

Mehr dazu hier: TD Bank accuses Plaid of duping customers by ripping off its trademarks

Ein Designer-Ring zum mobilen Bezahlen

Design-Guru Philippe Starck hat einen „smarten“ Ring entworfen, in dem Zahlungskarten, Transitpässe und Visitenkarten für den stilbewussten Verbraucher gespeichert sind.

Mehr dazu hier: Philippe Starck unveils  payments ring

Eine weitere Neobank in Großbritannien

Ein Team von Finanzdienstleistungsexperten unter der Leitung von zwei ehemaligen Barclays-Führungskräften hat Pläne zur Einführung von Pennyworth vorgestellt, einer neuen digitalen Bank, die den Bedürfnissen junger Fachkräfte und mittlerer Manager gerecht werden will. Die Zielgruppe nennt sich „aspiring affluent“.

Mehr dazu hier: Former Barclays execs to launch digital bank

Neue FinTech-Einhörner

Das kanadische FinTech Wealthsimple hat durch eine neue Finanzierungsrunde Einhorn-Status erlangt. Die Bewertung stieg auf 1,5 Mrd. US$. U.a. ist die Allianz an dem Unternehmen beteiligt. Wealthsimple bietet Robo-Advice und gebührenfreien Aktienkauf an. Es verwaltet 8,4 Milliarden US-Dollar und hat mehr als 1,5 Millionen Nutzer hat.

Mehr dazu hier: Wealthsimple achieves $1.5 billion valuation on new fundraising round

Auch der indische Zahlungsabwickler Razorpay hat sich – mit einer 100 Millionen US-Dollar Series-D-Finanzierung – dem Einhorn-Club angeschlossen.

Mehr dazu hier: Indian fintech Razorpay joins Unicorn club with $100 million funding

Zu guter Letzt: Corona: Am besten gar nicht mehr bezahlen

Forscher von CSIRO, Australiens nationaler Wissenschaftsagentur, haben herausgefunden, dass das für Covid-19 verantwortliche Virus auf Oberflächen wie Banknoten, Plastik, Handybildschirmen und Edelstahl bis zu 28 Tage überleben kann. Also am besten weder mit Bargeld, noch mit Karte oder Smartphone bezahlen. Die Forscher haben allerdings eingeräumt, dass der Test nur unter Laborbedingungen Aussagekraft hat.

Mehr dazu hier: Coronavirus can survive up to 28 days on paper banknotes

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Moderne Bankräuber nutzen Ransomware - Wie sich Finanzdienstleister gegen Cyberangriffe schützen https://www.der-bank-blog.de/moderne-bankraeuber-ransomware/technologie/37669568/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Fri, 16 Oct 2020 03:25:57 +0000 Rick Vanover https://www.der-bank-blog.de/?p=37669568 Ransomware-Angriffe sind im Kommen: Diese Attacken zielen darauf ab, Daten von extern so zu verschlüsseln, dass kein Zugriff mehr möglich ist. Dabei ist es recht einfach, sich gegen solche Angriffe zu wappnen.

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Ransomware-Angriffe sind im Kommen: Diese Attacken zielen darauf ab, Daten von extern so zu verschlüsseln, dass kein Zugriff mehr möglich ist. Dabei ist es recht einfach, sich gegen solche Angriffe zu wappnen.

Cyberattacken auf Banken findet häufig mit Ransomware statt

Mit einer durchdachten Backup-Strategie können sich Finanzdienstleister wirksam gegen folgenreiche Cyberangriffe schützen.

Banken mit klassischem Endkundengeschäft benötigen eine innovative Digitalisierungsstrategie, wollen sie sich im Wettbewerb gegen schnell wachsende FinTech-Startups behaupten. Ständig werden neue Applikationen und Schnittstellen implementiert und so wächst die digitale Angriffsfläche.

Und Hacker stellen sich immer professioneller auf. Die Folge: Deutsche Finanzinstitute sind im Jahr 2020 zu einem besonders beliebten Angriffsziel geworden. Der IT-Security-Anbieter Netscout meldet im Vergleich zum Vorjahr in den ersten Monaten ein Drittel mehr Distributed Denial of Service (DDoS)-Angriffe gegen Banken. Darüber hinaus scheint es sich bei Cyberkriminellen herumgesprochen zu haben, dass sich mit Finanzdienstleistern Geld machen lässt. Wie der „Data Breach Investigations Report 2020“ (DBIR) von Verizon zeigt, waren 63 Prozent der globalen Cyberangriffe auf Banken und Versicherungen finanziell motiviert.

Kommt es in Unternehmen zu einem Daten-Gau, hat dies neben materiellen Schäden auch einen enormen Reputations- und Vertrauensverlust zur Folge. Daher sollten Unternehmen eine starke Strategie für ihr Datenmanagement entwickeln. Diese Strategie ist noch längst nicht in allen Organisationen vorhanden. Der Veeam Data Protection Trends Report 2020 kommt hier zu einem beunruhigenden Ergebnis: 69 Prozent der befragten globalen Unternehmen weisen eindeutige Lücken in ihrer IT-Sicherheitsstrategie auf. Es gibt also Nachholbedarf rund um Datenschutz- und -management.

Deutschland muss in Sicherheit investieren

Branchenübergreifend wird die IT-Security-Situation in Deutschland von der Sicherheitsfirma Rapid7 ohnehin als bedenklich eingestuft: auf einer Liste der verwundbarsten Länder weltweit steht Deutschland auf Platz fünf. Es sind meist Software-Schwachstellen, Versäumnisse im IT-Betrieb oder Fehler der Nutzer, die von Hackern ausgenutzt werden und die zu massiven Konsequenzen für geschädigte Unternehmen führen.

Laut Aussage des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat im Jahr 2019 ein nicht näher genanntes Unternehmen einen finanziellen Schaden in Höhe von 40 Millionen Euro erlitten. Der Grund: ein Angriff mit Ransomware hat wichtige Daten verschlüsselt, die für den Geschäftsbetrieb notwendig waren.

Drei typische Muster für Cyberattacken

Cyberangriffe sind also zu einer starken Bedrohung geworden und speziell Ransomware stellt eine große Herausforderung für Finanzorganisationen aller Größen dar. Jedoch gibt es Möglichkeiten, das Risiko einer erfolgreichen Attacke schon frühzeitig zu reduzieren. Dafür ist es notwendig, sich mit technologischen Details der Angriffe zu beschäftigen.

Die folgenden drei Muster sind typische Szenarien aus der Praxis:

  1. Angriffe über Remote-Zugriff-Werkzeuge
  2. Menschen per Mail überlisten
  3. Die Software-Landschaft in Stand halten

1. Angriffe über Remote-Zugriff-Werkzeuge

Wer sich gegen eine Cyberattacke schützen möchte, sollte die gängigen Vorgehensweisen der Angreifer kennen, da dies dabei hilft, die Widerstandsfähigkeit der eigenen Organisation gegen diese Gefahren zu testen. Ein zentraler Einstiegspunkt für Ransomware-Angriffe ist ein Remote Desktop Protocol (RDP), dessen Konfiguration ungesichert ist, oder andere vergleichbare Fernzugriffsmechanismen. IT-Administratoren verwenden RDP häufig, um den Status entfernter Systeme zu prüfen oder diese zu konfigurieren.

Häufig sind die RDP-Server direkt mit dem Internet verbunden, auch wenn der eigentliche Fernzugriff nur über ein internes Netz erfolgt. Es macht also Sinn, die direkte Verbindung von RDP-Servern mit dem Internet zu unterbrechen. Darüber hinaus können IT-Mitarbeiter beispielsweise spezielle IP-Adressen verwenden, RDP-Ports umleiten oder komplexere Passwörter verwenden. Warum solche Maßnahmen dringend notwendig sind, zeigt die Tatsache, dass über die Hälfte der Ransomware-Angriffe über RDP erfolgen.

2.  Menschen per Mail überlisten

Klassische Angriffsvektoren sind Phishing-Mails, die sicher jeder Anwender schon einmal erhalten hat. Diese täuschend echt wirkenden E-Mails fordern beispielsweise den Anwender auf, einem Link zu folgen oder ein Dokument zu öffnen, sodass Schadcode auf den lokalen Rechner nachgeladen werden kann.

Schutz gegen diese Angriffe schaffen Trainings und Best-Practice-Schulungen, die den Mitarbeitern zeigen, wie sie Phishing-E-Mails und falsche Links erkennen können. Ebenfalls hilfreich sind Befragungen zur Selbsteinschätzung der Mitarbeiter, die gleichzeitig auf mögliche Gefahren hinweisen.

3. Die Software-Landschaft in Stand halten

Der dritte Risikofaktor sind Software-Lösungen, die nicht kontinuierlich gepflegt oder auf dem neuesten Stand gehalten werden. Über Schwachstellen in Software-Anwendungen können Hacker in fremde Infrastrukturen eindringen. Nur ein konsequentes und zeitnahes Einspielen von Patches und Updates hilft, dieses Risiko zu verringern. Diese Aufgabe zählt zu den Standardleistungen jeder IT-Organisation und sollte daher auch konsequent durchgeführt werden.

Starke Backup-Strategie notwendig

Mit diesem Hintergrundwissen ausgestattet, sollten IT-Manager ihre vorhandene Strategie für Backup und Datenmanagement überprüfen und analysieren, ob die Datenwiederherstellung auch bei Eintreten eines der obigen Fälle dazu beiträgt, dass keine wertvollen Daten verloren gehen.

In der Finanzindustrie ist eine widerstandsfähige und flexible Backup-Strategie notwendig, die Datenverluste sicher vermeidet. Ein guter Startpunkt ist die Umsetzung der Veeam 3-2-1-Regel. Diese empfiehlt, dass es von wichtigen Daten mindestens drei Kopien auf mindestens zwei verschiedenen Medientypen geben sollte, wobei wenigstens eine dieser Kopien außerhalb des eigenen Standortes gelagert werden sollte. Der Vorteil dieser Vorgehensweise: sie ist nicht an eine bestimmte Hardware gebunden und damit so vielseitig, dass Unternehmen damit nahezu jedes Backup-Szenario orchestrieren können.

Kein Lösegeld zahlen

Sollte trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Ransomware-Attacke erfolgreich sein und wichtige Daten verschlüsseln, heißt die Devise: unter keinen Umständen das Lösegeld bezahlen. Die einzige Option für Unternehmen ist es, die Daten aus einem Backup wiederherzustellen. Jedoch sind weitere Schritte notwendig, falls eine Bedrohung aufgedeckt wird.

Ganz wichtig ist ein abgestimmter Kommunikationsplan. In diesem ist unternehmensweit das Vorgehen definiert, welche Personen und Geschäftseinheiten zu welchem Zeitpunkt über den Ransomware-Angriff zu informieren sind. Häufig fehlt es an trivialen Dingen, wie beispielsweise Namenslisten und Telefonnummern in Textdateien, die zur Kommunikation innerhalb eines erweiterten Teams verwendet werden. In dieser Kontaktliste sollten auch Experten für IT-Security und für Incident Response sowie Identity Management enthalten sein.

