Globale Energiewende gewinnt an Tempo

Erneuerbare Energien und Dekarbonisierungstechnologien als Treiber

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Erneuerbare Energien und Dekarbonisierungstechnologien gelten mittlerweile als wichtige Treiber des Investitionswachstums. Das beschleunigt die Energiewende. Doch für das gestiegene Tempo sind noch weitere Entwicklungen verantwortlich, wie eine Studie zeigt.

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Weltweit geht es voran mit der Energiewende: Erneuerbare Energien und Dekarbonisierungstechnologien könnten schon bald das gesamte Investitionswachstum im Energiesektor ausmachen. Das legt eine Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey nahe.

Dies hänge unter anderem damit zusammen, dass bereits heute 61 Prozent der neu installierten Kapazitäten preiswerter als fossile Alternativen seien, wie es darin heißt. Zudem hätten sich die Kosten für Batterien in den vergangenen vier Jahren nahezu halbiert.

Sind die Jahre des Öls und der Kohle bald passé?

Kurzfristig sei Gas der widerstandsfähigste fossile Brennstoff, da es die geringste Kohlenstoffintensität aufweise und in allen Sektoren weit verbreitet ist. Längerfristig seien die Elektrifizierung, die Nutzung erneuerbarer Energien und die Einführung von grünem Wasserstoff die wichtigsten Ersatzstoffe für Gas.

Daneben sind zwei Entwicklungen entscheidend:

  1. Der Studie zufolge wird die Nachfrage nach Öl voraussichtlich um 2025 ihren Höhepunkt erreichen. Dies sei u.a. auf die Verbreitung von Elektrofahrzeugen zurückzuführen.
  2. Sie Kosten für Solarenergie fallen – seit 2017 hätten sich diese halbiert. Die Kosten für Windenergie wiederum seien um etwa ein Drittel gesunken. Außerdem habe die Nachfrage nach Kohle ihren Höhepunkt bereits 2020 erreicht.

Gas hingegen sei immer noch wichtig – die weltweite Nachfrage werde vermutlich noch mindestens zehn bis 15 Jahre steigen, um etwa zehn Prozent.

Mehr Tempo ist gut, doch es reicht noch nicht

Alles auf Kurs? Nicht ganz: Trotz der guten Nachrichten für Mutter Erde reicht das Tempo der Energiewende den Studienautoren zufolge weiterhin nicht aus, um die im Pariser Abkommen vereinbarte Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius einzuhalten. Demnach könnte die globale Erwärmung bis zum Jahre 2100 – je nach Szenario – um 1,7 bis 2,4 Grad Celsius betragen, und zwar trotz der aktuellen Verpflichtungen aus der Politik.

Zudem beruhen die Berechnungen der Untersuchung auf Daten, die von August 201 bis Februar 2022 erhoben wurden – die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die globalen Energiemärkte sind deshalb noch nicht eingepreist.

Mehr Carbon Capture Utilization, weniger Emissionen

Um die Netto-Null zu erreichen, sei auch die sogenannte Carbon Capture Utilization and Storage (CCUS) von Bedeutung, wie es heißt. Damit sind Abscheiden, Nutzung und Speicherung von Kohlenstoff gemeint. Nach den Berechnungen der Studienautoren müsste der Einsatz von CCUS bis 2050 um 120 Prozent steigen, um auf der Linie des Pariser Abkommens zu bleiben.

Außerdem seien branchenübergreifend und weltweit bis zu 1,6 Billionen US-Dollar an Investitionen nötig, um die Energiewende hinreichend zu beschleunigen. Die Investitionen in Energieerzeugung müssten demnach jährlich um vier Prozent steigen. Dabei entfielen rund 70 Prozent der Investitionen bis 2035 auf neue Technologien außerhalb des Öl- und Gassektors – wie etwa der Ladeinfrastruktur für Elektroautos oder die Produktion von nachhaltigen Kraftstoffen oder Wasserstoff.

Größere Nachfrage nach Strom, geringerer Energieverbrauch?

Die Studienautoren prognostizieren, dass sich die globale Nachfrage nach Strom bis 2050 verdreifachen wird. Grund dafür sei, dass die Sektoren elektrifiziert würden und der Marktanteil von Wasserstoff und etwaigen Kraftstoffen auf Wasserstoffbasis stiegen.

Gleichzeitig könnte der Energieverbrauch weltweit nur um etwa 15 Prozent stiegen – trotz einer voraussichtlichen Verdoppelung des Weltwirtschaftswachstums und einem erwarteten Bevölkerungszuwachs von rund zwei Milliarden Menschen bis 2050. Dies sei neben der Elektrifizierung vor allem auf die erhöhte Energieeffizienz zurückzuführen, etwa in Gebäuden, im Verkehr oder der Industrie.

So könnte der Energiemix der Zukunft aussehen

Entsprechend verschiebe sich der globale Energiemix zugunsten kohlenstoffarmer Lösungen, wie es in der Studie heißt: Erneuerbare Energien könnten bis 2050 um das Dreifache wachsen und 2030 rund 50 Prozent und 2050 rund 80 bis 90 Prozent der weltweiten Stromerzeugung ausmachen.

Die Nachfrage nach Wasserstoff wiederum könnte den Prognosen nach bis 2050 um das Vier- bis Sechsfache steigen – vor allem im Straßenverkehr, in der Schiff- und in der Luftfahrt. Der Anteil von Wasserstoff und aus Wasserstoff gewonnenen synthetischen Kraftstoffen werde bis 2050 von rund einem Prozent auf rund 10 Prozent des weltweiten Endenergieverbrauchs steigen.

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Über den Autor

Jannik Wilk

Jannik Wilk ist als freiberuflicher Redakteur für Der Bank Blog tätig. Er ist freier Journalist und Student in Heidelberg.

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