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Work-Life-Balance – Machbar oder nur ein Modewort?

Erfolg im Beruf und private Ziele in Übereinstimmung bringen

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Über die sogenannte Work-Life-Balance wird immer wieder gerne und viel geredet. Aber geht das denn wirklich: Erfolgreich im Beruf und dennoch im Gleichgewicht mit dem restlichen Leben?

Work-Life-Balance bedeutet Lebensträume zu realisieren

Work-Life-Balance bedeutet nicht nur berufliche Ziele zu erreichen, sondern auch Lebensträume zu realisieren.

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Wikipedia definiert den Begriff wie folgt: „Work-Life-Balance steht für einen Zustand, in dem Arbeits- und Privatleben miteinander in Einklang stehen.“ Was aber bedeutet dies genau? Da gehen die Meinungen auseinander. Für die einen ist ein 12 Stunden Tag durchaus kein Widerspruch zu einem harmonischen Privatleben, für die anderen beginnt schon bei 8 Stunden täglicher Anwesenheit am Arbeitsplatz ein qualvoller Zustand.

Immer häufiger erscheinen Studien, die aufzeigen, dass immer mehr Menschen an ihrem Arbeitsplatz Suchterkrankungen unterliegen. Trinken und Rauchen sind der Studie zufolge die Hauptursachen für diese Entwicklung. Es gebe aber auch einen Trend zu einer verstärkten Einnahme von leistungssteigernden Mitteln. Ursächlich dafür sei Stress am Arbeitsplatz.

Ob die Ergebnisse für alle Arbeitnehmergruppen gleichermaßen zutreffen ist nicht bekannt, dass speziell Führungskräfte jedoch häufig über einen Mangel an Zeit für Bedürfnisse jenseits des Büros haben, ist keine Neuigkeit. Nach Schätzungen der Betriebskrankenkassen sollen in Deutschland neun Millionen Menschen unter Burnout-Symptomen leiden.

Vielfältige Facetten der Work-Life-Balance

Hinter den vermeintlich nur zwei Facetten Arbeits- und Privatleben verbergen sich wesentlich mehr Elemente, die es beim Thema Work-Life-Balance zu berücksichtigen gilt. Da sind u.a. zu berücksichtigen:

  • Der Beruf;
  • Der Lebenspartner
  • Kinder
  • weitere Familienangehörige (Eltern, Schwiegereltern, Geschwister etc.);
  • Der engere und erweiterte Freundeskreis;
  • Das eigene Ich (Hobbies, Gesundheit, etc.)

Zeit als restriktiver Faktor?

Jedes dieser „Elemente“ fordert seinen Anteil und das resultiert vor allem in einem vermeintlichen oder tatsächlichem permanenten Zeitproblem.

Wie sieht ein normaler Manager-Arbeitstag aus? Das Haus wird zwischen 7:00 und 8:00 Uhr verlassen (bei Geschäftsreisen auch deutlich früher) und man kommt irgendwann zwischen 19:00 und 20:00 Uhr wieder zurück, mitunter sogar noch später oder, wenn Reisen auf dem Pflichtenzettel stehen, überhaupt nicht. Wenn man also nicht gerade ein ausgesprochener Frühaufsteher ist, stehen für alle Belange neben dem Beruf nur die Abendstunden oder das Wochenende zur Verfügung.

Hat man es nur mit sich selbst zu tun, sollte dies eigentlich kein Problem sein (sieht man mal von der ständigen digitalen Erreichbarkeit ab), kommen jedoch andere mit ins Spiel, so sind auch deren Gewohnheiten und Präferenzen restriktive Faktoren.

In der Realität ist in den meisten Managerfamilien daher das Frühstück nicht nur die einzige gemeinsame Mahlzeit sondern auch zugleich die einzige gemeinsame Familienzusammenkunft unter der Woche.

Am Wochenende zerren dann alle an einem und den einen oder anderen zerreißt es dabei (zumindest mentale) in viele Stücke.

