Anzeige

Test der Beratungsqualität in den Filialen von Banken und Sparkassen

Snapchat verstehen muss man nicht! Oder doch?

1

Ist die Messenger App mit dem gelben Geist für Unternehmen sinnvoll?

Snapchat liegt voll im Trend

Das soziale Bildernetzwerk Snapchat liegt vor allem bei Jugendlichen im Trend
focal point / Shutterstock.com

Snapchat ist in aller Munde und wird in der jugendlichen Zielgruppe stark genutzt. Doch ist die Plattform mit dem Geist im Icon ein Mysterium für die meisten Außenstehenden und vor allem die in den Kommunikationsabteilungen der Unternehmen. Also was hat es mit der Plattform auf sich?

Die im September 2011 gegründete Plattform hat nicht nur einen Geist im Logo, sondern geistert in den letzten Monaten auch auf zahlreichen Foren und Kongressen als neues („hipperes“) WhatsApp herum. Im Unterschied zu WhatsApp scheinen jedoch die meisten Leute nicht wirklich einen Schimmer zu haben, warum Snapchat diesen Erfolg hat.

Doch mehr als Sexting?

Kerngedanke bei der App ist die Tatsache, dass Bilder oder Filme nur einmal angesehen werden können und sich dann automatisch löschen. Von Anfang an stand die App im Verdacht aus eben diesem Grund überwiegend für Sexting – also dem gegenseitigen Zusenden von dateigebundenen „nackten Tatsachen“ – genutzt zu werden. Auch wenn mittlerweile bekannt ist, dass sich die Daten auf dem genutzten Gerät wiederfinden lassen und man die Bilder erneut ansehen kann, scheint dieses der Attraktivität von Snapchat keinen Abbruch zu tun. Im Gegensatz: Auch nach dem Bekanntwerden der eingeschränkten Endlichkeit der Dateien geht der Erfolg von Snapchat weiter. Die Nutzerzahlen wachsen und wachsen. Doch wirklich nur bei jungen Leuten?

Ein Riese im Segment

Ohne Zweifel ist Snapchat im Jugendsegment sehr erfolgreich – und zwar erfolgreicher als die anderen Plattformen. Hier erreicht die App Nutzungsraten, welche die Außenstehenden ratlos machen. Fast scheint es als laufen hier getrennte Medienwelten.

Wenn man Teenager fragen würde, wofür sie Social Media nutzen, dann wäre Facebook wohl der Briefkasten an Haus und Wohnung und WhatsApp das Familien-Telefon. Im Fazit man muss diese zwei haben, aber es macht keinen Spaß (mehr). Und da scheint Snapchat im Segment aktuell anders anzukommen. Und es wird auch anders genutzt als erwartet. Während das klassische Vorurteil den Schwerpunkt der Snapchat Nutzung in der pubertären „Zeigst-Du-es-mir-zeig-ich-es-Dir“ – sprich dem Sexting – wähnt, so ist die Wirklichkeit völlig im Alltag angekommen und weist wenig Schlüpfrigkeit auf. Eine weitere Studie brauchte ferner zutage, dass die Jugendlichen eine feine Unterscheidung sehen:

  • Facebook ist für große Events, die man teilt: Schulabschluss, Hochzeit, Geburt etc.
  • Snapchat dient eher als die Plattform für kleine Alltagsdinge: Blödeleien etc.

Natürlich sagen auch jetzt schon wieder Glaskugelseher den Ende des Trends voraus. Aus meiner Sicht ist das bei der Wandlungsfähigkeit von Social Media eine selbsterfüllende Prophezeihung. Trends kommen und gehen, was schon immer so war. Doch anders als in den 1980ern und 1990ern dauern die Wellen heute nicht mehr so lang an. Doch die Kraft von Social Media ist es, innerhalb kürzester Zeit ungeheure Nutzerzahlen zu akkumulieren und ein enormes Datenvolumen zu bewegen. Fast wirken diese Kräfte wie die Monsterwelle „Drei Schwestern“ – die Wellen kommen kurz aufeinander und sind unglaublich hoch.

