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Checkliste für das Geschäftskonto: Worauf muss ich achten?

Gerade als Jungunternehmer sind es oft Papiere und Bürokratie, die den täglichen Geschäftsalltag dominieren. Ein Geschäftskonto hilft, finanziellen Überblick zu behalten und macht das Leben als Unternehmer ein wenig einfacher. Doch vor der Eröffnung steht immer die Frage: Welches Geschäftskonto ist überhaupt das richtige für mich? Nachfolgend erfahren Sie, welche Kosten auf Geschäftsmänner und ‑frauen zukommen können und wie man wirklich das passende Firmenkonto findet.

Das richtige Geschäftskonto finden

Wie sie das richtige Geschäfts- oder Firmenkonto finden können
© Shutterstock

Brauche ich denn wirklich ein Geschäftskonto?

Ja! Auch wenn das private Girokonto zunächst einmal ausreichend erscheint, spätestens bei der ersten Steuererklärung kommt man ins Schwitzen, wenn Kosten, Ausgaben und Einnahmen mühsam von privaten Buchungen getrennt werden müssen. Außerdem behält man auch im täglichen Geschäftsleben einen besseren Überblick: Wer ist im Zahlungsverzug und wie steht es um die Finanzen? Eventuelle Kostentreiber können ebenfalls einfacher identifiziert werden. Ein Geschäftskonto ist also nicht nur praktisch, sondern spart in vielen Fällen auch bares Geld.

Das perfekte Geschäftskonto gibt es übrigens nicht. Es gibt nur das Konto, welches perfekt auf das eigene Unternehmen zugeschnitten ist. Vor der Kontoeröffnung steht also zunächst eine aussagekräftige Eigenanalyse. Worauf liegt der Fokus? Auf was kann ich verzichten, was ist besonders wichtig und wie beeinflusst mein Unternehmen die Art, wie ich Bankgeschäfte tätige? Wenn man dies weiß, können Faktoren wie die folgenden weitere Hinweise geben.

Direktbank oder Filialbank?

Direktbanken erleben immer noch einen Boom im Bankengeschäft, Grund dafür sind die meist günstigen Angebote. Und tatsächlich hat sich einiges verbessert: Es wurden Verträge mit Banken geschlossen, um Service zu garantieren und auch die Automatenverbände CashPool und CashGroup sorgen dafür, dass in vielen Fällen die Bargeldversorgung gegeben ist. Was Direktbanken ohne ihr Filialnetz allerdings nicht bieten können, ist persönlicher Kontakt zu einem Bankberater. Zwar werden E-Mail, Chat oder Telefonsupport angeboten, einigen Kunden ist die Beratung am Schalter aber immer noch extrem wichtig.

Gebühren sorgfältig vergleich

„Kostenlos“ und „gebührenfrei“ hört man immer gern. Und tatsächlich gibt es Geschäftskonten, die keine Gebühren für die Kontoführung nehmen. Oft werden diese aber später zur Kostenfalle, indem sie Entgelte für beleghafte und beleglose Buchungen oder Bargeldversorgung verlangen. Sie können auch auf bestimmte Berufsgruppen oder Unternehmensformen limitiert sein. Die Kontoführungsgebühren für Geschäftskonten reichen von wenigen Euro im Monat bis hin zu 80 Euro. Als Unternehmer sollte man die Gebühren für die Kontoführung zwar in seine Überlegungen miteinbeziehen, sie aber nicht singulär betrachten. Ein kostenfreies Girokonto ist nicht günstiger, wenn man ein Geschäft mit vielen Buchungen im Monat betreibt und für jede Transaktion Geld fällig wird. Seiten wiez. B. www.firmendo.de  haben sich auf Kontenvergleiche spezialisiert; hier finden sich Geschäftskonten mit oder ohne monatliche Kontoführungsentgelte. Gebühren fallen aber nicht nur für die Kontoführung an – auf die folgenden Kosten sollte man ein Augenmerk legen:

  • Kosten für EC-Karte / Kreditkarte, auch Zweitkarten
  • Dispozinsen/ Überziehungszinsen
  • Gebühren für Transaktionen wie Überweisungen (beleghaft und beleglos), Daueraufträge, Lastschriften
  • Kosten für Unterkonten
  • Kosten für Bargeldeinzahlung und -auszahlung (auch im Ausland)
  • Negativzinsen für ein hohes Guthaben

Bargeldversorgung ist immer noch wichtig

Geld vom Konto auszahlen möchte jeder ab und zu – besitzt man aber ein Geschäft in der Innenstadt, welches auf die stetige Versorgung mit Kleingeld angewiesen ist, kann eine schlechte Bargeldversorgung zum echten Problem werden. Viele Banken belasten ihre Kunden auch mit Gebühren, wenn Bargeld ausgezahlt wird, z. B wenn man eine Kreditkarte dafür nutzt oder einen Automat, der nicht an den zur Bank passenden Bund angeschlossen ist. Die Bargeldeinzahlung wird ebenfalls oft mit Entgelten versehen.

Einige Direktbanken sind hier besonders problematisch: Da keine eigenen Filialen bestehen, müssen Kunden Geld immer bei Fremdbanken, natürlich gegen eine Gebühr, einzahlen. Planen Sie viele Geschäftsreisen? Ihr perfektes Geschäftskonto sollte dann eine Kreditkarte und eine kostenlose Bargeldversorgung, auch im Ausland, beinhalten.

Fazit: Das „beste“ Konto gibt es nicht

Das „beste“ Konto gibt es leider nicht. Es gibt nur das Konto, welches perfekt auf das eigene Unternehmen zugeschnitten ist. Ein Onlineshop muss weniger auf die Bargeldversorgung achten, als ein Laden in der City und jemand, der mit wenigen, dafür hohen Buchungen im Monat rechnet, muss ein Entgelt für Transaktionen nicht ausschließen.

Übrigens: Boni wie ein Startguthaben, Sachprämien oder kostenlose Versicherungen sind nur das: Boni. Sie können nett sein, sollten aber nie den Ausschlag geben, wenn es um die wichtige Entscheidung über das eigene Geschäftskonto geht.

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Über den Autor

Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Er ist Herausgeber von Der-Bank-Blog.de und hält Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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