Wer verantwortet den Restore?

Ergänzend zur Kommunikation sind klare Regelungen zu treffen, wer für die nächsten Schritte einer Datenwiederherstellung die Verantwortung besitzt. So ist festzulegen, wer die finale Entscheidung zur Wiederherstellung bzw. zum Restore oder zum Failover trifft.

War die Wiederherstellung der Daten erfolgreich, erfolgen anschließend Sicherheits-Checks der IT-Systeme, bevor alle Systeme wieder online gehen. Dafür sind beispielsweise Viren- und Malware-Scans auf allen Servern, Client-PCs und mobilen Endgeräten notwendig. Abschließend sollten alle Anwender aufgefordert werden, ihre Kennwörter zu ändern.

Fazit: Vor Ransomware kann man sich schützen

Ransomware ist zu einer ständigen Bedrohung für die Finanzdienstleistungsbranche weltweit geworden. Unternehmen haben es jedoch selbst in der Hand, das Risiko zu mindern und sich auf den Ernstfall vorzubereiten. Weiterhin ist es extrem wichtig, einen detaillierten Plan zur vollständigen Absicherung zu haben, um sicherzustellen, dass das eigene Unternehmen einen solchen Angriff überlebt.

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Die Evolution der digitalen Transformation – Cartoon - Fünf Fragen an die Führung https://www.der-bank-blog.de/evolution-digitale-transformation/humor/37669017/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Fri, 16 Oct 2020 03:20:46 +0000 Dr. Hansjörg Leichsenring https://www.der-bank-blog.de/?p=37669017 Die digitale Transformation ist ein Prozess ohne Anfang und Ende, der durch die Folgen der Corona-Pandemie noch einmal stark beschleunigt wurde. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, sollten Führungskräfte fünf Fragen beantworten können.

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Die digitale Transformation ist ein Prozess ohne Anfang und Ende, der durch die Folgen der Corona-Pandemie noch einmal stark beschleunigt wurde. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, sollten Führungskräfte fünf Fragen beantworten können.

Cartoon: Evolution der digitalen Transformation

Von der Webseite zum digitalen Omnikanalvertrieb.
© Tom Fishburne

„Das mit dem Internet geht vorüber“ meinte vor einigen Jahren der Vorstand eines Regionalinstituts nach meinem Vortrag über die zunehmende Bedeutung von Social Media für Kreditinstitute. Nun, es ist immer noch da und abschalten kann man es nur in totalitären Staaten.

Das Internet ist die Zukunft für Unternehmen

1997 schaltete IBM die folgende Werbung, nach der das Internet die Zukunft für Unternehmen sei („The internet is the future of business“). Dazu kamen Anzeigen mit der Botschaft: „In Zukunft wird ein Unternehmen, das nicht im Internet ist, nicht mehr im Geschäft sein.“

Die Idee, dass ein kleines Unternehmen weltweit über das Internet Geschäfte tätigen kann, wurde sowohl als Hinweis auf die Macht des Internets für kleine Unternehmen als auch als Bedrohung des Internets für die anhaltende Dominanz der derzeitigen großen Unternehmen in Verbindung gebracht.

Dotcom-Boom und Dotcom-Blase

Rückblickend war da viel Wahres dran. Der Dotcom-Boom führte für viele Unternehmen zu einem enormen Wachstum, und die Erkenntnis setzte sich durch, dass sich jedes Unternehmen an diese neue Realität anpassen musste, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

„Nur“ eine Internetpräsenz reicht allerdings nicht aus, um nachhaltigen Ertrag zu generieren. Das zeigte sich drei Jahre später im Platzen der Dotcom-Blase. Zum einen haben etablierte Marken aus Sicht der Verbraucher auch im Internet einen Mehrwert, zum anderen fehlte vielen reinen Internet-Unternehmen der damaligen Zeit schlicht die richtige Strategie.

Social Media goes Mainstream

Nicht viel anders beim Aufkommen sozialer Medien: Anfänglicher Skepsis folgte – wie stets bei Veränderungen – Euphorie, Hype und Ernüchterung. Heute sind die großen sozialen Netzwerke wie Twitter, Facebook, YouTube, Instagram und andere längst Mainstream. Sie spielen eine wichtige Rolle im Marketing und Kundenservice fast aller Unternehmen, auch im Finanzbereich.

Digitalisierung endet nie

Nicht wenige meinen immer noch, dass die digitale Transformation ein Projekt oder Prozess mit einem definierten Anfang und Ende sei. Einer Forester-Studie aus dem Jahr 2018 zufolge glaubten 28 Prozent der befragten Unternehmen, dass sie ihre digitale Transformation abgeschlossen hätten. Zum Beispiel machten sich vor zwei Jahren (!) nur 34 Prozent der Banken und Versicherer die Mühe, ihr Marketing zu verändern, und nur 45 Prozent veränderten die Kundenbearbeitung – zu wenig angesichts der – inzwischen weiter gestiegenen – Massenakzeptanz mobiler Geräte durch die Verbraucher.

Eine aktuellen Analyse von McKinsey zufolge befinden sich 79 Prozent aller Unternehmen noch immer in einem frühen Stadium ihrer Technologietransformation. Und das, obwohl bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie 92 Prozent der Unternehmen erkannten, dass ihr Geschäftsmodell angesichts der fortschreitenden Digitalisierung einer Überarbeitung bedarf.

Fünf Fragen an die Führung

Im Zuge der Corona-Krise ist die Bedeutung der Digitalisierung nochmals gestiegen. McKinsey empfiehlt eine Beschleunigung der digitalen Transformation, zum einen indem das aktive Experimentieren übergeht in ein agiles Umsetzen, Testen und Verbessern, zum anderen durch die aktive Erschließung neuer Geschäftsfelder.

Die digitale Transformation ist ein Prozess, kein Ereignis, und die Ziele und Prioritäten der Reise sind für jedes Unternehmen unterschiedlich. So wie COVID-19 eine neue Dringlichkeit für Veränderungen mit sich bringt, gibt es Widerstand dagegen, wie tief diese Änderungen gehen sollten.

Die folgenden fünf Fragen sollte sich daher jede Führungskraft mit Blick auf die Vorbereitung auf die digitale Welt in der Post-Corona-Zeit stellen:

  1. Worin liegen zukünftig Wert und Wertschöpfung und welche Maßnahmen bringen ein Unternehmen dorthin?
  2. Welche Rolle sollte der Geschäftsaufbau bei der Beschleunigung des Eintritts in neue Märkte oder beim Zugang zu neuen Kunden spielen?
  3. Wie können die Vorteile eines agileren Betriebsmodells genutzt werden, um das Tempo des Unternehmens zu steigern?
  4. Wie sollte die Personalstrategie aussehen, damit auch zukünftig die richtigen Mitarbeiter an Bord sind?
  5. Welche Investitionen sind notwendig, um die Technologieumgebung zu schaffen, die es dem Unternehmen ermöglicht, in der neuen Normalität erfolgreich zu sein?

Die Zukunft wird noch viele und große Veränderungen für uns bereithalten.

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Corona verändert die Welt wie wir sie kennen - Neue Arbeitsformen und Nachhaltigkeit erreichen Unternehmen https://www.der-bank-blog.de/corona-veraendert-die-welt-wie-wir-sie-kennen/studien/37669224/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Fri, 16 Oct 2020 03:15:13 +0000 Pascal Brückner https://www.der-bank-blog.de/?p=37669224 Das Coronavirus treibt nicht nur die Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft voran, sondern verändert auch die Arbeitswelt grundlegend. Laut einer aktuellen Studie erstreckt sich der Wandel vom Recruiting bis hin zu Klimaschutzmaßnahmen.

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Das Coronavirus treibt nicht nur die Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft voran, sondern verändert auch die Arbeitswelt grundlegend. Laut einer aktuellen Studie erstreckt sich der Wandel vom Recruiting bis hin zu Klimaschutzmaßnahmen.

Aktuelle Trends, Studien und Research über Strategie und Management

Gerade in Zeiten der Veränderung, der sinkenden Erträge und steigenden Kosten kommt es auf eine durchdachte und nachhaltige Strategie an. Im Bank Blog finden Sie aktuelle Studien und Trends zu den Themen Strategie und Management.

Eine aktuelle Umfrage von KPMG zeigt, dass seit COVID-19 für viele Unternehmen die Bindung von Mitarbeitern, gerade hoch qualifizierten, massiv an Bedeutung hinzugewonnen hat. Für diese Erhebung wurden Januar/Februar und erneut im Juli/August dieses Jahres die CEOs der größten Unternehmen der Welt befragt.

Nach Ansicht der CEOs habe sich das Thema „Personal“ in Folge der Pandemie zum zentralen Geschäftsrisiko entwickelt, das noch vor Lieferketten- und Umweltrisiken stehe. Maß Anfang des Jahres noch nur einer von hundert CEOs eine geschäftskritische Bedeutung bei (1 Prozent), so sahen dies im Sommer bereits 21 Prozent der CEOs so.

Corona als eine Krise, die alle trifft

39 Prozent der CEOs gaben an, selbst oder durch ihr familiäres Umfeld von COVID-19 betroffen gewesen zu sein. Das habe zweierlei Auswirkungen: Zum einen gibt über die Hälfte der betroffenen Unternehmenslenker an, dass diese Erfahrung in den nächsten Jahren ihre strategischen Entscheidungen mit prägen werde.

Zum anderen hätten betroffene CEOs die Kommunikation mit den Mitarbeitern während der Krise stärker intensiviert als nicht betroffene Kollegen. Für die Studienautoren seien dies gerade in der internationalen Zusammenarbeit bedeutsame Aspekte, auf die Rücksicht genommen werden müsse.

Wie sich die Arbeitswelt jetzt verändert

Die globale Pandemie hat zudem deutliche Auswirkungen auf die Zukunft der Arbeitswelt. Zwei von drei CEOs geben an, dass sich ihre Kommunikation mit den Angestellten während der Corona-Krise verbessert habe. 77 Prozent der CEOs wollen ihre Mittel zur digitalen Zusammenarbeit und Kommunikation sogar weiter ausbauen. 69 Prozent gehen davon aus, dass ihr Unternehmen zukünftig weniger Büroflächen benötigen werde.

Insofern ist es in den Augen der Studienautoren sinnvoll, dass die CEOs Personalfragen höchste Priorität einräumen, um ihr Geschäft sichern und ausbauen zu können. Immerhin habe das verstärkte Homeworking im Zuge der Pandemie dafür gesorgt, dass das Potenzial qualifizierter Arbeitskräfte deutlich gestiegen sei. Um dieses Potenzial zu nutzen, wollten drei von vier CEOs auch ihre Recrutingstrategien überdenken.

Neue Technologien revolutionieren die Arbeitswelt

Nach Überzeugung von 80 Prozent der Befragten habe die globale Covid-19-Pandemie die Digitalisierung in Unternehmen um mehrere Monate (50 Prozent) oder gar Jahre (30 Prozent) beschleunigt. In zwei von drei Unternehmen wurde auch die Schaffung digitaler Geschäftsmodelle oder Einkommensströme entsprechend früher erreicht.

