Alles ist im Wandel. Modelle wie VUCA, BANI oder PUMO beschreiben die Herausforderungen für Unternehmen. Doch sind Beschäftigte darauf vorbereitet? Die VerbundVolksbank OWL eG wagt mit einem Intrapreneurship-Programm den Spagat zwischen Struktur und Neuem.

Wie Banken ihre Innovationskultur gestalten können
Viele Unternehmen erkennen den Wandel als Dauerzustand – doch zwischen Erkenntnis und Umsetzung klafft eine Lücke. Die Veränderungsgeschwindigkeit und die zunehmend wachsenden Interdependenzen von Entscheidungen verlangen sowohl der Führungsebene als auch der Belegschaft vieles ab. So groß der Umsetzungswille auch sein mag, mangelt es doch häufig an Kompetenzen und einer (Innovations-)Kultur. Wie können Unternehmen also Bestehendes erfolgreich managen und gleichzeitig flexibel auf neue Herausforderungen reagieren?
Die VerbundVolksbank OWL eG hat einen menschenzentrierten Ansatz gefunden, ihn bereits fest in der Organisation verankert und zum wiederholten Male erfolgreich durchgeführt.
Organisationale Ambidextrie als zentrale Herausforderung
Veränderungen bringen stets neue Entscheidungen mit sich, insbesondere hinsichtlich der strategischen Ausrichtung von Organisationen in einem zunehmend dynamischen Umfeld. In der Theorie der organisationalen Ambidextrie liegt ein möglicher Schlüssel für den erfolgreichen Umgang mit dieser Herausforderung. Ambidextrie bedeutet wörtlich Beidhändigkeit und beschreibt die Fähigkeit einer Organisation, gleichzeitig bestehende Kompetenzen effizient zu nutzen und parallel neue Kompetenzen zu entwickeln.
Ziel ist es, operative Exzellenz und konsequente Zielverfolgung mit Offenheit für neue Ideen, experimentelles Vorgehen und langfristiges Denken zu vereinen. Ohne das eine ist das andere jedoch nicht dauerhaft tragfähig. Wer nur Bestehendes optimiert, verliert an Zukunftsfähigkeit, wer ausschließlich auf Neues setzt, riskiert die Stabilität. Wer beides zusammen denkt und gestaltet, sichert das Heute und entwickelt das Morgen sowie das Übermorgen.
Aufstellung der VerbundVolksbank OWL eG
Im Zentrum der Innovationsaufstellung der VerbundVolksbank OWL eG steht der Bereich „Innovation und Digitales“. Er bündelt die strategischen Innovations- und Transformationsinitiativen und wird ergänzt durch die beiden crossfunktionalen Kompetenzfelder „Digitale Wirtschaft und Start-ups“ sowie „Künstliche Intelligenz“. Interdisziplinäre Experten kommen zusammen und arbeiten zielgerichtet an spezifischen Fachthemen.
Zudem fungiert die OWL Innovation GmbH als flexibler Innovationsraum für neue Geschäftsmodelle außerhalb des Kerngeschäfts. So verbindet die VerbundVolksbank OWL eG eine zentrale Steuerung mit innovativer Zusammenarbeit und unternehmerischer Freiheit.
Im Zentrum des Wandels
Neben der aufbauorganisatorischen Struktur braucht es weitere Voraussetzungen, um langfristig innovativ zu bleiben. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt neue Kompetenzen entwickeln. Der individuelle Aufbau von Future Skills wie digitale Fähigkeiten, unternehmerisches Denken oder die Bereitschaft zur Veränderung stärken auch die Innovationskraft der gesamten Organisation. Daraus entsteht eine Kultur des Lernens, der Offenheit und der aktiven Mitgestaltung.
Die VerbundVolksbank OWL eG setzt dabei auf kontinuierliche Weiterbildung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Räume, in denen neue Ideen entstehen und ausprobiert werden können. So wird Innovation nicht nur strukturell ermöglicht, sondern auch im Alltag verankert.
Die Kraft der eigenen Organisation
Intrapreneurship bei der VerbundVolksbank OWL eG bedeutet, die Beschäftigten systematisch zu unternehmerischem Denken und Handeln zu befähigen. Im Rahmen eines selbst konzipierten Programms werden innovative Kompetenzen vermittelt. Dabei sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den gesamten Innovationsprozess verantwortlich: von der Identifikation einer Problemhypothese über das Entwickeln und Validieren von Lösungsideen bis hin zur Ausarbeitung eines vollumfänglichen Geschäftsmodells.
Zum Einsatz kommen dabei wissenschaftlich fundierte Methoden wie Design Thinking oder Double Diamond, die den iterativen Weg vom Problemraum in den Lösungsraum strukturieren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, divergentes und konvergentes Denken gezielt anzuwenden, um kreative Lösungen systematisch weiterzuentwickeln. Den Abschluss des Programms stellt ein Pitch vor dem Vorstand der Bank dar, bei dem besonders überzeugende Ideen direkt mit Ressourcen ausgestattet werden, um sie weiterzuverfolgen. So entstehen Innovationen aus dem Unternehmen heraus, nah an den Bedürfnissen der Kunden und Mitarbeiter und durch diese getragen.
Intrapreneurship: Innovation und Effizienz vereint
Nach erfolgreichem Durchlauf des Programms zeigen sich zahlreiche positive Effekte sowohl auf individueller als auch auf organisationaler Ebene. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer agieren als Multiplikatoren innerhalb der Organisation, erweitern ihre fachlichen und unternehmerischen Kompetenzen nachhaltig und teilen dieses Wissen aktiv mit Kolleginnen und Kollegen. Sie bringen eine hohe intrinsische Motivation ein und identifizieren sich stärker mit der Organisation.
Darüber hinaus trägt das Programm dazu bei, die Herausforderung der organisationalen Ambidextrie zu bewältigen. Durch gezielte Förderung unternehmerischen Denkens und Handelns innerhalb der Organisation schafft das Intrapreneurship-Programm der VerbundVolksbank OWL eG einen Raum, in dem innovative Ideen entstehen und getestet werden können, ohne bestehende Prozesse zu stören. So gelingt es, die Balance zwischen Stabilität und Wandel gezielt zu fördern und die Organisation strategisch zukunftsfähig aufzustellen.




