Können Algorithmen unsere Gefühle verstehen? Das Buch „Künstliche Empathie“ zeigt auf spannende Weise, wie nah Maschinen unseren Emotionen bereits gekommen sind und was das für unsere Zukunft bedeutet. Bank-Blog-Leser haben die Chance, ein Exemplar zu gewinnen.

Die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen ist als Bestandteil einer Karriere in Zeiten der Veränderung allgemein akzeptiert. Dass „Lesen bildet“ weiß schon der Volksmund. Obwohl wir alle tagtäglich viel zu viel lesen „müssen“, lesen wir wohl alle gleichzeitig auch viel zu wenig. Im Bank Blog finden Sie daher Hinweise und Empfehlungen auf interessante Bücher, die Ihnen neue Erkenntnisse und Ideen vermitteln sollen.
„Können Maschinen fühlen?“ – mit dieser Frage beginnt das Buch Künstliche Empathie und trifft damit einen Nerv. Denn Emotionen galten bislang als rein menschliches Terrain. Doch wie sieht das heute aus?
Von Tamagotchis über Sprach-Assistenten bis zu Robotern mit Gesichtsausdruck – immer öfter begegnet uns Technik, die nicht nur nützlich, sondern auch emotional aufgeladen erscheint. Ein Staubsaugerroboter mit Kulleraugen oder ein Kühlschrank mit Spitznamen: All das zeigt, wie selbstverständlich wir Geräten menschliche Eigenschaften zuschreiben.
Wenn Technik zur Vertrauensperson wird
Die Beispiele im Buch reichen vom Namen fürs Auto („Herbie“) bis zu Sexspielzeugen mit eigener Persönlichkeit. All das mag unterhaltsam wirken – und gleichzeitig zeigt es, wie sehr sich unsere Beziehung zur Technik verändert hat.
Ein Gerät, das zuhört, reagiert und „versteht“, fühlt sich schnell vertrauter an als ein anonymer Mensch am anderen Ende der Hotline. Genau diese Verschiebung macht Künstliche Empathie zum Thema: Wie viel Nähe ist möglich? Und wo hört der Mensch auf – wo beginnt die Maschine?

Künstliche Empathie – Wenn Maschinen Gefühle zeigen – David Matusiewicz, Jochen A. Werner.
Kann Empathie programmiert werden?
Die Autoren des Buchs argumentieren klar: Empathie ist nicht nur angeboren, sie ist auch erlernbar – für Menschen wie für Maschinen. Mithilfe von Sensoren, Gesichtserkennung und maschinellem Lernen sind moderne Systeme bereits in der Lage, Emotionen zu erkennen und gezielt darauf zu reagieren.
Roboter wie „Ameca“ lächeln, runzeln die Stirn oder zeigen Erstaunen – fast wie ein echter Mensch. Was früher nur in Science-Fiction-Filmen denkbar war, ist inzwischen Realität auf Technikmessen weltweit. Maschinen lesen unsere Stimmung – und antworten darauf.
Zwischen Hilfe und Täuschung
Diese Entwicklung bietet große Chancen: In Pflege und Therapie können empathische Systeme helfen, Einsamkeit zu lindern oder frühzeitig psychische Belastungen zu erkennen. Auch im Kundendienst reagieren viele Chatbots heute empathischer als gestresste Callcenter-Mitarbeiter.
Doch hier liegt auch ein Risiko. Denn Maschinen zeigen kein echtes Mitgefühl – sie simulieren es. Wer das vergisst, läuft Gefahr, sich emotional zu binden, ohne dass diese Bindung erwidert werden kann. Das Buch mahnt zur Achtsamkeit: Emotionale Nähe darf nicht zur Täuschung führen.
Was bleibt dem Menschen?
Auch wenn KI-Systeme beeindruckend reagieren können – echte Empathie bleibt bislang dem Menschen vorbehalten. Doch die Autoren stellen die Frage: Wie lange noch? Und was bedeutet es für unsere Gesellschaft, wenn Maschinen immer menschlicher erscheinen?
Schon jetzt merken wir oft nicht mehr, ob wir mit einem Menschen oder einem Chatbot sprechen. Wenn Technik so gestaltet ist, dass sie Emotionen weckt – ändert das unser Verhalten? Unser Vertrauen? Unsere Erwartungen?
