Finanzielle Unsicherheit ist in Deutschland weit verbreitet. Besonders Jüngere kämpfen mit Schulden- und Geldsorgen. Drei Viertel der Gen Z wollen im kommenden Jahr mehr sparen und setzen dabei auf einen speziellen Trick.

Die finanzielle Unsicherheit deutscher Verbraucherinnen und Verbraucher ist groß, und scheint altersunabhängig zu sein.
Nur knapp die Hälfte der Deutschen betrachtet sich selbst als finanziell abgesichert (49 Prozent), darunter Frauen deutlich seltener (45 Prozent) als Männer (54 Prozent). Dies zeigen aktuelle Umfragedaten des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov.
Die Boomer-Generation (55 Prozent) sowie Millennials (51 Prozent) fühlen sich finanziell am sichersten. Die stärkste finanzielle Unsicherheit berichten Befragte der Generation Z (d. h. der heute 18- bis 28-Jährigen) sowie der Generation X (der heute 45- bis 60-Jährigen), mit jeweils 43 Prozent.

49 Prozent der Deutschen stimmen der Aussage „Ich bertrachte mich selbst als finanziell abgesichert“ zu (darunter die Boomer-Generation am häufigsten); 39 Prozent stimmen nicht zu (darunter Gen Z und Gen X am häufigsten); 11 Prozent sagen weder noch.
Die finanziellen Sorgen der Jüngeren sind groß
Fast die Hälfte der Millennials (48 Prozent) und 45 Prozent der Gen Z geben an, dass sie befürchten, nie für schlechtere Zeiten sparen zu können, verglichen mit 37 Prozent der Boomer+-Generation (d. h. der heute über 61-Jährigen).
Doch die finanziellen Ängste junger Verbraucherinnen und Verbraucher beschränken sich längst nicht mehr auf langfristige Investitionen oder Rücklagen für schlechte Zeiten.
Viele von ihnen befürchten, dass sie sich keinen kleinen Luxus im Alltag, wie z. B. einen „Verwöhntag“ mehr leisten können (37 Prozent der Gen Z, 38 Prozent der Millennials). Diese Sorge ist unter älteren Erwachsenen geringer (31 Prozent der Gen X, 25 Prozent der Boomer+).
Konsumschulden treffen Gen Z und Millennials hart
Laut YouGov-Daten haben 12 Prozent der Gen Z und fast ein Fünftel (19 Prozent) der Millennials ungesicherte Schulden (ohne Immobilienfinanzierungen oder Hypotheken). Davon liegen 48 Prozent (Gen Z) bzw. 41 Prozent (Millennials) zwischen 1.000-9.999 EUR, und 15 Prozent bzw. 27 Prozent sogar zwischen 10.000-49.999 EUR.
Die Gen Z – auch die „Klarna-Generation“ genannt – ist u. a. durch „Jetzt kaufen, später bezahlen“-Systeme von Online-Zahlungsdienstleistern wie Klarna, PayPal und Co. Opfer teils schwerer finanzieller Probleme geworden. Social Commerce macht insbesondere die junge Generation zur Risikogruppe für Ratenkauf- und Schuldenfallen.
Besonders besorgniserregend bei diesen Zahlen: 74 Prozent der Gen Z empfinden Stress durch Schulden, darunter weibliche Befragte sogar zu 82 Prozent.
Mehrheit der Deutschen ist vorsichtiger mit Geld
Dabei sind jüngere Verbraucherinnen und Verbraucher nicht unbedingt weniger verantwortlich in ihren Einstellungen zu und in ihrem Umgang mit Geld. Mehr als drei Viertel von ihnen (77 Prozent) achten heute nach eigenen Angaben mehr auf ihre Ausgaben als früher. Diese Vorsicht ist generationenübergreifend stark ausgeprägt.
In Punkto Haushaltsplanung sind die jüngeren den älteren Generationen sogar voraus: 65 Prozent der Gen Z und 60 Prozent der Millennials sehen sich dazu in der Lage, sich ein bestimmtes Budget zu setzen und einzuhalten (im Vergleich zu 51 Prozent der Gen X und 55 Prozent der Boomer+).
Auch die Absicht, im nächsten Jahr mehr Geld zu sparen, steigt unter jungen Verbraucherinnen und Verbrauchern auf 75 (Gen Z) bzw. 72 Prozent (Millennials). Knapp ein Drittel der Gen Z stimmt der Aussage sogar „voll und ganz“ zu.

21 Prozent der Deutschen stimmen der Aussage „Ich habe vor, im nächsten Jahr mehr Geld zu sparen“ voll und ganz zu (darunter Gen Z zu 32 Prozent und Boomer+ zu 9 Prozent), 40 Prozent eher schon, 16 Prozent weder noch, 16 Prozent eher nicht, 7 überhaupt nicht.
Die ebenfalls von einer hohen finanziellen Unsicherheit berichtende Gen X sieht sich möglicherweise weniger zum Sparen in der Lage; 58 Prozent von ihnen planen im nächsten Jahr damit. Bei Befragten der ältesten Generationen sinkt die Absicht auf 42 Prozent.
Insgesamt sagen Frauen häufiger als Männer, Geld sparen zu wollen (62 vs. 59 Prozent). Männer legen ihr Geld häufiger an, wie Recherchen der Süddeutschen Zeitung gezeigt haben; ihr Zutrauen in die eigenen Finanzkenntnisse und Investitionsfähigkeiten könnte auch dazu beitragen, dass sie sich finanziell sicherer fühlen.
Gen Z „trickst“ sich zur Ausgabenbegrenzung selbst aus
Um sich bei ihrem Ausgabenmanagement selbst zu helfen, greifen Gen Z und Millennials zu einer eher ungewöhnlichen Strategie:
Fast ein Drittel (31 Prozent) von ihnen sagen, dass sie Geld auf verschiedenen Konten herumbewegen, um sich selbst zu überlisten, weniger auszugeben. Diese Taktik wenden nur 16 Prozent der Gen X und 10 Prozent der Boomer+ an.
Dies zeigt: Während das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld und auch die Fähigkeit zu budgetieren grundsätzlich vorhanden sind, verlieren jüngere Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem auch durch Online-Shopping leichter den Überblick über ihre Ausgaben.
Besonders in dieser Zielgruppe wächst der Bedarf an Aufklärung über Konsumschulden und an konkreter Unterstützung durch Banken und Bezahldienstleister bei ihrem Ausgabenmanagement.
Die finanzielle Unsicherheit vieler Deutscher und ihre erhöhte Vorsicht bei Ausgaben unterstreichen die Notwendigkeit für mehr Wissensvermittlung zum Thema Sparen und Rücklagenmanagement.
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