Unternehmen fragen sich, wie sie die Kraft der aktuellen Snapchat Welle nutzen können, um Marketing Botschaften an die überaus attraktive Zielgruppe zu adressieren. Die hektische Betriebsamkeit auf den Snapchat Sessions auf Kongressen ist ein Anzeichen für das – für die Plattform – verständnislose Strampeln auf die Welle zu kommen. Doch was brauchen Firmen, um auf Snapchat erfolgreich zu sein?

Authentizität oder lassen

Auf einer wirklich guten Session auf der re:publica TEN fand der Jugendliche Joshua Arntzen auf seiner Session „Snapchat für Erwachsene“ deutliche Worte:

  • Jugendliche erkennen das unauthentische Marketing Geschwafel aus den Kommunikationsabteilungen der Unternehmen voll mit der Ü30 Mitarbeitergruppe …
  • … und sie meiden es!

Wahrscheinlich ist daher die Möglichkeit von Unternehmen authentisch mit der Zielgruppe zu sprechen nicht sehr groß. Weil es Strukturen und Altersgruppe in den Unternehmen einfach nicht zulassen. Gunter Dueck brachte es in einem Hinweis auf den sprichwörtlichen Facebook Werkstudenten (Min: 10:25) auf den Punkt – Authentizität? Unternehmen können es einfach nicht! Man sollte glauben, dass sich der Glaube, Unternehmen und Organisationen könnten in Social Media ohne ausgebildetes Personal und ohne die richtigen Werkzeuge bestehen, mittlerweile überlebt hat. Offenkundig ist es leider immer noch nicht so.

Denn Snapchat braucht die richtigen Leute. Das sind für die junge Zielgruppe auf Snapchat offenkundig nicht die vorhandenen Ü30 Mitarbeiter. Die Frage ist natürlich, ob Unternehmen überhaupt mehrwertigen Inhalt anbieten können, der von der Zielgruppe gewählt wird. Joshua Arntzen meinte, dass er Content wählen würde, der spannend ist. Doch auf die Frage, ob er weiß, dass es solche Chanals gibt, verneinte er …

Auch wenn man nun wohl feststellen, dass Snapchat nicht für jeden ist, werden Unternehmen die Nähe der nachwachsenden Zielgruppe auf der Plattform mit dem Geist suchen. Wenn die Zielgruppe eben auf Snapchat ist, dann „muss man da auch drauf“. Aber Snapchat wird wohl ein dickeres Brett für die Marketingabteilungen als es Facebook war.


Sie möchten gerne mehr über soziale Medien und deren Nutzungsmöglichkeiten erfahren? Dann Informieren Sie sich über unseren Social Media Workshop.

Informationen zum Social Media Workshop

 

Anzeige

Bitte bewerten Sie den Artikel mit Hilfe der Sternchen

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Stern(e), Durchschnitt: 4,00 von 5)

Danke fürs Teilen

Über den Autor

Nils Papendorf

Nils Papendorf befasst sich seit rund 16 Jahren mit den verschiedenen Facetten der Online-Medien. Als Sparkassenkaufmann und über sein Studium der Volkswirtschaft mit Schwerpunkt Bankbetriebslehre zog es ihm aus Göttingen nach Hamburg zu Deutschlands größter Sparkasse. Dort war er über acht Jahre verantwortlich für Website, Online-Marketing und Social Media. Beruflich wie privat ist er eng den sozialen Medien verbunden und bietet seit einigen Jahren auch Beratung oder Vorträge für Unternehmen und Organisationen an, die sich diesem Feld öffnen wollen.

1 Kommentar

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Kostenloser Newsletter für aktuelle Banking Trends

Für mehr Informationen hier klicken

Anzeige

Weihnachtswünsche für Banker