Ohne Wohneigentum keine Lösung der Wohnungsfrage

Warum der Traum von den eigenen vier Wänden ein Segen für alle ist

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Wohnen bleibt für viele unbezahlbar. Der Traum vom Eigenheim droht zu platzen – doch ohne mehr Wohneigentum lässt sich die Wohnungsfrage nicht lösen. Warum eine politische Wende hin zur Eigentumsförderung jetzt dringend nötig ist.

Der Traum vom Wohneigentum

Der Traum von den eigenen vier Wänden scheint für die meisten nicht mehr realisierbar – doch ohne mehr Wohneigentum lässt sich die Wohnungsfrage nicht lösen.

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Die Lage auf dem deutschen Wohnungsmarkt ist so angespannt wie seit Jahrzenten nicht. In den Schwarmstädten herrscht ein massiver Wohnraummangel. Baukosten und Grundstückspreise haben ein Niveau erreicht, das den Neubau zunehmend unattraktiv macht. Viele Menschen wollen sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen, scheitern aber an der Eigenkapitalhürde und den hohen Annuitäten. Was also tun? Es braucht eine Agenda für mehr Wohneigentum, denn darin liegt der Schlüssel zur Lösung der Probleme auf dem Wohnungsmarkt.

Wohnungsmarkt in der Krise

Deutschland erlebt die tiefste Wohnungskrise seit Jahrzehnten. Während die Nachfrage nach Wohnraum hoch bleibt, sind die Baugenehmigungen und Fertigstellungen auf ein dramatisch niedriges Niveau abgestürzt. Die Baupreise steigen, die Zinswende verteuert Finanzierungen, und gegen den Neubau wird Stimmung gemacht. Dennoch sehnen sich die meisten Menschen in diesem Land nach Sicherheit, dauerhaften Sachwerten und bezahlbarem Wohnen, sprich nach Wohneigentum. Zwei Drittel der Mieter wollen lieber in der eigenen Wohnung leben, geht aus einer forsa-Umfrage vom Februar 2025 hervor. Die aktuelle Interhyp-Wohntraumstudie 2025 bestätigt: 93 Prozent der Befragten verbinden mit den eigenen vier Wänden Absicherung im Alter.

Zu lange hat sich die Politik ausschließlich auf das Wohnen zur Miete konzentriert. Die Mietpreisbremse konnte nur die Symptome behandeln, nicht aber das Problem an der Wurzel packen. Werden die Voraussetzungen für mehr Wohneigentumsbildung geschaffen, verbessert sich das Wohnraumangebot, werden Mietwohnungsmärkte entlastet, die Vermögensposition und Altersvorsorgeperspektive vieler Menschen verbessert und die Stabilität von Quartieren verbessert. Deswegen muss die Bundesregierung Wohnungspolitik auch immer unter dem Aspekt der Wohneigentumsbildung denken.

Wohnungsmärkte im Spannungsfeld

Die Diskrepanz zwischen Wohnwunsch und Wohnrealität war selten größer. Viele Menschen träumen vom eigenen Zuhause. Doch es fehlt an Baugrund, Genehmigungen dauern oft zu lange und die hiesigen Nebenkosten des Erwerbs liegen im internationalen Vergleich auf Spitzenniveau. Für Investoren ist der stark regulierte Mietwohnungsmarkt zudem ein schwieriges Terrain. Die Neubautätigkeit ist eingebrochen und die Zahl der Fertigstellungen wird, so Prognosen des ifo Instituts, auf absehbare Zeit sinken.

Hinzu kommt die Zinswende: Die Bauzinsen für zehnjährige Darlehen haben sich seit 2022 vervierfacht – von rund 0,9 auf 3,5 Prozent. Wer heute 400.000 Euro finanziert, zahlt doppelt so hohe Monatsraten wie noch vor drei Jahren. Damit wird der Traum vom Eigenheim für viele Haushalte unerschwinglich, die Einkommenshürde unüberwindbar.

Zwischen Negativzins und Zinswende

Die vorangegangene Null- bzw. Negativzinsphase hatte mehrere Effekte, deren negativen Auswirkungen auf den Immobilienmarkt bis heute zu spüren sind. Sie machten Wohneigentum scheinbar erschwinglich, aber das Sparen unattraktiv. Eigenkapital fehlte, während Immobilienpreise stiegen, getrieben auch durch Investoren. Mit der Zinswende kehrte sich das Verhältnis abrupt um – Kredite wurden teurer, Ersparnisbildung wieder attraktiver, doch der Einstieg in den Immobilienmarkt blieb schwer.

