Vier aktuelle Trends im Banking

Im Spannungsfeld von Digitalisierung und Kundenbedarf

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Die Corona-Krise hat Widerstandskraft gefordert und die Digitalisierung beschleunigt. Banken befinden sich in einem Spannungsfeld zwischen Modernisierung, Cyber-Risiken und veränderten Kundenbedürfnissen. Eine Studie zeigt vier zentrale Trends für das laufende Jahr.

Studien und Research zu strategischen Trends und Entwicklungen in der Finanzdienstleistung

Zahlreiche Trends und Entwicklungen sind von übergeordneter strategischer Bedeutung für Banken und Sparkassen. Im Bank Blog finden Sie Studien zu den wichtigsten strategischen Trends und Entwicklungen im Finanzbereich.

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Banken stehen nach fast zwei Jahren Corona-Pandemie vor mehr Herausforderungen denn je. COVID-19 hat die Widerstandskraft der Branche auf unvorhergesehene Weise gefordert und ihr einen weiteren Digitalisierungsschub verpasst. Dieser schnelle digitale Wandel bringt viele Veränderungen mit sich, die die Banken 2022 meistern müssen.

In einer Studie analysiert das Beratungsunternehmen Deloitte jährlich die wichtigsten Trends in der Bankenindustrie. Für die aktuelle Studie wurden weltweit 400 Banken befragt. Aus den Ergebnissen lassen sich für das Jahr 2022 die folgenden vier zentralen Trends ableiten.

  • Trend 1: Flexible und hybride Arbeitsformen realisieren,
  • Trend 2: Ein modernes Instrumentarium für Risiko und Compliance entwerfen,
  • Trend 3: Markenversprechen neu konzipieren,
  • Trend 4: Der Technologiefalle entkommen.

Trend 1: Flexible und hybride Arbeitsformen realisieren

Die Corona-Pandemie beschleunigte den Wandel zum virtuellen Arbeiten. Kreditinstitute stehen vor der Herausforderung, Jobprofile und Aufgabenbereiche an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Hierbei herrscht enormer Druck, eine flexible Belegschaft zu entwickeln, die ein produkt- und kundenorientiertes Geschäftsmodell umsetzen kann.

Verschärft wird diese Situation durch den Kampf um Talente am Arbeitsmarkt. Insbesondere bei begehrten Positionen haben sich die Machtverhältnisse zugunsten der Arbeitnehmer verschoben. Auch das Unternehmen bewirbt sich heutzutage mehr denn je beim Bewerber.

Dabei muss auch darauf geachtet werden, dass durch die neuen Arbeitsformen keine Ungleichheit unter Mitarbeitenden entsteht. Banken sollten Führungskräfte dringend im Umgang mit einer örtlich verteilten Belegschaft trainieren. Das Gefühl der Zugehörigkeit sollte gerade in diesen herausfordernden Zeiten bei allen Beteiligten gefördert werden, egal wann und von wo aus sie arbeiten.

Trend 2: Ein modernes Instrumentarium für Risiko und Compliance entwerfen

Banken befinden sich in einem Wettrennen mit einer sich rasch entwickelnden Risikolandschaft, die komplexer, dynamischer und vernetzter ist als je zuvor. Neue Risiken entstehen durch Nachhaltigkeitserfordernisse, die Cloud, Künstliche Intelligenz, die Blockchain und digitale Vermögenswerte. Darüber hinaus nehmen Cyberrisiken und Finanzkriminalität ungeahnte Dimensionen an.

Um die sich stetig erweiternden Risiken in den Griff zu bekommen, müssen Banken ein modernes Instrumentarium für Risiko und Compliance entwickeln. Damit sollten Risiken über Unternehmensbereiche hinweg integrativ werden.

Banken müssen diese neu entstehenden Risiken mit der gleichen Sorgfalt behandeln wie herkömmlichen Risiken Viele neue Risikodisziplinen stecken aber noch in den Kinderschuhen. Oftmals mangle es Banken an notwendigen Daten und es fehle intern an Personal mit dem notwendigen Know-how. Hier gebe es in den nächsten Jahren noch viel zu tun.

Trend 3: Markenversprechen neu konzipieren

Die Digitalisierung verändert auch die Erwartungen von Kunden. Banken nutzen technologische Innovationen, um die Kundenbedürfnisse besser zu verstehen. Anhand dieser Erkenntnisse erweitern sie ihre Produktpalette und schaffen neue Kundenerlebnisse.

Die Studienautoren meinen, es brauche mehr: Eine moderne Bank benötige gemeinsame Werte und eine authentische Unternehmensidentität. Die Ausrichtung auf einen ‚höheren‘ Zweck müsse heute Kernbestandteil des Markenversprechens sein – und durch entsprechende Handlungen untermauert werden.

Die Stärkung der persönlichen Ebene kann ebenfalls zu einer erfolgreichen Markenbildung beitragen. Eine emotionale Bindung kann durch digitale Interaktionen aber nur schwer aufgebaut werden. Jüngere Generationen nutzen fast ausschließlich digitale Kanäle zur Interaktion – die Markentreue ist entsprechend gering.

Die Bankfiliale sollte daher der primäre Ort zum Aufbau einer tieferen Kundenbeziehung bleiben. Banken können sich zudem vom Wettbewerb positiv abheben, indem sie ihre digitalen Kanäle, die z.B. Chatbots emotionaler gestalten und menschenähnlicher reagieren lassen.

Trend 4: Der Technologiefalle entkommen

Global geben Banken hunderte Milliarden US-Dollar für ihre Technologieprogramme aus. Trotz dieser hohen Aufwendungen gibt es bei vielen Instituten oftmals keinen ganzheitlichen Strategieplan für die digitale Transformation. Zudem werden einzelne Technologien meistens separat betrachtet, wodurch zu viele Einmalinvestitionen getätigt werden. All das hindere Banken daran, das volle Potenzial ihrer Investitionen auszuschöpfen.

Um dieser Technologiefalle zu entkommen, müsse das jeweilige Kernsystem der Bank so modernisiert werden, dass neue Technologien möglichst einfach implementiert und integriert werden können. Schlüsseltechnologien dabei seien Künstliche Intelligenz und Cloud-Technologien.

Die Studie „2022 Banking and Capital Markets Outlook“ können Sie hier direkt herunterladen.

 

 

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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