Das Jahr 2016 begann stürmisch, volatil und mit einigen Hiobsbotschaften, wenn man an den Ölpreisverfall und den Rückgang des Wirtschaftswachstums in China denkt. Kein Wunder also, dass einige Analysten, Banker und Wirtschaftsexperten die Kristallkugel bemühen und Zukunftsprognosen abliefern, die zum Teil düstere Jahre voraussagen. Nimmt man allerdings die klaren Fakten unter die Lupe, so finden sich tatsächlich einige Risiken in der internationalen Wirtschaft, die sich zu ernsten Problemen entwickeln könnten. Wir erinnern uns an den Zusammenbruch der US-amerikanischen Bank Lehman Brothers. Der Kollaps eben dieser Bank brachte den Stein ins Rollen und stellte den Auftakt für eine Weltwirtschaftskrise und eine Rezession dar, woraufhin alleine das deutsche Bruttoinlandsprodukt fünf Prozentpunkte einbüßen musste und auch der deutsche Leitindex Dax horrende 40 Prozentpunkte verlor.

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Crash-Risiko Deutsche Banken

Auch wenn hier keine erneute Wirtschaftskrise heraufbeschworen werden soll, so finden sich doch einige Indikatoren für sich zuspitzende Verhältnisse an den weltweiten Finanzmärkten. Die Wertpapiere der bedeutenden deutschen Banken wie beispielsweise die Deutsche Bank oder die Commerzbank haben im noch jungen Jahr 2016 fast ein Fünftel an Wert verloren. Moody’s stufte die Deutsche Bank kürzlich ab, ein Sparkurs wurde eingeläutet und die Bilanz für 2015 zeigt einen Rekordverlust von sieben Milliarden Euro. All dies sind große Aufgaben für den neuen CEO John Cryan.

Crash-Risiko Weltwirtschaft

Ebenfalls problematisch sind die Nachlässigkeiten der Anleger, die die Schwächen innerhalb Europas, die Russlandkrise und auch die Wachstumsverlangsamung in China ignorierten und den Dax auf 12.000 Punkte trieben. Anschließend ereignete sich das böse Erwachen und der Dax begann einen Sturzflug, ehe er sich 25 Prozentpunkte später bei etwa 9700 Punkten einzupendeln versuchte. Eine Stabilisierung ist hierbei keine einfache Aufgabe, da sich die deutschen Indizes unter anderem dem extrem niedrigen Ölpreis entgegen stellen müssen, der kürzlich die 30-Dollar Grenze pro Barrel (159 Liter) unterschritt.


Weitere Crash-Risiken

Auch Marktanalyst Jochen Stanzl spricht von einem „Ölpreis im freien Fall“ und erklärt die Talfahrt erst dann für beendet, wenn die Preise unter die Produktionskosten sinken, sodass die Fördermengen überdacht und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage wieder hergestellt werden

Es ist zudem lohnenswert, einen Blick über den Atlantik zu werfen und die kreditfinanzierten Käufe der Amerikaner zu beobachten. Im Spitzenjahr 2007 wurden rund 400 Milliarden Dollar an der Börse mittels eines Kredits finanziert, wie aus Daten des Finanzdatenspezialisten Bloomberg hervorgeht. Im Jahr 2015 konnten diese Zahlen noch einmal übertroffen und auf etwa 470 Milliarden Dollar taxiert werden. Zur Erinnerung: Am Ende der Pumpfinanzierung 2007 stand die Weltwirtschaftskrise. In Bezug auf den deutschen Immobilienmarkt spricht ING DiBA-Chefvolkswirt Brezski zwar von Entspannung und unbedenklichen Verhältnissen, doch können auch in Europa die niedrigen Zinsen zu Finanzierungsentscheidungen ohne entsprechende Möglichkeiten der Bewältigung führen.

Herausforderungen für Anleger

Ulrich Stephan, Chefanleger der Deutschen Bank, warnt ebenfalls vor großen Herausforderungen an den Finanzmärkten im Falle von beispielsweise geplatzten Bonds. Jedoch spricht Stephan von einer größeren Stabilität innerhalb des Bankensektors im Jahr 2016 als es noch vor zehn Jahren der Fall war. Im anlaufenden Jahr bleibt also abzuwarten, was für Auswirkungen die finanziellen, geopolitischen und anderen diversen Herausforderungen auf den nationalen und internationalen Bankensektor haben werden und wie die Finanzmärkte mit dem niedrigen Ölpreis, der China- und Schwellenländerproblematik und auch den Sanktionen gegen Russland umgehen können.