Die neue Bundesregierung steht vor enormen wirtschaftlichen Herausforderungen. Eine aktuelle Umfrage zeigt deutliche Skepsis in der Finanzbranche ob des zu erwartenden Erfolgs. Im Fokus Konjunkturimpulse, Bürokratieabbau und Rentenreform.

Die deutsche Finanzbranche bewertet die aktuelle Wirtschaftspolitik der Bundesregierung kritisch.
Die neue Bundesregierung ist seit einigen Monaten im Amt und steht vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen: Das Wachstum stagniert, Unternehmensinsolvenzen nehmen zu, und die Staatsverschuldung steigt weiter. Um gegenzusteuern, hat die Regierung ein Maßnahmenpaket aufgelegt. Dazu zählen das Infrastrukturprogramm und der sogenannte „Wachstumsbooster“, der erhöhte Abschreibungen vorsieht und ab 2028 eine schrittweise Senkung der Körperschaftsteuer vorsieht. Ergänzend sollen Bürokratieabbau und die Digitalisierung der Verwaltung die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern.
Vor diesem Hintergrund hat das Center for Financial Studies (CFS) an der Frankfurter Goethe-Universität Fach- und Führungskräfte aus der Finanzbranche nach ihrer Bewertung der bisherigen Regierungsarbeit befragt.
Skepsis gegenüber Konjunkturimpulsen
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen deutlich ausgeprägte Skepsis: Über 85 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die bisherigen Maßnahmen die deutsche Wirtschaft nur geringfügig oder gar nicht stimulieren werden. Rund 70 Prozent bewerten die geplanten steuerlichen Entlastungen für Unternehmen als unzureichend und fordern weitreichendere Entlastungen bei gleichzeitig strengeren Einsparungen im öffentlichen Sektor. Lediglich gut 18 Prozent der Befragten halten die Maßnahmen angesichts der aktuellen Haushaltslage für angemessen. Diese Einschätzungen verdeutlichen, dass Experten die bisherigen wirtschaftspolitischen Impulse kritisch sehen.
Bürokratieabbau bleibt Wunsch, kein Fakt
Auch beim seit Langem geforderten Bürokratieabbau, unterstützt durch das neue Digitalministerium, überwiegt die Skepsis. Nur drei Prozent der Befragten erwarten in den kommenden drei Jahren spürbare Fortschritte, während 58 Prozent kaum oder gar keine Verbesserungen erwarten.
Die geringen Erwartungen sind nachvollziehbar: In der Vergangenheit wurden Bürokratieabbau und Verwaltungsvereinfachungen mehrfach angekündigt, aber selten umgesetzt. Gerade hier könnte die Regierung durch konsequente Reformen Vertrauen gewinnen und Effizienzpotenziale heben.
Dringende Reformen in der Rentenversicherung
Die langfristige Finanzierung der Gesetzlichen Rentenversicherung stellt eine weitere zentrale Herausforderung dar. Länder wie Schweden oder die Niederlande zeigen, dass frühzeitige Reformen erfolgreich sein können.
Weniger als zehn Prozent der Umfrageteilnehmer glauben, dass die neue Bundesregierung zeitnah tragfähige Lösungen entwickeln wird, während über 86 Prozent skeptisch bleiben.
Kapitalmarktorientierung als Schlüsselfaktor
Trotz des verzögerten Handelns ist es entscheidend, die Kapitalmarktkomponente in allen drei Säulen der Altersvorsorge zu stärken. Jede Maßnahme zur Einbindung privater Kapitalanlagen ist besser als ein weiteres Zuwarten. Eine stärkere Kapitalmarktorientierung fördere nicht nur die Teilhabe der Bürger am wirtschaftlichen Erfolg, sondern trage auch zur Stabilität des Rentensystems und zur Sicherung des sozialen Friedens bei.
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