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Entwicklung der Immobilienpreise: Günstiges Geld und teure Objekte

Für Immobilienkäufer besteht derzeit eine Disparität In Deutschland. Während Baufinanzierungen günstig sind, sind die Immobilienpreise, vor allem in den Ballungszentren in den vergangenen Jahren  stark gestiegen. Keine einfache Situation.

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen

Die Immobilienpreise in Deutschland sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen.

Die Immobilienpreise in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt. In einer Studie des Globalization and Monetary Policy Institute der Federal Bank of Dallas wurden 20 Staaten untersucht, darunter auch Deutschland. Diese Studie zeigt, dass sich die Preise für Immobilien seit 1975 stark erhöht haben. Bis zum Jahr 2009 stiegen die Preise für Immobilien Jahr für Jahr an. Während der Weltwirtschaftskrise in den Jahren 2007 bis 2012 wurde die Aufwärtsspirale gestoppt. Um das Jahr 2012 herum verzeichneten die Immobilienpreise auch in Deutschland einen leichten Einbruch.

Seit diesem Zeitpunkt steigen die Preise jedoch wieder stark an. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass sich die Wirtschaft in den letzten Jahren sehr gut erholt hat. Die Auftragsbücher der Firmen sind derzeit randvoll und Fachkräfte werden händeringend gesucht, aber kaum gefunden. Dadurch sind viele Handwerksfirmen nicht auf jeden Auftrag angewiesen und die Preise der Angebote steigen von Jahr zu Jahr.

Günstiges Baugeld, doch teurere Häuser

Weiterhin ist die Zinslage zurzeit so günstig wie nie. Während vor einigen Jahren noch Zinsen für Baudarlehen von weit über sechs Prozent pro Jahr verlangt wurden, finden viele Kreditnehmer heutzutage Zinssätze von etwas über einem Prozent vor. Insbesondere dieser Umstand fördert natürlich die Nachfrage nach großen Mehrfamilienhäusern als  Kapitalanlage für finanzstarke Investoren. Die Zeichen stehen jedoch auf steigende Zinsen, daher ist zu vermuten, dass sich dieser Trend in den nächsten Jahren wieder etwas abschwächen wird.

Zusätzlich sind die energetischen Anforderungen an die Gebäude im Jahr 2018 deutlich höher als noch 1975. Damals wurde kaum ein Gedanke an die Energieeffizienz von Häusern verschwendet. Heutzutage ist sie eines der größten Themen beim Neubau eines Hauses. Hochmoderne Heizungsanlagen werden verbaut, Sonnenenergie spielt eine bedeutende Rolle, Fenster weisen beste Wärmedurchgangswerte aus, das Dach und die Außenwände werden gedämmt. Alles vor dem Ziel, dass die fast jährlich schärfer werdenden Energieeinsparverordnungen eingehalten werden müssen. Alle diese Anforderungen machen ein Haus wesentlich komplexer und damit auch teurer.

Einkommen entwickeln sich ebenfalls nach oben

Selbstverständlich haben sich nicht nur die Preise für Immobilien deutlich verteuert. Im Vergleich zu 1975 sind einer Studie zufolge die heutigen Einkommen der Arbeitnehmer deutlich gestiegen. Für die Entwicklung der Einkommen gilt, dass diese seit 1975 jedes Jahr gestiegen sind, lediglich im Jahr 2008 gab es leichte Einbußen.

Auch sie resultiert aus der Weltwirtschaftskrise infolge des Beinahzusammenbruchs des Banken- und Immobiliensektors. Seit 1995 haben sich die Einkommen sogar verdoppelt. Aber reicht eine Verdoppelung des Einkommens dafür aus, sich heute ein Haus leisten zu können?

Wie viel Haus können sich die Menschen leisten?

Durch die Studie lässt sich also erkennen, dass die Einkommen im betrachteten Zeitraum stärker gestiegen sind als die Preise von Immobilien. Im Umkehrschluss bedeutet das also, dass sich die Menschen heutzutage mehr Immobilie leisten können als noch 1975.

Problematisch stellt sich die Entwicklung seit 2013 dar: Seit diesem Jahr steigen die Preise für Immobilien stärker als die Nettoeinkommen. Insbesondere junge Familien stellt das vor Probleme. Sie können sich häufig nicht mehr so viel Wohnraum leisten wie vor einigen Jahren und sind daher auf Mietwohnungen angewiesen. Aber auch die Mieten ziehen an.

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Über den Autor

Max Meier

Max Meier ist gelernter Bankkaufmann und schreibt regelmäßig für den Bank Blog Ratgeber über Themen für Kunden von Banken und Sparkassen.

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