Die Auslagerung von Prozessen bei Finanzinstituten ist und bleibt ein zentraler Hebel für Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Umso wichtiger ist es, bestehende Hürden konsequent anzugehen und zu überwinden.

Outsourcing von Finanzdienstleistungen birgt ungenutzte Potenziale, kommt aber noch nicht so richtig in Fahrt.
Outsourcing ist im Finanzsektor längst keine bloße Option mehr, sondern hat sich zu einer strategischen Notwendigkeit entwickelt. Es verschafft Banken und anderen Finanzinstituten die nötige Flexibilität, um rasch auf Marktveränderungen zu reagieren und neue Technologien effizient zu integrieren.
Eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC sowie ihrer Strategieberatung Strategy& beleuchtet die neuesten Entwicklungen im Outsourcing von Finanzdienstleistungen. Die Untersuchung zeigt: Während Cloud-Lösungen zunehmend an Bedeutung gewinnen und Nachhaltigkeitsaspekte stärker berücksichtigt werden, bleibt die erhoffte Kostenersparnis bislang oft hinter den Erwartungen zurück.
Kostentransparenz bleibt ein Schwachpunkt
Mehr als die Hälfte der befragten Finanzinstitute (57 Prozent) gab an, dass die gewünschten Kostenvorteile durch Outsourcing bislang nur teilweise oder gar nicht realisiert wurden. Diese Diskrepanz verweist auf ein grundlegendes Problem: mangelnde Transparenz hinsichtlich der tatsächlichen Kostentreiber.
Nur rund 21 Prozent der Befragten haben einen vollständigen Überblick über die Kostenstruktur ihrer Auslagerungsprozesse. Die übrigen 79 Prozent verfügen lediglich über begrenzte Einsichten – ein Umstand, der mit Blick auf die erwarteten Kostensteigerungen in den kommenden ein bis zwei Jahren besonders kritisch ist.
Um zukünftige Herausforderungen erfolgreich zu meistern, müssen Banken und Versicherungen ihre internen Steuerungs- und Analysemechanismen im Kostenmanagement deutlich verbessern.
Cloud-Technologien als Treiber der Transformation
Die Nutzung von Cloud-Lösungen wird als Schlüsselfaktor der Digitalisierung und Modernisierung im Finanzsektor erkannt. Dennoch setzen derzeit 65 Prozent der Befragten ihre Anwendungen noch überwiegend on-premise ein.
Vor allem zentrale IT-Funktionen werden bereits verstärkt in die Cloud ausgelagert, während andere Bereiche wie Vertragsmanagement oder Backoffice weiterhin zurückhaltend agieren. Interessant ist: Unternehmen, die bereits auf Cloud-Technologien setzen, berichten von durchweg positiven Erfahrungen und sehen erhebliches Potenzial für eine weitergehende Migration.
Die Skepsis gegenüber der Cloud besteht vor allem bei jenen, die bislang keine praktischen Erfahrungen damit gemacht haben. Für diese Institute kann es sinnvoll sein, mit kleinen, risikoarmen Pilotprojekten erste Schritte in die Cloud zu wagen. Die Kluft zwischen innovativen Vorreitern und zurückhaltenden Marktteilnehmern scheint jedoch zunehmend kleiner zu werden.
Regulatorik und Nachhaltigkeit gewinnen an Gewicht
Ein weiterer zentraler Aspekt im modernen Outsourcing-Management sind regulatorische Anforderungen. Über 95 Prozent der Befragten gaben an, dass diese Faktoren starken bis sehr starken Einfluss auf ihre Entscheidungen im Outsourcing haben. Mehr als 80 Prozent haben bereits umfassende Rahmenwerke implementiert, um regulatorische Vorgaben systematisch zu erfüllen.
Auch Nachhaltigkeit entwickelt sich zu einem relevanten Wettbewerbsfaktor. Fast 60 Prozent der befragten Finanzdienstleister stufen ihre externen Dienstleister als essenziell ein, wenn es darum geht, die eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Daraus ergibt sich: Die Auswahl und Steuerung von Serviceprovidern muss künftig auch unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten erfolgen.
Outsourcing-Strategien sollten daher konsequent mit Nachhaltigkeitszielen verzahnt werden – nicht zuletzt, um den wachsenden Erwartungen von Aufsichtsbehörden und Investoren gerecht zu werden.
Ein Wendepunkt für den Finanzdienstleistungssektor
Der deutsche Finanzdienstleistungssektor steht in puncto Outsourcing an einem entscheidenden Wendepunkt. Die Kombination aus regulatorischem Druck, steigendem Effizienzbedarf und wachsender Bedeutung von Nachhaltigkeit verlangt nach strategischen Anpassungen.
Finanzinstitute sind gefordert, ihre bestehenden Outsourcing-Modelle zu überdenken und ganzheitlich weiterzuentwickeln. Nur wer es schafft, die Potenziale moderner Technologien mit Transparenz, Compliance und Nachhaltigkeit zu verbinden, wird langfristig wettbewerbsfähig bleiben.
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