Wie Banken mit Daten die Kundenbindung fördern können

Neue Wachstumschancen durch Mehrwertangebote

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Kundendaten strategisch zu nutzen, eröffnet Banken neue Wege zu Wachstum und mehr Kundenbindung. Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten für Finanzinstitute, stellt diese aber auch vor zentrale strategische Fragen.

Wie Banken Kundendaten clever nutzen können

Datenmonetarisierung im Banking: Potenziale, Herausforderungen und Handlungsoptionen.

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Die Bankenbranche erlebt seit Jahren einen fundamentalen Wandel, getrieben durch die Digitalisierung und veränderte Kundenerwartungen. Immer mehr Prozesse werden digital abgewickelt, und Online-Banking ist mittlerweile Standard: Rund 90 Prozent der Bankkunden in Deutschland nutzen es regelmäßig, 70 Prozent davon sogar täglich oder wöchentlich. Diese breite Nutzung schafft die Basis für ein neues Kapitel im Banking – die Monetarisierung von Kundendaten.

Im Zentrum stehen Konzepte wie Open Banking und datenbasierte Mehrwertangebote, die es Banken ermöglichen, ihre Rolle im Finanzökosystem zu erweitern. Open Banking vernetzt Banken, Drittanbieter und Kunden in einem dynamischen System, in dem Datenflüsse neue Dienstleistungen und personalisierte Angebote ermöglichen. Die gezielte Nutzung von Kundendaten kann so nicht nur zusätzliche Erträge generieren, sondern auch die Kundenbindung intensivieren.

Akzeptanz und Erwartungen von datenbasierten Mehrwertangeboten

Eine von Deloitte durchgeführte Studie liefert wertvolle Einblicke in die Akzeptanz von datenbasierten Mehrwertangeboten. Befragt wurden 1.000 Konsumenten unterschiedlicher Altersgruppen und Bildungsniveaus. Ziel war es, zu verstehen, unter welchen Bedingungen Kunden bereit sind, ihre Finanzdaten mit Banken und Drittanbietern zu teilen.

Die Ergebnisse zeigen: Der Bedarf an Mehrwertangeboten ist hoch, wird jedoch von den Banken bislang nur teilweise bedient. Viele Kunden wünschen sich zusätzliche Services wie Cashback-Programme, Partner- und Rabattangebote, einheitliche Finanzübersichten oder Tools für Haushalts- und Finanzplanung. Gleichzeitig gibt es deutliche Vorbehalte: Mehr als ein Drittel der Befragten hat Sicherheitsbedenken, und fast ebenso viele bemängeln mangelnde Transparenz über die Verwendung ihrer Daten. Rund 31 Prozent empfinden personalisierte Angebote als zu stark in ihre Privatsphäre eingreifend.

Chancen und ungenutztes Potenzial

Die Studie verdeutlicht eine klare Marktlücke: Während Banken vor allem klassische Finanzprodukte empfehlen, wünschen sich Kunden zusätzliche, alltagsnahe Mehrwertservices. Cashback-Programme, personalisierte Rabattangebote und Loyalty-Programme zählen zu den Top-Wünschen der Verbraucher, werden aber noch nicht flächendeckend angeboten.

Für Banken bedeutet dies ein erhebliches Wachstumspotenzial. Wer es schafft, datenbasierte Services konsequent in die Customer Journey zu integrieren, kann sich vom Wettbewerb abheben und neue Einnahmequellen erschließen. Entscheidend ist jedoch, die Balance zwischen Personalisierung und Datenschutz zu finden, um das Vertrauen der Kunden nicht zu gefährden.

Hürden: Sicherheit, Transparenz und Relevanz

Die größte Herausforderung liegt im Vertrauen. 36 Prozent der Befragten haben generelle Sicherheitsbedenken, wenn es um die Weitergabe von Finanzdaten geht. Weitere 32 Prozent kritisieren die fehlende Transparenz darüber, wie Daten verwendet werden. Ein zu hoher Grad an Personalisierung wird von rund einem Drittel der Befragten als Eingriff in die Privatsphäre empfunden.

Hinzu kommt die Gefahr der Reizüberflutung: Viele Kunden berichten von einer Vielzahl an Angeboten, die sie eher überfordert als begeistert. Hier besteht die Gefahr, dass Kunden auf Distanz gehen oder Angebote komplett ignorieren.

Drei Handlungsempfehlungen für Banken

Die Studie gibt klare Empfehlungen, wie Banken Vertrauen aufbauen und die Akzeptanz von datenbasierten Mehrwertangeboten steigern können:

1. Klare Kommunikation und Kontrolle

Kunden sollten jederzeit nachvollziehen können, welche Daten genutzt werden und zu welchem Zweck. Ein Daten-Dashboard, verständliche Einwilligungsprozesse und die Möglichkeit zum jederzeitigen Widerspruch sind zentrale Maßnahmen.

2. Stärkung der Kundenbeziehung

Banken sollten ihre Bestandskunden aktiv einbinden, Feedbackmechanismen implementieren und CRM-Strategien nutzen, um Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen. Kunden gewähren Institutionen, zu denen bereits eine Vertrauensbasis besteht, deutlich häufiger Zugriff auf ihre Daten.

3. Personalisierte und relevante Mehrwertangebote

Personalisierung sollte zielgerichtet und dosiert erfolgen. Monetäre Anreize wie reduzierte Kontoführungsgebühren oder Cashback wirken besonders motivierend. Wichtig ist, die Frequenz der Ansprache an Kundenpräferenzen anzupassen, um Reaktanz zu vermeiden.

Der ideale Zeitpunkt zum Handeln

Die Ergebnisse der Studie sind ein Weckruf: Jetzt ist der richtige Moment, das Thema Datenmonetarisierung strategisch anzugehen. Mit der bevorstehenden Regulierung durch PSD3, PSR und FIDA steigen die Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit weiter. Wer frühzeitig in transparente Kommunikation, sichere Datenprozesse und relevante Mehrwertangebote investiert, kann sich Wettbewerbsvorteile sichern.

Banken haben die Chance, durch ein reibungsloses Zusammenspiel von Datenstrategie, Technologie und Kundenansprache nicht nur zusätzliche Erlöse zu erzielen, sondern auch die Beziehung zu ihren Kunden auf ein neues Niveau zu heben. Der Schlüssel liegt in einem verantwortungsvollen Umgang mit Daten, der Kundennutzen in den Mittelpunkt stellt.

Die Studie „Bankdatenbasierte Mehrwertangebote“ können Sie hier herunterladen.


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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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