KI-Agenten verändern Arbeitsweisen und eröffnen neue Möglichkeiten. Zugleich entstehen komplexe Sicherheitsrisiken. Unternehmen müssen ihre Strategien für Identitätssicherheit anpassen, um Kontrolle und Schutz zu gewährleisten.

KI-Agenten breiten sich rasant aus – Vielen Unternehmen fehlen geeignete Sicherheitsmaßnahmen.
Unter dem Begriff „KI-Agent“ oder „agentenbasierte KI“ (Agentic AI) versteht man Systeme, die in der Lage sind, ihre Umgebung zu erfassen, eigenständig Entscheidungen zu treffen und Handlungen auszuführen, um vordefinierte Ziele zu erreichen. Für den Zugriff auf Daten, Anwendungen und Dienste benötigen sie oft mehrere Maschinenidentitäten. Darüber hinaus bringen sie neue Formen von Komplexität mit sich, etwa durch Selbstanpassung oder die Fähigkeit, Unteragenten zu generieren.
Diese Eigenschaften machen KI-Agenten zu einem starken Innovationsmotor. Gleichzeitig entstehen jedoch erhebliche Sicherheitsrisiken. Agenten verändern nicht nur Arbeitsprozesse, sondern eröffnen auch zusätzliche Angriffsflächen. Sie verfügen über weitreichende Rechte in sensiblen Systemen, unterliegen jedoch häufig nur eingeschränkter Kontrolle. Genau diese Kombination – hohe Privilegien bei geringer Transparenz – macht sie zu attraktiven Zielen für Cyberangriffe.
Ein neuer Identitätstyp im Unternehmen
KI-Agenten sind nicht bloß in bestehende Systeme eingebettet, sondern bilden eine eigene Kategorie von Identitäten. Angesichts dessen, dass nahezu alle Unternehmen (98 Prozent) den Einsatz solcher Technologien in naher Zukunft ausweiten wollen, werden maßgeschneiderte Lösungen zur Identitätssicherheit unverzichtbar. Viele Organisationen stehen hier jedoch erst am Anfang. Wachsende Sorgen über den Umgang mit sensiblen Daten verdeutlichen die Notwendigkeit, Strategien für die Identitätssicherheit neu zu denken und systematisch auszubauen.
Nutzung und Sicherheitslücken von KI-Agenten
Der Anbieter SailPoint hat hierzu eine internationale Studie vorgelegt, die auf einer Befragung von IT- und Sicherheitsexperten sowie Führungskräften basiert. Die Ergebnisse zeigen deutlich, wie dringend Unternehmen handeln müssen. Zwar nutzen bereits 82 Prozent der Unternehmen KI-Agenten, doch nur 44 Prozent haben klare Richtlinien zu deren Schutz.
Das zentrale Paradoxon: 96 Prozent der Befragten sehen in KI-Agenten ein wachsendes Risiko, gleichzeitig wollen 98 Prozent deren Einsatz im kommenden Jahr intensivieren. Bemerkenswert ist auch, dass 72 Prozent KI-Agenten als größere Bedrohung einschätzen als klassische Maschinenidentitäten.
Warum KI-Agenten zur Gefahr werden können
Die Befragten benannten mehrere Faktoren, die KI-Agenten besonders risikoreich machen:
- privilegierter Zugriff auf kritische Daten (60 Prozent),
- unbeabsichtigte Aktionen (58 Prozent),
- Weitergabe vertraulicher Informationen (57 Prozent),
- Entscheidungen auf Basis unzuverlässiger Daten (55 Prozent),
- Zugriff auf und Verteilung ungeeigneter Inhalte (54 Prozent).
Damit entsteht ein vielschichtiges Risikoprofil, das weit über herkömmliche Sicherheitsbedenken hinausgeht.
Konkrete Risiken durch KI-Agenten
Schon heute verfügen viele KI-Agenten über Zugriff auf hochsensible Informationen – von Kundendaten und Finanzinformationen bis hin zu geistigem Eigentum, juristischen Dokumenten und Lieferketten-Transaktionen. Die befragten Experten äußern erhebliche Bedenken, ob sich dieser Zugriff ausreichend kontrollieren lässt. 92 Prozent halten eine konsequente Steuerung für entscheidend.
Besonders alarmierend: 23 Prozent berichteten von Vorfällen, bei denen KI-Agenten zur Preisgabe von Zugangsdaten verleitet wurden. 80 Prozent beobachteten unbeabsichtigte Handlungen, darunter den Zugriff auf nicht autorisierte Systeme (39 Prozent), das Teilen sensibler oder unpassender Informationen (31 bzw. 33 Prozent) sowie das Herunterladen vertraulicher Inhalte (32 Prozent).
Sicherheit durch identitätsorientierte Steuerung
Angesichts dieser Risiken ist ein identitätsbasierter Ansatz unerlässlich. Unternehmen sollten KI-Agenten mit denselben Kontrollmechanismen versehen wie menschliche Nutzer: klare Echtzeit-Berechtigungen, das Prinzip minimaler Privilegien und eine vollständige Nachvollziehbarkeit aller Aktionen.
Lösungen zur Identitätssicherheit müssen deshalb menschliche, maschinelle und KI-Identitäten gleichermaßen umfassen. Dazu gehört die Fähigkeit, alle Agenten in einer Umgebung sichtbar zu machen, einheitliche Steuerung sicherzustellen, dauerhaft privilegierte Zugänge zu vermeiden und umfassende Auditierbarkeit zu gewährleisten. Nur so lassen sich Sicherheit und Compliance sicherstellen.
Fazit: Handlungsbedarf steigt rapide
Der breite Einsatz von KI-Agenten ist nicht mehr aufzuhalten. Doch je stärker sie in geschäftskritische Prozesse eingebunden werden, desto dringlicher wird die Frage nach ihrer sicheren Verwaltung. Unzureichend kontrollierte Agenten erhöhen das Risiko von Datenschutzverletzungen und Cyberangriffen erheblich. Unternehmen, die frühzeitig auf umfassende Identitätssicherheitsstrategien setzen, verschaffen sich einen entscheidenden Vorsprung – sowohl in puncto Schutz als auch bei der Erfüllung regulatorischer Vorgaben.
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