67 Prozent der CEOs wollen aufgrund der Pandemie verstärkt in neue Technologien und die Digitalisierung ihres Unternehmens investieren. Viele CEOs hätten jetzt die Möglichkeiten neuer Technologien erkannt, wie zum Beispiel die Verbesserung der Customer Experience und der Mitarbeitermotivation. Unternehmen, die diese Chancen nutzten, könnten sich in Zeiten der Krise von der Konkurrenz abheben.

Klimaschutz wird zur Priorität

Auch die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit scheinen endgültig auf der Management Agenda der CEOs angekommen zu sein und wird nach Ansicht vieler Unternehmenschefs zunehmend businessrelevant. So gehen 65 Prozent der befragten CEOs davon aus, dass ihr Umgang mit Klimarisiken mit darüber entscheiden werde, ob sie in fünf Jahren noch im Amt sein werden.

Die meisten Unternehmenslenker gehen zu Recht davon aus, dass die Öffentlichkeit von ihnen erwarte, die relevanten gesellschaftlichen Herausforderungen zu adressieren, in Zeiten, in denen das Vertrauen in die Lösungskompetenz von Regierungen schwinde.

CEOs überdenken globale Lieferketten-Strategien

Zwei von drei Unternehmen haben ihren Ansatz globaler Lieferketten im Zuge der Pandemie überdacht. Hauptgrund hierfür war der Wunsch, schneller auf sich ändernde Kundenanforderungen reagieren zu können, im Falle einer erneuten Katastrophe robuster aufgestellt zu sein sowie nicht zuletzt der gesellschaftliche Druck, der Produktionsstätten nahe des Heimatstandorts einfordere.

Die beiden Umfragen zeigen auch, dass sich die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage durch die CEOs aufgrund der Covid-19-Pandemie drastisch geändert hat. Äußerten sich Anfang des Jahres noch 68 Prozent optimistisch über die Aussichten der globalen wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden drei Jahren, sank dieser Wert im Zuge der Pandemie im Juli/August auf nur noch 36 Prozent.

Sich selbst und ihre Unternehmen sehen CEOs dabei jedoch häufig nicht betroffen: So beurteilten die meisten CEOs die wirtschaftlichen Aussichten ihres eigenen Unternehmens deutlich optimistischer als die der Weltwirtschaft.

Zur Bezugsmöglichkeit der Studie (engl.) gelangen Sie über Laterpay.

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Verwahrung der Krypto-Assets als Dreh- und Angelpunkt im Kryptomarkt - Neue Finanzprodukte und Services auf Basis von Krypto-Assets https://www.der-bank-blog.de/verwahrung-krypto-assets/technologie/37669298/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Thu, 15 Oct 2020 03:25:46 +0000 Dr. Robert Bosch https://www.der-bank-blog.de/?p=37669298 Die Verwahrung von Krypto-Assets berührt klassische Kompetenzen der Banken: Vertrauen und Verwahrung von physischen Gegenständen. Da der Markt wachsen und herkömmliche Vermögenswerte immer mehr ablösen wird, muss der Zusatznutzen von Krypto-Werten verstanden werden.

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Die Verwahrung von Krypto-Assets berührt klassische Kompetenzen der Banken: Vertrauen und Verwahrung von physischen Gegenständen. Da der Markt wachsen und herkömmliche Vermögenswerte immer mehr ablösen wird, muss der Zusatznutzen von Krypto-Werten verstanden werden.

Finanzprodukte und Services auf Basis von Krypto-Assets

Krypto-Assets und Blockchain-Technologie haben Zukunft.

Seit dem 1.1.2020 diesen Jahres hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) das Kryptoverwahrgeschäft als erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung definiert. Damit wurde nicht nur eine abschließende und umfassende Rechtssicherheit für das Kryptoverwahrgeschäft geschaffen. Auch wurde damit eine faktische Gleichberechtigung und Gleichstellung der Kryptoverwahrung als Finanzdienstleistung bewirkt. Fast alle etablierten Krypto-Börsen und -Marktplätze bieten bereits auch Verwahrung an. In Deutschland sind das zum Beispiel die Börse Stuttgart mit ihrer Krypto-Trading-App „Bison“ und der Marktführer Bitcoin.de.

Und auch Banken, wie etwa Ende letzten Jahres die Solarisbank, steigen vermehrt in das Geschäft ein. Viele weitere Akteure stehen in den Startlöchern. Immer mehr Banken interessieren sich für das Kryptoverwahrgeschäft, auch um den Anschluss an den Kryptomarkt insgesamt nicht zu verpassen. Denn die Verwahrung der Private-Keys als wichtigstes Gut im Sinne der Informationssicherheit stellt das Herzstück und den Ausgangspunkt aller weiteren Dienstleistungen rund um den Kryptomarkt dar. Obwohl sich der Kryptomarkt nach High-Tech anhört, berührt die Verwahrung der Private-Keys eine ganz klassische Kompetenz der Banken: Das Vertrauen an die sichere Verwahrung von physisch greifbaren Gegenständen in Hochsicherheitstresoren.

Was sind digitale Vermögenswerte und wie werden sie verwahrt?

Um Vermögenswerte digital abzubilden werden als Informationsübertragungseinheit sogenannte Token verwendet. Technisch sind Token in dreierlei Hinsicht zu unterscheiden:

  • Ein Token ist eine Zeichenkette, die einem privaten Schlüssel (Private-Key) entspricht. Mit diesem kann man sich Zugriff auf digitale Vermögenswerte verschaffen, um diese beispielsweise auf eine andere Wallet-Adresse zu transferieren.
  • Ein Token im Sinne einer Zeichenkette ist auch eine öffentliche Wallet-Adresse (Public-Key), der eine bestimmte Menge von digitalen Vermögenswerten zugeordnet ist.
  • Auch die Transaktionen selbst, also der Austausch digitaler Vermögenswerte zwischen verschiedenen Wallet-Adressen, wird in Token-Form in einem digitalen Register verbucht.

Alle drei Typen von Token sind erforderlich, um digitalisierte bzw. tokenisierte Vermögenswerte darzustellen. Weil Token auf Kryptographie basieren, nennt man die Vermögenswerte, die sie darstellen, auch Krypto-Werte. Token-basierte Vermögenswerte können dabei in technologisch verschiedenen Datenbanken verbucht werden, etwa in öffentlichen Blockchain-Netzwerken wie Bitcoin oder Ethereum, in privaten Blockchain-Netzwerken und selbst in klassischen zentralen Datenbanken.

Sicher verwahrt werden müssen dabei immer die Private-Keys, da sie den direkten Zugang zu einem Krypto-Asset darstellen. Wer die Private-Keys besitzt hat Zugriff auf das gesamte Vermögen. Damit stellt die richtige Verwahrung der Private-Keys auch das größte Sicherheitsrisiko für ein digital geführtes Vermögen dar, ein Risiko, zu dem Kunden in der Regel dringend die Hilfe professioneller Verwahrdienstleister brauchen, um überhaupt adäquat mit digitalen Vermögenswerten umgehen zu können.

Drei Arten von Token

Token enthalten Informationen, die als einfache Zeichenfolgen bis hin zu komplexen Abfragen dargestellt werden können. Im Bereich der Distributed Ledger Technology (DLT) / Blockchain im Zusammenhang mit Vermögenswerten sind drei Arten von Token wesentlich:

  • Payment-Token, die als Zahlungsmittel fungieren.
  • Utility-Token bzw. Nutzungs-Token, die als Versprechen für eine Dienstleistung entwickelt wurden. Ähnlich wie bei einem Coupon, kann der Besitzer des Token seiner Gegenpartei Zugang zu einer bestimmten Leistung, z.B. der Nutzung von Rechenleistung in einer Cloud, gewähren.
  • Security-Token bzw. Anlage-Token repräsentieren einen konkreten Vermögensgegenstand, wie eine Aktie oder Anleihe und unterliegen bestimmten regulatorischen und rechtlichen Bedingungen.

Ausgabe, Verwahrung von Tokens und der Private-Key

Die Ausgabe eines Security-Tokens erfolgt über ein Security-Token-Offering (STO). Allgemein spricht man bei der Emission von Token vom Initial-Coin-Offering (ICO), ein Begriff, der in der Praxis für die Emission von Payment- und Utility-Token genutzt wird. Gesetzgeber und Verwaltung orientierten sich bei der Klassifizierung von Token am Grundsatz der Technologieneutralität. Jeder Token wird hierbei rechtlich entsprechend seiner fachlichen Funktion eingeordnet.

Für die Kompetenz der Verwahrung spielt es keine besondere Rolle, welche fachliche Funktion der zu verwahrende Token hat. Auch spielt es keine Rolle, welche genaue Datenbank-Technologie genutzt wird, um die über Token dargestellten Vermögenswerte zu verbuchen. Bei der Verwahrung geht es immer darum, den privaten Zugangsschlüssel (Private-Key) sicher vor dem Zugriff durch unbefugte aufzubewahren. Die hierfür erforderlichen Kompetenzen sind vom fachlichen Zweck und der technologischen Ausrichtung der Token nahezu unabhängig. Auch darum eignet sich die Verwahrung optimal als Einstieg in den Kryptomarkt. Denn unabhängig davon, wie sich der Kryptomarkt entwickelt, das heißt welche Vermögenswerte zuerst „tokenisiert“ werden oder welche Technologien sich durchsetzen: Die einmal erworbene und am Markt etablierte Kompetenz der Verwahrung wird immer in gleicher Weise benötigt werden.

Welchen Nutzen bringen Krypto-Werte im Vergleich zu herkömmlichen Assets?

Um abzusehen, dass der Markt für Krypto-Werte wachsen und herkömmliche Vermögenswerte immer mehr ablösen wird, was auch das Kryptoverwahrgeschäft zu einem lukrativen Einstieg in diesen Markt macht, muss der Zusatznutzen von Krypto-Werten verstanden werden.

Um den Nutzen der digitalen Vermögenswerte zu erkennen, ist es wichtig die Prinzipien der Blockchain-Technologie einzuordnen. Die Verkettung der Daten sorgt für eine dauerhafte Datenintegrität. Durch die Verteilung dieser Daten an alle Parteien erhöht sich die Integrität und Verfügbarkeit. Die Manipulationssicherheit wird über die kryptographische Verschlüsselung realisiert.

Daraus ergeben sich idealtypische technische Eigenschaften für digitale Vermögenswerte:

  • Teilbarkeit: Die Aufteilung von Asset-Anteilen ist gut möglich
  • Echtheit: Durch die direkte Abbildung von Vermögenswerten als Token kann eine Fälschung praktisch ausgeschlossen werden
  • Übertragbarkeit: Über die Blockchain kann ein Transfer ohne Intermediär kostengünstig und ad-hoc stattfinden
  • Fälschungssicherheit: Neben der Echtheit kann durch die Verschlüsselung eine Manipulation praktisch ausgeschlossen werden
  • Datenschutz: Der Schutz von personenbezogenen Daten kann trotz Verkettung über die Blockchain erreicht werden, da Daten als Referenzen angegeben werden können und keine direkte Ableitbarkeit zu den Personen möglich ist
  • Transparenz: Obwohl keine direkte Einsicht in personenbezogene Daten herrscht, können alle Transaktionen problemlos eingesehen werden

Krypto-Assets erfüllen damit die gleichen fachlichen und technologischen Anforderungen wie herkömmliche Finanzprodukte. Siekönnen kostengünstig und ohne Intermediäre direkt übertragen werden.

