Am 30. Oktober ist Weltspartag. Angesichts niedriger Zinsen besteht für sicherheitsorientierte Sparer derzeit wenig Grund zum Jubeln. Viele Sparer sind verunsichert, wo ihr hartverdientes Geld am besten aufgehoben ist.

Macht Sparen bei niedrigen Zinsen noch Sinn

Am Weltspartag wird traditionell gespart. Macht das noch Sinn?
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Deutschland ist ein Land der Sparer

Der Weltspartag bietet jedes Jahr eine gute Gelegenheit, auf das Sparverhalten sowie auf alternative Möglichkeiten der Geldanlage zu blicken. Dr. Andreas Martin ist Vorstand beim Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Seiner Meinung nach bleibt Deutschland traditionell ein Land der Sparer. Die Sparquote liegt stabil bei 9,7 Prozent, das Gesamtvermögen der privaten Haushalte belief sich im Jahr 2016 auf 14,2 Billionen Euro. Allerdings, so Martin, habe der Anteil der Nichtsparer in den unteren Einkommensklassen zugenommen.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband hat ermittelt, dass 59 Prozent der Sparerinnen und Sparer in Deutschland zufrieden mit ihrer finanziellen Situation sind. Selbst genutzte und vermietete Immobilien stehen, zusammen mit Wertpapieranlagen wie Aktien-, Investment- und Immobilienfonds, zurzeit ganz oben in der Gunst der Sparerinnen und Sparer stehen. Hingegen haben Lebens- und Rentenversicherung sowie Bausparverträge in den letzten Jahren an Beliebtheit verloren. Die Präferenzen der Bundesbürger hätten sich damit seit Beginn der Finanzkrise vor zehn Jahren deutlich verändert. Unverändert ist den Deutschen die Sicherheit, Flexibilität und Verfügbarkeit bei der Geldanlage wichtiger als die reine Rendite.


Renditen verschiedener Geldanlagen im Vergleich

Der Bankenverband hat zum Weltspartag die durchschnittlichen Renditen verschiedener Geldanlagen verglichen.

Ausgewählte Geldanlagen im Renditevergleich.

Für traditionelle Spareinlagen wie das klassische Sparkonto mit drei Monaten Kündigungsfrist liegt die Verzinsung demnach im Promillebereich. Selbst für zehnjährige Bundesanleihen beträgt die jährliche Rendite nur noch etwa 0,4 Prozent. Eine Chance auf höhere Renditen gibt es nur, wenn Anleger bereit sind, ein gewisses Risiko einzugehen. Mit großen deutschen Standardaktien (Dax-Werte) beispielsweise können Dividenden von durchschnittlich etwa 2,6 Prozent jährlich eingefahren werden, in Einzelfällen auch mehr. Doch Aktiensparer müssen Kursschwankungen aushalten können und sollten einen längeren Anlagehorizont haben. Zudem ist eine breite Risikostreuung bei Aktien sehr wichtig. Für die Auswahl der passenden Aktien oder  Aktienfonds sollten sich Anleger daher gut informieren und bei Bedarf beraten lassen.

Tagesgeld, Festgeld und Sparbuch haben unverändert Daseinsberechtigung

Trotz niedriger Zinsen haben aber auch Tagesgeld, Festgeld und Sparbuch unverändert ihre Daseinsberechtigung. Sie bleiben wichtig als Liquiditätsreserve sowie als Konten, auf denen man für entsprechende Investitionen in der Zukunft ansparen kann.