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Sieben Warnzeichen vor Anlagebetrug

Um sich vor Anlagebetrug zu schützen, sollten Anleger ihr Geld ausschließlich seriösen Anbietern anvertrauen und Vergleichsangebote einholen. Sieben Warnsignale zeigen Ihnen, wo Skepsis angebracht ist.

Gefahren durch Anlagebetrug

Vorsicht Anlagebetrug: So erkennen Sie unseriöse Angebote.

Die Niedrigzinsphase hält weiter an. Für Sparer und Geldanleger ist es nicht leicht, eine gute Anlage mit zufriedenstellender Rendite zu finden. In dieser Zeit haben Betrüger leichtes Spiel. Sie locken Anleger mit hohen Renditeversprechen und anderen Tricks in die Falle. Nach der polizeilichen Kriminalstatistik ist Anlagebetrug zwar leicht rückläufig (2016 um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr; 7.815 Fälle 2016 gegenüber 8.022 Fällen 2015) – von Entwarnung kann allerdings keine Rede sein. Der entstandene Schaden ist 2016 sogar um gut acht Prozent auf 356 Millionen Euro angestiegen (2015 waren es noch 328 Millionen Euro). Hinzu kommt die Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Um sich zu schützen, sollten Anleger ihr Geld ausschließlich seriösen Anbietern anvertrauen und Vergleichsangebote einholen. Bei deutlichen Warnsignalen ist Skepsis angebracht.

Sieben Warnhinweise für Anlagebetrug

Folgende sieben Hinweise des Bankenverbandes sollen Ihnen bei der Einschätzung helfen, ob man nicht lieber die Finger von einem Angebot lassen sollte:

Warnhinweis 1: Hoher Zeitdruck beim Abschluss

Zuweilen werden Anleger mit dem Argument unter Druck gesetzt, nur ein sofortiger Entschluss garantiere Spitzengewinne. Doch die Erfahrung zeigt: Übereilte Entscheidungen werden oft bereut. Vor einer Investition sollte man sich immer die Zeit nehmen, um Anbieter und Produkt genau zu prüfen.

Warnhinweis 2: Fehlendes Beratungsprotokoll

Banken und sonstige Finanzdienstleister sind grundsätzlich gesetzlich verpflichtet, ihre Kunden über die Risiken der empfohlenen Produkte aufzuklären und dem Kunden vor Vertragsabschluss ein Protokoll über den Inhalt der Anlageberatung auszuhändigen. Anleger können so noch einmal in Ruhe abwägen, ob die Geldanlage wirklich zu ihrem Anlageziel passt und welche Chancen und Risiken damit verbunden sind.

Warnhinweis 3: Mangelnde Seriosität des Anbieters

Lassen Sie sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Anbieters zeigen und achten Sie auf Haftungsbeschränkungen durch die Gesellschaftsform (z.B. erkennbar an der Bezeichnung „Limited“). Haben Vertragspartner oder Vermittler ihren Firmensitz in exotischen Ländern, sollten Sie hellhörig werden, denn im Schadensfall sind rechtliche Ansprüche nur schwer durchzusetzen.

Warnhinweis 4: Verbotener Telefonkontakt

Obwohl gesetzlich verboten, knüpfen viele unseriöse Anbieter erste Kundenkontakte per Telefon. Die Zahl unerlaubter Werbeanrufer ist im vergangenen Jahr sogar weiter gestiegen. Am besten sollte man sich erst gar nicht auf ein Gespräch einlassen.

Warnhinweis 5: Unrealistische Gewinnversprechen

Astronomische Renditeversprechen blenden Anleger und können zu unbedachten Entscheidungen verleiten. Orientierungshilfe: Sichere Anlagen bringen derzeit zwischen null und einem Prozent Zinsen. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren aktuell mit etwa 0,3 Prozent. Höhere Renditen bedeuten auch mehr Risiko.

Warnhinweis 6: Überzogene Provisionsregelungen

Ungewöhnlich hohe Provisionsforderungen sprechen dafür, dass der „Anlagespezialist“ eher den eigenen Gewinn als den des Kunden im Sinn hat. Werden Provisionen gar verschleiert oder falsch ausgewiesen, sollte man unbedingt von der Offerte Abstand nehmen.

Warnhinweis 7: Verdächtige Folgegeschäfte

Um potenzielle Anleger zu ködern, schütten die vermeint­lichen Geldprofis aus einem ersten Kontakt mit geringem Kapital­einsatz stattliche Gewinne aus. Meist wird dem Kunden gleich­zeitig ein neues Angebot unterbreitet, allerdings unter Einsatz einer erheblich größeren Anlagesumme. Auch hier gilt: Nicht auf solche Angebote einlassen.

Im Falle eines Falles Anzeige erstatten

Wer dennoch auf einen Anlagebetrüger hereingefallen ist, sollte umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten.

Der Bankenverband bietet in einem Informationsblatt einen Überblick über den Ablauf einer Beratung zur Geldanlage. Außerdem erhalten Sie nützliche Tipps, wie Sie sich auf das Gespräch mit einem Bank- oder Finanzberater richtig vorbereiten können. Das Informationsblatt können Sie hier direkt und kostenfrei herunterladen.

 

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Über den Autor

Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.

Aktuell bietet er Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management und Beratung/Consulting an und vertritt die Firma Meniga, einen innovativen Anbieter von White-Label-Lösungen für Persönliches Finanz Management (PFM) im deutschsprachigen Teil Europas.

Darüber hinaus hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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