Aufbau eines tokenbasierten Ökosystems

Die Sicherheit, der über eine Blockchain verbuchten Vermögenswerte steht und fällt mit der richtigen Verwahrung der Private-Keys. Private-Keys stellen die entscheidende Sicherheitsschwachstelle dar und können somit als „Kronjuwelen“ im Sinne der Informationssicherheit bezeichnet werden. Eine sichere Verwahrmöglichkeit für private Keys ist eine unbedingt erforderliche und damit stets vielfach nachgefragte Dienstleistung in der sogenannten Token-Ökonomie und stellt damit auch ein nachhaltiges Geschäftsmodell dar.

Aber nicht nur das: Auch ist das Kryptoverwahrgeschäft in gewisser Weise technologieneutral und damit flexibel für alle möglichen Entwicklungen innerhalb des Universums blockchain-basiert geführter Vermögenswerte.

Um eine gesamte Token-Ökonomie zu errichten, sind diverse Finanzdienstleistungen anzubieten.

  • Verwahrung der Token: Über eine Blockchain-basierte Plattform, die eine manipulations- und ausfallsichere Depotlösung darstellt. Jede Partei erhält ein direktes Konto und kann über einen einheitlichen KYC-Prozess verifiziert werden.
  • Emission von Token: Ausgabe der Token inklusive rechtliche und regulatorische Begleitung für Unternehmen und Investoren. Digitale Vermögenswerte können Unternehmensbeteiligungen, Schuldscheine und Derivate repräsentieren.
  • Handel von Token: Bereitstellung eines Marktplatzes, um einen Sekundärhandel für potenzielle Kunden zu gewährleisten.

Wie sieht die derzeitige regulatorische Grundlage aus?

Bereits 2018 wurde der Anwendungsbereich des Geldwäschegesetzes um Plattformen zum Tausch von virtuellen Währungen sowie Anbieter von elektronischen Geldbörsen (sogenannten Wallets) erweitert.

Die Umsetzung der 5. EU-Geldwäscherichtlinie (AMLD5) in deutsches Recht erfolgte im Januar 2020. Kryptowerte wurden als Finanzdienstleistungen in das KWG aufgenommen. Die Legaldefinition umfasst dabei, anderes als in der EU-Richtlinie ursprünglich vorgesehen, neben Kryptowährungen auch Security- und Utility-Token sowie Tauschbörsen, die nur den Austausch von virtuellen Währungen anbieten. Die Verwahrung von Kryptowerten wurde als erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung in das KWG aufgenommen. Für bereits bestehende Wallet-Anbieter gelten Übergangsfristen bis November 2020. Eine Erlaubnis ist nur dann erforderlich, wenn der Wallet-Betreiber Zugriff auf die Private-Keys hat.

Kryptowährungen fallen damit in den direkten Anwendungsbereich des deutschen Geldwäschegesetzes (GwG). Für Security-Token, falls mit wertpapierähnlichen Rechten ausgestattet und übertragbar, gelten die gleichen Vorschriften wie für traditionelle Wertpapiere. Dazu gehören insbesondere das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG), die ProspektVO und der Anlegerschutz nach MiFID II. Durch den deutschen Sonderweg müssen Unternehmen hierzulande mit erhöhten Compliance-Kosten rechnen. Die entstandene Rechtssicherheit könnte aber auch ein Standortvorteil für Deutschland sein, wenn dadurch das Interesse bei privaten und institutionellen Anlegern steigt.

Aufgrund unterschiedlicher Legaldefinitionen und nationaler Registrierungsanforderungen in den europäischen Mitgliedsstaaten können Kryptofinanzdienstleistungen aktuell nicht im Rahmen des EU-Passportings frei und grenzübergreifend angeboten werden. Ein ausländischer Wallet-Betreiber müsste so zunächst in Deutschland eine BaFin Erlaubnis beantragen, bevor er seine Dienstleistungen in Deutschland anbieten darf. Dies stellt eine große Herausforderung für die weitere Entwicklung des europäischen Kryptomarktes dar.

Die Europäische Kommission arbeitet daher mit Hochdruck an einer Harmonisierung der regulatorischen Vorschriften in Europa (EU-Consultation on a EU framework for markets in crypto-assets, kurz MiCA), die als notwendige Voraussetzung zur Förderung des europäischen Finanzplatzes im Allgemeinen und des Kryptomarktes im Speziellen darstellt.


Ralph Bärligea - Senior Business Consultant, BearingPoint

Ralph Bärligea

Ralph Bärligea ist Koautor des Beitrags. Er ist Business Advisor bei BearingPoint mit Fokus auf die Bereiche Blockchain-Technologie, Finanzmarktregulatorik und Zahlungsverkehr und berät Banken und den öffentlichen Sektor. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen sowie Fachbeiträgen zur Blockchain-Technologie hat er auch den Deutschen Bundestag in zwei öffentlichen Anhörungen zur Thematik beraten.

Kai Baumann - Senior Consultant, BearingPoint

Kai Baumann

Kai Baumann ist Koautor des Beitrags. Er ist Senior Consultant bei BearingPoint und Experte für den Bereich Digitalisierungsstrategien. Sein Fokus richtet sich auf innovative Geschäftsmodelle und innovativen Technologien. Seit acht Jahren berät er industrieübergreifend Unternehmen in strategischen und operativen Transformations- und Optimierungsprojekten.

 

Tobias Heinke – Manager, BearingPoint

Tobias Heinke

Tobias Heinke ist Koautor des Beitrags. Er ist Manager bei BearingPoint und berät Banken sowie Asset Manager bei der Umsetzung von Projekten aus den Bereichen der Digitalisierung, Prozessoptimierung und Finanzmarktregulatorik.

 

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Service Excellence im deutschen Bankenmarkt - Wie sich Banken und Sparkassen kundenzentriert aufstellen können https://www.der-bank-blog.de/service-excellence-bankenmarkt/buchempfehlungen/37668062/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Thu, 15 Oct 2020 03:20:00 +0000 Dr. Hansjörg Leichsenring https://www.der-bank-blog.de/?p=37668062 In seinem Buch „Dimensionen und Effekte der Service Excellence im deutschen Bankenmarkt“ stellt Jürgen Weimann vor, wie sich Banken und Sparkassen kundenzentriert aufstellen können. Bank Blog Leser haben die Chance, ein Exemplar zu gewinnen.

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In seinem Buch „Dimensionen und Effekte der Service Excellence im deutschen Bankenmarkt“ stellt Jürgen Weimann vor, wie sich Banken und Sparkassen kundenzentriert aufstellen können. Bank Blog Leser haben die Chance, ein Exemplar zu gewinnen.

Buchtipps und Leseempfehlungen für Bankmanager und -mitarbeiter

Die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen ist als Bestandteil einer Karriere in Zeiten der Veränderung allgemein akzeptiert. Dass „Lesen bildet“ weiß schon der Volksmund. Obwohl wir alle tagtäglich viel zu viel lesen „müssen“, lesen wir wohl alle gleichzeitig auch viel zu wenig. Im Bank Blog finden Sie daher Hinweise und Empfehlungen auf interessante Bücher, die Ihnen neue Erkenntnisse und Ideen vermitteln sollen.

Die gesamte Finanzbranche steht vor der Herausforderung, das Geschäftsmodell neu zu denken, um die durch die Digitalisierung gestiegenen Kundenerwartungen zu erfüllen und so die eigene Profitabilität zu verbessern. Kundenzentrierung ist dabei das Gebot der Stunde.

Untersuchungen bei internationalen Banken zeigen, dass gerade bei Kreditinstituten begeisterte Kunden eine deutlich höhere Kundenbindung sowie höhere Preis- und Weiterempfehlungsbereitschaft zeigen. Somit ist das Konzept der Service Excellence ein wirkungsvolles Managementkonzept, um sich, gerade in Zeiten von sinkenden Margen und Erlösen, vom Wettbewerb abzugrenzen.

In der Praxis besteht allerdings häufig die Annahme, Kundenzentrierung bedeute, sämtliche Prozesse und Abläufe aus Sicht des Kunden zu denken. Dies ist nur in Teilen richtig, da diese Ansicht viel zu kurz greift. Der Ansatz der Service Excellence kann hier unterstützend wirken. Jürgen Weimann beschreibt damit ein Managementkonzept, welches zum Ziel hat, durch hervorragende Servicequalität Kunden zu begeistern und dadurch die Kundenbindung zu steigern.

Kundenzentrierung durch Service Excellence

Auf Basis einer quantitativen Studie bei 228 Genossenschaftsbanken und 62 Sparkassen in Deutschland hat Weimann die Dimensionen und betriebswirtschaftlichen Effekte der Service Excellence für den deutschen Bankenmarkt analysiert und vier Dimensionen mit signifikantem Einfluss auf Service Excellence gefunden.

Die im Buch dokumentierten Interviews mit Vorständen zeigen, dass sich bisher nur sehr wenige Institute spezifisch damit beschäftigt haben, wie es gelingen kann, Kunden zu begeistern. Häufig besteht die Sorge, dass dies als Finanzdienstleister nicht möglich ist.

Kundenzufriedenheit ungleich Kundenbegeisterung

Weimann liefert zunächst eindeutige Definitionen für Kundenzufriedenheit und -begeisterung:

  • Kundenzufriedenheit bei Banken ist das emotionale Ergebnis, welches durch den Vergleich der tatsächlich wahrgenommenen Leistung aller durch den Kunden in Anspruch genommenen Leistungen, Mitarbeiter und Produkte einer Bank mit der erwarteten Leistung entsteht.
  • Kundenbegeisterung ist die vom Kunden intensiv empfundene Emotion der Freude, die durch ein überraschendes und herausragend positiv wahrgenommenes Erlebnis ausgelöst wird.
Buchtipp: Service Excellence im deutschen Bankenmarkt - Jürgen Weimann

Service Excellence im deutschen Bankenmarkt

Neun Handlungsfelder für Banken und Sparkassen

Weimann beschreibt insgesamt neun organisatorische Handlungsfelder für die kundenzentrierte Ausrichtung einer Bank oder Sparkasse:

  • Leadership und Servicekultur – strategische und kulturelle Rahmenbedingungen, die zur Begeisterung von Mitarbeitern und Kunden führen
  • Reputation – durch den Kunden wahrgenommene Wertschätzung und daraus resultierende Reputation am Markt
  • Implementierung – Verankerung aller Maßnahmen in einer kundenzentrierten Strategie und Nachhalten durch den Vorstand
  • Mitarbeiterbegeisterung – Stolz und Begeisterung der Mitarbeiter gegenüber dem Institut
  • Ressourcen – Verfügbarkeit von finanziellen und immateriellen Ressourcen und Sachmitteln
  • Management des Kundenerlebnisses – Erhebung der Gründe und Motive der Kunden sowie laufende Weiterentwicklung sämtlicher Kontaktpunkte durch Kundenreisen
  • Serviceinnovation und -erforschung Aktivitäten, die sich mit der Kreation und Umsetzung eines innovativen Produkt- und Leistungsangebots beschäftigen
  • Messung von Überraschung und Begeisterung regelmäßige Evaluation des Kundenerlebnisses an allen Kontaktpunkten
  • Technologie und Prozess-Exzellenz Nutzung von modernen technologischen Möglichkeiten und schnellen, einfachen Prozessen, um das Kundenerlebnis stets zu verbessern

Im direkten Vergleich zwischen Sparkassen und Genossenschaftsbanken zeigen die Ergebnisse der Studie, dass sich die Genossenschaftsbanken bereits länger mit der kundenorientierten Ausrichtung beschäftigen und durch alle Handlungsfelder hindurch eine höhere Ausprägung vorweisen.

