KI kapert Klicks – Wie Banken mit SEO, GEO & GAIO kontern können

Neue Spielregeln der generativen KI für die Online-Sichtbarkeit

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Banken und Sparkassen verlieren an Reichweite, obwohl sie mehr Inhalte veröffentlichen als je zuvor. KI entscheidet zunehmend, welche Marken sichtbar bleiben. Können GEO und GAIO die Kommunikationsstrategie der Zukunft sichern?

SEO für Banken im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz

SEO für Banken im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz.

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Das Suchverhalten verändert sich nicht mehr evolutionär, sondern – wie nie zuvor – disruptiv. Innerhalb kürzester Zeit haben sich ChatGPT, Gemini und Claude vom Spielzeug zu ernstzunehmenden Informationsquellen entwickelt. Gleichzeitig sorgt Google mit seiner „Übersicht mit KI“ (engl. „AI Overview“) dafür, dass selbst Top‑Rankings keine Sichtbarkeit mehr garantieren. Während SEO jahrzehntelang auf Keywords und Klicks setzte, zählt im KI-Zeitalter die semantische Relevanz. Denn generative KI verarbeitet nicht mehr einzelne Suchbegriffe, sondern erfasst den gesamten Kontext anhand von Bedeutungen, Entitäten und Vertrauenssignalen.

Das verändert das Nutzerverhalten: Statt zu scrollen, wird gezielt nach personalisierten Antworten gesucht, die aus mehreren Quellen zusammengestellt werden. Für Banken bedeutet das: Die klassische SEO‑Strategie gerät ins Wanken. Wer Inhalte weiterhin nur für Suchmaschinen schreibt, riskiert, bald nicht mehr auffindbar zu sein.

Kunden suchen anders: Google verliert, KI gewinnt

Das Informationsverhalten im Finanzbereich verändert sich rasant. Immer mehr Nutzer geben ihre Fragen nicht mehr bei Google ein, sondern direkt in ChatGPT & Co.

Bereits 44 Prozent der Befragten gaben in einer McKinsey-Studie an, primär KI-Suche als Informationsquelle für ihre Kaufentscheidungen zu nutzen – deutlich mehr als bei klassischer Suche (31 Prozent), Markenwebsites (9 Prozent) und Bewertungsportalen (6 Prozent). Zudem vertrauen nach Bain & Company 80 Prozent der Verbraucher zu 40 Prozent ausschließlich der KI-Übersicht, ohne weitere Recherche. Und die Tendenz zeigt weiter nach oben.

Dabei geht es nicht um die Technikaffinität als alleinigen Grund für den KI-Boom. Die Nutzungsraten steigen generationsübergreifend an. Einfachheit und Schnelligkeit der Bedienung stehen im Vordergrund. Wer eine Bau­finanzierung plant, vergleicht Zinsen inzwischen per Chatbot statt per Keyword. Wer wissen will, ob sich eine ETF‑Anlage lohnt, fragt LLMs statt Websites. Google wird so zur Durchgangsstation, während KI-Antworten zum finalen Ratgeber werden.

KI-Übersichten verdrängen Bankinhalte aus der Sichtbarkeit

Die zunehmende Verbreitung von Googles „Search Generative Experience“ (SGE) bzw. „AI Overview“ beschleunigt den Trend. Bei vielen Suchanfragen erscheint inzwischen eine KI-Übersicht ganz oben und zwar über den klassischen Suchergebnissen.

Der Bank Blog in der Google-Suche mit KI

Wie Google mit KI die Suche nach dem Bank Blog anzeigt.

Erste Analysen zeigen:

  • Rund 50 Prozent aller Google-Suchen beinhalten bereits eine KI-Übersicht; bis 2028 soll dieser Anteil laut McKinsey auf 75 Prozent steigen.
  • Der organische Traffic kann laut einer Untersuchung von Moz aufgrund der neuen Suchlogik um bis 64  Prozent sinken.
  • Der Anteil sogenannter Zero‑Click‑Suchen stieg von rund 60  Prozent in 2024 auf rund 70 Prozent in 2025, laut Auswertungen von Search Engine Land bzw. DIGIDAY.
  • Eine Analyse von Authoritas analytics hat ergeben, dass Websites auf Platz 1 bis zu 79  Prozent weniger Klicks erhalten, wenn ihre Inhalte unter einer KI-Übersicht erscheinen.