Führen bedeutet auch Prioritäten setzen

Unstrittig ist, dass eine Führungskraft mehr arbeitet und auch arbeiten muss als andere, um der auferlegten Verantwortung gerecht zu werden. aber bedeutet dies auch automatisch den Verlust sämtlichen Freiraums? Müsste es nicht eigentlich umgekehrt sein? Bedeutet Führung nicht immer auch Delegation und damit die Schaffung eigener Freiräume?

Oft hat man den Eindruck, dass Führungskräfte wesentlich fremdbestimmter als „Geführte“ sind. Da jagt ein Sitzungsmarathon den nächsten, Urlaubstage verfallen und wenn man sich am Ende fragt, was dabei eigentlich konkret rausgekommen ist, erhält man oft ein Schulterzucken als Antwort.

Zumal erfolgreiche Manager meist sehr diszipliniert in ihrem Arbeitsleben sind, erscheint es doch seltsam, dass gerade die Menschen, die in ihrem Berufsleben andere führen sollen, mit der eigenen Führung Probleme zu haben scheinen.

Grundregeln der Selbstführung

Einige Grundregeln könnten dabei helfen, das gewünschte Gleichgewicht herzustellen.

Setzen Sie Ihre Familie an die erste Stelle

So wie ein Baum nicht ohne seine Wurzel leben kann, können Menschen nicht auf Dauer ohne eine feste Bindung bleiben. Die Familie (wie immer sie auch aussehen mag) ist das Fundament.

Nehmen Sie sich regelmäßig und ausreichend Zeit für gemeinsame Aktivitäten mit Ihrem Lebenspartner einzeln und gemeinsam mit der Familie. Wenn sie ihrem Kind (oder Partner) versprochen haben, Zeit gemeinsam zu verbringen, dann halten Sie dies auch zu 100 Prozent ein. Schalten Sie Ihr Handy am Abend und am Wochenende aus!

Fördern Sie Ihre eigene Gesundheit

Ich habe im Laufe meines Berufslebens viele erfolgreiche Menschen jung sterben sehen. Nicht immer konnte man etwas dagegen tun. Das schönste Leben der Welt nutzt jedoch wenig ohne die eigene Gesundheit.

Viele Menschen bringen ihr Auto regelmäßig in die Inspektion, vernachlässigen aber ihre eigene Funktionstüchtigkeit. Gesundheit fördern bedeutet nicht, ab morgen nur noch Müsli und Salat zu essen und Marathon zu laufen. Jeder Mensch hat sein eigenes Wohlfühlschema, dem es jedoch konsequent zu folgen gilt. Bewegung und etwas Kontrolle beim Essen und Trinken bringen jedoch auf jeden Fall mehr Nutzen als Schaden.

Planen Sie Zeit für sich selbst ein

Denken Sie auch an sich selbst. Bleiben Sie bei Ihren Hobbies am Ball. Gönnen Sie sich Auszeiten. Wenn Sie konsequent die Vereinbarungen mit Ihrer Familie einhalten, haben Sie auch das Recht, dass Ihnen die Familie „frei“ gibt.

Sagen Sie „Nein“

Angriffen auf ihre Work-Life-Balance sollten Sie mit einem klaren und deutlichen „Nein“ begegnen, egal, ob die Angriffe von oben oder von unten kommen. Dazu gehört, dass Sie sich von Mitarbeitern keine unnötigen Termine aufs Auge drücken lassen oder allseits beliebte Rückdelegationen von Arbeit akzeptieren.

Aber auch Vorgesetzten gegenüber sollten Sie standhaft bleiben, selbst wenn es im ersten Moment schwer fällt. Haben Sie keine Hemmungen, Ihren Chef zu sagen, dass Sie gerne morgen mit ihm über das vermeintlich ach so wichtige Problem eingehend diskutieren, heute Abend aber um 20.00 Uhr pünktlich mit Ihrer Frau ins Theater gehen wollen. Er wird Sie vielleicht im ersten Moment „dumm“ anschauen, aber danach ganz sicher nicht nur Ihr Verhalten respektieren sondern innerlich sogar dafür bewundern.

Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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