Durchweg niedrige Werte zeigen die Handlungsfelder Serviceinnovation und -erforschung, Messung von Überraschung und Begeisterung sowie Technologie und Prozess-Exzellenz. Hier besteht aus Sicht des Autors dringender Handlungsbedarf. Gerade die aktive Kundenintegration durch z. B. Fokusgruppen-Befragungen liefert hierzu wertvolle Impulse.

Die Kundensicht ist entscheidend

Erfahrungen zeigen, dass Kunden das Erlebnis mit der Bank häufig deutlich schlechter bewerten, als es aus Sicht der Manager und Mitarbeiter gewesen ist. Dies liegt meist daran, dass die wirklichen Bedürfnisse von Kunden nicht oder nur zu wenig bekannt sind.

Das Buch liefert wertvolle Impulse für Interessierte aus der Finanzbranche, die ihr Institut kundenorientiert ausrichten wollen. Entscheidender Vorteil des Buches ist dabei, dass sämtliche Empfehlungen auf wissenschaftlichem Vorgehen basieren. Dies macht zwar an manchen Stellen das Lesen ein wenig mühsamer, gleichzeitig kann der Leser jedoch sicher sein, dass sämtliche Empfehlungen empirisch validiert und fundiert sind. In dieser Kombination ist das Buch bisher einzigartig am Markt.

Über Jürgen Weimann

Dr. Jürgen Weimann steht für Zukunftsfähigkeit durch kompromisslose Kundenorientierung und wirkungsvolle Führung. Er zählt zu den führenden Managementberatern. Der von ihm entwickelte Beratungsansatz vereint neben den praktischen Erfahrungen aus über 20 Berufsjahren die Erkenntnisse der Betriebswirtschaft und Psychologie. Für sein Wirken wurde er 2020 vom Bundespräsidenten a. D. Christian Wulff in Kooperation mit dem Manager Magazin als „TOP CONSULTANT“ ausgezeichnet.

Service Excellence im deutschen Bankenmarkt bei Amazon kaufen oder gewinnen

Das Buch hat 291 Seiten. Sie erhalten es u.a. bei Amazon:

Leser des Bank Blogs haben die Chance, ein kostenloses Exemplar zu gewinnen. Schreiben Sie dazu bis zum 22. 10. 2020 in einem Kommentar unter den Artikel, was Sie an dem Buch besonders interessiert.

Das Buch wird unter allen Lesern, die einen Kommentar abgegeben haben verlost. Der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt und muss innerhalb einer Woche seine vollständige Adresse mitteilen. Der Buchgewinn wird dem Gewinner dann direkt zugesendet.

Mit Ihrem Kommentar stimmen Sie diesen Hinweisen/Teilnahmebedingungen zu.

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New Work ist noch nicht überall angekommen - Wissensarbeit im digitalen Wandel https://www.der-bank-blog.de/new-work-ist-noch-nicht-ueberall-angekommen/studien/37669341/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Thu, 15 Oct 2020 03:15:56 +0000 Dr. Hansjörg Leichsenring https://www.der-bank-blog.de/?p=37669341 Seit einigen Jahren befindet sich Wissensarbeit im digitalen Wandel. Doch noch immer und trotz Corona-Krise ist New Work noch nicht in allen Unternehmen angekommen. Eine Studie zeigt mögliche Ursachen auf.

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Seit einigen Jahren befindet sich Wissensarbeit im digitalen Wandel. Doch noch immer und trotz Corona-Krise ist New Work noch nicht in allen Unternehmen angekommen. Eine Studie zeigt mögliche Ursachen auf.

Aktuelle Trends, Studien und Research zu Führung und Leadership

Führung (oder Management) bedeutet nicht zwangsläufig auch Leadership. Beides ist jedoch wichtig, gerade in Zeiten der Veränderung. Dies gilt auch für Banken und Sparkassen. Studien über aktuelle Trends und Entwicklungen zu diesem wichtigen Themenbereich finden Sie im Bank Blog.

Die Digitalisierung der Unternehmen schreitet zügig voran und wurde durch die Corona-Pandemie noch einmal deutlich beschleunigt. Der Personaldienstleister Hays hat die Bedeutung des digitalen Wandels und die Aspekte von New Work für hochqualifizierte Fachkräfte in einer aktuellen Studie analysiert.

Bezogen auf Wissensarbeiter wurden dabei unter anderem die folgenden Fragen untersucht:

  • Wie hat sich das Arbeitsumfeld der Wissensarbeiter in den letzten Jahren verändert?
  • Wie wirken sich die Veränderungen auf Performance, Wohlbefinden, Motivation und Einstellung der Wissensarbeiter aus?
  • Inwieweit wurden die mit der Digitalisierung und „New Work“ einhergehenden Versprechen eingelöst?
  • Welche Erwartungen haben die Wissensarbeiter an die Gestaltung ihrer künftigen Tätigkeit?

Virtuelle Zusammenarbeit und flexible Arbeitsformen im Kommen

In den letzten drei Jahren hat demnach knapp ein Drittel der Unternehmen neue Technologien für die virtuelle Zusammenarbeit ihrer Mitarbeiter und für flexible Arbeitsformen implementiert. Für Wissensarbeiter hat sich damit der Arbeitsalltag auf diesen beiden Feldern spürbar verbessert.

Dennoch sind die befragten Wissensarbeiter in der Frage gespalten, ob sich Unternehmen nun in Richtung New-Work entwickeln: Dem Anteil positiv gestimmter Wissensarbeiter steht eine gleiche Anzahl gegenüber, die durch die Digitalisierung eher eine Tendenz zurück zu herkömmlichen Modellen konstatiert:

  • 41 Prozent der angestellten Wissensarbeiter nehmen einen Ausbau der Eigenverantwortung wahr, während 30 Prozent eine Stärkung der Hierarchien feststellen.
  • Eine Vertrauenskultur halten 38 Prozent für etabliert, dagegen sprechen 30 Prozent von perfektionierten Anreiz- und Kontrollsystemen.
  • Und dass die Selbstorganisation ausgebaut wird, konstatieren 34 Prozent. Umgekehrt sehen jedoch 38 Prozent eine Entwicklung hin zu strafferen Prozessen, Regeln und Hingaben.

Veränderungen der Wissensarbeit

Die breite Mehrheit der Befragten (72 Prozent) glaubt nicht, dass die Digitalisierung ihre Wissensarbeit überflüssig macht. Gleichwohl halten es 53 Prozent für wahrscheinlich oder möglich, künftig in ihrer Wissensarbeit mit Maschinen und digitalen Lösungen zu interagieren. Für ihre Tätigkeit sei künftig ein breiteres Überblickswissen gefragt (61 Prozent). Dagegen gehen nur 34 Prozent der befragten Wissensarbeiter davon aus, dass durch die Digitalisierung der Grad ihrer Spezialisierung zunehme.

Unternehmen fokussieren vor allem auf Technik

Eine Ursache für dieses Bild lautet: Viele Unternehmen fokussieren sich beim digitalen Wandel vor allem auf Technik. So sagen 34 Prozent der Wissensarbeiter, ihr Arbeitsalltag habe sich durch neue Technologien stärk verändert.

Um die Digitalisierung kreativ zu gestalten müssten jedoch die weichen Themen (Führung und Kultur) müssen parallel mitentwickelt werden. Dies geschieht jedoch in weit geringerem Umfang. Hier sagen nur 16 bzw. 17 Prozent, auf diesen Feldern hätte es starke Veränderungen gegeben.

Zur Bezugsmöglichkeit der Studie gelangen Sie über Laterpay.

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Ein Service des Bank Blogs

Der Bank Blog prüft für Sie jede Woche eine Vielzahl von Studien und stellt die für Sie relevanten hier vor. Als besonderer Service wird Ihnen die Suche nach Bezugs- und Downloadmöglichkeiten abgenommen und Sie werden direkt zur Anbieterseite weitergeleitet. Mit der Unterstützung dieses Serviceangebots unterstützen Sie auch die Berichterstattung im Bank Blog.

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Komplexe Dokumente sind mühsam - Ihren Kunden ist das egal https://www.der-bank-blog.de/komplexe-dokumente-sind-muehsam/marketing/37669458/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Wed, 14 Oct 2020 03:25:47 +0000 Mina Smolej https://www.der-bank-blog.de/?p=37669458 Komplexe Dokumente für Hypotheken und Darlehen sind oft sehr lang. Zudem sind sie komplex durch die Vielzahl ihrer variablen Elemente. Hier können moderne Lösungen für das Customer Communication Management Abhilfe schaffen.

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Komplexe Dokumente für Hypotheken und Darlehen sind oft sehr lang. Zudem sind sie komplex durch die Vielzahl ihrer variablen Elemente. Hier können moderne Lösungen für das Customer Communication Management Abhilfe schaffen.

Erstellung und Verwaltung von komplexen Dokumenten

Bei der Erstellung und Verwaltung von komplexen Dokumenten sind viele Daten, Tools, Kanäle, Abteilungen, Vorschriften, Kriterien, Regelwerke und Inhaltselemente zu berücksichtigen.

Zu komplexen Dokumenten gehören Vollmachten, Anlageberichte, regulatorische Unterlagen, Anträge und Verträge. Sie unterliegen komplexen Geschäftsregeln und -logiken und nutzen Metadaten. So erhalten Kunden die Inhalte und Optionen, die ihren individuellen Profilen und Anforderungen am besten entsprechen, und zwar über alle Output-Arten und Kanäle hinweg. Kunden, die solche Dokumente erhalten, haben keine Vorstellung davon, wie komplex ihre Erstellung ist. Und es ist ihnen auch egal.

Für den Kunden zählt nur, ob das Dokument seinen Erwartungen entspricht. Kann er sich schnell einen Überblick verschaffen? Sind die Informationen leicht zu erfassen? Hilft ihm das Dokument, sein Anliegen zeitnah zu lösen? Je leichter ein Kunde Ihre Dokumente navigieren kann, desto besser ist seine Customer Experience. Und das wiederum stärkt sein Vertrauen, erhöht seine Zufriedenheit und liefert ihm ein weiteres Argument, Ihrem Unternehmen treu zu bleiben.