Banken und Sparkassen müssen ihr Vorgehen überdenken. Selbst optimierte Inhalte mit gutem Ranking erscheinen nicht mehr sichtbar oder werden gar nicht mehr angeklickt. Mit „The Great Decoubling” wird der Effekt des Auseinanderdriftens von Klick-Zahlen und Impressionen durch den Rollout von Googles AI Overview beschrieben – ein Phänomen, das seit Anfang 2025 verstärkt zu beobachten ist.

Besonders betroffen sind erklärungsbedürftige Angebote wie Bau­finanzierung, Altersvorsorge oder Wertpapiere. Doch selbst bei einem relativ simplen Produkt wie dem Tagesgeld entstehen Fragen nach der Länge der Zinsgarantie oder dem Auszahlungszeitpunkt der Zinsen. Die Antworten liefern zunehmend die KI-Übersichten bzw. die genutzten generativen KIs selbst und nicht mehr die eigene Website.

Der Wandel hat längst eingesetzt und die Content-Strategie sollte dringend auf die KI-Erfordernisse erweitert werden. Drei Maßnahmen stehen in der Regel im Fokus der Optimierungen:

  • SEO (Search Engine Optimization) bleibt die technische und inhaltliche Basis für die Auffindbarkeit.
  • GEO (Generative Engine Optimization) erweitert sie um Sichtbarkeit in KI-Zusammenfassungen.
  • GAIO (Generative AI Optimization ) kontrolliert die korrekte Darstellung der Marke durch die KI und schützt die Reputation.
Der neue Dreiklang von SEO, GEO und GAIO in der Online-Sichtbarkeit

Der neue Dreiklang in der Online‑Sichtbarkeit: SEO, GEO und GAIO – unterschiedliche Schwerpunkte im Nutzererlebnis, in der Optimierung und in der Zielsetzung für Banken und Sparkassen.

Sinkende SEO‑Reichweite trifft die Marken­reputation

Sichtbarkeit ist kein Selbstzweck, sondern schafft Vertrauen. Tauchen Marken seltener bei der Recherche auf, fehlt die Bestätigung ihrer Existenz – ein essentieller Faktor insbesondere für online-agierende Unternehmen. Doch wenn KI‑Modelle zunehmend Inhalte generieren, stellt sich die Frage: Was sagen sie und auf welcher Grundlage?

Aktuelle Studien zeigen:

  • LLMs wie ChatGPT bevorzugen große, global sichtbare Marken und benachteiligen lokale, kleinere Unternehmen („Bias‑Effekt“). Allerdings ist die Marktführerschaft laut McKinsey kein Garant für die Sichtbarkeit in KI-Suchen.
  • Ohne strukturierte, aktuelle Inhalte werden Websites nicht nur seltener als Quelle in KI-Antworten berücksichtigt, sondern der durchschnittliche LLM-Besucher konvertiert viermal besser als ein traditioneller Besucher über die klassische Suche, weil er besser informiert ist und die jeweiligen Webseiten bewusster aufruft (semrush).

Das Risiko ist doppelt: Banken und Sparkassen verlieren nicht nur Reichweite, sondern auch die Kontrolle über das Narrativ. Wenn ChatGPT & Co falsche Aussagen zu Konditionen, Produktmerkmalen oder Unternehmenswerten trifft, können Vertrauen und Reputation irreparabel beschädigt werden.

