Was sich beim Datenschutz für Bankkunden verändert

Europäische Banken stehen vor neuen Anforderungen beim Datenschutz. Mit der NIS2-Richtlinie und der Überarbeitung der DSGVO werden Sicherheits- und Compliance-Maßnahmen für Finanzinstitute komplexer – und für Kunden transparenter.

Datenschutz wird für Bankkunden immer wichtiger

Neue EU-Verordnungen verbessern den Datenschutz für Bankkunden.

Die neuen Anforderungen an den Datenschutz, welche in den vergangenen Jahren immer strenger wurden, haben auch vor dem Bankwesen keinen Halt gemacht. Der Umgang mit den Daten wird immer transparenter und auch die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen werden strenger beäugt. Eine der neuesten Regelungen, welche Ende 2025 in Kraft treten soll, ist die NIS2-Richtlinie. Um mit dieser neuen Richtlinie konform zu bleiben, müssen Finanzunternehmen nicht nur auf ihre Datenschutzmaßnahmen, sondern auch auf Aspekte wie die Cybersicherheit achten. Von diesen verstärkten Maßnahmen profitieren die Bankkunden in Form von erhöhter Sicherheit.

Neue rechtliche Grundlagen

Schaut man sich die neuen rechtlichen Regelungen rund um den Datenschutz an, dann gibt es zwei besonders wichtige Schlagwörter, welche für alle Unternehmen und eben auch Banken gelten.

Die NIS2-Richtlinie erweitert die NIS1-Richtlinie von 2016 und betrifft alle kritischen Infrastrukturen und verpflichtet sie zu höheren Sicherheitsstandards. Insbesondere mit Blick auf den Schutz vor Cyberkriminalität. Mit der EU-Richtlinie soll die europaweite Einheitlichkeit beim Cyberschutz weiter vorangebracht werden. Diese Einheitlichkeit kann nur mit neuen, zentralen Standards gewährleistet werden. Entsprechend müssen sich viele Unternehmen und Finanzinstitute anpassen.Eine praktische NIS2-Checkliste finden Sie z.B. auf https://www.dataguard.de/nis2/checkliste.

Neben der erneuerten NIS-Richtlinie wird auch die EU-weite Datenschutzgrundverordnung (kurz DSGVO) immer wieder aktualisiert. Die DSGVO ist das zentrale Instrument für die Regelung und Kontrolle des Datenschutzes in der EU und somit für alle Unternehmen, die hier ihren Sitz haben.

Auswirkungen auf Datenschutz und Kundenrechte

Die neuen und sich immer weiter entwickelnden Datenschutzbestimmungen haben nicht nur Auswirkungen für die Unternehmen, sondern damit verbunden natürlich auch für die Kunden der Unternehmen.

Für die Kunden haben strengere Datenschutzauflagen natürlich Vorteile. Schließlich müssen sie sich so nicht darum sorgen, dass persönliche Angaben in die Hände unbefugter Dritter gelangen könnten. Außerdem sorgt die erhöhte Transparenz dafür, dass Kunden genau einsehen können, welche Daten überhaupt erhoben und verarbeitet werden, und zu welchem Zweck das geschieht. Sollte es doch einmal zu potenziell problematischen Vorfällen kommen, sind die Unternehmen nach den aktuellen Vorschriften angehalten, umgehend Bericht zu erstatten.

Das Recht der Verbraucher auf umfassende Informationen rund um den Datenschutz kommt ihnen in allen Belangen zugute.

Diese Veränderungen sind für Bankkunden besonders relevant

Die Veränderungen der Datenschutzvorgaben haben in den vergangenen Jahren verschiedene Bereiche betroffen. Es geht nicht nur um den Schutz der Daten, sondern auch um die Transparenz bei der Datenverarbeitung und den Umgang mit potenziellen Gefahrensituationen. Dies sind einige der relevantesten Vorgaben der vergangenen Jahre:

Verwendungszweck

Die Finanzinstitute müssen dem Verbraucher transparent mitteilen, welche Daten genau erhoben und verarbeitet werden. Das ist aber noch nicht alles. Es muss nämlich auch der Zweck der Datenerhebung angegeben werden. Die betroffenen Daten dürfen dann auch wirklich nur für den jeweils angegebenen Zweck genutzt werden.

Meldepflicht

Die von der NIS2-Richtlinie betroffenen Unternehmen (unter anderem alle Finanzinstitute) müssen sich beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik melden und registrieren. Kommt es zu sicherheitsrelevanten Vorfällen, müssen diese sofort bei der zuständigen Behörde gemeldet werden. Verbraucher können so versichert sein, dass im Ernstfall schnellstmögliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden.

Cybersicherheit

Die Anforderungen an die Cybersicherheit werden immer strenger. Die Verbraucher können also davon ausgehen, dass es Cyberkriminellen immer schwerer gemacht wird, auf die eigenen Daten zuzugreifen. Viele Kunden nutzen die Online-Kundenportale der Banken, wodurch die Cybersicherheit besonders relevant wird.

Zunehmende Herausforderungen

Sowohl für die Kunden als auch für die Bankunternehmen sind erhöhte Sicherheitsmaßnahmen zu begrüßen. Für die Finanzinstitute ist die Einhaltung der sich immer erneuernden Vorgaben aber eine fortlaufende Herausforderung. Schließlich muss für ein umfassendes Sicherheitsnetzwerk gesorgt werden, welches immer wieder angepasst werden muss.

Diese Herausforderungen anzunehmen und sich für die geltenden Datenschutzvorgaben zu rüsten, lohnt sich aber ohnehin nicht nur im Hinblick auf die Einhaltung der Gesetze. Wer hohe Sicherheitsstandards implementiert, wird auf lange Sicht auch ein hohes Vertrauen der Kunden genießen. Das Kundenvertrauen ist einer der sieben Gründe, warum Banken auf ihre Reputation achten sollten.

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Über den Autor

Maike Schmitt

Maike Schmitt hat Betriebswirtschaft studiert. Sie ist Redakteurin beim Bank Blog Ratgeber Finanzen und schreibt über verschiedene Themen für Verbraucher sowie zu beruflichen Fragen.

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