Wie gut ist die deutsche Wirtschaft auf den KI-Wandel vorbereitet? Eine neue Umfrage liefert überraschende Einblicke – und zeigt, worauf Unternehmen jetzt setzen, hoffen und noch immer warten.

Deutsche Unternehmen holen bei GenKI auf, doch es fehlt vielerorts noch eine umfassende Strategie für den Einsatz.
Auf dem KI-Gipfel in Paris im Februar hat die Europäische Union weitreichende Investitionen in die KI-Branche angekündigt. Ziel ist es, im internationalen Wettbewerb aufzuholen und Europas technologische Souveränität zu sichern. Im Zentrum der Strategie steht die Entwicklung von sicherer und ethisch vertretbarer künstlicher Intelligenz. Mit diesem Ansatz will Europa eine führende Rolle in der weltweiten KI-Landschaft einnehmen.
Wie gut ist Deutschland auf GenKI vorbereitet?
Doch wie gut ist die deutsche Wirtschaft auf den Wandel durch generative KI (GenKI) vorbereitet? Wie bewerten Unternehmensverantwortliche den aktuellen Stand in ihren Branchen und in Deutschland insgesamt? Wo bringt GenKI bereits heute spürbare Effizienzgewinne – und wo stehen Unternehmen noch vor großen Herausforderungen?
Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, hat der IT-Dienstleister adesso im ersten Quartal 2025 insgesamt 400 Führungskräfte aus deutschen Unternehmen befragt. Die Ergebnisse geben ein vielschichtiges Stimmungsbild zur Lage und Entwicklung von GenKI in der deutschen Wirtschaft.
GenKI-Reifegrad: Unternehmen sehen Fortschritte
Die allgemeine Einschätzung zur GenKI-Fitness der deutschen Wirtschaft hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. 31 Prozent der Befragten bewerten die Vorbereitung aktuell als gut oder sehr gut – im Jahr 2024 lag dieser Wert noch bei lediglich 11 Prozent. Gleichzeitig bleibt die Skepsis bestehen: Rund ein Drittel sieht die Vorbereitung auch 2025 weiterhin nur als „ausreichend“ oder „mangelhaft“ an.
Auch im Hinblick auf die eigene Organisation sehen sich viele Unternehmen inzwischen besser aufgestellt. 50 Prozent schätzen ihre GenKI-Fitness als gut oder sehr gut ein – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 31 Prozent aus dem Vorjahr. Dennoch mangelt es vielfach noch an einer klaren strategischen Ausrichtung: Nur 59 Prozent der Unternehmen haben bereits eine KI-Strategie definiert, und davon berücksichtigt knapp jedes fünfte Unternehmen lediglich klassische KI-Anwendungen.
Wunsch nach Unabhängigkeit: Fokus auf Europa
Ein zentrales Ergebnis der Befragung ist der Wunsch nach europäischer technologischer Unabhängigkeit. Für 71 Prozent der Führungskräfte ist es wichtig oder sehr wichtig, dass die GenKI-Anwendungen, die im Unternehmen zum Einsatz kommen, innerhalb der Europäischen Union entwickelt wurden. Dieses Ergebnis unterstreicht das wachsende Bewusstsein für digitale Souveränität – und das klare Bedürfnis, sich nicht in zu große Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern zu begeben.
Regulierung gewünscht: Sicherheit durch klare Regeln
Neben dem Ruf nach europäischer Technologie zeigt die Befragung auch eine deutliche Haltung zur Regulierung. 48 Prozent der Führungskräfte befürworten eine stärkere Regulierung von KI-Anwendungen wie ChatGPT – 20 Prozent sogar uneingeschränkt. Die Ergebnisse zeigen: Unternehmen sehen Regulierung nicht als Belastung, sondern als sinnvolles Instrument. Sie wünschen sich verlässliche Rahmenbedingungen, um KI verantwortungsvoll und risikobewusst einsetzen zu können.
Fazit: Zwischen Aufbruch und Unsicherheit
Die Ergebnisse der Befragung zeigen ein insgesamt optimistisches, aber differenziertes Bild: Die deutsche Wirtschaft erkennt das Potenzial generativer KI zunehmend an und unternimmt erste Schritte, um sich strategisch besser aufzustellen. Viele Unternehmen bewerten ihre GenKI-Fitness heute deutlich besser als noch im Vorjahr – ein klares Zeichen für wachsende Reife und zunehmende Auseinandersetzung mit der Technologie.
Gleichzeitig bleibt Luft nach oben: Noch immer fehlt es in vielen Fällen an einer umfassenden Strategie, die sowohl klassische als auch generative KI integriert. Der starke Wunsch nach europäischen Lösungen und klarer Regulierung zeigt zudem, dass Unternehmen nicht nur auf Innovation, sondern auch auf Sicherheit und Unabhängigkeit setzen. GenKI ist kein kurzfristiger Hype – sie markiert einen tiefgreifenden Wandel, den es aktiv zu gestalten gilt.
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