Digitale Zahlungsmethoden und Open Banking prägen den Wandel in Europa. Bargeld verliert an Bedeutung, während die Bereitschaft zur Datenteilung steigt. Banken stehen vor der Herausforderung, sich neu zu positionieren und innovative Lösungen anzubieten.

Digitale Zahlungen und Open Banking prägen die Zukunft des Zahlungsverkehrs in Europa.
Die europäische Zahlungslandschaft befindet sich mitten in einem grundlegenden Wandel. Seit Jahren verlagern sich die Kundenpräferenzen zunehmend hin zu digitalen und personalisierbaren Angeboten. Parallel dazu wächst die Bereitschaft, persönliche Daten zu teilen.
Gleichzeitig gewinnen Neobanken und FinTechs weiter an Marktanteil, indem sie diese Entwicklungen gezielt aufgreifen und etablierte Banken herausfordern. Regulatorische Initiativen wie Open Finance und neue Anforderungen an die Interoperabilität zwischen Banken und Drittanbietern befeuern den Wettbewerb zusätzlich.
Bargeld verliert rapide an Bedeutung
In Europa – und insbesondere in Deutschland – geht die Nutzung von Bargeld deutlich zurück. Mobile Bezahl-Apps sowie Kredit- und Debitkarten gewinnen hingegen kontinuierlich an Bedeutung. Das verdeutlicht eine neue Studie von Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC, für die rund 5.500 Verbraucher in elf europäischen Ländern online befragt wurden.
Nur noch 23 Prozent der Befragten bevorzugen europaweit Bargeld – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 37 Prozent vor zwei Jahren. Spitzenreiter unter den Zahlungsarten ist mittlerweile die klassische Debitkarte, mit der 40 Prozent der Teilnehmenden zahlen. Es folgen Kreditkarten (22 Prozent) sowie mobile Apps oder Wallets (14 Prozent).
Deutschland holt beim digitalen Bezahlen auf
In Deutschland ist der Rückgang der Bargeldpräferenz besonders stark. Während 2022 noch mehr als die Hälfte der Deutschen am liebsten bar zahlte, sind es aktuell nur noch 35 Prozent. Der Trend geht auch hier eindeutig in Richtung digitaler und kontaktloser Zahlungsmethoden.
Banking-App statt Filiale
Die Studie zeigt auch eine grundlegende Veränderung bei den Erwartungen an Banken: Für viele Befragte ist heute die Qualität der Banking-App der wichtigste Auswahlfaktor. Die kostenlose Verfügbarkeit von Bargeld oder ein dichtes Filialnetz verlieren hingegen an Bedeutung.
Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Plattformlösungen, die möglichst viele Bankdienstleistungen bündeln. Bemerkenswert ist auch die hohe Bereitschaft zur Datenfreigabe: 63 Prozent der Europäer würden ihre Bankdaten gegen Rabatte oder Zusatzleistungen teilen. In Deutschland zeigt sich immerhin die Hälfte offen für Open Banking – mit einem Vertrauensvorsprung für etablierte Banken, denen 51 Prozent ihre Daten anvertrauen würden.
Tech-Giganten als potenzielle Bankanbieter
Ein weiteres Zeichen für den fortgeschrittenen Wandel ist die wachsende Wechselbereitschaft. Bereits 70 Prozent der europäischen Verbraucher können sich vorstellen, ein Konto bei einem Technologiekonzern wie Google, Apple oder Paypal zu eröffnen – vor zwei Jahren waren es nur 43 Prozent.
Ausschlaggebend für einen Wechsel sind in erster Linie finanzielle Anreize. Für die Mehrheit zählt ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Daneben gewinnen Prämienprogramme und benutzerfreundliche Apps zunehmend an Gewicht.
Neue Spielregeln für Banken
Der Wandel in der Finanzdienstleistungsbranche bringt den Kunden mehr Auswahl, bessere Konditionen und individuellere Angebote. Gleichzeitig steigt der Druck auf die etablierten Anbieter, sich anzupassen.
Traditionelle Banken müssen ihre Geschäftsmodelle modernisieren, um ihre Vertrauensposition in das digitale Zeitalter zu überführen. Dazu gehört die Weiterentwicklung der Apps, die Integration von Open-Banking-Angeboten und die gezielte Zusammenarbeit mit neuen Marktteilnehmern, wenn Kooperationen sinnvoller sind als Konkurrenz.
Regionale Strategien und neue Partnerschaften gefragt
Auch die Bargeldversorgung muss neu gedacht werden – etwa durch Kooperationen mit Einzelhändlern oder übergreifende Geldautomaten-Allianzen. Entscheidend für den Erfolg wird sein, regionale Unterschiede bei den Kundenpräferenzen zu erkennen und mit differenzierten Marktstrategien darauf zu reagieren.
Nur wer die Bedürfnisse seiner Kunden ganzheitlich versteht und digital agiert, wird sich in der neuen Zahlungsrealität behaupten können.
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