Fazit: Willkommen in einer neuen Ära
Künstliche Empathie ist weit mehr als ein Technikbuch. Es wirft einen kritischen, aber auch hoffnungsvollen Blick auf eine Zukunft, in der Maschinen vielleicht nicht fühlen können – aber so handeln, als ob sie es täten.
Ob das gefährlich oder hilfreich ist, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die Beziehung zwischen Mensch und Technik verändert sich grundlegend. Und je besser wir sie verstehen, desto bewusster können wir mit dieser Entwicklung umgehen.
Über die Autoren David Matusiewicz und Jochen A. Werner
Prof. Dr. David Matusiewicz beschäftigt sich seit 20 Jahren mit der digitalen Transformation der Wirtschaft. Er ist Dekan und Institutsdirektor an der FOM Hochschule – einer der größten Hochschulen in Europa. Matusiewicz ist zudem in verschiedenen Beiräten und Aufsichtsräten von Digitalunternehmen, die sich mit der digitalen Transformation beschäftigen.
Prof. Dr. Jochen A. Werner wurde 1998 Direktor der Marburger Universitätsklinik für HNO-Heilkunde. 2015 wurde Werner Vorstandsvorsitzender der Essener Universitätsklinik. Er sieht KI als Schlüsselinstrumente für eine bessere, nachhaltigere und menschlichere Medizin. Werner ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaft Leopoldina.
„Künstliche Empathie“ kaufen oder gewinnen
Das Buch hat Seiten. Sie erhalten es u.a. bei Amazon.
Leser des Bank Blogs haben die Chance, ein kostenloses Exemplar zu gewinnen. Schreiben Sie dazu bis zum 01. 08. 2025 in einem Kommentar unter den Artikel, was Sie an dem Buch besonders interessiert. Bitte geben Sie Ihren vollständigen Namen an sowie Ihre geschäftliche E-Mail-Adresse.
Das Buch wird unter allen Lesern, die einen Kommentar abgegeben haben, verlost. Der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt und muss innerhalb einer Woche seine vollständige Adresse mitteilen. Der Buchgewinn wird dem Gewinner dann direkt vom Verlag zugesendet.
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2 Kommentare
Was mich an „Künstliche Empathie“ besonders fasziniert, ist die Frage, wie Maschinen lernen, unsere Gefühle zu erkennen – und welche Auswirkungen das auf unsere zwischenmenschlichen Beziehungen hat. Als jemand, der sich sowohl beruflich als auch persönlich intensiv mit digitaler Transformation beschäftigt, sehe ich täglich, wie wichtig emotionale Intelligenz in der Kommunikation ist – selbst (oder gerade) im digitalen Raum.
Die Vorstellung, dass Algorithmen Empathie „lernen“ können, finde ich gleichermaßen faszinierend wie herausfordernd. Ich möchte das Buch unbedingt lesen, um besser zu verstehen, wo Chancen und Grenzen dieser Entwicklung liegen – nicht zuletzt, um diese Erkenntnisse in meiner Arbeit verantwortungsvoll einsetzen zu können.
Ich würde mich sehr über ein Exemplar freuen – auch, weil ich glaube, dass wir gerade jetzt dringend eine tiefere Debatte über den „menschlichen Kern“ von Technologie brauchen.
Ich freue mich auf den Tag, wo mir eine künstliche Intelligenz ganz empathisch mitteilt „ich bin heute schlecht drauf, frag mich lieber nix“. Spaß beiseite: der „menschliche Kern“, der im Ursprung jeder künstlichen Intelligenz innewohnt, lässt mich bereits heute regelmäßig erschaudern. Wie könnte es sonst zu Bias, Halluzinationen etc. kommen? Umso wichtiger ist genau so ein Rahmen wie der EU AI Act oder Ethische Leitlinien, die z. B. ver.di bereits 2018 aufgestellt hat. Wenn wir es als Gesellschaft nicht schaffen, unsere ethischen Grundwerte in der nachgebauten, künstlichen Welt zu verankern, werden wir sowohl als Menschen als auch im Technikbereich zunehmend verarmen. Solange eine Geisteshaltung bezüglich Empathie prägend ist, wie wir sie in den USA mit Donald Trump, Elon Musk und nicht zuletzt Peter Thiel mit seinem Palantir erleben, kann das eigentlich kein gutes Ende nehmen. Empathie bei Maschinen dürfte dann eher Richtung Terminator tendieren. Trotzdem ist ein Blick in die Algorithmen dieser Welt aus dieser Perspektive sicher spannend.