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Was sagen die weltweiten Zentralbanken über Bitcoin?

Private Kryptowährungen erregen täglich immer mehr Aufmerksamkeit. Durch die zunehmende Verbreitung von Bitcoin & Co. setzen sich auch die weltweiten Notenbanken immer mehr mit den Vor- und Nachteilen auseinander.

Regulierung von Kryptowährungen wie Bitcoin

Zentralbanken und Finanzaufsicht beobachten Kryptowährungen sehr genau.

Mittlerweile sind schon neun Jahre seit der Entstehung von Bitcoin vergangen und die Kryptowährung war seitdem heftigen Schwankungen ausgesetzt. 2012 konnte man einen Bitcoin noch für 15 USD kaufen, im Dezember 2017 durchbrach er die 20.000 USD-Marke.

Wertentwicklung des Bitcoin 2013-2018

Die Wertentwicklung des Bitcoin im Verhältnis zum Euro von 2013 bis 2018.

Kein Wunder also, dass sich die Zentralbanken auf der ganzen Welt mit Kryptowährungen beschäftigen, obwohl sich jetzt schon seit Wochen ein anhaltender Kursverfall bemerkbar macht. Aber auch Ether hat seit Januar dieses Jahres verloren. Grund dafür kann der drohende Handelskrieg zwischen China und den USA sein, sowie auch fehlende Impulse für eine Erholung der Kurse. Kryptowährungen wie Bitcoin und Bitcoin Cash als Beispiel werden auch beim Traden immer beliebter, sie zählen zu den beliebtesten Handelsinstrumenten. Wer mit Bitcoin handeln will, braucht nur ein Trading Konto eröffnen, um Krypto Coins zu kaufen oder zu verkaufen.

Durch das zunehmende Wachstum der digitalen Währungen müssen sich die weltweiten Notenbanken jetzt immer mehr mit den Vor- und Nachteilen auseinandersetzen, denn vor allem die privaten Kryptowährungen erregen täglich immer mehr Aufmerksamkeit. Nicht umsonst wurden erst vor kurzem die Fans von Kryptowährungen von der amerikanischen Börsenaufsicht auf den Arm genommen, als sie auf einer gefälschten Webseite im Internet Werbung für eine angeblich neue Kryptowährung machten, die als HoweyCoins angeboten wurden.

Kann eine offizielle Kryptowährung die Antwort auf den Bitcoin sein?

Zumindest die amerikanische Federal Reserve ist nicht übermäßig von dieser Idee begeistert, da laut dem zukünftigen Chef der US-Zentralbank Jerome Powell vor allem der Datenschutz große Sorgen bereiten. Eine von der Zentralbank herausgebrachte Kryptowährung ist mit technischen Problemen und Risikomanagement verbunden. Dies ist unter anderen auch mit der Grund, warum sich die Untersuchungen in Hinsicht auf dieses Thema noch im Anfangsstadium befinden.

In China ist der Börsenhandel mit Kryptowährungen verboten. Allerdings ist ein Forschungsteam schon seit Jahren dabei, in diesem Land digitales Geld zu entwickeln. Gegen private Anwender hingegen wird streng durchgegriffen, da die Zentralbank die absolute Kontrolle hat. Was Japan betrifft, so werden die Digitalwährungen erst einmal genauer studiert. Laut Haruhiko Kuroda, dem Gouverneur der japanischen Notenbank, liegen keine Pläne vor, eine offizielle digitale Währung herauszubringen. Großbritannien hingegen sieht die Kryptowährungen als Teil einer revolutionierenden Finanzwelt an. Obwohl die Blockchain basierte Technologie für die Zukunft vielversprechend ist, wird es allerdings noch lange keine digitale Version vom Pfund Sterling geben.

Was die Europäische Zentralbank betrifft, so hat diese schon mehrmals vor den digitalen Währungen gewarnt und den Bitcoin mit einer Tulpe verglichen. Grund dafür war die berühmte Tulpenhysterie im Goldenen Zeitalter der Niederlande im 17. Jahrhundert, als Tulpenzwiebeln zu einem beliebten Spekulationsobjekt wurden und der Tulpenmarkt kurz darauf zusammenbrach. Laut Vitor Constancio, dem Vizepräsident der Europäischen Zentralbank ist die Auswirkung vom Bitcoin oder anderen Kryptowährungen zumindest im Euroraum begrenzt.

Wie stehen die Deutschen zum Bitcoin?

Bis jetzt ist der Bitcoin zwar in Deutschland allgemein bekannt, aber als Geldanlage immer noch ein Nischenprodukt, wie aus einer sehr interessanten Umfrage für Spiegel Online hervorgeht. Nur 15 % der Befragten  haben bereits oder wollen Bitcoin kaufen, aber über 60 % der deutschen Bevölkerung würde das auch auf keinen Fall machen. Allerdings legen die meisten Deutschen ihr Geld sowieso lieber risikolos an, was z.B. mit einem Sparbuch oder mit einem Tagesgeldkonto möglich ist und bevorzugen die Barzahlung. Erwähnenswert ist, dass bei dieser Umfrage vor allem die jüngere Generation Bitcoin als sinnvolle Geldanlage ansieht und die Altersgruppe ab 40 Jahren den Kauf deutlich ablehnt.

Unabhängig davon, sieht die deutsche Bundesbank Bitcoin und andere Kryptowährungen als spekulatives Spielzeug an und nicht wie ein gängiges Zahlungsmittel. Der Einsatz der Blockchain Technologie wurde allerdings von der Bundesbank in Zahlungssystemen untersucht. Inwiefern sich die Meinungen alleine in Europa unterscheiden, wird am Beispiel der niederländischen Zentralbank ersichtlich, die bereits vor 2 Jahren einen Prototyp entwickelten, der unter dem Namen DNBcoin bekannt ist. Laut dem zuständigen Projektleiter haben Kryptowährungen durchaus ein großes Zukunftspotential und der DNBcoin ist auch bei komplexen Finanztransaktionen durchaus anwendbar. Nicht umsonst werden in niederländischen Geschäftsbanken auch Bitcoin-Automaten aufgestellt und an eigenen Wallets gearbeitet.

Fazit: Digitale Währungen haben Potential

Bitcoin und andere digitale Währungen werden sicherlich in Zukunft noch viel mehr von sich hören lassen und den Zentralbanken und staatlichen Behörden noch mehr zum Denken geben. Schon jetzt ist es erstaunlich, inwiefern sich die Meinungen weltweit unterscheiden und eine Mischung zwischen Angst, Sicherheitsbedürfnis oder eine totale Abwehrhaltung reflektieren. Fest steht auf jeden Fall, dass keine Zentralbank so ohne weiteres die erlangten Kontrollen so ohne weiteres abgeben werden. Ob sich in dieser Hinsicht in der Zukunft etwas ändern wird, steht in den Sternen, aber die Staaten, die bereits an eigenen offiziellen Alternativen für Bezahlungen forschen, haben das eigentliche Potenzial erkannt und versuchen es zu ihren eigenen Nutzen zu verwenden. Bis jetzt handelt es sich dabei nur um eine sehr kleine Gruppe. Es ist abzusehen, ob sich mit steigender Bedeutung der Kryptowährungen dabei etwas ändern wird, aber das Auge der weltweiten Zentralbanken wird auf jeden Fall in dieser Beziehung auch weiterhin noch sehr wachsam sein.

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Über den Autor

Max Meier

Max Meier ist gelernter Bankkaufmann und schreibt regelmäßig für den Bank Blog Ratgeber über Themen für Kunden von Banken und Sparkassen.

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