Zugleich wirken im Hochlauf verschärfte Eigenkapitalanforderungen an Institute, Pufferregelungen und Verbraucherschutzauflagen die Kreditvergabe nun wie ein Bumerang. Und das in einer Zeit, in der der Kreditvergabezyklus ohnehin geschwächt und die Gefahr einer Immobilienblase gering ist. Gut gemeinte Regulierung darf nicht zum Investitionshemmnis werden. Hier kann die Politik unmittelbar gegensteuern und Abhilfe schaffen.

Wohnungspolitische Impulse mit Lücken

Mit dem „Wohnungsbauturbo“ und der Entbürokratisierungsoffensive hat die Bundesregierung erste Schritte eingeleitet. Serielle und modulare Bauweisen, neue Gebäudetypen und vereinfachte Genehmigungsverfahren sollen Bauzeiten verkürzen. Das ist zu begrüßen, kann aber nur der erste Schritt auf einem weiten Weg sein.

Während Mieter entlastet werden, bleibt die Förderung von Wohneigentum bislang vage. Es bleibt bei Prüfaufträgen und unverbindlichen Oberbegriffen. Wer mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen will, muss auch den Erwerb von Eigentum erleichtern – nicht nur das Mieten fördern. Am besten über verlässliche, auf Dauer angelegte Förderprogramme und vor allem eine Verbesserung beim Eigenkapitalaufbau, ohne den Immobilienerwerb nicht möglich ist.

Dringend muss sich die Politik dem Thema Wohneigentum widmen. Es entspricht nicht nur dem Wunsch vieler Menschen, sondern ist auch ein zentrales Aufstiegsversprechen für die Mittelschicht. Eigentum schafft Sicherheit, fördert den Vermögensaufbau und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zudem leistet es einen wichtigen Beitrag zur Altersvorsorge und schützt vor Verdrängung auf angespannten Wohnungsmärkten.

Ohne Eigenkapital keine Eigentumsbildung

Eigenkapital entscheidet über die Machbarkeit einer Finanzierung. Anreizprogramme wie die Wohnungsbauprämie, die Arbeitnehmersparzulage oder die Eigenheim-Rente könnten mehr Chancengerechtigkeit schaffen – wenn sie modernisiert und gestärkt würden. Der Staat kann mit relativ geringem Mitteleinsatz eine große Hebelwirkung erzielen, indem er den langfristigen Vermögensaufbau unterstützt. Eigentum ist nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein sozialer Stabilitätsfaktor: Es fördert Verantwortung, Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Zinsabsicherung als Vertrauensanker

Trotz der aktuellen Anspannung bleibt die Perspektive für die Baufinanzierung grundsätzlich positiv. Der Wohnraumbedarf ist hoch, der Wunsch nach Wohneigentum ungebrochen, und die klimafreundliche Transformation erzeugt einen gewaltigen Investitionsbedarf.

Zinsabsicherung ist dabei das Gebot der Stunde. Und hier kann der Bausparvertrag seine Stärken ausspielen. In Zeiten schwankender Zinsen und hoher Unsicherheit bietet er eine einmalige Kombination aus Sparen und Sicherheit. Es ermöglicht den frühzeitigen Aufbau von Eigenkapital und garantiert langfristig planbare Kreditzinsen, weil diese schon zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses feststehen. Damit schafft Bausparen Vertrauen und Stabilität – zwei Faktoren, die in der aktuellen Marktlage besonders wertvoll sind. Besicherung im zweiten Rang und der Verzicht auf die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung sind weitere Pfunde, mit denen das Bausparen jetzt wuchern kann. Bester Beleg für die Attraktivität des Bausparens ist das wachsende Volumen an ausgereichten Bauspardarlehen in einem Marktumfeld, das in der Tendenz eher abwärtsgerichtet ist.

Fazit: Wohnungspolitische Wende für mehr Wohneigentum jetzt!

Wohnen zur Miete und Wohnen im Eigentum sind keine Konkurrenten, sondern zwei Seiten einer Medaille. Bisher fehlte der deutschen Wohnungspolitik eine konsequente Ausrichtung auf beide Wohnformen. Der Koalitionsvertrag erkennt an, dass beide gleichberechtigt sind. Das hat es bisher nicht gegeben und ist ein Hoffnungsschimmer, dass sich die Politik zu einer Agenda für mehr Wohneigentum durchringt.

Über den Autor

Christian König

Christian König ist Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Privaten Bausparkassen in Berlin und der Europäischen Bausparkassenvereinigung in Brüssel. Der Jurist befasst sich u.a. mit der Bewertung gesetzgeberischer Vorschläge im Bereich des Bank-, Vertrags- und Verbraucherschutzrechts sowie der Wohnungspolitik der Europäischen Kommission und anderer deutscher Regulierungs- und Gesetzgebungsinstitutionen.

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