Die komplexen Prozesse hinter komplexen Dokumenten

Wenn zur Kundenkommunikation Ihres Unternehmens komplexe Dokumente gehören, wissen Sie, wie kompliziert ihre Bereitstellung sein kann. Mehrere Datenbanken, Tools und Kanäle müssen eingebunden werden. Es sind viele Beteiligte und Nutzer aus verschiedenen Abteilungen an der Entstehung dieser zeitkritischen Dokumente beteiligt. Vorschriften müssen eingehalten und viele Kriterien und Regelwerke hinterlegt und überprüft werden. Und auch die diversen Inhaltselemente und Textblöcke können die Bereitstellung zu einem gewaltigen Unterfangen machen.

Mit der richtigen CCM-Plattform (Customer Communications Management) ist es heutzutage möglich, diese Mühen hinter sich zu lassen.

Die Zusammensetzung eines komplexen Dokuments

Ein komplexes Dokument setzt sich zusammen aus Textblöcken, Regelwerken, Variablen, Bildern, Grafiken und Designelementen.

Moderne Technologie hat den Prozess revolutioniert

CCM-Plattformen der nächsten Generation bieten Unternehmen die Möglichkeit, vorschriftenkonforme, komplexe Dokumente schnell zu erstellen und über den bevorzugten Kanal des Kunden bereitzustellen. Mit anderen Worten: Mit dem richtigen CCM ist Komplexes einfach.

Welche Funktionen sollte Ihre CCM-Lösung bieten, damit Sie und Ihr Team komplexe Dokumente effizienter, zuverlässiger und konsistenter erstellen können? Hier eine kurze Übersicht.

Daten mühelos konsolidieren

Normalerweise erfordern komplexe Dokumente den Zugriff auf Daten aus mehreren Datenbanken. Hierfür muss häufig die IT-Abteilung hinzugezogen werden. Dies bedeutet einen zusätzlichen Schritt in der Entwicklung des Dokuments und verlangsamt den Prozess. Stellen Sie daher sicher, dass jede CCM-Plattform, die Sie in Betracht ziehen, Daten aus verschiedenen Quellen automatisch und ohne Beteiligung der IT-Abteilung sammeln und integrieren kann.

Wiederverwendbare Komponenten nutzen

Die meisten komplexen Dokumente enthalten Textbausteine oder Inhalte, die immer wieder zum Einsatz kommen. Mit einer guten CCM-Plattform können Sie solche Inhaltsblöcke steuern und stilistische Regeln auf sie anwenden. Mithilfe dieser Regeln kann ein Autor während der Dokumenterstellung auf die Blöcke zugreifen und sie einfügen. Dies vereinfacht den Prozess und gibt Sicherheit, da der Autor weiß, dass das Branding, das Layout, die Farben und die Logos zu den übrigen Dokumenten des Unternehmens passen.

Unternehmensweit zusammenarbeiten

Ein weiterer Grund, warum komplexe Dokumente so komplex sind, liegt an der Anzahl der Abteilungen und Mitarbeiter, die an ihrer Entstehung beteiligt sind. Eine durchdachte CCM-Plattform berücksichtigt dies und ermöglicht es allen Verantwortlichen, ihre Beiträge über ein zentrales Dashboard einzubringen, zu überprüfen, zu genehmigen oder zu aktualisieren.

An der Entstehung von komplexen Dokumenten sind mehrere Abteilungen beteiligt

An der Bereitstellung von komplexen Dokumenten sind beteiligt Operations, Compliance, Marketing, Customer und User Experience, die IT-Abteilung, der Kundenservice und die Fachbereiche.

Von intelligenten Inhalten profitieren

Komplexe Dokumente beinhalten in der Regel verpflichtende Inhalte, die von einer Abteilung oder einer Behörde vorgeschrieben sind. Dazu gehören beispielsweise Erläuterungen zu Gesetzen und Vorschriften, Richtlinien für das Branding, Produktbeschreibungen, Begrifflichkeiten oder regulatorische Inhalte. Mit einer CCM-Plattform, die Funktionen für intelligente Inhalte bietet, können Regeln erstellt werden, mit denen verpflichtende Inhalte automatisch eingebunden werden. Dies erhöht die Effizienz und reduziert Fehler und Auslassungen.

Compliance-Risiken reduzieren

Vorschriften, ältere Technologien, organisatorische Silos und interne Konflikte können Auswirkungen auf die Erstellung eines komplexen Dokuments haben. Für einen reibungslosen und effizienten Ablauf des Entwicklungsprozesses ist es wichtig, dass Sie über eine CCM-Plattform verfügen, mit der Ihr Team Dokumente mit einem vollständigen Prüfprotokoll in Echtzeit am Bildschirm weitergeben, lenken, genehmigen und verfolgen kann.

Das CCM der nächsten Generation: Vereinfachung komplexer Dokumente

Lesen Sie im Whitepaper „Customer Communication Management der nächsten Generation“, wie mit vereinfachten Dokumenten die Erwartungen der heutigen technologieaffinen Verbraucher erfüllen.

Ein einheitliches Omnichannel-Erlebnis garantieren

Sie können nie sicher sein, über welchen Kanal Kunden auf die Inhalte Ihres Unternehmens zugreifen werden – und ob sie im Laufe des Tages unterschiedliche Kanäle nutzen. Ihre Kunden erwarten ein konsistentes Erlebnis über alle Kanäle. Die besten CCM-Plattformen berücksichtigen dies und bieten einen Vorschaumodus für das Omnichannel-Design, sodass Sie die Darstellung jeder Mitteilung für alle Kanäle sehen können, bevor Sie sie versenden.

 

Dynamische Omnichannel-Vorschau für alle Mitteilungen

Moderne CCM-Plattformen ermöglichen eine dynamische Omnichannel-Vorschau. Diese Vorschau zeigt an, wie die Kommunikation direkt bei den Kunden dargestellt wird.

Fazit: CCM-Lösungen vereinfachen komplexe Prozesse

CCM-Lösungen der nächsten Generation helfen, die Erstellung, Verwaltung und den Versand komplexer Dokumente zu vereinfachen. Sie ermöglichen es Anwendern, Templates an mehrere Datenbanken anzubinden, wiederkehrende Inhalte zu steuern, regelwerksbasierte Elemente zu verwalten und die Compliance zu sichern. Sie helfen, die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen zu verbessern, indem sie zentrale Dashboards und Chat-Funktionen bieten. Und sie helfen, den Kunden ein einheitliches Omnichannel-Erlebnis zu bieten und ihre Customer Experience zu verbessern.

Albert Einstein hat einmal gesagt: „Klug ist jener, der Schweres einfach sagt.“ Mit der richtigen CCM-Plattform können Sie das.

Whitepaper: Das CCM der nächsten Generation: Vereinfachung komplexer Dokumente

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Verlangsamt sich der Personalabbau bei Banken und Sparkassen? - Mitarbeiterzahlen und -strukturen im deutschen Bankwesen https://www.der-bank-blog.de/verlangsamter-personalabbau-banken/trends/37669385/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Wed, 14 Oct 2020 03:20:43 +0000 Dr. Hansjörg Leichsenring https://www.der-bank-blog.de/?p=37669385 Die Zahl der Beschäftigten im deutschen Kreditgewerbe hat einen neuen Tiefststand erreicht. Zwar hat sich das Tempo des Personalabbaus etwas verlangsamt, dürfte aber in Folge der strukturellen Anpassungen im Nachgang der Corona-Krise wieder ansteigen.

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Die Zahl der Beschäftigten im deutschen Kreditgewerbe hat einen neuen Tiefststand erreicht. Zwar hat sich das Tempo des Personalabbaus etwas verlangsamt, dürfte aber in Folge der strukturellen Anpassungen im Nachgang der Corona-Krise wieder ansteigen.

Stellenabbau bei deutschen Banken und Sparkassen

Der Stellenabbau bei deutschen Banken und Sparkassen hält an.

Die zahlreichen Veränderungen im Markt für Finanzdienstleistungen hinterlassen weiterhin ihre Spuren, auch am Arbeitsmarkt. Im vergangenen Jahr wurden in Banken und Sparkassen erneut zahlreiche Jobs gestrichen und Stellen abgebaut. Die Beschäftigtenzahl im Bankgewerbe hat einen neuen Tiefststand erreicht, auch wenn die Höhe des Abbaus wieder leicht zurückgegangen ist

Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) untersucht jedes Jahr die Entwicklung bei der Zahl der Beschäftigten im Kreditgewerbe. Im Jahr 2019 schrumpfte die Zahl der Beschäftigten in Banken und Sparkassen von 571.200 um über 10.250 Stellen (1,8 Prozent) auf 561.450.

Im langfristigen Vergleich ist erkennbar, dass seit der Jahrtausendwende ein kontinuierlicher Personalabbau im Bankbereich stattfindet, der von Jahr zu Jahr mal höher, mal niedriger ausfällt.

Entwicklung der Beschäftigen bei deutschen Banken und Sparkassen 2009-2019

In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Beschäftigten in Banken und Sparkassen um über 110.000 Stellen gesunken.

In den letzten zehn Jahren ist der Personalbestand in der Branche im Durchschnitt um rund 1,5 Prozent pro Jahr gesunken.

Jährliche Veränderung der Anzahl Bankmitarbeiter 1992-2019

Die jährlichen Veränderungsraten der Anzahl Beschäftigter in Banken und Sparkassen von 1992 bis 2019.

Mitarbeiterrückgang bei Privatbanken am höchsten

Am höchsten war der Rückgang bei den privaten Banken. Hier sank die Zahl der Beschäftigten von 156.200 um 1,9 Prozent auf 153.250. Den größten Personalabbau gab es in den Großbanken im Zuge der schon länger laufenden Personalabbauprogramme. Bei den Privatbankiers bewegte sich die Beschäftigungsentwicklung im Branchendurchschnitt, etwas geringeren Personalabbau meldeten die Regional- und Hypothekenbanken.

Die Sparkassen bauten die Zahl ihrer Mitarbeiter um 1,8 Prozent von 209.600 auf 205.000 ab. Bei den Genossenschaftsbanken sank die Zahl von 148.700 um 1,4 Prozent auf 146.400.

Auch im längerfristigen Vergleich haben die privaten Institute mehr Personal abgebaut als die anderen Bankengruppen. Vom Abbau weitgehend verschont sind lediglich Landes- und Förderbanken, öffentlich-rechtliche Bausparkassen und Spezialinstitute.

Entwicklung der Beschäftigtenzahl nach Bankengruppen von 1991 bis 2019

Seit 1991 ist die Anzahl der Mitarbeiter in den meisten Banken und Sparkassen kontinuierlich rückläufig.

Strukturelle Ursachen für Personalabbau

Die Ursachen für diese Entwicklung sind struktureller Natur:

  • Der fortschreitenden Konsolidierung der Bankenbranche,
  • der Umbau von Geschäftsmodellen im Zuge der Digitalisierung sowie
  • der anhaltende Zwang zum Kostensparen.

