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Venture Capital als Alternative zum Bankkredit für Unternehmen

Alles beginnt mit einer Idee. Viele Menschen träumen vom eigenen Business, doch die wenigsten gehen den entscheidenden Schritt und gründen ein Unternehmen. Verständlich, denn es gibt viele Steine aus dem Weg zu räumen und wer garantiert den Erfolg?

Venture Capital zur Finanzierung einer Unternehmensgründung

Bei der Gründung eines Unternehmens kann Venture Capital eine Alternative zum klassischen Bankkredit sein.

Vor allem das finanzielle Investment ist für viele Startups eine große Hürde. Manchmal ist einfach nicht ausreichend Eigenkapital vorhanden, um loszulegen. Immerhin starten laut Deutschen Startup-Monitor 2017 der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG knapp 22 Prozent komplett autonom.

Wer fremdes Geld für eine Unternehmensgründung benötigt, hat mehrere Optionen. Banken sind sicherlich die erste Anlaufstelle. So einfach wie bei einem Privatkredit ist die Antragstellung allerdings nicht. Wer keine Bilanz vorweisen kann, weil die Firma noch in den Kinderschuhen steckt oder erst noch gegründet werden soll, der benötigt einen Businessplan. Je mehr Geld gebraucht wird, desto überzeugender muss dieser sein. Dennoch kann kann es passieren, dass die Bank den Kreditantrag ablehnt. Dann bleiben staatliche Fördermittel, beispielsweise von der KFW.

Mit dem privaten Geld von Investoren wachsen

Wer mit seinem Unternehmen schon etwas weiter ist und eine Finanzspritze für die nächsten Schritte, etwa neue Produkte oder einen Onlineshop, benötigt, kann es mit Wagniskapital versuchen. Immer mehr Investoren sind auf der Suche nach interessanten Startups, die sie mit Geld und Know-how unterstützen können. Als Gegenleistung für das Venture Capital werden sie am Gewinn beteiligt. Immerhin 16 Prozent gingen 2017 laut KPMG diesen Schritt, während 14 Prozent Geld von einer Bank erhielten.

In den USA ist Wagniskapital für Jungunternehmer keine Seltenheit. In Deutschland hingegen werden solche Investoren steuerlich benachteiligt. So gibt es hierzulande nur etwa ein Dutzend größer Venture-Capital-Geber. Dazu gehören unter anderem die SAP-Mitgründer Hasso Plattner und Dietmar Hopp, der deutschstämmige Amerikaner Peter Thiel und die Samwer-Brüder mit ihrem Unternehmen Rocket Internet. Aber auch größere Unternehmen wie Holtzbrinck Ventures oder Tengelmann Ventures investieren in neue Ideen.

Was ist das Unternehmen wert?

Bevor wirklich Wagniskapital fließt, ist einiges zu tun. So wollen die potenziellen Investoren das Unternehmen bewerten. Eine Unternehmensbewertung ergibt sich nicht nur aus den Bilanzen, die gegebenenfalls übersetzt werden müssen, sondern auch aus Patenten, Know-how und Kundendaten. Lange Zeit wurden Unternehmen in Deutschland nur nach dem Ertragswertverfahren beurteilt. Doch im Zuge der Globalisierung setzt sich immer mehr das Discounted Cash-Flow-Verfahren aus dem angelsächsischen Raum durch.

Beim Ertragswertverfahren wird nicht nur ein Blick auf die Bilanz geworfen, sondern auch geschaut, wie lange das Unternehmen bräuchte, um den Kaufpreis zu erwirtschaften. Grundlage dafür ist die prognostizierten Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Aus dem errechneten Einnahmeüberschuss und dem Kapitalisierungszins (meist drei bis vier Prozent) wird dann über einen bestimmten Zeitraum der Ertragswert berechnet. Als Ergebnis ergibt sich ein Orientierungswert, der als Verhandlungsbasis dient. Das Discounted Cash-Flow-Verfahren ist aufwendiger, ist aber aussagekräftiger.

Verschiedene Bewertungsmethoden

Die Unternehmensbewertung nach diesen beiden Methoden macht aber erst ab der Wachstumsphase Sinn. Steckt ein Unternehmen noch in der Seed- oder Startup-Phase, erwirtschaftet es in der Regel keinen Gewinn. Positive Cashflows sind erst im Wachstum wahrscheinlich. Mit der Venture Capital-Methode und dem Multiplikatoren-Verfahren gibt es aber auch Möglichkeiten, Firmen in ihrer Anfangszeit zu bewerten. Dabei werden beispielsweise Verkaufspreise ähnlicher Unternehmen herangezogen.

Auch wenn Finanzierungen durch Risiko-Investoren in Deutschland wie auch weltweit rückgängig sind, so bleiben sie dennoch eine wichtige Geldquelle. In Berlin arbeitet inzwischen ein Drittel der Startups mit Venture Capital und wenn sich der Staat endlich durchringen könnte, die steuerliche Benachteiligung abzuschaffen, würde sicherlich wieder mehr Wagniskapital fließen.

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Über den Autor

Max Meier

Max Meier ist gelernter Bankkaufmann und schreibt regelmäßig für den Bank Blog Ratgeber über Themen für Kunden von Banken und Sparkassen.

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