Was Banken jetzt tun müssen: Schreibe für die KI, wie für einen Kunden

Statt Inhalte nur für das Ranking in den Suchmaschinen zu schreiben, müssen Banken lernen, wie ihre Marke in KI‑Systemen wahrgenommen wird. Ansonsten wird das Unternehmen sowohl bei den von der KI erstellten Zusammenfassungen der Suchergebnisse als auch in den von den LLMs generierten Antworten komplett ignoriert. Relevanz schaffen – das ist das Zauberwort. Nur wer alle Ebenen integriert, bleibt in Suchmaschinen und in KI-Antwortsystemen wie ChatGPT oder Google Gemini sichtbar und vertrauenswürdig. Vereinfacht dargestellt beruht die Online-Sichtbarkeit auf drei Merksätzen:

  • SEO = „Finde mich!“ – bildet die Basis und optimiert die Auffindbarkeit.
  • GEO = „Nutze mich!“ – optimiert den Input für die KI.
  • GAIO = „Zitiere mich (richtig)!“ – optimiert den Output für die KI.
GEO und GAIO: Wie Banken in Suche und KI-Antworten sichtbar bleiben

Praktische Umsetzung von GEO & GAIO – Schritt‑für‑Schritt‑Checkliste zur Steigerung der Online‑Sichtbarkeit von Banken & Sparkassen (SEO + generative KI + Content‑Strategie)

Renaissance für qualitative Öffentlichkeitsarbeit

Die häufig vernachlässigte Öffentlichkeitsarbeit rückt wieder in den strategischen Vordergrund. PR- und Presse-Arbeit wird – entgegen der weit verbreiteten Meinung – wieder wichtiger, weil sich daraus die LLMs speisen. KI-Systeme benötigen valide Quellen. Wenn Banken und Sparkassen ihre Kommunikationsarbeit vernachlässigen, verlieren sie nicht nur Reichweite, sondern auch ihre Bedeutung als Referenzpunkt. Gute journalistische Inhalte – prägnant und menschlich geschrieben – bilden die Grundlage dafür, was KI über Marken erzählt.

Der Schlüssel liegt nicht im blinden Automatisieren, sondern im gezielten Kuratieren: Nur wer eigene, zitierfähige Inhalte pflegt, bleibt in der KI-Welt präsent. Zudem nutzt generative KI Bewertungen auf Plattformen wie finanztip.de oder Trustpilot oder Diskussionen etwa bei Reddit als Indikator für Produkt- und Servicequalität. Obligatorisch ruft die KI zudem die Wikipedia-Unternehmensseite ab, die häufig ein stiefmütterliches Dasein fristet.

Hier muss eine Warnung ausgesprochen werden. Wer Inhalte ausschließlich mit KI erzeugt, könnte bald dem MAD-Effekt unterliegen – einer Situation, in der die Antwort-Qualität einer KI, die immer mehr KI-generierte Daten erhält, kontinuierlich abnimmt.

Fazit: Banken müssen den Informationsraum zurückerobern

Banken und Sparkassen können es sich nicht leisten, in der neuen Informationsarchitektur unsichtbar zu sein. ChatGPT, Gemini & Co. sind längst fester Bestandteil der digitalen Customer Journey – insbesondere bei finanzbezogenen Fragen. Die Verbraucher sind dort abzuholen, wo sie sich bewegen. Die Ausrichtung der Kommunikation auf Sprachmodelle wird voraussichtlich durch den vermehrten Einsatz eigener KI‑Agenten seitens der Konsumenten noch stärker. Statt nach Antworten zu suchen, übernimmt der eigene Bot künftig die Einkaufsprozesse zunehmend vollständig und autonom.

Wer Sichtbarkeit und Vertrauen dauerhaft sichern will, muss seine Content‑Strategie neu ausrichten: KI‑kompatibel, strukturiert, aktuell und relevant. Nur so bleiben Image und Bekanntheit im Zeitalter der generativen KI präsent und erfolgreich.

Über den Autor

Alexander Naumann

Alexander Naumann ist Prokurist, Bereichsleiter und Pressekoordinator bei der 1822direkt, der Online-Tochter der Frankfurter Sparkasse. Der Bankkaufmann, Wirtschaftswissenschaftler und Kommunikationsexperte beschäftigt sich stets mit neuen Themen wie Design Thinking oder Künstlicher Intelligenz, um frühzeitig Trends aufgreifen und Innovationen mitgestalten zu können. Als Dozent und Autor gibt er zudem sein Wissen und seine Erfahrungen gerne weiter.

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