Setzt man zum Beispiel die Entwicklung von Mitarbeitern und Bankfilialen in Beziehung zueinander, so stellt man fest, dass zwischen beiden eine deutliche Korrelation besteht.

Korrelation Abbau Bankfilialen und Bankmitarbeiter 2004-2019

Es besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Abbau von Bankfilialen und dem Mitarbeiterrückgang in Kreditinstituten

Es steht zu erwarten, dass sich der Kostendruck der Branche – auch als Folge der Corona-Pandemie - weiter verschärft und der Abbau in diesem und im nächsten Jahr wieder höher ausfallen wird.

Altersstruktur im deutschen Kreditwesen

Überaltern die deutschen Banken und Sparkassen oder fehlt schlicht der Nachwuchs? Diesen Eindruck könnte man gewinnen, wenn man die Altersstruktur im Kreditgewerbe betrachtet. Über 40 Prozent der Mitarbeiter bei den drei großen Bankengruppen sind demnach 50 Jahre oder älter.

Altersstruktur der Mitarbeiter im deutschen Bankwesen (2019)

Hohes Durchschnittsalter der Bankmitarbeiter.

Im Vergleich der Bankengruppen fällt auf, dass Sparkassen und Genossenschaftsbanken sowohl bei den Mitarbeitern unter 30 als auch bei denen über 60 einen deutlich höheren Anteil ausweisen als die privaten Banken.

Unterschiede in der Altersstruktur der drei großen Bankengruppen

Unterschiede in der Altersstruktur der drei großen Bankengruppen.

Betrachtet man für das private Bankgewerbe die Entwicklung, so stellt man fest, dass seit 2015 bis zum Alter von 49 Jahren der Anteil in jeder Altersgruppe rückläufig ist, in den älteren Gruppen jedoch ansteigend. Auch das Durchschnittsalter der Beschäftigten steigt seit Jahren an. Zum Jahresende 2019 waren 38 Prozent der Arbeitskräfte 50 Jahre oder. Knapp ein Drittel (31,9 Prozent) ist zwischen 40 und 50 Jahre alt, ein Fünftel (20,5 Prozent) zwischen 30 und 40 Jahre. Jeder elfte Beschäftigte (9,3 Prozent) ist jünger als 30 Jahre. Das Durchschnittsalter liegt bei 45,3 Jahren; männliche Beschäftigte sind im Durchschnitt 45,5 Jahre alt, weibliche Angestellte 45,1 Jahre.

Immerhin ist die Ausbildungsquote im privaten Bankgewerbe 2019 erstmals seit 2011 wieder gestiegen und erreichte 4,0 Prozent (Vorjahr: 3,8 Prozent).

Mehr Frauen und Teilzeitkräfte in Führungspositionen

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen im privaten Bankgewerbe ist weiter gestiegen und liegt mittlerweile bei mehr als einem Drittel: 2019 waren 34,3 Prozent aller außertariflich bezahlten Angestellten weiblich; bis zum Jahr 2000 lag diese Quote noch bei unter 20 Prozent.

Darüber hinaus stieg Anteil der Teilzeitkräfte insgesamt von 25,6 auf 26 Prozent, unter den außertariflich Beschäftigten von 15,8 auf 16,3 Prozent. 2015 lag der Wert noch bei 14 Prozent.

Schaubilder zum Stellenabbau im deutschen Bankwesen

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Stellenabbau im deutschen Bankwesen

Schaubilder zum Stellenabbau im deutschen Bankwesen

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Nachhaltigkeit wird die Bankenbranche dauerhaft verändern - Banken müssen sich den Kunden anpassen https://www.der-bank-blog.de/nachhaltigkeit-wird-die-bankenbranche-dauerhaft-veraendern/studien/37668208/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Wed, 14 Oct 2020 03:15:47 +0000 Simon Brinkmann https://www.der-bank-blog.de/?p=37668208 Die Gesellschaft strebt eine digitale und nachhaltige Wirtschaft an. Hausbanken können langfristig Kunden gewinnen und halten, wenn sie sich entsprechend entwickeln. Eine aktuelle Studie zeigt, warum Banken sich jetzt aktiv um Nachhaltigkeit bemühen sollten.

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Die Gesellschaft strebt eine digitale und nachhaltige Wirtschaft an. Hausbanken können langfristig Kunden gewinnen und halten, wenn sie sich entsprechend entwickeln. Eine aktuelle Studie zeigt, warum Banken sich jetzt aktiv um Nachhaltigkeit bemühen sollten.

Studien und Research zu strategischen Trends und Entwicklungen in der Finanzdienstleistung

Zahlreiche Trends und Entwicklungen sind von übergeordneter strategischer Bedeutung für Banken und Sparkassen. Im Bank Blog finden Sie Studien zu den wichtigsten strategischen Trends und Entwicklungen im Finanzbereich.

Nachhaltigkeit ist ein fundamentaler Megatrend, der in der Breite der Gesellschaft verankert ist. Zwei Drittel aller Bankkunden in Deutschland sind entweder komplett von Nachhaltigkeit überzeugt oder zumindest nachhaltigkeitsorientiert. Das Thema beeinflusst zunehmend das Konsumentenverhalten und entwickelt sich auch im Bankgeschäft zu einem zentralen Treiber für die Transformation der Kreditwirtschaft.

Um die Verbreitung des Themas Nachhaltigkeit in der Finanzindustrie zu untersuchen, hat das Beratungsunternehmen zeb im Sommer 2020 eine Studie durchgeführt und mit den Ergebnissen einer vorherigen Studie von 2014 verglichen. Dabei kamen die Autoren zu dem Ergebnis, dass die Anzahl der Menschen, die sich um Nachhaltigkeit sorgen, in den letzten 6 Jahren um 300 Prozent gewachsen ist. Damit gehen Anforderungen an die Wirtschaft und nicht zuletzt an den Finanzsektor einher.

Interesse der Deutschen an Nachhaltigkeit, Klimawandel und Digitalisierung

2018 führt der „Greta-Effekt“ zu einer deutlichen Steigerung des Interesses der Deutschen am Thema Nachhaltigkeit.

Zufriedenheit mit der Hausbank

Zunächst wurde eine Korrelation zwischen Kundenprofilen mit Tendenz zur Nachhaltigkeit und der generellen Zufriedenheit mit der Leistung der eigenen Hausbank festgestellt. Aktuell wünschen sich zwei Drittel der Befragten, dass ihre Hausbank Fortschritte hin zu mehr Nachhaltigkeit macht. Wird die Thematik Nachhaltigkeit von Banken nicht bedient, ist dieses Kundensegment allerdings bereit, den Finanzpartner schnell zu wechseln.

Potenziale ausschöpfen

Bei Privatkunden sind ganze zwei Drittel des jährlichen Marktvolumens von insgesamt 50 Milliarden Euro Erträge pro Jahr von Nachhaltigkeit zumindest tangiert. Für eine nachhaltige Bank seien Kunden auch bereit, mehr zu bezahlen. Im Hinblick auf diese Zielgruppe, seien damit zusätzlich Ertragspotenziale von ca. 820 Millionen Euro realisierbar. Dazu kommt ein Marktpotenzial von ca. 1,6 Milliarden Euro, das zum Beispiel durch das Angebot von ESG-konformen Investments ausgeschöpft werden könne.

Unterstützende Regulatorik

Gleichzeitig sei eine Steigerung von Regularien in den nächsten Jahren notwendig, um Rahmenbedingungen für die Implementierung von Nachhaltigkeit zu schaffen. Die traditionellen Kreditrisiken müssen nun um umwelt- und sozialspezifische Herausforderungen erweitert werden und ebenso professionell gemanagt werden.

Eine ganzheitliche Betrachtung des Finanzsektors sei dabei entscheidend, um den gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden. Auf diese Weise könnte die Regulierung dabei helfen, die bestehenden Ertragspotenziale freizulegen.

Nachhaltigkeit in der Finanzbranche

Das Thema Nachhaltigkeit ist ein ganzheitliches Thema, das konsequent durch die gesamte Wertschöpfungskette der Kreditindustrie gedacht werden muss. Dabei gilt es, Intransparenz und Reputationsschäden zu vermeiden. Das sogenannte oberflächliche Green-Washing wird dabei vom werteorientierten Kunden abgestraft werden. Wer die bestehenden und noch kommenden Regularien diesbezüglich einhält und mit Gestaltungswillen voran geht, werde in Zukunft einen großen Marktanteil gewinnen können.

Drei Handlungsschritte für die Transformation zur Nachhaltigkeit

Aktuell gibt es laut den Autoren aber noch reichlich Nachholbedarf bei den Finanzdienstleistern. Um werteorientierte Kunden systematisch und langfristig zu gewinnen, müsse das Wettbewerbsprofil in Sachen Nachhaltigkeit gestärkt werden. Um die Transformation zur nachhaltigen Bank anzugehen, empfehlen sich dabei drei Handlungsschritte:

  1. Klarheit über Betroffenheit, Positionierungspotenziale und aktuellen Reifegrad schaffen.
  2. Ganzheitliche und individuell glaubwürdige strategische Positionierung erarbeiten.
  3. Strategische Roadmap mit einem individuellen Transformationspfad aufsetzen.

Die Banken, die es schaffen, den Transformationspfad einzuschlagen, werden sich entsprechend des gesellschaftlichen Trends langfristige Ertragsquellen sichern können.

Zum Downloadlink zu einer Zusammenfassung mit den wichtigsten Ergebnissen der Studie gelangen Sie über Laterpay.

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Ein Service des Bank Blogs

Der Bank Blog prüft für Sie jede Woche eine Vielzahl von Studien und stellt die für Sie relevanten hier vor. Als besonderer Service wird Ihnen die Suche nach Bezugs- und Downloadmöglichkeiten abgenommen und Sie werden direkt zur Anbieterseite weitergeleitet. Mit der Unterstützung dieses Serviceangebots unterstützen Sie auch die Berichterstattung im Bank Blog.

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Wie Banken Zombie-Firmen früh erkennen können - Vermeidung von Kreditausfallrisiken und Eigenkapitalerhöhungen https://www.der-bank-blog.de/zombie-firmen-erkennen/firmenkunden/37669599/?utm_source=bankblog&utm_medium=rss&utm_campaign=rss Tue, 13 Oct 2020 03:25:49 +0000 Patrick Bieg https://www.der-bank-blog.de/?p=37669599 Kennen Sie die Zombie-Firmen in Ihrem Portfolio und reagieren Sie rückwärtsgerichtet auf Kreditausfälle durch erhöhtes Eigenkapital? Sparen Sie Ihr Eigenkapital durch digitales Risikomanagement und Früherkennung von Zombiefirmen.

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Kennen Sie die Zombie-Firmen in Ihrem Portfolio und reagieren Sie rückwärtsgerichtet auf Kreditausfälle durch erhöhtes Eigenkapital? Sparen Sie Ihr Eigenkapital durch digitales Risikomanagement und Früherkennung von Zombiefirmen.

Digitales Risikomanagement für Banken und Sparkassen

Digitales Risikomanagement ermöglicht die Vermeidung von Kreditausfällen.

