Warum Paul Volcker falsch lag

Die Bankbranche muss sich neu erfinden

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Paul Volcker, der ehemalige Notenbankenchef der USA, sprach der Finanzbranche die Innovationsfähigkeit ab. Doch die Zeiten haben sich inzwischen geändert. Digitalisierung und neue Wettbewerber erfordern ein Umdenken.

Innovation bei Banken

Digitalisierung und neue Wettbewerber erfordern ein Umdenken beim Innovationsmanagement

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Die Annahme, dass es in der Finanzdienstleistungsbranche einen disruptiven Umbruch gibt, ist relativ neu. Mit Ausnahme vielleicht der Deregulierung in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist das Bankwesen nicht gerade bekannt für Quantensprünge, was Innovation oder Änderungen der Dynamik der Beteiligten angeht. Fusionen und Übernahmen hat es natürlich immer gegeben, von Zeit zu Zeit auch Konsolidierungsprozesse, aber nie gab es etwas, das dem Ausmaß des Umbruchs auch nur annähernd gleichkäme, den wir beispielsweise in der Musikbranche oder im Verlagswesen beobachten konnten, oder der Dynamik im Kommunikationsbereich, wo erst der Wandel vom Telegrafen zum Telefon und dann vom Festnetz zum Handy und dann zum Smartphone stattfand.

Paul Volker über Finanzinnovationen

Inmitten der Finanzkrise im Jahr 2009 kritisierte Paul Volcker, der ehemalige Notenbankenchef der USA, im Wall Street Journal die Finanzbranche wegen ihrer mangelnden Innovationen in der Vergangenheit mit den Worten

Ich wünschte, jemand könnte mir auch nur einen kleinen Beweis dafür geben, dass Finanzinnovationen zu wirtschaftlichem Wachstum geführt hätten.

Er fügte hinzu, dass die letzte große Innovation im Bankwesen der Geldautomat gewesen sei.

Damit hatte er damals nicht ganz Unrecht. Insgesamt hat sich das Bankwesen in den vergangenen Jahrhunderten nicht wirklich verändert. Das Geschäftsmodell der Bankfiliale aus dem 19. Jahrhundert ist im Großen und Ganzen noch heute erkennbar. Wir hatten zwar sogenannte Zukunftskonzepte für die Filialen, aber die Art der Abläufe im Bankwesen hat sich in den vergangenen Jahrhunderten nicht großartig verändert.

Das Internet hat das Bankwesen verändert

Doch vor einigen Jahren trat das Internet auf den Plan. Heute sehen wir deutliche Veränderungen im Bankwesen, beim Kundenverhalten sowie im Vertrieb von Bankprodukten und -dienstleistungen. Technologien wie Internet, soziale Medien und mobiles Banking haben dramatische Änderungen mit sich gebracht.

Die globale Finanzkrise hat das Vertrauen in die Banken nachhaltig geschwächt. Es ist der Branche bislang nicht gelungen, dieses Vertrauen nachhaltig zurückzugewinnen. Damit ist es eine der Ursachen für die Herausforderungen, mit denen das traditionelle Bankwesen konfrontiert ist.

Durch die sozialen Medien und Foren sind Diskussionen über Effektivität, Kundenservice und Gebühren von Banken so transparent wie nie. Es gibt grundlegend neue Modelle für das Bankwesen, den Zahlungsverkehr und/oder banknahe Dienstleistungen, die den Status quo infrage stellen.

Können die Banken die neuen Herausforderungen bewältigen?

Es ist durchaus möglich, dass die Banken mit ihren zahlreichen zu erfüllenden Vorschriften, den hohen Anforderungen an die Kapitalausstattung, ihrer aufgeblähten und veralteten Infrastruktur sowie lange gehegten und gepflegten Konventionen Probleme haben werden, sich an diese weitreichenden Veränderungen anzupassen. Denken Sie zum Beispiel an Unternehmen aus anderen Branchen wie Kodak, Borders und Blockbuster, denen neuartige Geschäftsmodelle, sich wandelndes Kundenverhalten oder neue Technologien zum Verhängnis wurden.

Es ist möglich, dass einige Banken bestehen bleiben, wenn sie ihre nicht unerheblichen Ressourcen dafür einsetzen, ihre Marke und ihre Geschäftstätigkeit weiterzuentwickeln, so den alten Kern mit einer neuen Schicht aus innovativen Kundenerfahrungen und Technologien aufzupolieren und damit etwas Neues, Dynamisches und Anpassungsfähiges zu schaffen. Im Moment scheinen die Anpassungsschwierigkeiten allerdings wahrscheinlicher, zum einen wegen der Schwerfälligkeit in den Bereichen Risiko und Compliance sowie der gesetzlichen Anforderungen und Vorschriften und ihrer Durchsetzung, zum anderen wegen der 30 bis 50 Jahre alten IT-Systeme, die sich nicht so einfach an das ständig aktive und vernetzte Umfeld anpassen lassen, in dem wir heute leben.

Vielfältige Themenliste für Banken

Die folgenden Themen deuten notwendige neue Kernkompetenzen von Massenfinanzdienstleistern an:

  • Peer-to-Peer-Kredite,
  • Bitcoin und anderen digitalen Währungen oder Kryptowährungen,
  • Neobanken oder Neogirokonten,
  • Auswirkungen sozialer Medien auf die großen Banken,
  • Banken mit rasantem Wachstum trotz fehlenden Filialnetzwerks,
  • Frühindikatoren für sich änderndes Kundenverhalten,
  • Nachhaltiges Bankwesen,
  • Finanzielles Wohlbefinden und Instrumente, die den Menschen beim Sparen helfen,
  • Das Verschwinden traditioneller Marketingkampagne zugunsten einer Customer Journey,
  • Neue Zugangswege für Kunden unter Nutzung hochgradig funktioneller und für den Endverbraucher flexibler Technologien.

Einige der dahinter stehenden revolutionären Ansätze im Bankwesen, im Kreditgeschäft und der Kundenbindung, mit denen wir heute experimentieren, können langfristig das Bankwesen weitaus stärker verändern werden, als wir es uns heute vorstellen können. Fehler, Gruppe existiert nicht! Überprüfen Sie Ihre Syntax! (ID: 15)

Über den Autor

Brett King

Brett King ist Autor, Gründer und CEO der amerikanischen Movenbank und ein gefragter internationaler Redner. 2012 wurde er zu Amerikas innovativstem Banker des Jahres gewählt. Seine Bücher stehen in den Bestsellerlisten bei Amazon.

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