Der Wind des Wettbewerbs weht künftig deutlich rauer

Was 2020 im Banking wichtig wird (oder bleibt)

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Banken und Sparkassen müssen sich 2020 auf einen noch intensiveren Wettbewerb einstellen. Vor allem neue Akteure werden versuchen, Kunden zur Wanderung zu bewegen. Zur Abwehr sollten die etablierten Institute eine dreiteilige Strategie verfolgen.

Trends und Entwicklungen für Banken und Sparkassen in 2020

Was erwartet Banken und Sparkassen im Jahr 2020?

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Das Bankenjahr 2019 hat geendet, wie es begonnen hat: Mit klaren Signalen, wer künftig noch stärker im Bankgeschäft mitmischt oder sogar versuchen könnte, den Ton anzugeben. Im September 2019 kündigte das Vergleichsportal Check24 an, dass es eine Vollbanklizenz beantragt hat. Damit will das Münchner Unternehmen nach eigenen Worten sein „Geschäftsmodell flexibel weiterentwickeln“. Und im November gab der US Big Tech Google seine Pläne bekannt, sein Angebot im Finanzbereich auszubauen und dafür künftig eigene Girokonten anzubieten. Allerdings will der Suchmaschinen-Gigant dafür „eng mit Banken und dem Finanzsystem zusammenarbeiten“.

In Nuancen mögen sich die Pläne zwar unterscheiden – die beiden Unternehmen sind immerhin recht unterschiedlich aufgestellt – die Botschaft bleibt aber gleich: Der Wind des Wettbewerbs weht künftig noch deutlich rauer. Neo-Banken und Technologie-Riesen aus Übersee dringen immer machtvoller in bisher sicher geglaubte Domänen klassischer Banken ein.

Die Kundenwanderung wird weitergehen

Auch 2020 wird sich damit als Trend fortsetzen, was im zu Ende gehenden Jahr galt: Kunden wandern von den klassischen „brick and mortar“-Häusern zu den neuen Wettbewerbern. Diese konnten ihre Kundenattraktivität bislang allerdings noch nicht in Profitabilität ummünzen.

Klassische Banken sollten sich nicht darauf verlassen, dass Kunden aufgrund teilweise jahrzehntelanger Bindung, betonter Datensicherheit und „Track Record“ als vertrauenswürdiger Verwalter der jeweiligen Finanzinteressen treu bleiben werden. Laut einer Umfrage des Bitkom aus dem Jahr 2019 glauben mehr als 40 Prozent der Bundesbürger, dass die Digitalisierung ihnen dabei helfen wird, ihre Finanzen zu optimieren, und schon jeder Dritte kann sich vorstellen, ein Konto bei einem „Digitalunternehmen“ zu eröffnen. Noch deutlicher: Bald jeder zweite Deutsche (46 Prozent) kann sich mit dem Gedanken anfreunden, sein Hauptkonto bei einer reinen Onlinebank zu haben oder ist sogar bereits dorthin gewechselt.

Für 2020 rechnen wir damit, dass sich diese Entwicklung noch einmal beschleunigt, weil der „holperige“ Start von PSD2 hinter uns liegt und die Öffnung der Datenschnittstellen zur Reife gelangen wird. Immer mehr Bankkunden wissen zumindest in groben Zügen, worum es bei der Zahlungsdienstrichtlinie geht. Und auch der Wunsch nach neuen Angeboten steigt, die auf der ausdrücklich genehmigten Auswertung von Zahlungsverkehrsdaten beruhen, um etwa Sparmöglichkeiten aufgezeigt zu bekommen. Schon jeder fünfte Befragte (21 Prozent) hat dieser Aussage in der diesjährigen Bitkom-Studie zugestimmt, nach 12 Prozent 2018.

Banken sollten vorhandene Stärken nutzen

Heißt also was für die klassischen Banken? Sie sollten im kommenden Jahr ihre immer noch vorhandenen Stärken noch konsequenter ausspielen, um sich gegen neue Wettbewerber zu behaupten und Marktanteile zu gewinnen:

  1. Neue digitale Produkte und Dienstleistungen emotionalisieren das Bankerlebnis aus Kundensicht positiv und erhöhen die Relevanz von Banken im Alltag des Kunden
  2. Volle Konzentration auf Data Analytics als Grundlage für kuratierte, digitale Angebote
  3. Nutzen des hohen Vertrauens der Kunden in die Marke klassischer Banken

Banking muss zum Erlebnis werden

Unser Credo lautet: Um sich vom Wettbewerb  zu unterscheiden, müssen die Banken für ihre Kunden die Geschäftsbeziehung „zum Erlebnis machen“. Das kann nur gelingen, wenn sie auf der Basis von “Data Analytics“ die besten, kuratierten Produkte und Dienstleistungen bereitstellen, die dem Kunden wirklich helfen, weil sie mitten aus seiner Lebenswelt heraus entwickelt wurden. Viele dieser neuen Produkte kommen dabei nicht aus der eigenen Bank, sondern werden von Drittanbietern, oft Start-Ups, zur Verfügung gestellt.

Kurz: Die Daten vom Kunden und für die Kunden auswerten und anwenden. Den Vertrauensvorschuss dafür haben die Banken.


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Über den Autor

Frank Pohlgeers

Frank Pohlgeers ist Leiter des Digital Office Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank. . Er verantwortet die Open Banking Strategie sowie das Produktmanagement für neue digitale Produkte und Dienstleistungen im Bereich Privatkunden der Deutschen Bank. Der Diplom-Kaufmann engagiert sich außerdem in der „Executive Working Group“ des World Economic Forum im Kontext der Plattformökonomie und leitet die Forschungskooperation der Deutschen Bank mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston, USA.

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