Die anhaltende Covid-19 Pandemie führt derzeit zu massiven Verwerfungen innerhalb der deutschen Wirtschaft. Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz hatte aufgrund der anhaltenden Pandemiesituation und zur Stabilisierung des Wirtschaftskreislaufes die Insolvenzpflicht für Unternehmen im März 2020 temporär ausgesetzt, mit dem Ziel eine dauerhafte Sanierung der Unternehmen an Stelle einer Insolvenz zu ermöglichen.

Seither stellt sich für viele Banken und Kreditgeber die Frage nach der tatsächlichen Situation der Kreditnehmer. Dadurch dass heute überwiegend Kapitalgesellschaften durch das WpHG verpflichtet sind Zwischenberichte zu verfassen, gibt es über die tatsächliche Lage des deutschen Mittelstandes nur unzureichend öffentliche Informationen.

Aussetzung der Insolvenzpflicht führt zu verfälschtem Lagebild

Nach der Finanzkrise ist die Zahl der Insolvenzanmeldungen von dem Höchststand von 24.315 Anmeldungen in 2009 stetig pro Jahr zurückgegangen. In 2018 waren 13.907 Insolvenzanmeldungen zu verzeichnen, in 2019 13.609, innerhalb der letzten vier Jahre entfielen 51 Prozent der Insolvenzen auf das erste Halbjahr. Für 2020 wurden im ersten Halbjahr bisher 6.431 Insolvenzanmeldungen vorgenommen, auf Basis der Vorjahreswerte würde sich ein voraussichtliches Gesamtjahresergebnis von 12.600 Insolvenzanmeldungen ergeben. Dieser achtprozentige Rückgang zum Vorjahr scheint derzeit nicht realistisch.

Entwicklung der Insolvenzanmeldungen von 2009 bis 2020

Nach dem Höhepunkt der Insolvenzanmeldungen in 2009 sind diese bis 2016 stark rückläufig, seit 2017 auf einem konstanten Niveau.

Betrachtet man die Insolvenzanmeldungen des zweite Quartals nach einzelnen Wirtschaftssektoren isoliert werden folgende Verwerfungen zu den Vorjahren sichtbar:

  • Im Baugewerbe gibt es Prozentual zur Gesamtanzahl ähnlich viele Insolvenzanmeldungen wie im Vorjahr, in absoluten Zahlen jedoch 17 Prozent weniger Insolvenzanmeldungen
  • Im Gastgewerbe ist das Verhältnis zur Gesamtanzahl der Insolvenzanmeldungen zum Vorjahr auch gleich geblieben, absolut ist jedoch ein Rückgang der Anmeldungen um fast 18 Prozent zu verzeichnen – trotz des Lockdowns im zweiten Quartal
  • Im Bereich der Kunst, Unterhaltung und Erholung zeigt sich ein Rückgang der absoluten Insolvenzen von über 30 Prozent in 2020 im Vergleich zum zweiten Quartal 2019
Übersicht zu den Insolvenzanmeldungen nach Branchen

Besonders in den von Covid-19 betroffenen Branchen gehen die Insolvenzanmeldungen im Q2/2020 im Vergleich zu Q2/2020 stark zurück. Dies ist auf die Aussetzung der Insolvenzpflicht zurückzuführen.

Ein Teil der Entwicklung kann hierbei auf staatliche Sicherungsinstrumente wie die Kurzarbeit zurückzuführen sein, welche jedoch die Gesamteinbußen nicht kompensieren können. Trotz staatlicher Sicherungsinstrumente wird für das zweite Quartal durch das statistische Bundesamt im Bereich der Kfz-Herstellung ein Rückgang der Bruttomonatsverdienste der Mitarbeiter von 17 Prozent ausgewiesen, in der Gastronomie von 11 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt sank im Q2 gegenüber dem Q1 um 9,7 Prozent, die privaten Konsumausgaben um 10,9 Prozent.

Fazit: Die aktuellen Insolvenzanmeldungen für Juni 2020 reflektieren derzeit nicht die tatsächliche Lage der Unternehmen, da diese durch die Aussetzung der Insolvenzpflicht sowie die aktuellen Staatshilfen und Instrumente der Kurzarbeit massiv verfälscht ist.

Risiken für Unternehmen, Finanzinstitute und Kreditgeber

Eine Untersuchung im Auftrag der Bundesregierung hat gezeigt, dass 44 Prozent der befragten Unternehmen die Krise nur durch staatliche Unterstützung überstanden haben. Ein wesentlicher Bestandteil ist die sogenannte „Corona-Soforthilfe“, welche als Kredit oder in Form eines einmaligen Zuschusses gewährt wird. Die Soforthilfe wird Basis der vor-Covid-Unternehmenszahlen berechnet und gewährt, die tatsächliche Überlebensfähigkeit des Geschäftsmodells des Unternehmens sowie die längerfristige Veränderung des Marktes durch die Covid-Pandemie und die damit einhergehender Digitalisierung wird nicht in Betracht gezogen. Dadurch dass sich durch Covid-19 Trends wie die Digitalisierung nochmals beschleunigen, fehlt derzeit vielen Unternehmen ein Lagebericht zur tatsächlichen Situation des Unternehmens, mit allen Chancen & Risiken.

Noch gravierender sieht die Situation bei Banken und anderen Kreditgebern aus: Derzeit ist die Anzahl und die Höhe der Kreditrisiken in den Büchern unklar. Erste Analysen auf Basis der Insolvenzanmeldungen sowie der allgemeinen Wirtschaftsdaten lassen auf enorme Risiken insbesondere im Bereich der Finanzierung von Gastronomie- & Freizeitangeboten sowie Automobilzulieferindustrie schließen. Die tatsächlichen Risiken werden erst bei Bekanntgabe der Jahresbilanzen bekannt, das schlechtere Rating der Kreditnehmer führt durch die Basel 3 Vorgaben zu einem sprunghaften Anstieg der Eigenkapitalanforderungen – einem unkalkulierbaren Risiko für Kreditinstitute.

Aufdecken von Zombie-Firmen im Portfolio zur eigenen Risikoabsenkung

Zur Senkung des Kreditausfallrisikos sowie des Risikos der sprunghaft erhöhten Eigenkapitalanforderungen in 2021 müssen bei Banken neue Ansätze im Bereich Kreditmonitoring implementiert werden.

Die zukünftige Ausrichtung stützt sich auf folgende Grundsätze:

  • Das stichtagsbezogene und auf dem Jahresabschluss basierte Rating von Kreditrisiken passt nicht in das digitale Zeitalter
  • Die tatsächliche Lage des Unternehmens muss dem Unternehmer jederzeit bekannt sein
  • Das Monitoring von Kreditrisiken muss am Ort der Risikoentstehung stattfinden – in den Unternehmen
  • Daten zur tatsächlichen Lage des Unternehmens müssen auch unterjährig und eventbasiert digital für Kreditgeber verfügbar sein
  • Die Auswertung und Steuerung der Kreditrisiken kann nur automatisiert erfolgen
Digitales Risikomanagement ermöglicht Risikofrüherkennung

Die frühzeitige Erkennung und Bewertung der Auswirkung von Risiken wird insbesondere während der Covid-19 Pandemie essentiell für Kreditgeber. Schnellere Erkennung von Portfoliorisiken erhöht die Steuerungsfähigkeit von Banken.

Umsetzung eines digitalen Risikomanagements

Die Umsetzung erfolgt in drei einfachen Schritten:

  1. Digitaler Lagebericht in Unternehmen
  2. Anbindung der Banken an den Lagebericht der Unternehmen
  3. KI-gestützte Analyse der Berichte zur automatisierten Risikoerfassung

Im ersten Schritt müssen Unternehmer befähigt werden, sich jederzeit ein umfassendes Bild über die Lage des Unternehmens zu verschaffen. Heute wird der Lagebericht aufgrund der damit verbundenen hohen Kosten für externe Berater einmal jährlich im Rahmen des Jahresabschlusses erstellt. Aufgrund der manuellen Tätigkeit steigen die Kosten mit der Anzahl der Lageberichte proportional.

Wir haben mit der Top-Ease ® – Plattform erstmalig die Möglichkeit geschaffen den Lagebericht automatisiert und digitalisiert zu erstellen, in dem wir die benötigten Informationen aus internen Quellen automatisiert zu einem Lagebericht aggregieren. Auf Basis der Kerndaten des Unternehmens wie Standort, Industrie, etc. können Marktrisiken und fundierte Einschätzungen für die Industrie automatisiert zugespielt werden.

Während heute oftmals Wochen für die Informationsbeschaffung benötigt werden, können Unternehmer zukünftig auf Knopfdruck alle benötigten Informationen erhalten. Die Erstellung des digitalen Lageberichts kann auf Anforderung, regelmäßig oder basierend auf einem Event (z.B. Marktveränderungen) automatisiert erfolgen, die Inhalte können Firmen.- und Standortindividuell angepasst werden.

Neben dem Geschwindigkeitsvorteil ergibt sich auch ein erheblicher Kostenvorteil: Durch das Erkennen von Marktveränderungen und Risiken können Maßnahmen ergriffen werden und Mehrausgaben vermieden werden.

Besseres Risikomanagement durch digitalen Lagebericht

Zur besseren Bewertung von Kreditnehmern in Risikogruppen empfehlen wir Banken den verpflichtenden Einsatz des digitalen Lageberichts bei Ihren Risikokunden, sowie eine Anbindung der Kunden an das Risikomanagement der Bank. So können unterjährig Risiken bereits während Ihrer Entstehung mit Maßnahmen hinterlegt werden, z.B. durch ein eventbasiertes Monitoring. Aufgrund der Darstellung der tatsächlichen Lage der Unternehmen ist die Identifizierung von Zombie-Firmen bereits unterjährig möglich, da deutlich mehr Datenpunkte zur Analyse vorliegen als bei einem stichtagsbezogenen Jahresabschluss. Das heutige Kreditrisikomanagement kann durch Komponenten der künstlichen Intelligenz erweitert werden, um z.B. mittels einer Pattern Recognition Ausreißer innerhalb des Portfolios zu identifizieren und schneller und automatisiert Hinweise auf Veränderungen zu erhalten. Kreditrisikomanager erhalten so bessere Ansatzpunkte zur Prüfung und Bewertung von Risiken.


Dr. Roland Pulfer – Gründer und CEO , Business-DNA

Dr. Roland Pulfer

Dr. Roland Pulfer ist Koautor des Beitrags und Gründer und CEO der Schweizer Softwareschmiede Business-DNA mit Fokus auf Risiken beherrschen und Unternehmen steuern. Er ist Mitglied des Technical Supervisory Board der Old Dominion University, Norfolk, VA, USA. Mitglied Editorial Board des International Journal of Critical Infrastructures und Autor verschiedener Bücher.

Partner des Bank Blog: Business-DNA Solutions GmbH

Bank Blog Partner Business-DNA Solutions aus der Schweiz bietet Risiko-, Prozess-, Kontrollen- (IKS), Regularien-, Kontinuitäts- (BCM)- und Sicherheits-Management.


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